Am 23. November wird der kontrovers debattierte EU-Gesetzesvorschlag zu Patienteninformation in erster Lesung durch das Europäische Parlament gebracht werden. Hier geht es unter anderem um die Möglichkeiten, für verschreibungspflichtige Medikamente bei den Patientinnen direkt zu werben (sog. Direct to Consumer Advertising, Werbung direkt bei den Konsumenten). Doch: Den PatientInnen nützt es nicht. Es nützt nicht nur nicht, es kann auch schaden. Das sagt die BUKO Pharma-Kampagne und informiert jetzt wieder umfassend über den Stand der Dinge.
Werbung für verschreibungspflichte Medikamente bei PatientInnen direkt ist in Deutschland bisher verboten. Wir setzten uns seit dem Beginn der Arbeit an diesem Projekt Breast Cancer Action Germany aktiv für den Schutz bzw. die Beibehaltung dieser gesetzlichen Regulierungen ein. Bereits jetzt ist festzustellen, dass mehr und mehr Werbemaßnahmen, die direkt auf die PatientInnen oder auch Gesunde zielen, zu beobachten sind, sei es für Impfungen, klinische Studien oder auch verschreibungspflichtige Medikamente, die angedeutet, aber nicht genannt werden (sog. “just watch me”-Werbung). Auch auf Patientinneninformationsveranstaltungen für Frauen mit Brustkrebs wurde in diesem Jahr von Pharmakonzernen für verschreibungspflichtige Medikamente direkt bei den Patientinnen auf diese Weise “indirekt” geworben, mit unrealistischen Versprechungen und Hoffnungen.
Wer ist “Bukopharma”? Die BUKO Pharma-Kampagne ist eine Aktion der >>> Bundeskoordination Internationalismus (BUKO), einem Zusammenschluss von 130 Dritte Welt Aktions- und Solidaritätsgruppen in Deutschland. Sie arbeitet mit ÄrztInnen und PharmazeutInnen, Verbrauchergruppen und StudentInnen zusammen. Sie hat durch die Mitarbeit im Netzwerk Health Action International (HAI) Kontakt mit Gruppen in über 70 Ländern in aller Welt.
Wir haben Bukopharma gemeinsam mit anderen NetzwerkpartnerInnen aus Deutschland und Europa unterstützt. Eine umfassende Analyse des jetzigen Kompromissvorschlages wurde erstellt und dazu auch ein Pharma-Brief Artikel verfasst, der als >>> pdf in Vorabversion zum neuen Pharma-Brief bereits online ist.
Wie Bukopharma kommen auch wir zu dem Schluss, dass der Kompromissvorschlag trotz minimaler Verbesserungen abgelehnt werden sollte. Dies haben wir auch in einem Brief an alle deutschen Mitglieder des Europäischen Parlamentes deutlich gemacht. Auch die Presse hat entsprechende Informationen erhalten.
Dies und mehr können Sie auf der Webseite von Bukopharma unter Aktuelles nachlesen.
Weiterlesen
http://www.bukopharma.de/index.php?page=aktuelles
Ausführliche Analyse in englischer Sprache: Pharmaceutical companies “informaing” the public: one step closer to legalising reminder advertising for presciption drugs?


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