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Mammographie: Rettet Leben oder Bringt nichts und schadet nur?

Dr. med. Mabuse, Titelblatt der Ausgabe Mai/Juni 2010

Dr. med. Mabuse, Titelblatt der Ausgabe Mai/Juni 2010

Direkt zum >>> (pdf) Download Originalbeiträge

Im aktuellen Heft Nr. 185 (Ausgabe Mai/Juni 2010) der >>> Zeitschrift Dr. med. Mabuse ist eine kritische Gegenüberstellung zu Screening-Positionen von SpezialistInnen aus Deutschland erschienen. Zwei Positionen werden gegenübergestellt: Dr. Angela Spelsberg, Ärztin, Epidemiologin und Leiterin des Tumorzentrums in Aachen, die sich für die >>> Stiftung Koalition Brustkrebs und >>> Transparency International einsetzt, eine der maßgeblichen treibenden Kräfte bei der Etablierung des Mammographie-Screenings (nach Europäischen Leitlinien) in Deutschland, und Thomas Dersee, Diplom-Ingenieur und Herausgeber des Informationsdienstes >>> Strahlentelex, einer Zeitschrift, die auch bei der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl die Menschen bei uns in Deutschland vor Strahlenexpositionen gewarnt hat.

Angela Spelsberg verweist in ihrem Beitrag „Rettet Leben“ darauf, dass das Mammographie-Screening das erste flächendeckende Versorgungsangebot in Deutschland mit einer ständigen zentralisierten Qualitätskontrolle sei. Sie bemängelt unzureichende Einladungen, nur die Hälfte der Zielgruppe der Frauen in der Altersgruppe zwischen 50 – 69 Jahren sei bisher eingeladen worden, wiederum nur die Hälfte davon nähme das Angebot zum Mammographie-Screening an.

Die technische Qualität der im Screening eingesetzten Mammographie-Geräte in Deutschland sei intransparent. Angela Spelsberg verweist ferner auf das für die Frauen schädliche und ineffektive Brustabtasten durch Ärzte und Anleitungen zur Selbstuntersuchung der Brust, was als Leistung im Katalog der Krankenkassen nicht gestrichen sei.

Angela Spelsberg beklagt weiterhin fehlende Krebsregister, da valide Daten fehlten, und verweist auf nachweisliche Sterblichkeitssenkung (allerdings in dem kurzen Artikel ohne Quellenangaben), in Deutschland habe man die Zahl der vor dem Tod geretteten Teilnehmerinnen auf 5 von 1.000 berechnet. Sie kritisiert die neuen Daten aus Dänemark, s. dazu z.B. >>> Mammographie-Screening: Der Streit um den Nutzen geht in die nächste Runde im Deutschen Ärzteblatt v. 16.04.2010. Die Datenanalyse hier sei verunreinigt. Eine einfache Trennung von Frauen im Screening-Alter von denen, die nicht im Screeningalter seien, bringe bereits einen Nutzen von 13% bei den bereinigten Mortalitätsdaten ans Licht. Die Minimierung der Nachteile, ebenso wie die der Strahlenbelastung, sei Ziel der strengen Qualitätsanforderungen im Screening-Programm.

Der Artikel von Thomas Dersee heißt: “Bringt nichts und schadet nur“. Er weist darauf hin, dass in Deutschland bereits vor der Einführung des Screenings bekannt gewesen sei, dass die Sterblichkeit an Brustkrebs nicht durch ein Screening gesenkt werden kann, und zitiert dazu die vormalige Leiterin des kanadischen Mammographie-Screenings, >>> Cornelia J. Baines. Sie steht nach 20 Jahren Erfahrung und Leitung mit einem nationalen Mammographie-Screening-Programm auf dem Standpunkt, dass Screening weder Brustkrebs verhindere noch die Sterblichkeit senke, und warnt Frauen, die dies erwarteten, vor diesbezüglichen Enttäuschungen. Thomas Dersee teilt auch Angela Spelsbergs Kritik an der Selbstuntersuchung nicht, sondern meint, Selbstuntersuchungen nützten mehr.

Selbstuntersuchung – eine harmlose Alternative?

Die Empfehlung zur Selbstuntersuchung der Brust ist uralt (Anfang 20. Jh.) und wurde z.B. in den Vereinigten Staaten jahrzehntelang von der Amerikanischen Krebsgesellschaft durch intensive Werbemaßnahmen an alle Frauen vermittelt. Es gab Schulungsmodelle, Kurse, Informationsmaterialien ohne Ende. Doch mit dem Nachweis, dass diese Methode wirkt, hapert es. In den USA hat sich mittlerweile sogar die Amerikanische Krebsgesellschaft hiervon verabschiedet. Das ist in Deutschland anders. Hier gibt es nach wie vor Aktionen und auch Maßnahmen von einzelnen Krankenkassen, die die Selbstuntersuchung – ebenso wie die Deutsche Krebsgesellschaft, die eine Anleitung auf ihrer Homepage anbietet – weiter propagieren. Auch Anleitungen und Empfehlungen zur Selbstuntersuchung der Brust sind nicht nur harmlos in Bezug auf die Strahlenbelastung. Es handelt sich, wenn sie allen Frauen empfohlen wird, auch um eine bevölkerungsbezogene Maßnahme, der zumindest anhand evidenzbasierter Untersuchungen Schaden und kein lebensverlängernder Nutzen nachgewiesen werden konnte, s. dazu >>> Die Selbstuntersuchung der Brust.

Weiterlesen

Angela Spelsberg und Thomas Dersee: Kommentar zur Mammographie >>> Originaltext als pdf erschienen in Dr. med. Mabuse,  Mai/Juni 2010, Nr. 185.  Veröffentlichung hier mit Dank und freundlicher Genehmigung der kritischen Zeitschrift für Gesundheitsberufe: Dr. med. Mabuse, ISSN 0173-430X.  Das aktuelle Heft ist gerade auch wegen des Schwerpunktthemas “Hilfe beim Sterben” lesenswert!

Übersicht Medizinische Strahlenbelastung unter >>> strahlentelex.de.

Von Thomas Dersee ist im Strahlentelex aktuell am 06.05.2010 außerdem erschienen: >>> Medizinische Strahlenbelastung: Dänische Studie zeigt erneut: Mammographie-Reihenuntersuchungen nutzen nichts, Veröffentlichung hier mit Dank und freundlicher Genehmigung von Strahlentelex mit ElekrosmogReport, Unabhängiger Informationsdienst zu Radioaktivität, Strahlung und Gesundheit, ISSN 0931-4288.

Rubrik mammographie, radioaktivität & strahlenbelastung, selbstuntersuchung

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  1. Linksammlung Mammographie-Screening (unsortiert) « WIKI – Breast Cancer Action Germany linked to this post on 30. Juni 2011

    [...] Bringt nichts und schadet nur von Thomas Dersee (Hg. Strahlentelex)  [...]



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