Infos zusammengestellt von G. Kemper
Die kontroversen Nachrichten zur Mammographie reißen nicht ab. Neue Zahlen zu den Ergebnissen des Mammographie-Screenings aus Dänemark haben nun möglicherweise die frisch erschienenen >>> Kennzahlen zur Mammographie wieder über den Haufen geworfen. Verstärkt wird seit einiger Zeit auch die Magnetresonanztomographie der Brust (Mamma-MRT) propagiert – und zwar ohne dass eine Senkung der Brustkrebssterblichkeit durch Mamma-MRT im flächendeckenden Einsatz irgendwo belegt wäre. Und die Kooperationsgemeinschaft Mammographie hat eine neue Leitung. Dr. Tatjana Heinen-Kammerer (Volkswirtin), die seit dem Jahr 2006 als Referentin für Gesundheitsökonomie und Versorgungsforschung beim Verband forschender Arzneimittelhersteller (vfa) beschäftigt war, übernahm am 1. März 2010 die Leitung der Kooperationsgemeinschaft Mammographie in Deutschland. Der
vfa vertritt die wirtschaftlichen Interessen von z.Zt. 47 Pharmaunternehmen aus aller Welt, die in Deutschland agieren. Mehr als zwei Drittel des deutschen Arzneimittelmarkts werden von den Mitgliedsunternehmen des vfa abgedeckt (Quelle: Wikipedia, Stichwort vfa, Stand: 02.04.2010). Auch die neuen Brustkrebsmedikamente, die in den vergangenen Jahren in Deutschland auf den Markt gekommen sind und deren Preise astonomische Höhen erreichen, werden von den Mitgliedsunternehmen des vfa auf den Markt gebracht. Wenn man bedenkt, wie sehr das Mammographie-Screening zunehmend in die Kritik gerät, erscheint diese Personalie folgerichtig als “i-Tüpfelchen” einer langen Kette von Ereignissen, die die meisten Frauen nicht mehr nachvollziehen können.
Weiterlesen:
zum aktuellen Stand: Mammographie-Screening: Aktuelle wissenschaftliche Daten und die Situation in Deutschland (pdf, Link zur Universität Hamburg) von Ingrid Mühlhauser, aus: clio 69/2009
mehr zur Rückschau: Brust 2000: Gesundheitspolitische Ein- und Aussichten (Dokumentation der 6. AKF-Jahrestagung 1999)
Zweifel an der Mammographie (von Anke Brodmerkel, erschienen in der Berliner Zeitung und der Frankfurter Rundschau am 02.03.2010, zur Forcierung der Mamma-MRT in Deutschland)
Das verflixte Screening (von Hildegard Kaulen, erschienen in der FAZ vom 31.03.2010, Zitat: “In dieses Ringen um eine ausgewogene Einschätzung der Vor- und Nachteile ist jetzt eine Veröffentlichung im „British Medical Journal“ (Bd. 340, S. c1241) wie ein Paukenschlag geplatzt. Peter C. Gøtzsche und Karsten Juhl Jørgensen vom nordischen Cochrane Center in Kopenhagen zeigen in einer neuen Studie, dass das Mammographie-Screening offenbar keinen Effekt auf die Brustkrebssterblichkeit hat. Die beiden Forscher zählen seit Jahren zu den schärfsten Kritikern des Programms zur Früherkennung von Brustkrebs.”)
Nach amerikanischen Leitlinien (Glaubwürdigkeitsverlust auch bei den amerikanischen Brustkrebs-Screening-Empfehlungen …)
Quellen zur Personalie Leitung der Kooperationsgemeinschaft Mammographie
Pressemitteilung der Kooperationsgemeinschaft
http://idw-online.de/pages/de/news357700
Berichterstattung Deutsches Ärzteblatt
http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=heft&id=70629

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