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	<title>infoblog! &#187; arzneimittelwerbung</title>
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	<description>relevante berichte zum thema brustkrebs</description>
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		<title>Progesteron-Creme und Brustkrebs</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Aug 2011 14:07:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<category><![CDATA[frauen | gesundheit]]></category>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFElisabeth Rieping (1950 &#8211; 2009) gewidmet Unzählige Internetquellen (besonders Foren und auch Webseiten, die Bücher bewerben, Seiten mit schwer durchschaubaren Angaben im Impressum, die für Progesteron-Produkte werben, einzelne HeilpraktikerInnen etc.) befassen sich mit der Verwendung von Progesteron-Creme und stellen online Anweisungen parat, wie Progesteron-Creme angewandt werden kann, um beispielsweise Beschwerden der „Wechseljahre“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/progesteron-creme-und-brustkrebs/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><div id="attachment_4609" class="wp-caption alignright" style="width: 495px"><img class="size-full wp-image-4609 " title="Die Yamswurzel - - Hormonhaltige Pflanze: unerforschte und manchmal unerwünschte Wirkungen" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2011/08/jams21.jpg" alt="Die Yamswurzel - Hormonhaltige Pflanze - unerforschte Wirkungen" width="485" height="240" /><p class="wp-caption-text">Die Yamswurzel - Hormonhaltige Pflanze: unerforschte und manchmal unerwünschte Wirkungen</p></div>
<p><em>Elisabeth Rieping (1950 &#8211; 2009) gewidmet</em></p>
<p>Unzählige Internetquellen (besonders Foren und auch Webseiten, die Bücher bewerben, Seiten mit schwer durchschaubaren Angaben im Impressum, die für Progesteron-Produkte werben, einzelne HeilpraktikerInnen etc.) befassen sich mit der Verwendung von Progesteron-Creme und stellen online Anweisungen parat, wie Progesteron-Creme angewandt werden kann, um beispielsweise Beschwerden der „Wechseljahre“ zu bekämpfen. Besonders die in Internetforen durch anonyme VerfasserInnen gegebenen exakten Anweisungen und Beschreibungen von Wirkungen sollten äußerst kritisch gelesen werden, denn Internetforen sind eine geliebte Plattform für Marketingmaßnahmen, in denen „beyond the line“ (außerhalb gesetzlich zulässiger Formen) geworben wird.</p>
<p>Wir Frauen in diesem Projekt Breast Cancer Action Germany stehen im Interesse des Selbstschutzes auf dem Standpunkt: Keine Anwendung solcher Produkte, auch dann nicht, wenn sie pflanzlicher Herkunft sind, ohne ärztliche Beratung und Verordnung. Die einzige Studie, die über den kurzen Zeitraum von einem Jahr die Anwendung von Progesteron-Creme bei Frauen untersucht hat, hatte eine sehr kleine Teilnehmerinnenzahl sowie eine Beobachtungsdauer von lediglich einem Jahr und gibt keinerlei Aufschluss über Risiken der Behandlung (mehr dazu s. unten).</p>
<h3>Progesteron &#8211; auch ohne Rezept?</h3>
<p>Synthetisches Progesteron ist verschreibungspflichtig. In den USA wird aus der Yamswurzel extrahiertes „natürliches“ Progesteron als Nahrungsergänzung und nicht als Medikament eingestuft. In Deutschland ist auch das „natürliche“ Progesteron verschreibungspflichtig, lediglich Yamswurzelprodukte bzw. verschiedene Pflanzenstoffe, die Phytohormone enthalten, sind davon ausgenommen. Yamswurzel-Produkte und Progesteron-Cremes kann man über Versandhändler im Internet auch in Deutschland einfach beschaffen. Inwiefern hier unter Umständen eine bestehende Rezeptpflicht umgangen wird, ist für uns nicht überprüfbar. Abgesehen von der Yams gibt es noch eine Reihe weiterer Pflanzen, die Phytohormone &#8211; und teilweise auch Progesteron &#8211; enthalten.</p>
<h3>„Natürliches“ Progesteron?</h3>
<p>Die Yams (Dioscorea, Yamswurzel, s. Abbildung oben) &#8211; enthält Diosgenin, eine Substanz, die dem Gelbkörperhormon ähnlich ist und auch als sog. „natürliches“ <a title="... zum doku-Wiki Brustkrebs: Artikel Progesteron" href="http://www.bcaction.de/wiki/progesteron/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Progesteron</a> bezeichnet wird. Für die Anwendung in Medikamenten bedarf es allerdings der Bearbeitung im Labor.</p>
<p>Susan Love (amerikanische Ärztin mit Arbeitsfeld Brustkrebs, Behandlung und Forschung, Autorin <a href="http://www.librarything.com/work/50358/reviews/30927725">&gt;&gt;&gt; Das Brustbuch</a>) stellt auf der Webseite ihrer Forschungsstiftung Dr. Susan Love Research Foundation unter <a href="http://www.dslrf.org/mwh/content.asp?L2=1&amp;L3=9&amp;SID=132&amp;CID=539&amp;PID=44&amp;CATID=22">&gt;&gt;&gt; Menopause / Your Questions</a> eine kleine Information zum Einsatz von Progresteroncreme bei Hitzewallungen (&#8220;<em>Empfehlen Sie natürliche Progesteron-Creme zur Behandlung von Hitzewallungen?&#8221; / Do you recommend natural progesterone cream for treating hot flashes?</em>) bereit, über die wir hier informieren.</p>
<p>Nach den Wechseljahren wird Progesteron im Körper der Frau natürlicherweise nicht mehr gebildet. Progesteron wird zur Zeit des Eisprungs im Eierstock der Frau gebildet, bereitet die Gebärmutter auf eine eventuelle Schwangerschaft vor und ist weiterhin als Schwangerschaftshormon zum Schutz des Ungeborenen von großer Bedeutung. Nach der Menopause wird es im Körper der Frau nicht mehr produziert und, da eine Schwangerschaft nicht mehr möglich ist, auch nicht mehr gebraucht.</p>
<p>Susan Love weist u.a. auf unkalkulierbare Inhaltsmengen hin. Bei den angebotenen Produkten in den USA gäbe es keine Garantien für die enthaltenen Progesteron-Mengen, da die Apotheken ihre Cremes ohne Normungen herstellten. Jede habe ihr eigenes Rezept, und Informationen zu Wirkungen und Nebenwirkungen („Effektivität“) fehlten. Generell sei die Menge des Wirkstoffs, die über eine Creme an den Körper abgegeben werde, nicht berechenbar, da das Medikament über die Haut in die Blutbahn aufgenommen wird. Aufgrund der unterschiedlichen Verteilung, der Dicke und Temperatur der Haut etc. variiere die Aufnahmemenge von Individuum zu Individuum daher stark, was präzise Aussagen schwer mache.</p>
<h3><strong>Hilft Progesteron-Creme gegen Hitzewallungen?</strong></h3>
<p>Susan Love stellt die einzige randomisierte, kontrollierte Studie, die zu dieser Fragestellung durchgeführt wurde, vor. In der Studie wurde untersucht, ob Progesteron-Creme gegen Hitzewallungen wirkt und ob die Anwendung Einfluss auf die Knochendichte nimmt. In dieser Studie seien 102 gesunde postmenopausale Frauen nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Gruppen zugeteilt worden. Eine Gruppe wendete täglich eine bestimmte Menge (einen Viertel Teelöffel) Progesteron-Creme an, der auf die Haut verteilt wurde. Die andere Gruppe erhielt eine Placebo-Creme (die Cremegrundlage ohne Progesteron). Zu Beginn der Studie gaben 30 von 43 (69% in der Behandlungsgruppe) und 26 von 47 (55% aus der Plazebogruppe) Frauen an, dass sie unter Hitzewallungen leiden. Nach der Anwendung gaben im Ergebnis 25 von 30 (83%) Frauen aus der Progesteron-Creme-Gruppe und 5 von 26 (19%) aus der Placebogruppe an, dass sie keine Hitzewallungen mehr hatten bzw. dass diese sich verbessert hatten. Bezogen auf die Knochendichte, die hier ebenfalls untersucht worden war, konnten in dieser Studie keine Veränderungen nachgewiesen werden (<a title="Obstetrics and gynecology." href="http://pdfs.journals.lww.com/greenjournal/1999/08000/Transdermal_Progesterone_Cream_for_Vasomotor.13.pdf?token=method|ExpireAbsolute;source|Journals;ttl|1313841844354;payload|mY8D3u1TCCsNvP5E421JYPPlNl9ZUXrQDsjmMHeXqBgfxP56d5BAis+WhfSrPR1S6lcHrAT5WTvTkrI7J">&gt;&gt;&gt; Obstet Gynecol. 1999 Aug;94(2):225-8</a>).</p>
<h3>Kann man also Progesteron-Creme verwenden?</h3>
<p>Susan Love, deren Arbeiten und Aussagen als Wissenschaftlerin, Ärztin und Forscherin über einen Zeitraum von Jahrzehnten nachvollziehbar sind und die ihre Positionierung an den Interessen von Frauen über einen langen Zeitraum erkennen lässt, hält jedenfalls fest, dass auf der Basis dieser einzigen Studie keine Aussagen zur Sicherheit von Progesteron-Creme getroffen werden können. Sie warnt im Zusammenhang mit der Anwendung vor einer möglichen Zunahme des Brustkrebs-Risikos &#8211; auch dann, wenn eine kurzfristige Anwendung möglicherweise keinen großen Unterschied mache. Wer alle möglichen nicht-hormonellen Ansätze bereits ohne Erfolg ausprobiert habe, könne ja einen Versuch starten. Frauen, die das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, auf der Liste ihrer Ängste hätten, rät sie zum Verzicht. <em>[Text: Gudrun Kemper]</em></p>
<h3>Quellenangaben</h3>
<p>Dr. Susan Love Research Foundation: <em><a href="http://www.dslrf.org/mwh/content.asp?L2=1&amp;L3=9&amp;SID=132&amp;CID=539&amp;PID=44&amp;CATID=22">Menopause / Your Questions: Hotflash Treatments - Do you recommend natural progesterone cream for treating hot flashes?</a><br />
</em><br />
Leonetti HB, Longo S, Anasti JN.: <em>Transdermal Progesterone Cream for Vasomotor Symptoms and Postmenopausal Bone Loss</em>. Obstetrics &amp; Gynecology 1999 Aug;94(2):225–28, s. auch Link oben</p>
<p><em>Bildnachweis: Arthur Chapman, <a href="http://www.flickr.com/photos/arthur_chapman/5562936231/">Dioscorea sp. (Yams) – tuber</a>, 11.03.2011, Creative Commons CC BY-NC-SA 2.0</em></p>
<h3>Weiterlesen</h3>
<p>doku-Wiki Brustkrebs: <a href="http://www.bcaction.de/wiki/progesteron/" target="_blank">Progesteron</a></p>
<p><em><br />
</em></p>
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		<title>NEIN zur „Brustkrebsvorbeugung“ mit Aromasin (Exemestan): Die Breast Cancer Action-Position</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Jun 2011 19:28:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDF Auf dem weltgrößten amerikanischen Krebskongress ASCO wurden gerade neue Daten für ein Medikament vorgestellt, das viele Frauen mit Brustkrebs bereits kennen. Es ist der Aromatasehemmer Exemestan (Handelsname Aromasin), der zunächst bei metastasiertem Brustkrebs und seit 2005 teilweise auch in der „adjuvanten“ Therapie von Brustkrebs ohne Metastasen angewendet wird. Krebskongresse weltweit haben sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/nein-zu-brustkrebsvorbeugung-aromasin-exemestan/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p><span style="color: #60748a;"><a href="http://bcaction.org/2011/06/07/bcaction%E2%80%99s-position-on-exemestane-study-presented-at-asco-2011/"><img class="alignleft size-full wp-image-4493" title="Breast Cancer Action Position zu Aromasin - Exemestan in der Prävention" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2011/06/Clipboard0111.jpg" alt="Breast Cancer Action Position zu Aromasin - Exemestan in der Prävention" width="490" height="150" /></a></span></p>
<p>Auf dem weltgrößten amerikanischen Krebskongress ASCO wurden gerade neue Daten für ein Medikament vorgestellt, das viele Frauen mit Brustkrebs bereits kennen. Es ist der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aromatase#Aromatasehemmer">Aromatasehemmer</a> Exemestan (Handelsname Aromasin), der zunächst bei metastasiertem Brustkrebs und seit 2005 teilweise auch in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adjuvante_Therapie">„adjuvant</a>en“ Therapie von Brustkrebs ohne Metastasen angewendet wird. Krebskongresse weltweit haben sich in den vergangenen Jahren zur großen Produktschau entwickelt und werden überwiegend von Pharmamultis finanziert. „Aromatasehemmer Exemestan beugt Brustkrebs vor“[i], so oder ähnlich lauten seitdem die Schlagzeilen in Presseberichterstattungen. Aber nicht überall wird genau hingeschaut, was die neuen Daten tatsächlich bedeuten. Auch beim „Vorgängermedikament“ <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tamoxifen">Tamoxifen</a> wurde phasenweise die „prophylaktische“ Einnahme propagiert, bevor hinreichende Daten vorlagen. Einige Jahre später konnte der wenig erfreuliche Umstand belegt werden: Der zu erwartende Schaden, den Frauen durch eine „prophylaktische“ Einnahme davongetragen hatten, war größer als der Nutzen.</p>
<p>In den USA ist bei Gesundheitsbehörden mittlerweile z.T. ein kritischeres Bewusstsein in Bezug auf medikamentöse Prävention mit Krebsmedikamenten vorhanden. Das Nationale Krebsinstitut der USA (<a href="http://www.cancer.gov/">&gt;&gt;&gt; National Cancer Institute</a>) wird beispielsweise die „P-4 Chemopräventionsstudie STELLAR“ nicht mehr unterstützen (s. <a title="Permanent link to Keine Unterstützung für “Präventionsstudie STELLAR” (Study to Evaluate Letrozole and Raloxifene)" href="http://www.bcaction.de/infoblog/keine-unterstutzung-fur-praventionsstudie-stellar-study-to-evaluate-letrozole-and-raloxifene/">&gt;&gt;&gt; Keine Unterstützung für „Präventionsstudie STELLAR“ (Study to Evaluate Letrozole and Raloxifene)</a>. Breast Cancer Action (San Francisco, BCA) hat am 07.06.2011 ein Positionspapier veröffentlicht, das die Relevanz der Forschungsergebnisse zu Aromasin / Exemestan einordnet. Wir stellen es hier vor.</p>
<h3>Die Breast Cancer Action-Position zur Aromasin-Studie (zur ASCO-Präsentation 2011)</h3>
<p>Am 4. Juni 2011 wurde auf der Konferenz der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie (American Society of Clinical Oncology, ASCO) über die Einnahme des Wirkstoffs Exemestan (Handelsname des Medikaments Aromasin) zur Reduktion des Risikos für invasiven Brustkrebs bei gesunden Frauen nach der Menopause berichtet. Die Autoren schlussfolgern für die dreijährige Nachbeobachtungszeit, dass Exemestan das Risiko für Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen verringert. Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Müdigkeit, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit und Gelenkschmerzen waren bei Frauen, die das Medikament eingenommen hatten, häufiger als in der Kontrollgruppe. Doch soll – so die Eigenbeobachtung der Studienteilnehmerinnen – die „Lebensqualität“ nicht beeinflusst gewesen sein. Die Studie wurde von einer kanadischen Studiengruppe (Canada’s NCIC Clinical Trials Group) durchgeführt und teilweise vom Pharmariesen Pfizer, der das Medikament herstellt, finanziert. [Anm.: Breast Cancer Action sieht die Strategie der Krankheitsvermeidung durch Medikamente generell kritisch (s. dazu <a href="http://bcaction.org/policy-on-pills-for-prevention/">&gt;&gt;&gt; Pills for Prevention</a>, eine deutschsprachige Übersetzung haben wir von diesem Papier bisher leider noch nicht). Breast Cancer Action hat sich in einer eigenen Online-Befragung intensiv mit den Nebenwirkungen, die Frauen durch die Einnahme von Aromatasehemmmern erfahren, befasst, s. Berichterstattung bei uns: <a href="http://www.bcaction.de/infoblog/bca-berichtet-nebenwirkungen-bei-aromatasehemmern/">&gt;&gt;&gt; BCA berichtet: Nebenwirkungen bei Aromatasehemmern</a>.]</p>
<h3>Eine tragfähige Definition von „Hochrisiko“ ist notwendig</h3>
<p>Wenn man sich mit der prophylaktischen Behandlung zur Vermeidung von Brustkrebs bei gesunden Frauen befasst, muss man eine besonders hohe Messlatte anlegen. Dadurch, dass keine strenge Definition von „hohem Risiko“ festgelegt wurde, wird diese Studie zum Türöffner: Abertausende gesunder Frauen, die niemals Brustkrebs bekommen werden, werden allein auf Grund ihres Alters den Nebenwirkungen eines starken Medikaments ausgesetzt.</p>
<ul>
<li>BCA ist bei dieser Studie insbesondere nicht einverstanden mit der Kategorisierung „hohes Risiko“ für alle Frauen, die 60 Jahre alt oder älter sind. Diese Definition als „hohes Risiko“ öffne die Tür zur Empfehlung der Behandlung mit diesem Aromatasehemmer für gesunde Frauen.</li>
<li>BCA ist beunruhigt bezüglich des Mangels an Strenge bei den identifizierten Risikofaktoren, die Frauen nach der Menopause für die Teilnahme an dieser Studie qualifiziert haben.</li>
<li>Bei der Betrachtung des Trends bei der Entwicklung von „Tabletten zur Brustkrebsvorbeugung“ stellt BCA fest, dass es eine Tendenz gibt, ursprünglich für die Therapie zugelassene Medikamente immer breiter und breiter in den Markt zu bringen.</li>
<li>Die meisten dieser Medikamente für die Brustkrebsvorbeugung gehören zu dem Typ, der anfänglich bei der Therapie von fortgeschrittenem Brustkrebs eingesetzt wurde.</li>
<li>Dann wurden Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium [„adjuvant“] behandelt.</li>
<li>Schließlich geht es um „Risikoreduktion“ bei Frauen ohne Krankheitssymptome. Derzeitig ist die offizielle Linie, diese Medikamente bei Frauen mit einem hohen Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, zu vermarkten – diese Wahrscheinlichkeit liegt bei etwas weniger als 2% über einen Zeitraum von fünf Jahren.</li>
<li>BCA ist besorgt über diesen Trend, den Eric Schneider, ein Professor für Medizin und Public Health an der Harvard-Universität, als „schleichende Prävention“ bezeichnet hat.</li>
</ul>
<h3>Überbehandlung vermeiden</h3>
<p>BCA ist beunruhigt, dass gesunde Frauen, von denen die meisten nicht an Brustkrebs erkranken werden, Empfehlungen für eine prophylaktische Behandlung mit einem Aromatasehemmer erhalten, für den schwerwiegende („significant“) Nebenwirkungen nachgewiesen worden seien. Da Brustkrebs bei Frauen relativ selten vorkommt – einschließlich Frauen mit hohem Risiko –, erscheinen Unterschiede bei der Inzidenz, die mit „relativem Risiko“ dargestellt werden, tendenziell sehr viel größer als Unterschiede im absoluten Risiko. Zur Studie wird berichtet, dass „bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von drei Jahren in der Gruppe, die mit Exemestan behandelt wurde, eine 65%ige Reduktion der Erkrankung bei invasivem Mammakarzinom“ gezeigt wurde. Was nicht deutlich gesagt wird sei, dass in einer Gruppe von 4.560 Frauen 21 Frauen einen mögliche Nutzen haben. Anders ausgedrückt: Um einen Fall von Brustkrebs zu verhindern, müssten 94 Frauen drei Jahre lang behandelt werden. Obwohl jede Brustkrebsdiagnose eine zu viel sei, müsse man bei der Erforschung einer systematischen Behandlung zur Verringerung des Brustkrebsrisikos die absoluten Zahlen betrachten, um die Zusammenhänge richtig zu verstehen.</p>
<p>Betrachtet man diese Studie, sieht man die folgenden Zahlen:</p>
<ul>
<li>4.560 Frauen wurden beobachtet.</li>
<li>Von diesen Frauen wären 4.517 ohnehin nicht an Brustkrebs erkrankt, unabhängig davon, ob sie behandelt wurden oder nicht.</li>
<li>11 Frauen in der Exemestan-Gruppe erkrankten während des Beobachtungszeitraums an Brustkrebs.</li>
<li>32 Frauen in der Placebo-Gruppe erkrankten während des Beobachtungszeitraums an Brustkrebs.</li>
<li>21 Frauen in der Exemestan-Gruppe hatten im Beobachtungszeitraum einen möglichen Nutzen, da sie nicht an Brustkrebs erkrankten.</li>
<li>Das bedeutet, es wurden mehr als 4.500 Frauen unnötigerweise behandelt (da sie entweder trotz Behandlung erkrankten oder auch ohne Behandlung nicht erkrankt wären).</li>
</ul>
<h3>Längere Nachbeobachtungszeiten sind notwendig</h3>
<p>Wie bereits andere Studien zur Brustkrebs„prävention“ konnte auch diese Studie die Evidenz in einem hinreichend langen Zeitraum nicht erbringen, um Risiken und Vorteile dieses „präventiven“ Gebrauchs von Exemestan adäquat zu beurteilen. Die meisten Brustkrebserkrankungen entwickeln sich innerhalb eines Zeitabschnitts von 10 Jahren und mehr. Selbst in der Gruppe der Frauen mit „hohem Risiko“ [zur Definition s. oben] gab es im Untersuchungszeitraum insgesamt nur 43 Brustkrebserkrankungen in einer Gesamtgruppe von 4.560 Frauen. Betrachtet man das Lebenszeitrisiko für Brustkrebs, sind drei Jahre ein zu kurzer Zeitrahmen, um daraus Informationen über eine anhaltende Schutzwirkung abzuleiten. Kann das Medikament tatsächlich Krebs verhindern oder seine Entwicklung verzögern?</p>
<p>Selbst wenn möglicherweise im Zusammenhang mit Brustkrebs ein kurzfristiger Nutzen festgestellt werden könnte, wäre für gesunde Frauen ein klinischer Nutzen gefährdet, da das Ausmaß schädigender langfristiger Nebenwirkungen ebenso unbekannt ist wie der langfristige Nutzen für die Überlebenszeit. Gebraucht wird eine zusätzliche Studie, um seltene unerwünschte Nebenwirkungen und Langzeitsicherheit oder mögliche Risiken, die sich erst nach Beendigung der Behandlung weiterentwickeln, zu beurteilen.</p>
<p>Drei Jahre sind keine ausreichende Nachbeobachtungszeit, um Risiken und Vorteile der prophylaktischen Einnahme von Exemestan adäquat beurteilen zu können. Um informierte Entscheidungen über medizinische Behandlungen treffen zu können, brauche es harte Daten, um Nutzen und Risiken gegeneinander abwägen zu können.</p>
<h3>Das Risiko der Nebenwirkungen verstehen</h3>
<p>Die prophylaktische Einnahme von <a href="http://bcaction.org/our-take-on-breast-cancer/treatment/aromatase-inhibitors/what-are-aromatase-inhibitors/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Aromatasehemmer</a>n ruft Bedenken hervor, weil sie ernste Nebenwirkungen haben, von denen viele im Rahmen des kurzen Beobachtungszeitraums der Studie noch nicht vollständig verstanden worden sein dürften. Zu den berichteten Nebenwirkungen gehören ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche, Gelenk- und Muskelschmerzen, erhöhte Cholesterinwerte und kognitive Probleme. Obwohl lt. Studie berichtet wird, dass diese ernsten Nebenwirkungen in der Exemestan-Gruppe und in der Kontrollgruppe gleich gewesen seien, steht BCA wegen der Schwere der Nebenwirkungen anderer Aromatasehemmer auf dem Standpunkt, dass mehr Forschung erforderlich ist.</p>
<h3>Breast Cancer Action ist gegen Medikamente zur „Prävention“</h3>
<p>Breast Cancer Action unterstützt trotz eines klaren Verständnisses der hohen Anzahl von Frauen, die ein Brustkrebsrisiko haben, nicht den Gebrauch von Medikamenten zur Behandlung von Risiken. BCA engagiert sich für die Beendigung der gegenwärtigen Brustkrebsepidemie. Zusätzlich zu besseren Behandlungsmöglichkeiten und Chancengleichheit für alle bei der Behandlung von Brustkrebs müssten vielmehr die Grundursachen &#8211; einschließlich umweltbedingter Auslöser &#8211; für die Krankheit, von der so viele betroffen sind, identifiziert und beseitigt werden.</p>
<p>Es gibt eine wachsende Anzahl von Hinweisen über Zusammenhänge zwischen Umweltbelastungen und Brustkrebs. Doch die Mehrheit der Mittel in den USA, die für Brustkrebs„vorsorge“ eingesetzt würden, gingen in die Entwicklung von Medikamenten zur Reduktion des Brustkrebsrisikos, was mehr einer Verringerung des Risikos als einer wirklichen Vermeidung entspräche. Das sei ein guter Verkaufsschlager für jedes Unternehmen, nach BCAs Meinung aber der falsche Weg. Die Ressourcen seien für Maßnahmen der Primärprävention, einschließlich der Suche nach krebsauslösenden Ursachen in der Umwelt, besser angelegt.</p>
<p>Abschließend betont Breast Cancer Action, dass durch die derzeitigen Bemühungen, neue Medikamente zur Reduzierung von Brustkrebs-Neuerkrankungen für gesunde Frauen auf den Markt zu bringen, erhebliche Probleme entstünden. Der Fokus auf „Medikamenten für die Vorbeugung vor Krankheiten“ lenke Ressourcen um, anstatt umweltbedingte Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs zu finden und zu beseitigen oder effektive Therapien zur Behandlung von Brustkrebs zu entwickeln. <strong>Breast Cancer Action unterstützt den auf Medikamenten basierenden Ansatz zur Brustkrebsvorbeugung nicht. </strong> <em><br />
[Textbearb. dt. Version: Gudrun Kemper, Beate Schmidt, mit Dank an Breast Cancer Action]</em></p>
<h3>Weiterlesen</h3>
<p>Breast Cancer Action: <a href="http://bcaction.org/2011/06/07/bcaction%E2%80%99s-position-on-exemestane-study-presented-at-asco-2011/?printerfriendly">BCAction’s position on Aromasin study presented at ASCO 2011</a></p>
<p>Barbara Brenner: <a href="http://barbarabrenner.net/?p=136">Understanding Health Numbers: Not Easy, but Important</a> (Blogeintrag v. 13.06.2011</p>
<h3>Originalveröffentlichung</h3>
<p>Exemestane for Breast-Cancer Prevention in Postmenopausal Women, Goss PE u.a., <a title="The New England journal of medicine." href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21639806">N Engl J Med.</a> 2011 Jun 4, der Artikel ist frei zugänglich: <a href="http://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa1103507">Download pdf</a></p>
<p>&#8212;</p>
<p>[i] z.B. Nachrichten, Deutsches Ärzteblatt, <a href="http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46140/Aromatasehemmer_Exemestan_beugt_Brustkrebs_vor.htm" target="_blank">Aromatasehemmer Exemestan beugt Brustkrebs vor</a>, 06.06.2011, mit interessanten weiteren Informationen</p>
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		<title>Darf die Pharmaindustrie direkt an die VerbraucherInnen ran?</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Mar 2010 19:52:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFWir sagen Nein! Seitdem es unser Projekt gibt, haben wir uns für den &#62;&#62;&#62; Schutz des Heilmittelwerbegesetzes eingesetzt. Wir wollen keine Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente bei &#8220;EndverbraucherInnen&#8221;. Diese Medikamente sind keine Produkte wie andere auch. Sie sind nicht ohne Grund weltweit stark reguliert. Sie können schwere gesundheitliche Schäden auslösen, wenn sie falsch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/dtca-no/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><div id="attachment_3287" class="wp-caption alignleft" style="width: 203px"><a href="http://www.bcaction.de/pdf/infoblog/2010_DTCA-NEIN.pdf"><img class="size-medium wp-image-3287 " title="Für besseren VerbraucherInnenschutz in Europa: Gegen die Bewerbung verschreibungspflichtiger Medikamente bei PatientInnen" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2010/03/Clipboard01-214x300.jpg" alt="Für besseren VerbraucherInnenschutz in Europa: Gegen die Bewerbung verschreibungspflichtiger Medikamente bei PatientInnen" width="193" height="270" /></a><p class="wp-caption-text">Für besseren VerbraucherInnenschutz in Europa: Gegen die Bewerbung verschreibungspflichtiger Medikamente bei PatientInnen</p></div>
<p><span style="color: #60748a;"><strong>Wir sagen Nein!</strong> Seitdem es unser Projekt gibt, haben wir uns für den<span style="text-decoration: underline;"> <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/category/medikamente/heilmittelwerbegesetz-schuetzen/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Schutz des Heilmittelwerbegesetzes</a></span> eingesetzt. Wir wollen keine Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente bei &#8220;EndverbraucherInnen&#8221;. Diese Medikamente sind keine Produkte wie andere auch. Sie sind nicht ohne Grund weltweit stark reguliert. Sie können schwere gesundheitliche Schäden auslösen, wenn sie falsch eingesetzt werden.</span></p>
<p>Gerade Patientinnen mit Brustkrebs waren in den vergangenen Jahren einem verstärkten Verschreibungsdruck ausgesetzt, z.B. bei &#8220;Epo&#8221;, Antidepressiva, bei speziellen schädigenden Hormonersatztherapien, die besonders bei Frauen mit Brustkrebs beworben wurden, etc. Hier ist Patientinnen Schaden entstanden, und hier sind gesponserte Patientinnenorganisationen benutzt worden. Auch bei anderen sehr hochpreisigen Therapien ist in den letzten Jahren ein erkennbarer, unzulässiger Druck entstanden. Dieser Druck auf die Verschreibungspraxis über PatientInnen ist gesundheitsgefährdend bis lebensgefährlich. Die Erfahrungen in den Vereinigten Staaten, dem einzigen Land neben Neuseeland, in dem diese Form der Werbung zugelassen ist, stimmen mehr als bedenklich.</p>
<p>Die Verordnung verschreibungspflichtiger Medikamente in Deutschland und Europa muss ÄrztInnen überlassen bleiben, die die Verordnung unabhängig von Herstellerinteressen im alleinigen Interesse der Gesundheit ihrer PatientInnen vornehmen. Breiten Raum in unserer Arbeit nimmt die solidarische Gesundheitsversorgung ein, auf die wir alle gleichermaßen angewiesen sind. Das nach betriebswirtschaftlichen Kriterien gestaltete in den Markt Drücken von hochpreisigen Krebsmedikamenten, deren Nutzen oft nicht in ausreichendem Maße belegt ist, gefährdet den solidarisch gestalteten Zugang zur Medizin für uns alle.</p>
<p>Wir unterstützen deswegen mit Nachdruck das Verbot der Werbung für verschreibungsplfichtige Medikamente und unterstützen im Netzwerk &#8211; gemeinsam mit <a href="http://www.bukopharma.de" target="_blank">&gt;&gt;&gt; bukopharma.de</a> und 29 anderen Organisationen &#8211; dieses Anliegen quer durch Europa:</p>
<p>Der neu gewählte EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz John Dalli sicherte im vergangenen Monat zu, den Gesetzesvorschlag zu PatientInneninformation noch einmal kritisch zu hinterfragen. 29 europäische und nationale Organisationen &#8211; darunter Breast Cancer Action Germany &#8211; fordern den Kommissar auf, den Gesetzentwurf komplett umzuschreiben, damit er den Interessen der VerbraucherInnen an guter Gesundheitsinformation gerecht wird. Mitunterzeichner sind auch <a href="http://www.haiweb.org/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Health Action International</a> (HAI), bei dem die Pharma-Kampagne Mitglied ist, und <a href="http://www.isdbweb.org/pag/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; International Society of Drug Bulletins</a> (ISDB), deren Präsidenten die Pharma-Kampagne derzeit stellt.</p>
<p>Der Gesetzesvorschlag war im Dezember 2008 unter der Führung des Generaldirektorates Unternehmen und Industrie in den parlamentarischen Prozess gebracht worden und würde es der Pharmaindustrie erlauben, direkt mit VerbraucherInnen über Gesundheit, Krankheit und rezeptpflichtige Arzneimittel zu kommunizieren. Basis des Gesetzesvorschlags war ein im Juni 2007 veröffentlichter Bericht, der eine &#8220;Bestandsaufnahme&#8221; der Quellen für PatientInneninformation zu Gesundheit beinhalten sollte. Jedoch war der Bericht so einseitig, dass Zweifel an der aufrichtigen Bereitschaft der EU-Kommission, die kritischen Punkte zu diskutieren, angebracht erscheinen.</p>
<p>In öffentlichen Konsultationen äußerte sich dementsprechend eine große Anzahl von EinwenderInnen kritisch, wobei besonders hervorgehoben wurde, dass die Pharmaindustrie wegen ihrer kommerziellen Interessen nicht als eine verlässliche Quelle von unabhängiger Information angesehen werden kann. <strong>Auch der EU-Ministerrat (Versammlung aller EU-GesundheitsministerInnen) lehnte im Juni 2009 die Vorschläge der Kommission ab.</strong></p>
<p>Sollten sich die Mitglieder des Europäischen Parlamentes mit einem solchen Gesetzesvorschlag beschäftigen? Nein, denn <strong>der vorliegende Text befriedigt nicht die Bedürfnisse der europäischen BürgerInnen nach unabhängiger, vergleichender und ausgewogener Gesundheitsinformation.</strong></p>
<p>Hier sind fünf konkrete Vorschläge, wie Gesundheitsinformationen im Sinne der VerbraucherInnen verbessert werden können:</p>
<ul>
<li> Verbesserung des Beipackzettels (z.B. auf Leserlichkeit und Verständlichkeit).</li>
</ul>
<ul>
<li>Verbesserung der Arzt-PatientInnen-Kommunikation. Die Information der PatientInnen und das Eingehen auf die Bedürfnisse des Einzelnen bedarf eines vertrauensvollen Dialoges. Dies ist die Kernaufgabe von Angehörigen des Gesundheitsdienstes.</li>
<li>Stärkung der nationalen Behörden, damit sie aktiver und transparenter Gesundheitsinformationen zur Verfügung stellen. Dies beinhaltet auch den öffentlichen Zugang zu Daten über Wirksamkeit und Nutzen von Arzneimitteln und anderen Gesundheitsprodukten, und zwar vor und nach der Zulassung der Produkte für den Arzneimittelmarkt.</li>
</ul>
<ul>
<li> Entwicklung, Vernetzung und Stärkung bereits existierender Quellen unabhängiger Gesundheitsinformationen.</li>
<li>Stärkere Kontrolle von Verstößen gegen das Heilmittelwerbegesetz sowie eine schärfere Ahndung von Verstößen.</li>
</ul>
<p>Die Pressemitteilung in englischer Sprache wird von 29 Organisationen getragen &#8211; darunter 14 aus Deutschland. <strong>Wir sind dabei.</strong> <a href="http://www.bcaction.de/pdf/infoblog/2010_DTCA-NEIN.pdf" target="_blank">&gt;&gt;&gt; (pdf) Hier geht es zum vollständigen englischen Text </a></p>
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		<title>Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente bei VerbraucherInnen &#8211; Arzneimittelwerbung &#8220;DTCA&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jul 2009 09:01:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<category><![CDATA[heilmittelwerbegesetz schützen]]></category>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFDie Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente bei EndverbraucherInnen ist weltweit &#8211; abgesehen von USA und Neuseeland &#8211; verboten, aus gutem Grund. Verschreibungspflichtige Medikamente können mehr noch als nicht verschreibungspflichtige Medikamente Schäden verursachen, Sucht auslösen etc. Sie sind auch aus vielen anderen Gründen nicht vergleichbar mit anderen Produkten, für die geworben werden darf. Wer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/arzneimittelwerbung-dtca/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p>Die Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente bei EndverbraucherInnen ist weltweit &#8211; abgesehen von USA und Neuseeland &#8211; verboten, aus gutem Grund.</p>
<p>Verschreibungspflichtige Medikamente können mehr noch als nicht verschreibungspflichtige Medikamente Schäden verursachen, Sucht auslösen etc. Sie sind auch aus vielen anderen Gründen nicht vergleichbar mit anderen Produkten, für die geworben werden darf.</p>
<p>Wer die Diskussionen um Patientenorganisationen insbesondere auch im Zusammenhang mit dem Thema Werbung verfolgt hat, weiß vielleicht, dass sie in den vergangenen Jahren öfter als vermutet &#8220;Produktwerbung&#8221; auf anderen Wegen betrieben haben. Wer amerikanische Zeitschriften kennt, weiß, dass dort verschreibungspflichtige Medikamente beworben werden, in der amerikanischen Brustkrebs-Zeitschrift <em>MAMM</em> findet sich beispielsweise solche Arzneimittelwerbung für alle teuren neuen Medikamente massenhaft.</p>
<p>Ähnliche Zeitschriften sind auch bei uns auf dem Markt,  wie z.B. die deutsche <em>Mamma Mia</em>. Sie müssen sich über Werbung finanzieren. Damit &#8220;informiert&#8221; die Industrie ihre Endverbraucherinnen, in den USA allerdings mit der Auflage, dass z.B. Nebenwirkungen genannt werden müssen. Nach der doppelseitigen Hochglanzwerbung für ein neues Medikament kommt dann in der Regel die Doppelseite mit Nebenwirkungen und Risiken, waschzettelähnlich im Kleingedruckten. Manche finden das toll, unabhängige PharmakologInnen, ÄrztInnen etc. finden es falsch. Ziel der Werbung ist letztlich, dass die VerbraucherIn, also die PatientIn, zum Arzt geht und sagt: &#8220;Hallo Doc, das will ich haben!&#8221;</p>
<p>Auf EU-Ebene hat sich der Vizepräsident der Europäischen Kommission und Kommissar für Unternehmen und Industrie, Günther Verheugen, für die Interessen der Pharmakonzerne eingesetzt, um diese Arzneimittelwerbung auch in Europa zu erlauben.</p>
<p>Nachfolgend einige Infos zum aktuellen Stand, zusammengstellt von BUKO-Pharma:</p>
<p>&#8212;</p>
<h2>1. Deutscher Bundestag</h2>
<p>Am Donnerstag, dem 2. Juli, hat der Deutsche Bundestag in seiner 230. Sitzung die Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Gesundheit verhandelt. Hierbei ging es um die Errichtung einer Europäischen Arzneimittel-Agentur in Bezug auf die Information der breiten Öffentlichkeit über verschreibungspflichtige Humanarzneimittel sowie um die Information der breiten Öffentlichkeit über verschreibungspflichtige Arzneimittel.</p>
<h2><strong>Vorgeschlagene Lösung:</strong></h2>
<p>Kenntnisnahme und Annahme eines Entschließungsantrags, in dem die Bundesregierung aufgefordert wird, im Rahmen der weiteren Verhandlungen über die beiden Vorschläge auf europäischer Ebene die in der Entschließung formulierten Positionen zu vertreten. Die Europäische Kommission soll insbesondere aufgefordert werden, die Erforderlichkeit der vorgeschlagenen Regelungen zu belegen sowie nachzuweisen, dass dadurch keine unnötige neue Bürokratie geschaffen wird. Die Bundesregierung soll ferner einer Aufweichung des Publikumswerbeverbots für verschreibungspflichtige Humanarzneimittel und eventuellen Risiken für die Nachhaltigkeit der sozialen Sicherungssysteme entgegentreten.</p>
<p>Die Beschlussempfehlung ist mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei Gegenstimmen der Fraktion der FDP und bei Stimmenthaltung der Fraktion DIE LINKE angenommen.</p>
<p>Damit ist die Bundesregierung verpflichtet, sich für die oben genannten Forderungen einzusetzen. Ein schöner Erfolg!</p>
<h2>2. Konsultation der englischen Zulassungsbehörde MHRA</h2>
<p>Die englische Zulassungsbehörde MHRA = Medicines and Healthcare products Regulatory Agency hat zum EU-Gesetzesvorschlag eine öffentliche Konsultation ausgeschrieben: Public consultation (MLX 358): The European Commission proposals on information to patients for prescription medicines. &#8211; Antworten sind möglich bis zum 14. August (<a href="http://www.mhra.gov.uk/Publications/Consultations/Medicinesconsultations/MLXs/CON046657">http://www.mhra.gov.uk/Publications/Consultations/Medicinesconsultations/MLXs/CON046657</a>).</p>
<p>Wir [Bukopharma, unterstützt damals unter anderem von Breast Cancer Action Germany, AKF und Netzwerk Frauengesundheit Berlin] haben unsere gemeinsame Stellungnahme: PatientInnen nicht im Regen stehen lassen &#8211; für eine industrieunabhängige Patienteninformation (die ja mittlerweile auch in englischer Form vorliegt &#8211; siehe Anhang) als Antwort auf die Konsultation geschickt.</p>
<h2>3. Neues Projekt: Jugendhomepage &#8211; Pillenchecker.de</h2>
<p>Um Jugendliche (Zielgruppe 12 &#8211; 18 Jahre) auf die Problematik von Arzneimittelwerbung aufmerksam zu machen, werden wir eine neue Webseite mit dem Namen Pillenchecker aufbauen, die dieses Jahr noch online gehen soll. Dabei wollen wir den Fokus nicht nur auf problematische Werbung in Deutschland richten, sondern auch auf die weltweite Problematik aufmerksam machen. Speziell wird hierzu auch Arzneimittelwerbung aus Afrika beleuchtet.</p>
<p>Ein Schülerwettbewerb zum Thema wird am Ende des Jahres starten. Jugendliche sollen sich hier kritisch mit den Fallstricken von AM-Werbung auseinandersetzen.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>Ende der Info von Bukopharma, Abdruck mit freundlicher Genehmigung</p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Kontakt zu BUKO:</span><br />
Hedwig Diekwisch<br />
BUKO Pharma-Kampagne<br />
August-Bebel-Str. 62<br />
33602 Bielefeld<br />
<a href="www.bukopharma.de">www.bukopharma.de</a></p>
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