Forscher an der Cleveland Clinic teilten gestern (30.05.2010) per >>> Pressemeldung mit, dass sie an einem Impfstoff gegen Brustkrebs arbeiten. Dies erinnert an den Beitrag zu einer Impfung gegen Brustkrebs, den Prof. Valerie Beral im Dezember 2009 in San Antonio mit einer Vision zur schwangerschaftsimitierenden Impfung der erstaunten Fachöffentlichkeit vorstellte. Impfungen (z.B. verschiedene Grippeimpfungen, HPV) liegen zur Zeit im Trend. Sie zielen auf eine Medikalisierung aller Gesunden ab. Medikamente für alle sind grundsätzlich absatzträchtiger als Medikamente für einige Krebskranke. Bisher haben sich nur sehr wenige Impfungen als durchschlagender Erfolg bei der Bekämpfung einzelner Krankheiten zeigen können.

'Maus in der Brustkrebsforschung'
Die neue Pressemeldung, die wie ein Lauffeuer die Medien der Welt ereilte, hat bereits im >>> Deutschen Ärzteblatt („Prototyp eines Brustkrebs-Impfstoffs“) eine Welle geschlagen und für eine >>> BBC-Berichterstattung gesorgt. Die Nachricht lässt vage den Gedanken aufkommen, ob diese als voreilig empfundene Nachricht nicht vielleicht Teil des ganz normalen Klinikmarketings sein könnte, wie wir es hierzulande inzwischen auch mehr und mehr erleben dürfen.
Ob die geplanten Forschungen an Frauen, bei denen diejenigen mit hohem Brustkrebsrisiko im Visier der Forschung liegen, von der FDA genehmigt werden, bleibt abzuwarten, so das Deutsche Ärzteblatt. Sicher aber scheint, dass das Forschungsinteresse an Frauen mit BRCA-Genen weiter ansteigt.
Die aktuelle Pressemeldung, die einen Bericht in der neuen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „nature medicine“ ankündigt, wird von Breast Cancer Action kritisch bewertet, da derartige Forschung eben ignoriere, dass wir seit unzähligen Jahren Brustkrebs an Labormäusen „heilen“, während die angewendeten Substanzen im Menschen nicht funktionierten und wir damit wieder eine Presseente mehr haben, lange bevor positive und negative Eigenschaften dieser Forschung in der Klinik ankommen. Die National Breast Cancer Coalition (NBCC) kommentierte die Nachricht in ihrem >>> Blog dahingehend, dass die Wissenschaft nicht so weit fortgeschritten sei wie der Medienrummel. Es sei eine kleine Anzahl von Mäusen – exakt genau sechs Stück – in vorklinischen Untersuchungen im Rahmen von Laborforschung untersucht worden, der Weg zu einer möglichen Anwendbarkeit im Menschen sei noch in weiter Ferne.
Die Brustkrebspatientin, Biologin und Ärztin Elisabeth Rieping (1950 – 2009) sah die Tiermodelle an Nagetieren ebenfalls kritisch: Brustkrebs in Maus und Ratte metastasiert nicht, wie im Menschen, und eine Vergleichbarkeit scheint damit fraglich.
Abbildungsnachweis: >>> Apparently a…breast cancer novelty mouse figurine? von Emily Thorson, Creative Commons 2.0
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Brusttumore bei Mensch und Tier im Vergleich von Elisabeth Rieping
Abstract in der Zeitschrift nature: An autoimmune-mediated strategy for prophylactic breast cancer vaccination von Ritika Jaini u.a. 30 May 2010 | doi:10.1038/nm.2161, Download kostenpflichtig, 18 US$

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