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	<title>infoblog! &#187; antihormontherapien</title>
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	<description>relevante berichte zum thema brustkrebs</description>
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		<title>SABCS II &#8211; &#8220;Oncofertilität&#8221; &#8211; Junge Frauen und Brustkrebs &#8211; Ältere Frauen und Brustkrebs</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 18:29:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFAuch 2011 ist Breast Cancer Action (BCA) in San Antonio dabei, um direkt vor Ort Eindrücke vom weltweit wichtigsten Brustkrebskongress einzusammeln. Als Organisation, die sich nicht von der Pharmaindustrie sponsern lässt, versucht &#8220;unsere große Schwester&#8221; wie in jedem Jahr, Schlüsseldaten ausfindig  und Frauen zugänglich zu machen. Hauptaufgabe sei es dabei, Fragen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/sabcs-ii-oncofertilitat-junge-frauen-aeltere-frauen-und-brustkrebs/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p>Auch 2011 ist Breast Cancer Action (BCA) in San Antonio dabei, um direkt vor Ort Eindrücke vom weltweit wichtigsten Brustkrebskongress einzusammeln. Als Organisation, die sich nicht von der Pharmaindustrie sponsern lässt, versucht &#8220;unsere große Schwester&#8221; wie in jedem Jahr, Schlüsseldaten ausfindig  und Frauen zugänglich zu machen. Hauptaufgabe sei es dabei, Fragen, die Patientinnen haben, aufzuwerfen und Ressourcen zu entwickeln, die es Frauen ermöglichen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, schreibt Karuna Jaggar von Breast Cancer Action, an deren Bericht vom 1. Tag in San Antonio wir uns hier anlehnen.</p>
<p><a href="http://bcaction.org/2011/12/07/san-antonio-breast-cancer-symposium-2011-day-1/" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-4853" title="Breast Cancer Action " src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2011/12/Zwischenablage011.jpg" alt="zur Originalberichterstattung bei Breast Cancer Action" width="490" height="191" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Karuna Jaggar und Caitlin Carmody berichten u.a. aus dem Block &#8220;Challenges in the Care of Special Populations with Breast Cancer&#8221; (Herausforderungen bei der Versorgung besonderer Gruppen mit Brustkrebs) mit den Ärztinnen <a title="zur Webseite von Teresa Woodruff" href="http://www.woodrufflab.org/about-dr-teresa-woodruff" target="_blank">Teresa K. Woodruff</a>, PhD an der Northwestern University in Chicago, <a title="zu einem Video mit Ann Partridge - in engl. Sprache" href="http://www.dana-farber.org/Health-Library/Ann-Partridge,-MD,-MPH.aspx" target="_blank">Ann H. Partridge</a>, MPH vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston, und <a title="zur Webseite von Arti Hurria bei City of Hope" href="http://www.cityofhope.org/directory/people/hurria-arti/Pages/default.aspx" target="_blank">Arti Hurria</a>, MD aus Duarte in Kalifornien, die an einer Krebsklinik mit dem Namen &#8220;City of Hope&#8221; (Stadt der Hoffnung) arbeitet.</p>
<h3>&#8220;Onkofertilität&#8221; &#8211; Fruchtbarkeit nach Brustkrebs</h3>
<p>Oncofertilität – so heißt ein neues Schlagwort, bei dem es sich um Schwangerschaft und Krebserkrankung dreht. Krebs und Fertilität (Fruchtbarkeit) sind miteinander verknüpft, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem besonders schnellen Wachstum von Zellen. Das Thema ist insbesondere für junge Frauen mit Krebs bedeutsam: Viele Krebstherapien haben negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit von Krebspatientinnen.</p>
<p>Nach den von Teresa Woodruf vorgestellten Daten sind 10% der Krebspatienten unter 45, also in ihren &#8220;fruchtbaren Jahren&#8221;, und 11% der Brustkrebspatientinnen sind unter 40, was bei einigen zu Schwierigkeiten bei der ersten geplanten Schwangerschaft führe. 57% der sehr jungen Frauen mit Krebs machten sich Sorgen über ihre eigenen Möglichkeiten, Kinder zu bekommen. Unfruchtbarkeit durch eine früh im Leben durchgemachte Krebstherapie sei mit einer Verdoppelung der Rate an Depression und einem Anstieg von Angst im Zusammenhang mit der Partnersuche verknüpft. Dieses betreffe Frauen und Männer gleichermaßen.</p>
<h3>&#8220;Optionen&#8221; für Frauen</h3>
<ul>
<li>Eizellgewinnung &#8211; durch hormonelle Stimulation (sehr heikel bei hormonabhängigen Krebserkrankungen) und Befruchtung von einem Spender</li>
<li>Eizellbanken – mit einer 5%igen Wahrscheinlichkeit, dass aus einem einmal eingefrorenen Ei tatsächlich ein Kind werden kann</li>
<li>Adoption</li>
<li>Leihmutterschaft (in den USA, mit all den sehr problematischen Folgen, in Deutschland ist Leihmutterschaft nicht erlaubt)</li>
<li>Natürliche Schwangerschaft, manche Frauen, die eine Krebstherapie durchlaufen haben, werden zum gewünschten Zeitpunkt oder einfach so auf natürlichem Wege schwanger.  Auch dabei gibt es kritische Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt.</li>
<li>Cryokonservierung der Eierstöcke nach chirurgischer Entfernung und Bewahrung der “schalfenden” Follikel, in der Hoffnung, dass es in der Zukunft gelingt, diese einmal “in vitro” – also im Reagenzglas zu reifen Eizellen heranzuzüchten. Weltweit sei es bisher 14 mal gelungen, die auf diesem Wege bewahrten Eierstöcke zurück zu implantieren und eine Schwangerschaft zu erreichen. Es gibt Bedenken, mit dem zurück übertragenen Gewebe auch Krebszellen zu übertragen werden [Stichwort: Eierstockmetastasen, sie kommen bei Brustkrebs nun mal vor].</li>
</ul>
<p>Fest steht, dass es sich um ein relevantes Frauengesundheitsthema für junge Frauen, die von Brustkrebs betroffen sind, handelt. Erste Leitlinien in den USA sind entwickelt worden, und es gibt beispielsweise an der Northwestern University, von der die Referentin Teresa Woodruff kommt, ein Konsortium, das sich auf das Thema spezialisiert und eine entpsrechende Webseite für Frauen unter <a href="http://www.myoncofertility.org" target="_blank">www.myoncofertility.org</a> betreibt.</p>
<h3>Ein Kind um jeden Preis?</h3>
<p>Die Sorge, die bei der sehr nah an Möglichkeiten in Tierversuchen und der medizinischen Machbarkeit geführten Diskussion bleibt &#8211; und die bei der Breast Cancer Action-Berichterstattung auch anklingt –, sind weitere gesundheitliche Schäden, die junge Frauen mit Krebs davontragen könnten, und all die komplizierten Fragen, die mit Mutterschaft und einer potentiell tödlich verlaufenden Krankheiten generell zusammenhängen. In Deutschland gibt es ähnliche Projekte, die, wie in der Reproduktionsmedizin üblich, jedoch industrienah aufgestellt und industriell finanziert sind.</p>
<h3>Therapie junger Frauen mit Brustkrebs</h3>
<p>Für sprachliche Verwirrung sorgte die junge Referentin offensichtlich gleich mit einem Faux pas, als sie ihren Beitrag mit dem Hinweis eröffnete, dass es Unterschiede im „Host“ &#8211; wir kennen dieses Wort aus der Computersprache, im Deutschen würde man im medizinischen Zusammenhang vielleicht auch von „Wirt“ sprechen – bei den Krebserkrankungen junger Frauen gäbe. Es stellte sich demnach die Frage, ob mit den „Hosts“ Frauen gemeint seien, immerhin würde im Zusammenhang mit Schwangerschaft bei Frauen der Begriff „Host“ nicht verwendet, was als besondere sprachliche Diskriminierung gegenüber der an Krebs erkrankten Frauen aufgefasst werden könnte.</p>
<p>Weithin bekannt sei, dass jüngere Frauen generell an fortgeschritteneren, aggressiveren Tumoren mit höherem Grading erkrankten. So wurde wieder einmal die Frage nach dem „prognostischen Faktor“ aufgeworfen: Ist Brustkrebs in jungen Jahren ein prognostischer Faktor? Solche „prognostischen Faktoren“, die heute anerkannt werden, sind z.B. Ausdehnung des Tumors oder Grading. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt müsse die Antwort auf die Frage allerdings noch zukünftigen Forschungsarbeiten vorbehalten bleiben.</p>
<h3>Einige Daten zu jüngeren Frauen und Brustkrebs</h3>
<ul>
<li>Nach diesem Vortrag erkrankten in den USA jedes Jahr mehr als 12.000 Frauen unter 40 an Brustkrebs.</li>
<li>Hinzu kämen in den USA rd. 2.000 Frauen mit DCIS und jeweils sehr viel mehr weltweit.</li>
<li>Die HERA-Studie konnte bei den Frauen, die das Medikament Herceptin erhalten haben, keinen Unterschied hinsichtlich prognostischer oder vorhersagender (prediktiver) Faktoren im Zusammenhang mit dem Alter nachweisen.</li>
<li>Tamoxifen wirkt in den unterschiedlichen Altersgruppen gleich gut – und es gibt einige Hinweise („Evidenz“), dass das Medikament ebenso effektiv wie eine Chemotherapie wirkt bzw. bei fortgeschrittener Erkrankung vorteilhaft ist.</li>
<li>Junge Frauen müssen länger mit den Nebenwirkungen klar kommen als ältere Frauen. Hervorgehoben wurden insbesondere die Auswirkungen der vorverlegten Menopause, zu deren Effekten zu zählen sind:</li>
<ul>
<li>Unfruchtbarkeit</li>
<li>Osteoporose</li>
<li>Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit</li>
<li>kardiovaskuläre Effekte</li>
<li>Gewichtszunahme.</li>
</ul>
</ul>
<p>Jüngere Frauen litten außerdem häufiger unter psychosozialen Notlagen.</p>
<h3>Therapie von Brustkrebs bei älteren Frauen</h3>
<p>Hierzu gab es einen Beitrag von Dr. Arti Hurria (Geriatrie- wie auch Brustkrebsspezialistin). Sie verwies einmal mehr darauf, dass zunehmendes Lebensalter einer der Hauptrisikofaktoren für Brustkrebs sei und dass nicht nur das Vorkommen, sondern auch die Sterblichkeit (Inzidenz und Mortalität) mit dem Alter anstiegen. Für den Zeitraum der kommenden 30 Jahre erwartet Hurria eine Verdoppelung der Erkrankungszahlen in der Generation 65+:  Die „Babyboomer“-Generation sei im Altern begriffen. Größere Fortschritte habe man bei der Senkung der Brustkrebssterblichkeit bei jüngeren Frauen im Alter zwischen 29 und 40 Jahren gemacht. [Wir haben dazu keine Daten.] Unabhängig vom Krankheitsstadium würden ältere Frauen weniger Behandlungsmöglichkeiten bei Chirurgie, Chemotherapie und Hormontherapie angeboten. Dies habe damit zu tun, dass es für ältere Patientinnen auch weniger Daten gäbe, auf die Behandlungsentscheidungen gegründet werden könnten („keine Evidenz“).</p>
<p><strong>&#8230; Entfernung der Lymphknoten</strong></p>
<p>Etwas Evidenz („some evidence“) gibt es jetzt, dass bei der chirurgischen Therapie der älteren Patientin auf die Entfernung der Achsellymphknoten verzichtet werden könne.</p>
<p><strong>&#8230; Strahlentherapie</strong></p>
<p>Auch erhöhe die Strahlentherapie nicht das Gesamtüberleben bzw. es sei hier kein Einfluss auf eine mögliche Metastasierung erkennbar. Allerdings lasse eine Studie mit einer Nachbeobachtungszeit von 12 Jahren eine leicht erhöhte Rate von Lokalrezidiven erkennen, wenn keine Strahlentherapie durchgeführt werde.</p>
<p><strong>&#8230; Antihormonelle Therapie</strong></p>
<p>Nebenwirkungen der antihormonellen Therapien, besonders durch Aromatasehemmer, wie Knochenschmerzen und ein Anstieg der Rate von Knochenbrüchen seien problematisch.</p>
<p><strong>&#8230; Chemotherapie</strong></p>
<p>Im Zusammenhang mit der Chemotherapie ginge es auch bei älteren Patientinnen um das Abwägen von Risiken und Vorteilen, wobei die Überlebensverlängerung hier die Schlüsselfrage bilde. Die Lebenserwartung einer 80-Jährigen variiere von 13 Jahren für das obere Viertel bis zu 4,6 Jahren für das untere Viertel und einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 8,6 Jahren für die mittleren 50%. 20% der älteren Patientinnen müssten sich wegen durch die Chemotherapie hervorgerufener Toxizitäten stationär behandeln lassen, was die Notwendigkeit erkennen lasse, dass man hier Identifizierungskriterien für diese besonders gefährdeten Patientinnen benötige.</p>
<p><strong>&#8230; &#8220;Gemeinsame Entscheidungsfindung&#8221;</strong><br />
Zusammengefasst sei die Datenlage bisher unzureichend, und Hurria plädierte für gemeinsame Entscheidungsfindung und verstärkte Beteiligung von älteren Patientinnen in klinischen Studien, damit mehr Daten verfügbar sind. [Mit anderen Worten: Wer heroisch ist und sich den tendenziell überwiegend recht eskalierenden heutigen Chemoregimen im hohen Alter unterwerfen mag, ist in der Forschung gefragt.]</p>
<h3>Originaltext bei Breast Cancer Action</h3>
<p><a href="http://bcaction.org/2011/12/07/san-antonio-breast-cancer-symposium-2011-day-1/" target="_blank"> San Antonio Breast Cancer Symposium 2011: Day 1</a> zusammengestellt von Karuna Jaggar. Die hier vorliegende Version ist eine Zusammenfassung, keine Übersetzung, prüfen Sie ggf. das engl. Original.</p>
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		<title>Hinweis auf Lebensverlängerung für Letrozol</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 18:05:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFErstmals ist jetzt für einen Aromatasehemmer der Nachweis einer Lebensverlängerung für das Medikament Letrozol  in der adjuvanten Therapie von Brustkrebs gelungen. Das berichtet ein Artikel im aktuellen arznei-telegramm (a-t),[1] das einen Überlebensvorteil bei 5-jähriger Einnahme anstelle von Tamoxifen sieht. Die Daten beziehen sich auf Patientinnen nach der Menopause. „Krankheitsfrei leben“ Nachdem in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/letrozol-verlaengert-leben/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p>Erstmals ist jetzt für einen Aromatasehemmer der Nachweis einer Lebensverlängerung für das Medikament Letrozol  in der adjuvanten Therapie von Brustkrebs gelungen. Das berichtet ein Artikel im aktuellen arznei-telegramm (a-t),[1] das einen Überlebensvorteil bei 5-jähriger Einnahme anstelle von Tamoxifen sieht. Die Daten beziehen sich auf Patientinnen nach der Menopause.</p>
<h3>„Krankheitsfrei leben“</h3>
<p>Nachdem in anderen Studien zu den Aromatasehemmern Anastrozol und Exemestan immer nur gezeigt werden konnte, dass sich das „krankheitsfreie Überleben“ verlängert, was bedeutet, dass sich der Zeitpunkt eines möglichen Krankheitsrückfalls oder Rezidivs nach hinten verschiebt, während sich die Überlebenszeit nicht verlängert, gibt es für Letrozol jetzt Hinweise darauf, dass das Medikament eine lebensverlängernde Wirkung haben kann.</p>
<h3>Länger leben</h3>
<p>Die Frage, ob ein Medikament das Überleben verlängern kann, ist aber die grundsätzlich spannende Frage für uns, die wir die Medikamente schlucken sollen. Die neuen Daten zu Letrozol kommen aus der BIG-1-98 Studie der Breast International Group. Dieser Behandlungserfolg konnte im Vergleich von Tamoxifen versus Letrozol bei einer Einnahmedauer von 5 Jahren gezeigt werden.  Die Gesamtsterblichkeit konnte von 18,8% auf 16,6% gesenkt werden, was einer von 45 behandelten Patientinnen entspräche (sog. Number needed to treat, NNT).</p>
<p>a-t weist darauf hin, dass die Auswertung der Datenlage schwierig sei. Bei Tamoxifen habe sich der Umfang des lebensverlängernden Effekts erst nach 10 Jahren gezeigt. Auch sei nicht klar, wie die Datenlage beim nächsten update der Studie in zwei Jahren aussieht (Entwicklungen in beide Richtungen sind möglich).</p>
<p>Die Datensicherheit wird auch durch die hohe „Cross-over-Rate“ aus der Tamoxifengruppe (25%) durch die nach nur 2,2 Jahren Nachbeobachtungszeit veröffentlichten Daten nicht besser. a-t hatte dazu bereits 2006 berichtet. Cross over bedeutet: Viele Frauen haben sich nach den ersten, noch instabilen Daten entschieden, ihr Medikament zu wechseln, und haben von Tamoxifen zu Letrozol gewechselt. Das kann prinzipiell die Langzeitanalyse der Daten erschweren oder sogar unmöglich machen.</p>
<p>a-t berichtet weiter, dass sich in der ATAC-Studie zu dem Aromatasehemmer Anastrozol auch nach 10 Jahren Nachbeobachtungszeit kein Vorteil bei der Gesamtsterblichkeit erkennen lasse.</p>
<h3>Gesundheitsökonomie</h3>
<p>Das Generikum für Letrozol (Originalprodukt Femara) ist bereits auf dem Markt. Die Medikamentenkosten für Letrozol-Generika belaufen sich nach a-t auf aktuell 365 € jährlich pro Patientin, das Tamoxifen-Generikum kostet sogar nur noch 74 € pro Patientin und Jahr. Femara, das Originalprodukt, kostet z.Zt. rd. € 2.100 € pro Jahr (100 Tabletten ca. € 580). Die Therapie von Brustkrebs verteuert sich mit der Gabe des Generikums etwa um das fünffache. Das hört sich noch bezahlbar an, wenn man auf die Mondpreise diverser anderer Oncologica schaut. a-t rechnet – vielleicht um der Gesundheitsökonomie, die heute prinzipiell das Maß der Dinge ist, gründlich Genüge zu tun – auch aus, dass ein verhinderter Todesfall bei vorausgesetzt realen Daten demnach etwa 65.000 € koste, eine Summe, die mit dem Originalprodukt wiederum wesentlichhöher liegt.</p>
<h3>Fraueninformation</h3>
<p>a-t schreibt, dass betroffene Frauen über den Kenntnisstand einschließlich der Unsicherheiten der Daten aufgeklärt werden sollten, um auf dieser Basis entscheiden zu können. Letrozol wird mit den vorliegenden Daten nach a-t zum „bevorzugten Medikament“. arznei-telegramm ist für uns eine glaubwürdige, unabhängige Quelle. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Positive Daten sind einfach schön!</p>
<h3>Weiterlesen</h3>
<p><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/tag/ai_tam/" target="_blank">Aromatasehemmer / Tam Berichte</a> bei uns<br />
<a href="http://www.arznei-telegramm.de/" target="_blank">Webseite des arznei-telegramm</a> (Artikel ist nicht frei zugänglich, fragen Sie Ihre Ärztin / Ihren Arzt nach dem Artikel, der Beitrag ist insgesamt etwas ausführlicher)</p>
<p>[1] Letrozol (Femara, Generika) zur adjuvanten Brustkrebstherapie … Hinweis auf Lebensverlängerung, arznei-telegramm 42, 12.2011 v. 2.12.2011</p>
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		<title>Immer wieder Soja oder Was macht eigentlich Susan Love – Teil  8</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/soja-was-macht-eigentlich-susan-love-teil-8/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Jul 2011 21:37:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDF In ihrem aktuellen Newletter vom 18. Juli 2011 weist Dr. Susan Love auf die jüngsten Forschungsergebnisse zu Soja hin. Love stellt darin fest, dass Soja in allen möglichen Nahrungsmitteln, die wir heute kaufen, enthalten sei, selbst in Vitaminprodukten. Soja sei ein gutes Beispiel für den Forschungsprozess, in dem sich das Wissen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/soja-was-macht-eigentlich-susan-love-teil-8/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p><a href="http://www.dslrf.org/breastcancer/content.asp?L2=1&amp;L3=4&amp;SID=130&amp;CID=2129&amp;PID=4&amp;CATID=0" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-4584" title="Su Love Screenshot Webseite" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2011/07/Zwischenablage0111.jpg" alt="Su Love Screenshot Webseite" width="490" height="161" /></a></p>
<p>In ihrem aktuellen Newletter vom 18. Juli 2011 weist Dr. Susan Love auf die jüngsten Forschungsergebnisse zu Soja hin. Love stellt darin fest, dass Soja in allen möglichen Nahrungsmitteln, die wir heute kaufen, enthalten sei, selbst in Vitaminprodukten. Soja sei ein gutes Beispiel für den Forschungsprozess, in dem sich das Wissen erst nach und nach herauskristallisiere, und eben auch dafür, wie Studienergebnisse sich widersprächen, während die Bewertungen zwischen „gut“ und „schlecht“ schwankten.</p>
<h3>Ist Soja gut?</h3>
<p>So sei Soja anfänglich sehr positiv betrachtet worden. Denn die Wissenschaft hätte nach einer Erklärung gesucht, warum Asiatinnen eine niedrigere Brustkrebsrate haben als Frauen in den USA. Man führte dies auf den höheren Konsum von Sojaprodukten zurück (unter Bezugnahme auf Allred CD, Allred KF, Ju YH, Goeppinger TS, Doerge DR, Helferich WG. <a href="http://carcin.oxfordjournals.org/content/25/9/1649.long">&gt;&gt;&gt; Soy Processing Influences Growth of Estrogen-Dependent Breast Cancer Tumors. Carcinogenesis</a> 2004 Sep;25(9):1649–57)</p>
<h3>Ein Wundermittel gegen Brustkrebs?</h3>
<p>Susan Love schreibt, wie damals Soja plötzlich zum Wundermittel der „Brustkrebsvorsorge“ wurde. Tofu und Sojamilch seien der letzte Schrei gewesen. Damals habe man begonnen, Soja in allen möglichen Lebensmittel zu verarbeiten, während es keine Frage war: „Soja ist gut!“. Dann hätten die Wissenschaftler begonnen, Laboruntersuchungen durchzuführen, um Gründe zu finden, warum Soja möglicherweise das Brustkrebsrisiko senke. Sie fanden dabei heraus, dass Genistein, eine Art Isoflavon (s. Wikipedia <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Isoflavone">&gt;&gt;&gt; Isoflavone</a>), das in Soja enthalten ist, sogar dazu führte, dass Brustkrebszellen schneller wuchsen. Nun folgten die Hinweise an Frauen, die Antihormontherapien erhielten, Soja zu vermeiden, da Soja sich wie ein schwaches Östrogen verhielte. Es könnte einerseits diesen Therapien entgegenwirken und anderseits sogar das Rückfallrisiko bei Brustkrebs erhöhen. Und dann, so Love weiter, „war Soja plötzlich schlecht“. &#8211; Zu diesem Teil fehlt leider eine Quellenangabe.</p>
<p>Weiter geht es mit einer Studie aus Shanghai (China), die im Dezember 2009 veröffentlicht wurde. Im Ergebnis hatten Frauen, die Soja aßen, hier ein niedrigeres Risiko, ein Brustkrebsrezidiv zu erleiden oder an den Folgen von Brustkrebs zu sterben. Dieses war abhängig von der Menge, je mehr Soja verzehrt wurde, desto geringer das Rückfallrisiko, und zwar unabhängig vom Hormonrezeptorstatus bzw. von der Einnahme von Tamoxifen. Zur gleichzeitigen Einnahme von Aromatasehemmern und Soja gibt es keine Daten (Xiao Ou Shu u.a. <a href="http://jama.ama-assn.org/content/302/22/2437.full">&gt;&gt;&gt; Soy Food Intake and Breast Cancer Survival</a>, JAMA. 2009;302(22):2437-2443).</p>
<h3>Soja ist nicht gleich Soja</h3>
<p>Love hält diese Studie wegen ihrer Größe hinsichtlich der positiven Ergebnisse für sehr aussagefähig. Sie verweist allerdings auch auf die Unterschiede in der Art des Sojas, das Frauen in Asien bzw. in den USA zu sich nehmen. In Asien nähmen Frauen mehr gekochte Sojabohnen, Edamame, Tofu, Miso und Sojamilch zu sich, während Frauen in den USA mehr verarbeitete Lebensmittel äßen, die viel geringere Sojakonzentrationen aufwiesen. Zu Sojalezithin weist Love außerdem darauf hin, dass es ein Emulgator sei, aber nicht Teil des Soja-Proteins; es enthalte keine Isoflavone, diejenigen Inhaltsstoffe also, die bei den Sojabohnen die Wirkung als pflanzliche Östrogene entfalten.</p>
<p>Gegenwärtig steht Susan Love auf dem Standpunkt, dass Frauen mit Brustkrebs Soja mit gutem Gewissen essen könnten, auch wenn noch weitere Studien gebraucht würden, um die Ergebnisse abzusichern. Wissenschaft könne man nicht zu sehr vereinfachen. Soja sei kein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Phyto%C3%B6strogen">&gt;&gt;&gt; Phytoöstrogen</a>, sondern ein „PhytoSERM“ (SERM = selektiver Estrogenrezeptor-Modulator, s.a. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Phytoserm">&gt;&gt;&gt; engl. Wikipedia</a>), das in seinen Eigenschaften mehr etwa dem Tamoxifen als Östrogenen entspräche. Susan Love schließt mit ihrem unvermeidlichen wie unermüdlichen Appell, dass mehr Studien gebraucht würden.</p>
<p>Vor dem unkritischen Konsum von Soja warnen wir dennoch. Einerseits ist die Studienlage nach wie vor nicht vollständig geklärt. Darüber hinaus gehört Soja zu den ersten gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln, die in Europa zugelassen wurden. Wahrscheinlich ist bereits die überwiegende Mehrheit der Produkte im Handel davon betroffen. Darüber, wie sich diese gentechnisch veränderten Nahrungsmittel in Hinsicht auf Krebserkrankungsraten oder bei bereits an Krebs erkrankten Menschen auswirken, wissen wir wenig und raten vom Konsum gentechnisch veränderten Sojas dementsprechend ab.</p>
<address>Bildnachweis: BCAG Screenshot</address>
<h3>Weiterlesen</h3>
<p>Originalbeitrag im Blog von Susan Loves Forschungsstiftung: <a href="http://www.dslrf.org/breastcancer/content.asp?L2=1&amp;L3=4&amp;SID=130&amp;CID=2129&amp;PID=4&amp;CATID=0" target="_blank">What does current research tell us about soy? There is soy in almost everything I buy &#8211; even my vitamins. Should I be worried!</a> Vom 18. Juli 2011</p>
<p><a href="http://www.greenpeace.de/themen/gentechnik/anbau_genpflanzen/artikel/fakten_und_hintergruende_zur_gentech_soja/" target="_blank">Fakten und Hintergrundwissen zu Gentech-Soja</a> (greenpeace)<br />
<a href="http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/gid/189/scheierling/gv-soja-ueberall" target="_blank">Gv-Soja überall</a> (GeN &#8211; Gen-ethisches Netzwerk)</p>
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		</item>
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		<title>Kommentar: Brustkrebs vorbeugen? Ja, aber richtig!</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jul 2011 17:05:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDF von Beate Schmidt Kernkraftwerke sind für alle Menschen gefährlich, sie können töten. Nun wurde beschlossen, sie abzuschalten, die ältesten und potentiell gefährlichsten zuerst. Gut so. Glücklicherweise ist bisher niemand auf die Idee gekommen, gesunden Menschen täglich und auf unbestimmte Zeit Jodtabletten zu empfehlen, um einem Atomunfall vorzubeugen. Brustkrebs ist ebenfalls gefährlich, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/kommentar-brustkrebs-vorbeugen-ja-aber-richtig/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p><img class="alignleft size-full wp-image-4558" title="Hendrikje Stoffels am Fenster, Ausschnitt, von Rembrandt Harmenszoon van Rijn, 1656/57 (gemeinfrei, Schutzfrist abgelaufen)" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2011/07/Hendrikje-Stoffels1.jpg" alt="Hendrikje-Stoffels" width="490" height="255" /></p>
<p><em>von Beate Schmidt </em></p>
<p>Kernkraftwerke sind für alle Menschen gefährlich, sie können töten. Nun wurde beschlossen, sie abzuschalten, die ältesten und potentiell gefährlichsten zuerst. Gut so. Glücklicherweise ist bisher niemand auf die Idee gekommen, gesunden Menschen täglich und auf unbestimmte Zeit Jodtabletten zu empfehlen, um einem Atomunfall vorzubeugen.</p>
<p>Brustkrebs ist ebenfalls gefährlich, auch er kann töten. Einige Ursachen, z. B. Umweltgifte oder zu viele Hormone in der Umwelt und in Medikamenten, sind bekannt. Bisher ist allerdings kaum jemand auf die Idee gekommen, wenigstens bekannte Ursachen konsequent abzuschalten. Stattdessen gibt es jetzt eine neue Pille zur Brustkrebsprophylaxe, für &#8220;potentiell gefährdete&#8221; Frauen – zum Beispiel weil sie über 60 sind.</p>
<p>Würden Medien – von der Boulevard- über die Regenbogenpresse bis hin zu Nachrichtenmagazinen wie <a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/neue_hoffnungstraeger_fuer_die_praevention_von_brustkrebs_1.11095088.html">&gt;&gt;&gt; NZZ online</a> – in der letzten Zeit nicht so euphorisch berichten, ich würde derartige Prophylaxepläne für einen schlechten Scherz halten. Während die Idee als solche traumhaft erscheinen mag, geht sie in Realität jedoch zu Lasten der Frauen, denn die Nebenwirkungen dieser Medikamente sind schwerwiegend. Wir haben in der Vergangenheit wiederholt über die Wirkstoffe, um die es hier geht, berichtet (<a href="http://www.bcaction.de/infoblog/tag/aromatasehemmer/">&gt;&gt;&gt; siehe Stichwort Aromatasehemmer</a> bzw. speziell <a href="http://www.bcaction.de/infoblog/bca-berichtet-nebenwirkungen-bei-aromatasehemmern/">&gt;&gt;&gt; BCA berichtet: Nebenwirkungen bei Aromatasehemmern</a>).</p>
<p>BCA (Breast Cancer Action) ist weltweit eine der wenigen nicht von der Pharmaindustrie finanzierten Frauenorganisationen zu Brustkrebs. In einer Umfrage, an der sich knapp 1.200 Frauen mit Brustkrebs beteiligten, befasste sich BCA im Jahre 2008 mit den Nebenwirkungen von Aromatasehemmern. Einige der insgesamt 38 in der Umfrage genannten Nebenwirkungen sind: Hitzewallungen (66,8%), Knochenschmerzen (63,9%), Müdigkeit (61,2%), Muskelschmerzen (58,5%), Schlafstörungen (53,4%) und Gewichtszunahme (48,7%), Depressionen (31,6%), Osteoporose (20,6%), Bluthochdruck (15,4%) sowie Thrombose, Herzinfarkt und Schlaganfall (zusammen 0,9%).</p>
<p>Im Waschzettel zu Aromasin / Exemestan sind gelistet: &#8220;Sehr häufig (mehr als 1 von 10 Personen): Schlaflosigkeit, Hitzewallungen, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, verstärktes Schwitzen, Schmerzen der Gelenke und Skelettmuskulatur einschließlich entzündliche Knochen- und Gelenkerkrankungen, Rückenschmerzen, Gelenkentzündungen (Arthritis) und Gelenksteifigkeit, Müdigkeit. Häufig (1 bis 10 von 100 Personen): Appetitlosigkeit, Depressionen, Benommenheit, Karpaltunnelsyndrom, Bauchschmerzen, Erbrechen, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Durchfall, Hautausschlag, Haarausfall, Osteoporose … führt in einigen Fällen zu Frakturen, Schmerzen, geschwollene Hände und Füße. Gelegentlich (1 bis 10 von 1.000 Personen): Schläfrigkeit, Muskelschwäche.&#8221; Zudem werden Hepatitis, Veränderung der Leber- und Blutwerte (Lymphozyten und Blutplättchen) genannt.</p>
<p>Im krankheitsbedingten – also eher unfreiwilligen – Selbstversuch haben sich bei mir viele der genannten Nebenwirkungen eingestellt. Mein gefühltes Lebensalter schoss ca. 30 Jahre nach oben und Familie und Freunde hatten Mühe, die &#8220;alte&#8221; Beate in mir wiederzuerkennen. Es erscheint mir daher unvorstellbar, derart schwere Nebenwirkungen zu akzeptieren, ohne dass eine Brustkrebserkrankung vorliegt. Wir wissen, dass viele an Brustkrebs erkrankte Frauen die Therapie mit Aromatasehemmern wegen der Nebenwirkungen abbrechen mussten, woraufhin die <a href="http://www.versicherung-2.de/dak-und-pfizer-starten-gemeinsames-projekt-zu-aromatase-hemmern/">&gt;&gt;&gt; Industrie, z.T. zusammen mit Krankenkassen</a><a href="#_edn1">[i]</a>, inzwischen sogar Maßnahmen zur <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Compliance_%28Medizin%29">&gt;&gt;&gt; &#8220;Therapietreue&#8221;</a> auf den Weg brachte.</p>
<p>Neue patentierte Brustkrebsmedikamente gehören häufig zu den Blockbustern im Pharmageschäft. Hohe Erkrankungsraten weltweit machen die Medikamente zum Bestseller. Zuerst werden Frauen mit Metastasen behandelt. Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium folgen bei Fuße. Und schließlich geht es um das &#8220;therapierbare Risiko&#8221; bei jeder Frau. So auch bei Aromatasehemmern, die ausschließlich Frauen nach den Wechseljahren verabreicht werden dürfen. Wurden sie 2004 noch als <strong>die</strong> neue Wunderwaffe gegen Rückfälle von Brustkrebs gepriesen, wurde nun die Indikation auf &#8220;Vorbeugung&#8221; erweitert. Auch dieses Modell ist nicht neu, nur war es bisher eben leider wenig erfolgreich (s. auch <a href="http://www.bcaction.de/infoblog/keine-unterstutzung-fur-praventionsstudie-stellar-study-to-evaluate-letrozole-and-raloxifene/">&gt;&gt;&gt; Keine Unterstützung für Präventionsstudie STELLAR</a>).</p>
<p>Dass die &#8220;Pille&#8221; die Brustkrebsraten steigen lässt, ist ein alter Hut. Die Tablette, die Frauen bei einer quasi erfundenen &#8220;Hormonmangelkrankheit&#8221; verordnet wurde, hatten wir auch schon. Die Hormonersatztherapie hat die Brustkrebsraten ansteigen lassen, und ihr <strong><span style="text-decoration: underline;">Absetzen</span></strong> wurde zu dem wahrscheinlich bisher größten Erfolg im &#8220;Kampf gegen den Brustkrebs&#8221;. Diverse andere Tabletten zur Vermeidung von Brustkrebs haben nach Datenlage klinischer Studien bereits versagt.</p>
<p><span style="text-decoration: line-through;"> </span></p>
<p>Träume über einen neuen Superblockbuster leuchten jetzt wieder am Horizont. Doch Frauen haben dazugelernt. Misserfolge wie die Hormonersatztherapie waren eine harte Schule. In der Folge stieg das Brustkrebsrisiko. Nun also wieder ein medikamentöser Eingriff in den Hormonhaushalt von Frauen, ohne Langzeiterfahrungen und mit ungewissem Ausgang.</p>
<p>Mit dieser neuen &#8220;Tablette zur Brustkrebsvermeidung&#8221; wird m.E. wieder einmal das Pferd vom Schwanz her aufgezäumt. Diese riskante Vogel-Strauß-Politik betrachtet Ursachenforschung ganz offensichtlich als unnötig, die Abschaltung der Ursachen wird erneut hinten angestellt. Man muss die Kuh halt melken, solange sie noch senkrecht steht. Kurz nachgerechnet: 100 Tabletten kosten derzeit ca. 660 €, Summa summarum rund 2.400 € pro Frau und Jahr bzw. 200 € im Monat.</p>
<p>Abgesehen von der Vermeidung individueller Risiken wie z.B. Rauchen kann Brustkrebsprävention nur darin bestehen, alle Frauen und Mädchen endlich besser zu schützen. Das kann jedoch nicht durch Pillen geschehen, sondern erfordert eine lebensfreundliche Umwelt, die uns schützt und nicht krank macht. Die Propagierung von Aromatasehemmern zur &#8220;Prävention von Brustkrebs&#8221; ist dagegen in meinen Augen in höchstem Maße unethisch.</p>
<p>All jenen, die weiterhin produkt- und profitorientiert ganz unverdrossen am weiblichen Hormonsystem herumexperimentieren, muss man es wohl wieder und wieder sagen: Frauen sind weder Goldesel noch Versuchsobjekte. Hört endlich auf, aus der (glücklicherweise!) vielfach unbegründeten Angst vor einer möglichen Brustkrebserkrankung Profit zu schlagen.</p>
<hr size="1" />
<p align="left"><a href="#_ednref1">[i]</a> Im konkreten Beispiel hat der Hersteller Pfizer mit der gesetzlichen Krankenkasse DAK eine Telefonaktion zur Förderung der Medikamenteneinnahme des Pfizer-Produkts gestartet. Auch andere Hersteller von Aromatasehemmern haben &#8220;Compliance-Projekte&#8221; entwickelt, um ihre Produkte in den Vordergrund zu stellen. Dieses spezielle Vorgehen, das man kaum abgekoppelt vom Produktmarketing sehen kann &#8211; also die Koppelung von Medikamentenhersteller, der Druck für eine Medikamenteneinnahme aufbaut, und Krankenkasse, die zur Einnahme motivieren will -, hinterlässt ein ungutes Gefühl und sollte hinsichtlich der Zulässigkeit von neutraler Seite durchaus noch einmal hinterfragt werden.</p>
<p align="left">
<h3>Weiterlesen</h3>
<p align="left">
<p align="left">bei uns im infoblog!: <a href="http://www.bcaction.de/infoblog/vorsorge-nuetzlich-oder-schadlich/">&#8220;Vorsorge&#8221; &#8211; nützlich oder schädlich?</a></p>
<p align="left">
<p>Artikel aus &#8220;Gute Pillen &#8211; Schlechte Pillen&#8221;, Ausgabe 4/2011: <a href="http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2011/nr.-4-juliaugust-2011/geschaefte-mit-brustkrebs.php">Geschäfte mit Brustkrebs: Sollen gesunde Frauen Krebsmedikamente nehmen?</a></p>
<p align="left">Abbildung: Hendrikje Stoffels am Fenster, Ausschnitt, von Rembrandt Harmenszoon van Rijn, 1656/57 (gemeinfrei, Schutzfrist abgelaufen)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>NEIN zur „Brustkrebsvorbeugung“ mit Aromasin (Exemestan): Die Breast Cancer Action-Position</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/nein-zu-brustkrebsvorbeugung-aromasin-exemestan/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Jun 2011 19:28:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDF Auf dem weltgrößten amerikanischen Krebskongress ASCO wurden gerade neue Daten für ein Medikament vorgestellt, das viele Frauen mit Brustkrebs bereits kennen. Es ist der Aromatasehemmer Exemestan (Handelsname Aromasin), der zunächst bei metastasiertem Brustkrebs und seit 2005 teilweise auch in der „adjuvanten“ Therapie von Brustkrebs ohne Metastasen angewendet wird. Krebskongresse weltweit haben sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/nein-zu-brustkrebsvorbeugung-aromasin-exemestan/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p><span style="color: #60748a;"><a href="http://bcaction.org/2011/06/07/bcaction%E2%80%99s-position-on-exemestane-study-presented-at-asco-2011/"><img class="alignleft size-full wp-image-4493" title="Breast Cancer Action Position zu Aromasin - Exemestan in der Prävention" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2011/06/Clipboard0111.jpg" alt="Breast Cancer Action Position zu Aromasin - Exemestan in der Prävention" width="490" height="150" /></a></span></p>
<p>Auf dem weltgrößten amerikanischen Krebskongress ASCO wurden gerade neue Daten für ein Medikament vorgestellt, das viele Frauen mit Brustkrebs bereits kennen. Es ist der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Aromatase#Aromatasehemmer">Aromatasehemmer</a> Exemestan (Handelsname Aromasin), der zunächst bei metastasiertem Brustkrebs und seit 2005 teilweise auch in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adjuvante_Therapie">„adjuvant</a>en“ Therapie von Brustkrebs ohne Metastasen angewendet wird. Krebskongresse weltweit haben sich in den vergangenen Jahren zur großen Produktschau entwickelt und werden überwiegend von Pharmamultis finanziert. „Aromatasehemmer Exemestan beugt Brustkrebs vor“[i], so oder ähnlich lauten seitdem die Schlagzeilen in Presseberichterstattungen. Aber nicht überall wird genau hingeschaut, was die neuen Daten tatsächlich bedeuten. Auch beim „Vorgängermedikament“ <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tamoxifen">Tamoxifen</a> wurde phasenweise die „prophylaktische“ Einnahme propagiert, bevor hinreichende Daten vorlagen. Einige Jahre später konnte der wenig erfreuliche Umstand belegt werden: Der zu erwartende Schaden, den Frauen durch eine „prophylaktische“ Einnahme davongetragen hatten, war größer als der Nutzen.</p>
<p>In den USA ist bei Gesundheitsbehörden mittlerweile z.T. ein kritischeres Bewusstsein in Bezug auf medikamentöse Prävention mit Krebsmedikamenten vorhanden. Das Nationale Krebsinstitut der USA (<a href="http://www.cancer.gov/">&gt;&gt;&gt; National Cancer Institute</a>) wird beispielsweise die „P-4 Chemopräventionsstudie STELLAR“ nicht mehr unterstützen (s. <a title="Permanent link to Keine Unterstützung für “Präventionsstudie STELLAR” (Study to Evaluate Letrozole and Raloxifene)" href="http://www.bcaction.de/infoblog/keine-unterstutzung-fur-praventionsstudie-stellar-study-to-evaluate-letrozole-and-raloxifene/">&gt;&gt;&gt; Keine Unterstützung für „Präventionsstudie STELLAR“ (Study to Evaluate Letrozole and Raloxifene)</a>. Breast Cancer Action (San Francisco, BCA) hat am 07.06.2011 ein Positionspapier veröffentlicht, das die Relevanz der Forschungsergebnisse zu Aromasin / Exemestan einordnet. Wir stellen es hier vor.</p>
<h3>Die Breast Cancer Action-Position zur Aromasin-Studie (zur ASCO-Präsentation 2011)</h3>
<p>Am 4. Juni 2011 wurde auf der Konferenz der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie (American Society of Clinical Oncology, ASCO) über die Einnahme des Wirkstoffs Exemestan (Handelsname des Medikaments Aromasin) zur Reduktion des Risikos für invasiven Brustkrebs bei gesunden Frauen nach der Menopause berichtet. Die Autoren schlussfolgern für die dreijährige Nachbeobachtungszeit, dass Exemestan das Risiko für Brustkrebs bei postmenopausalen Frauen verringert. Nebenwirkungen wie Hitzewallungen, Müdigkeit, Schweißausbrüche, Schlaflosigkeit und Gelenkschmerzen waren bei Frauen, die das Medikament eingenommen hatten, häufiger als in der Kontrollgruppe. Doch soll – so die Eigenbeobachtung der Studienteilnehmerinnen – die „Lebensqualität“ nicht beeinflusst gewesen sein. Die Studie wurde von einer kanadischen Studiengruppe (Canada’s NCIC Clinical Trials Group) durchgeführt und teilweise vom Pharmariesen Pfizer, der das Medikament herstellt, finanziert. [Anm.: Breast Cancer Action sieht die Strategie der Krankheitsvermeidung durch Medikamente generell kritisch (s. dazu <a href="http://bcaction.org/policy-on-pills-for-prevention/">&gt;&gt;&gt; Pills for Prevention</a>, eine deutschsprachige Übersetzung haben wir von diesem Papier bisher leider noch nicht). Breast Cancer Action hat sich in einer eigenen Online-Befragung intensiv mit den Nebenwirkungen, die Frauen durch die Einnahme von Aromatasehemmmern erfahren, befasst, s. Berichterstattung bei uns: <a href="http://www.bcaction.de/infoblog/bca-berichtet-nebenwirkungen-bei-aromatasehemmern/">&gt;&gt;&gt; BCA berichtet: Nebenwirkungen bei Aromatasehemmern</a>.]</p>
<h3>Eine tragfähige Definition von „Hochrisiko“ ist notwendig</h3>
<p>Wenn man sich mit der prophylaktischen Behandlung zur Vermeidung von Brustkrebs bei gesunden Frauen befasst, muss man eine besonders hohe Messlatte anlegen. Dadurch, dass keine strenge Definition von „hohem Risiko“ festgelegt wurde, wird diese Studie zum Türöffner: Abertausende gesunder Frauen, die niemals Brustkrebs bekommen werden, werden allein auf Grund ihres Alters den Nebenwirkungen eines starken Medikaments ausgesetzt.</p>
<ul>
<li>BCA ist bei dieser Studie insbesondere nicht einverstanden mit der Kategorisierung „hohes Risiko“ für alle Frauen, die 60 Jahre alt oder älter sind. Diese Definition als „hohes Risiko“ öffne die Tür zur Empfehlung der Behandlung mit diesem Aromatasehemmer für gesunde Frauen.</li>
<li>BCA ist beunruhigt bezüglich des Mangels an Strenge bei den identifizierten Risikofaktoren, die Frauen nach der Menopause für die Teilnahme an dieser Studie qualifiziert haben.</li>
<li>Bei der Betrachtung des Trends bei der Entwicklung von „Tabletten zur Brustkrebsvorbeugung“ stellt BCA fest, dass es eine Tendenz gibt, ursprünglich für die Therapie zugelassene Medikamente immer breiter und breiter in den Markt zu bringen.</li>
<li>Die meisten dieser Medikamente für die Brustkrebsvorbeugung gehören zu dem Typ, der anfänglich bei der Therapie von fortgeschrittenem Brustkrebs eingesetzt wurde.</li>
<li>Dann wurden Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium [„adjuvant“] behandelt.</li>
<li>Schließlich geht es um „Risikoreduktion“ bei Frauen ohne Krankheitssymptome. Derzeitig ist die offizielle Linie, diese Medikamente bei Frauen mit einem hohen Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, zu vermarkten – diese Wahrscheinlichkeit liegt bei etwas weniger als 2% über einen Zeitraum von fünf Jahren.</li>
<li>BCA ist besorgt über diesen Trend, den Eric Schneider, ein Professor für Medizin und Public Health an der Harvard-Universität, als „schleichende Prävention“ bezeichnet hat.</li>
</ul>
<h3>Überbehandlung vermeiden</h3>
<p>BCA ist beunruhigt, dass gesunde Frauen, von denen die meisten nicht an Brustkrebs erkranken werden, Empfehlungen für eine prophylaktische Behandlung mit einem Aromatasehemmer erhalten, für den schwerwiegende („significant“) Nebenwirkungen nachgewiesen worden seien. Da Brustkrebs bei Frauen relativ selten vorkommt – einschließlich Frauen mit hohem Risiko –, erscheinen Unterschiede bei der Inzidenz, die mit „relativem Risiko“ dargestellt werden, tendenziell sehr viel größer als Unterschiede im absoluten Risiko. Zur Studie wird berichtet, dass „bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von drei Jahren in der Gruppe, die mit Exemestan behandelt wurde, eine 65%ige Reduktion der Erkrankung bei invasivem Mammakarzinom“ gezeigt wurde. Was nicht deutlich gesagt wird sei, dass in einer Gruppe von 4.560 Frauen 21 Frauen einen mögliche Nutzen haben. Anders ausgedrückt: Um einen Fall von Brustkrebs zu verhindern, müssten 94 Frauen drei Jahre lang behandelt werden. Obwohl jede Brustkrebsdiagnose eine zu viel sei, müsse man bei der Erforschung einer systematischen Behandlung zur Verringerung des Brustkrebsrisikos die absoluten Zahlen betrachten, um die Zusammenhänge richtig zu verstehen.</p>
<p>Betrachtet man diese Studie, sieht man die folgenden Zahlen:</p>
<ul>
<li>4.560 Frauen wurden beobachtet.</li>
<li>Von diesen Frauen wären 4.517 ohnehin nicht an Brustkrebs erkrankt, unabhängig davon, ob sie behandelt wurden oder nicht.</li>
<li>11 Frauen in der Exemestan-Gruppe erkrankten während des Beobachtungszeitraums an Brustkrebs.</li>
<li>32 Frauen in der Placebo-Gruppe erkrankten während des Beobachtungszeitraums an Brustkrebs.</li>
<li>21 Frauen in der Exemestan-Gruppe hatten im Beobachtungszeitraum einen möglichen Nutzen, da sie nicht an Brustkrebs erkrankten.</li>
<li>Das bedeutet, es wurden mehr als 4.500 Frauen unnötigerweise behandelt (da sie entweder trotz Behandlung erkrankten oder auch ohne Behandlung nicht erkrankt wären).</li>
</ul>
<h3>Längere Nachbeobachtungszeiten sind notwendig</h3>
<p>Wie bereits andere Studien zur Brustkrebs„prävention“ konnte auch diese Studie die Evidenz in einem hinreichend langen Zeitraum nicht erbringen, um Risiken und Vorteile dieses „präventiven“ Gebrauchs von Exemestan adäquat zu beurteilen. Die meisten Brustkrebserkrankungen entwickeln sich innerhalb eines Zeitabschnitts von 10 Jahren und mehr. Selbst in der Gruppe der Frauen mit „hohem Risiko“ [zur Definition s. oben] gab es im Untersuchungszeitraum insgesamt nur 43 Brustkrebserkrankungen in einer Gesamtgruppe von 4.560 Frauen. Betrachtet man das Lebenszeitrisiko für Brustkrebs, sind drei Jahre ein zu kurzer Zeitrahmen, um daraus Informationen über eine anhaltende Schutzwirkung abzuleiten. Kann das Medikament tatsächlich Krebs verhindern oder seine Entwicklung verzögern?</p>
<p>Selbst wenn möglicherweise im Zusammenhang mit Brustkrebs ein kurzfristiger Nutzen festgestellt werden könnte, wäre für gesunde Frauen ein klinischer Nutzen gefährdet, da das Ausmaß schädigender langfristiger Nebenwirkungen ebenso unbekannt ist wie der langfristige Nutzen für die Überlebenszeit. Gebraucht wird eine zusätzliche Studie, um seltene unerwünschte Nebenwirkungen und Langzeitsicherheit oder mögliche Risiken, die sich erst nach Beendigung der Behandlung weiterentwickeln, zu beurteilen.</p>
<p>Drei Jahre sind keine ausreichende Nachbeobachtungszeit, um Risiken und Vorteile der prophylaktischen Einnahme von Exemestan adäquat beurteilen zu können. Um informierte Entscheidungen über medizinische Behandlungen treffen zu können, brauche es harte Daten, um Nutzen und Risiken gegeneinander abwägen zu können.</p>
<h3>Das Risiko der Nebenwirkungen verstehen</h3>
<p>Die prophylaktische Einnahme von <a href="http://bcaction.org/our-take-on-breast-cancer/treatment/aromatase-inhibitors/what-are-aromatase-inhibitors/" target="_blank">&gt;&gt;&gt; Aromatasehemmer</a>n ruft Bedenken hervor, weil sie ernste Nebenwirkungen haben, von denen viele im Rahmen des kurzen Beobachtungszeitraums der Studie noch nicht vollständig verstanden worden sein dürften. Zu den berichteten Nebenwirkungen gehören ein erhöhtes Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche, Gelenk- und Muskelschmerzen, erhöhte Cholesterinwerte und kognitive Probleme. Obwohl lt. Studie berichtet wird, dass diese ernsten Nebenwirkungen in der Exemestan-Gruppe und in der Kontrollgruppe gleich gewesen seien, steht BCA wegen der Schwere der Nebenwirkungen anderer Aromatasehemmer auf dem Standpunkt, dass mehr Forschung erforderlich ist.</p>
<h3>Breast Cancer Action ist gegen Medikamente zur „Prävention“</h3>
<p>Breast Cancer Action unterstützt trotz eines klaren Verständnisses der hohen Anzahl von Frauen, die ein Brustkrebsrisiko haben, nicht den Gebrauch von Medikamenten zur Behandlung von Risiken. BCA engagiert sich für die Beendigung der gegenwärtigen Brustkrebsepidemie. Zusätzlich zu besseren Behandlungsmöglichkeiten und Chancengleichheit für alle bei der Behandlung von Brustkrebs müssten vielmehr die Grundursachen &#8211; einschließlich umweltbedingter Auslöser &#8211; für die Krankheit, von der so viele betroffen sind, identifiziert und beseitigt werden.</p>
<p>Es gibt eine wachsende Anzahl von Hinweisen über Zusammenhänge zwischen Umweltbelastungen und Brustkrebs. Doch die Mehrheit der Mittel in den USA, die für Brustkrebs„vorsorge“ eingesetzt würden, gingen in die Entwicklung von Medikamenten zur Reduktion des Brustkrebsrisikos, was mehr einer Verringerung des Risikos als einer wirklichen Vermeidung entspräche. Das sei ein guter Verkaufsschlager für jedes Unternehmen, nach BCAs Meinung aber der falsche Weg. Die Ressourcen seien für Maßnahmen der Primärprävention, einschließlich der Suche nach krebsauslösenden Ursachen in der Umwelt, besser angelegt.</p>
<p>Abschließend betont Breast Cancer Action, dass durch die derzeitigen Bemühungen, neue Medikamente zur Reduzierung von Brustkrebs-Neuerkrankungen für gesunde Frauen auf den Markt zu bringen, erhebliche Probleme entstünden. Der Fokus auf „Medikamenten für die Vorbeugung vor Krankheiten“ lenke Ressourcen um, anstatt umweltbedingte Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs zu finden und zu beseitigen oder effektive Therapien zur Behandlung von Brustkrebs zu entwickeln. <strong>Breast Cancer Action unterstützt den auf Medikamenten basierenden Ansatz zur Brustkrebsvorbeugung nicht. </strong> <em><br />
[Textbearb. dt. Version: Gudrun Kemper, Beate Schmidt, mit Dank an Breast Cancer Action]</em></p>
<h3>Weiterlesen</h3>
<p>Breast Cancer Action: <a href="http://bcaction.org/2011/06/07/bcaction%E2%80%99s-position-on-exemestane-study-presented-at-asco-2011/?printerfriendly">BCAction’s position on Aromasin study presented at ASCO 2011</a></p>
<p>Barbara Brenner: <a href="http://barbarabrenner.net/?p=136">Understanding Health Numbers: Not Easy, but Important</a> (Blogeintrag v. 13.06.2011</p>
<h3>Originalveröffentlichung</h3>
<p>Exemestane for Breast-Cancer Prevention in Postmenopausal Women, Goss PE u.a., <a title="The New England journal of medicine." href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21639806">N Engl J Med.</a> 2011 Jun 4, der Artikel ist frei zugänglich: <a href="http://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMoa1103507">Download pdf</a></p>
<p>&#8212;</p>
<p>[i] z.B. Nachrichten, Deutsches Ärzteblatt, <a href="http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46140/Aromatasehemmer_Exemestan_beugt_Brustkrebs_vor.htm" target="_blank">Aromatasehemmer Exemestan beugt Brustkrebs vor</a>, 06.06.2011, mit interessanten weiteren Informationen</p>
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		<item>
		<title>Tamoxifen und Paroxetin: Brustkrebssterblichkeit erhöht sich bei kombinierter Einnahme dramatisch</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/tamoxifen-paroxetin-fluoxetin/</link>
		<comments>http://www.bcaction.de/infoblog/tamoxifen-paroxetin-fluoxetin/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Mar 2010 21:36:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDF Paroxetin und andere Medikamente im Cocktail von Jackal1 (CC 2.0) Unter dem als Antidepressivum verordenten verschreibungspflichtigen Medikament Paroxetin steigt die Brustkrebssterblichkeit deutlich an, wie eine gerade im British Medical Journal veröffentlichte Untersuchung gezeigt hat. Das als Generikum (&#8220;No-Name-Präperat&#8221;) bzw. unter den Handelsnamen Paroxat, Seroxat, Tagonis, Paroxedura, Parolich oder Paroxalon verkaufte Medikament [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/tamoxifen-paroxetin-fluoxetin/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><div class="mceTemp">
<dl id="attachment_3280" class="wp-caption alignright" style="width: 267px;">
<dt class="wp-caption-dt"><a href="http://www.flickr.com/photos/jackal1/279971642/"><img class="size-medium wp-image-3280 " title="Paroxetine_flickr" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2010/03/Paroxetine_flickr1-271x300.jpg" alt="Paroxetine und andere Medikamente&lt;br /&gt; im Cocktail von Jackal1 (CC 2.0)" width="257" height="283" /></a></dt>
<dd class="wp-caption-dd">Paroxetin und andere Medikamente<br />
im Cocktail von Jackal1 (CC 2.0)</dd>
</dl>
</div>
<p>Unter dem als Antidepressivum verordenten verschreibungspflichtigen Medikament Paroxetin steigt die Brustkrebssterblichkeit deutlich an, wie eine gerade im British Medical Journal veröffentlichte Untersuchung gezeigt hat. Das als Generikum (&#8220;No-Name-Präperat&#8221;) bzw. unter den Handelsnamen Paroxat, Seroxat, Tagonis, Paroxedura, Parolich oder Paroxalon verkaufte Medikament sollte nicht eingenommen werden, wenngleichzeitig das Brustkrebsmedikament Tamoxifen eingenommen wird. Unter den beiden Medikamenten entstehen möglicherweise Wechselwirkungen, die eine Gefährdung für Frauen mit Brustkrebs bedeuten.</p>
<p>Catherine Kelly und Mitarbeiter vom Institute for Clinical Evaluative Sciences (ICES) in Toronto, Kanada berechneten das Risiko:  Eine Behandlung über 41 Prozent der Zeit der Tamoxifen-Einnahme <strong>verursacht einen zusätzlichen Todesfall innerhalb von fünf Jahren pro 20 Frauen</strong> mit der genannten Medikation. Dauert die Paroxetin-Einnahme länger, steigt das Todesrisiko sogar noch an.</p>
<p>Daten von 2.430 Frauen im Alter über 65 Jahren, die in den Jahren 1993 bis 2005 eine medikamentöse Brustkrebstherapie mit Tamoxifen erhielten, wurden statistisch ausgewertet. Etwa 30 Prozent der Patientinnen bekamen gleichzeitig von ihren Ärzten ein entprechendes Antidepressivum verschrieben. Dies sei &#8220;nicht ungewöhnlich&#8221;, da die Krebserkrankung und die &#8220;klimakterischen&#8221; Nebenwirkungen von Tamoxifen zu einer depressiven Verstimmung führen könnten.</p>
<p>Ein Vorteil bzw. die Arzneimittelsicherheit für die Einnahme dieser Medikamentenkombinantion war offensichtlich im Vorfeld dieser Therapien nicht belegt.  Das Deutsche Ärzteblatt schrieb: <strong>&#8220;Bei einer Paroxetineinnahme über die gesamte Dauer der Hormonbehandlung von in der Regel fünf Jahren betrug diese &#8220;Number needed to harm&#8221; (Anzahl der Frauen, die einen Schaden unter der Therapie erleiden) sogar nur 6,9.&#8221; </strong>In Deutschland wurde die Warnung auch auf das ähnlich wirkende Medikament Fluoxetin ausgedehnt.</p>
<h3>Wer stellt Medikamentensicherheit für Frauen mit Brustkrebs sicher?</h3>
<p>Die Ergebnisse werfen erneut Fragen nach der Sicherheit bei den zahlreichen Medikamentencocktails auf, die Frauen mit Brustkrebs verordnet werden. Die zuständigen deutschen Einrichtungen für Arzneimittelsicherheit wie etwa das <a href="http://www.bfarm.de/cln_012/nn_1194240/SiteGlobals/Forms/Suche/serviceSucheForm,templateId=processForm.html?resourceId=421166&amp;input_=&amp;pageLocale=de&amp;searchEngineQueryString=tamoxifen&amp;sortString=-score&amp;searchArchiveDocs=0&amp;searchCurrentDocs=0&amp;x=0&amp;y=0" target="_blank">BfArM</a> (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) oder das <a href="http://www.iqwig.de/suche.159.html?search[q]=Tamoxifen&amp;x=0&amp;y=0" target="_blank">IQWiG</a> (Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) haben bisher keine Warnungen für Frauen mit Brustkrebs und ihre ÄrztInnen herausgegeben. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) und die Deutsche  Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG) haben am 03.03.2010 immerhin eine Stellungnahme abgegeben und fordern weitere Studien. Ob sie sich dabei vorstellen, dass erkrankte Patientinnen sich in diesen Studien den bekannt gewordenen Risiken freiwillig aussetzen? Ebenso empfehlen sie den Griff zu weiteren Antidepressiva &#8211; und zwar ohne dass nicht-medikamentöse Alternativen diskutiert werden. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft und die Bundesärztekammer haben bisher keine Informationen bereitgestellt. Wer wird im Interesse von Patientinnen Verantwortung übernehmen?</p>
<h3>Weiterlesen</h3>
<p>Test: <a href="http://www.test.de/themen/gesundheit-kosmetik/meldung/Brustkrebs-Vorsicht-bei-Tamoxifen-und-Paroxetin-1852247-2852247/" target="_blank">Brustkrebs &#8211; Vorsicht bei Tamoxifen und Paroxetin</a> Stiftung Warentest</p>
<p><a href="http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/40020/Toedliche_Wechselwirkung_Antidepressiva_schwaechen_Tamoxifen.htm" target="_blank">Tödliche Wechselwirkung: Antidepressiva schwächen Tamoxifen</a> Deutsches Ärzteblatt</p>
<p>Originalveröffentlichung: (pdf) <a href="http://www.bmj.com/cgi/reprint/340/feb08_1/c693.pdf" target="_blank">Selective serotonin reuptake inhibitors and breast cancer mortality in women receiving tamoxifen</a>: a population based cohort study, BMJ 2010;340:c693</p>
<p><span style="font-style: normal;">Pressemeldung des ICES: <a href="http://www.ices.on.ca/webpage.cfm?site_id=1&amp;org_id=117&amp;morg_id=0&amp;gsec_id=3086&amp;item_id=5984&amp;utility_link_id=3086" target="_blank">Popular antidepressant blocks the life-saving benefits of tamoxifen in breast cancer patients</a></span></p>
<p>Pressemeldung des Britisch Medical Journal (BMJ): <a href="http://www.eurekalert.org/pub_releases/2010-02/bmj-pab020810.php" target="_blank">Popular antidepressant blocks the beneficial effects of tamoxifen in breast cancer</a></p>
<p>Bericht zur Stellungnahme von <a href="http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2010/03/03/tamoxifen-nicht-gleichzeitig-mit-paroxetin-und-fluoxetin-einsetzen.html" target="_blank">AMK und DPhG</a> im Internetportal der Deutschen Apotheker Zeitung: &#8220;Tamoxifen nicht gleichzeitig mit Paroxetin und Fluoxetin  einsetzen!&#8221;</p>
<h3>Nachtrag</h3>
<p>Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM, Risikomeldung vom 03.11.2010: <a href="http://www.bfarm.de/cln_094/DE/Pharmakovigilanz/risikoinfo/tamoxifen-cyp2d6.html">Tamoxifen: Wechselwirkung mit CYP2D6-Inhibitoren</a><br />
Zitat: &#8220;Da ein reduzierter Effekt von Tamoxifen nicht ausgeschlossen werden  kann, sollte eine gleichzeitige Gabe von starken CYP2D6-Inhibitoren  möglichst vermieden werden. Zu den starken CYP2D6-Inhibitoren zählen  Paroxetin, Fluoxetin, Chinidin, Cinacalcet und Bupropion.&#8221;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Prävention, Aromatasehemmer und mehr vom Rande (SABCS V, 2009 &#8211; letzter Teil)</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/praevention-aromatasehemmer-2009/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 Jan 2010 20:59:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[antihormontherapien]]></category>
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		<category><![CDATA[BCA]]></category>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFDruckversion &#124; pdf &#62;&#62; Teil I &#8211; V hier von Gudrun Kemper Wer die bisher für das Jahr 2009 hier hinterlegten Berichte sehr genau verfolgt hat, hat vielleicht bemerkt, dass noch zwei fehlen. Hier sind sie. BIG Board Der Teil „Suche nach einer maßgeschneiderten Therapie“ (The Search for Tailored Treatment) von Jane [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/praevention-aromatasehemmer-2009/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p>Druckversion | pdf &gt;&gt; <a href="http://www.bcaction.de/pdf/infoblog/2009_SABCS.pdf" target="_blank">Teil I &#8211; V hier</a></p>
<p><em>von Gudrun Kemper</em></p>
<p><span style="color: #60748a;">Wer die bisher für das Jahr 2009 hier hinterlegten Berichte sehr genau verfolgt hat, hat vielleicht bemerkt, dass noch zwei fehlen. Hier sind sie.<br />
</span></p>
<h3>BIG Board</h3>
<p>Der Teil „Suche nach einer maßgeschneiderten Therapie“ (<a href="http://bcaction.org/index.php?page=the-search-for-tailored-treatment" target="_blank">The Search for Tailored Treatment</a>) von Jane Zones befasst sich vorwiegend mit der „McGuire-Lecture“ und dem Beitrag der europäischen &#8211; genauer gesagt belgischen &#8211; Ärztin und Medizinprofessorin <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Martine_Piccart" target="_blank">Martine Piccart</a> und beschreibt u.a., dass Piccart für 16 unterschiedliche globale Pharmakonzerne arbeitet, wie sie selbst in der Offenlegung ihrer Interessenkonflikte entsprechend angibt, genauer s. Vortragsfolien. Martine Piccart bekleidet bei den onkologischen Organisationen außerdem eine Reihe weiterer Funktionen. In ihrer Präsentation, die auf der Kongress-Webseite angeschaut werden kann, stellt Piccart sich selbst, umgeben vom Zirkel der ForscherInnen/MitarbeiterInnen aus den „BIG-Gruppen“, die sie selbst ins Leben gerufen hat, sozusagen im Herz bzw. als Kopf des „BIG Board“ dar. In ihrer stark personalisierten Präsentation (Titel „International Breast Cancer Research: Launching an Expedition to the Moon” &#8211; Die internationale Brustkrebsforschung: Aufbruch einer Expedition zum Mond) habe sie zu massiven Investitionen in neueste Entwicklungen aufgerufen, und es werden viele Fotografien unterschiedlicher WissenschaftlerInnen gezeigt, die fast nahtlos zur eigenen Familie überfließen und auch Martine Piccart als kleines Kind zeigen. Bei den <a href="http://www.aacr.org/home/public--media/media-resource-center/multimedia/ctrc-aacr-2009-sabcs-teleconferences-and-podcasts.aspx" target="_blank">AACR-Interviews</a> (s. Episode 17) ist Martine Piccart ebenfalls mit einem Video-Interview zu sehen. Sie spricht dort u.a. von der Brustkrebserkrankung ihrer Mutter und erklärt, dass ihrer Auffassung nach die in der letzten Dekade aufgebaute enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie (an der sie im europäischen Rahmen intensiv mitgewirkt hat bzw. eine Spitzenposition einnimmt) die Interessen der Patienten am besten schütze. Wer Interesse hat, sich eingehender damit zu befassen, kann die von Piccart dargelegte Vision bzw. Realität einer grenzenlosen &#8211; oder eher entgrenzten? &#8211; Zusammenarbeit von Wissenschaft und Pharmaindustrie auf der <a href="http://sabcs09.m2usa.com/sabcsdsv.html" target="_blank">Kongresswebseite</a> in der McGuire-Lecture nachlesen, direktes Verlinken der Beiträge ist, wie bereits beschrieben, technisch nicht möglich.<br />
<a name="valberal"></a></p>
<h3>Prävention</h3>
<p>Weiter mit Barbara Brenner vom 12. Dezember. Sie berichtet nochmals vom Einleitungsvortrag zur Ursachenforschung und Prävention von Valerie Beral. Beral habe die schützenden Effekte des Kinderkriegens und Stillens und, bis zu einem gewissen Grad, auch die Risiken durch Hormonersatztherapie, Übergewicht und Alkoholkonsum hervorgehoben. Nichts Neues also, wie auch Barbara Brenner unterstreicht.</p>
<ul>
<li>Valerie  Beral habe weiter berichtet über die unterschiedlichen Erkrankungsrisiken      von Frauen in weniger entwickelten bis hin zu den stark industrialisierten      Ländern. In letzteren ist die Brustkrebshäufigkeit bekanntlich stärker      ausgeprägt, s. dazu auch „<a href="http://www.bcaction.de/wordpress/das-urbane-leben-warum-das-brustkrebsrisiko-weltweit-weiter-steigt/" target="_self">Das      urbane Leben …</a>“  über eine NEJM-Berichterstattung      vom Januar 2008.</li>
<li>Valerie      Beral habe in ihrem aktuellen Beitrag die Ursachen &#8211; wie bereits zu Anfang      des 20. Jahrhunderts &#8211; hauptsächlich an den reproduktiven Unterschieden      festgemacht, als noch die natürlich nicht bewiesene Auffassung      vorherrschte, Brustkrebs stünde im Zusammenhang damit, dass die Brust      nicht „für ihre natürlichen Zwecke“ im Zusammenhang mit dem Gebären und      Stillen gebraucht würde.</li>
<li>Sie      verwies auch darauf, dass Brustkrebs – unabhängig von der Auffassung, dass      er Jahre brauche, um sich zu entwickeln – durch die Einnahme von Hormonen      zur Empfängnisverhütung (die „Pille“) bzw. als Hormonersatztherapie mit      und ohne Progesterone (synth. hergestellt Gestagene) vorübergehend häufiger auftrete, ein Risiko, welches nach dem Absetzen der Medikamente      schnell wieder abfalle.</li>
<li>Ernährung,      nicht aber Diät, spiele eine Rolle. Eine 20%ige Reduktion der      Brustkrebsinzidenz wäre zu erreichen, wenn Frauen nicht übergewichtig      wären, keinen Alkohol zu sich nähmen und auf die Hormontherapie      verzichteten. Diese Berechnung entspricht in den USA 40.000 Fällen, für      Deutschland wären es hypothetisch rund 10.000 Frauen weniger, die an Brustkrebs erkranken.</li>
</ul>
<h3>Pech gehabt</h3>
<p>Die anderen betroffenen Frauen hätten eben einfach „Pech“, wenn sie trotzdem erkrankten. Wissenschaftliche Fakten, die auch hinter diesem „Pech“ bekanntlich stehen, wurden nicht thematisiert.</p>
<ul>
<li>So      ging Valerie Beral nicht auf den Widerspruch ein, dass Frauen in      Entwicklungsländern in den Städten sehr viel schneller an Brustkrebs      erkrankten, als dass sie ihre reproduktiven Gewohnheiten veränderten.</li>
<li>Auch      den Anstieg der Brustkrebsinzidenz durch den Einsatz von      Mammographie-Screening bzw.</li>
<li>den      stärkeren Gebrauch von Röntgenstrahlen in industrialisierten Ländern ließ      Valerie Beral unter den Tisch fallen, ebenso wie auch</li>
<li>die      vermehrte Aufnahme von hormonwirksamen Substanzen (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Endokrine_Disruptoren" target="_blank">endokrine      Disruptoren</a>)
<ul>
<li> über die Nahrung in entwickelten       Ländern, bzw.</li>
<li>über       die Aufnahme solcher Stoffe durch die Haut im Zusammenhang mit       Körperpflegeprodukten. Barbara Brenner weist hier auf einen Leserinnenbrief       von Adrienne Olson, erschienen Journal of Clinical Oncology im August       2009, hin: <a href="http://jco.ascopubs.org/cgi/content/full/27/26/e103" target="_blank">Breast       Cancer Patients Unknowingly Dosing Themselves With Estrogen by Using       Topical Moisturizers</a> (Brustkrebspatientinnen verabreichen sich durch       den Gebrauch von Feuchtigkeitscremes unwissentlich Östrogene selbst).</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Im Zusammenhang mit Brustkrebs wenig weiterführende Gedanken von Dr. Valerie Beral hätten, so Brenner, zum Ende ihrer Präsentation in einer Gratulation an Amerika für die Wahl von Barack Obama zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gemündet. Vielleicht kommt auf dem Deutschen Senologie-Kongress ja auch einmal jemand auf die Idee, uns zu Dr. Angela Merkel zu gratulieren.</p>
<h3>Exemestan (Aromasin) Update: Trommeln für Aromatasehemmer geht weiter</h3>
<p>Eine prospektive, randomisierte Phase III-Studie (Abstract 11, SABCS 2009) habe 5 Jahre Exemestan verglichen mit Tamoxifen gefolgt von Exemestan für den Zeitraum von insgesamt 5 Jahren bei postmenopausalen, Hormonrezeptor positiven Patientinnen. Bei einer Nachbeobachtungszeit von median 5,5 Jahren hätten sich keine Unterschiede im krankheitsfreien Überleben (DSF), im Gesamtüberleben (OS) bzw. in der Zeit bis zum Rezidiv (TTP) gezeigt. Switch bei den Nebenwirkungen: Unter Exemestan haben sich mehr Osteoporose und mehr Bluthochdruck, dafür aber weniger Nebenwirkungen auf die Gebärmutter als unter Tamoxifen gezeigt.</p>
<p>In einer anderen Studie (Abstract 12, SABCS 2009) wiederum wurde gezeigt, dass unter Exemestan das „Brustkrebs freie Überleben“ – welches leider nicht identisch ist mit einem tatsächlich längeren Überleben – um 4% gesteigert werden konnte (acht Jahre Nachbeobachtungszeit). Eine eingetretene Metastasierung unter Exemestan betrifft aus bisher nicht bekannten Gründen eher die Knochen.</p>
<p>In Abstract 14 wird außerdem der Frage nachgegangen, ob stärkere Nebenwirkungen unter Aromatasehemmern auch bessere Überlebensdaten mit sich bringen. Vared Stearms, die Referentin dieses Vortrags, kam zur Antwort: Nein.</p>
<p>Außerdem berichtet Barbara Brenner noch über die unter Abstract 15 verzeichnete Studie, die von Meredith Reagan erklärt wurde. Sie wäre auf das sogenannte selektive „cross-over“ zu sprechen gekommen, welches in der BIG 1-98 Studie praktiziert wurde (zu BIG, 1996 begründet und bis heute unter dem Vorsitz von Martine Piccart, s. auch oben Bericht zu Piccart). In der BIG 1-98 Studie wurde Femara mit Tamoxifen verglichen. Meredith Reagan habe erklärt, dass die Möglichkeit, von dem Studienarm mit der Standardtherapie in den Testarm für die neue Substanz wechseln zu können, die Randomisation ebenso wie die Möglicheit, Schlussfolgerungen aus der Studie zu ziehen,  zerstöre. Wie sie trotzdem dann noch zu einem statistisch signifikanten Vorteil für Letrozol nach 5 Jahren kommt, bleibt der Autorin dieses Textes leider nicht wirklich nachvollziehbar. Vielleicht passiert ja irgendwann das Wunder und wir finden die relativen Zahlen der Studienteilnehmerinnen der BIG 1-98 mit allen Armen, Optionen, Switchen, Ergebnissen und Interessenkonflikten transparent und nachvollziehbar dargestellt.</p>
<h3>Am Rande …</h3>
<p>berichtet Barbara Brenner vom 10. Dezember schließlich über die Aufregungen zu den neuen Screening-Empfehlungen der U.S. Preventive Task Force (USPSTF), s. auch „<a href="../mammo-leitlinien-us/" target="_blank">Kein Brustkrebs-Screening zwischen 40 und 50</a>“. Einige der amerikanischen Abgeordneten seien so aufgebracht deswegen, dass sie eine Überprüfung der Task Force durch den Congress anstrengen wollten.</p>
<p>Weitere „Neuigkeit“ sei, dass Nancy Brinker – nach dem Rausschmiss von Hala Moddelmog, die den Job im Jahr 2006 übernommen hatte – die Leitung von Komen wieder selbst übernähme.</p>
<p>Außerdem berichtet Barbara Brenner, was ihr Herz erwärmte, nämlich wie einer der Gründerväter des San Antonio Breast Cancer Symposiums, Dr. Charles Coltman, über die frühen Zeiten des SABCS, als noch Rose Kushner den Kongress besuchte, ins Schwärmen geraten sei. Kushner habe Veränderungen in der Behandlungsstrategie der Ärzte gefordert und bei der Tagung in der vordersten Reihe gesessen, um Fragen an die Moderation zu richten. Dieser Geist sei weitgehend verschwunden, es bleibe aber immer die Hoffnung, dass es wieder werden könnte.</p>
<h3>Weiterlesen</h3>
<p>Mehr zu Rose Kushner: <a href="../../bcbooks/auf-den-spuren-von-rose-kushner-brustkrebs-lobby-industrie-therapie/" target="_blank">Eine alte Geschichte: Auf den Spuren der Brustkrebsaktivistin Rose Kushner</a></p>
<p>Barbara Brenner im <a href="http://bcaction.org/index.php?page=prevention-aromastase-inhibitors-and-heard-in-the-halls" target="_blank">Original</a></p>
<p><a href="http://www.bcaction.de/wordpress/brustkrebs-schnittrand-bisphosphonat-alkoholkonsum-sabcs-2009/">Brustkrebs: Vom Schnittrand zum Bisphosphonat und zum Alkoholkonsum (SABCS 2009, IV)</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/das-san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2008-ein-anderer-kongressbericht/" target="_blank">San Antonio Breast Cancer Symposium 2008</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/die-anzahl-der-gescheiterten-durchbrueche/" target="_blank">San Antonio Breast Cancer Symposium 2007</a></p>
<p>Die englischen <a href="http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage" target="_blank">Breast Cancer Action-Berichte bis zum Jahr 1999</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Tamoxifen, Avastin und mehr (SABCS 2009, III)</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/tamoxifen-avastin-und-mehr-sabcs-2009-iii/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 17:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[antihormontherapien]]></category>
		<category><![CDATA[avastin - bevacizumab]]></category>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFDruckversion &#124; pdf &#62;&#62; Teil I &#8211; V hier Über Barbara Brenners Bericht vom San Antonio Breast Cancer Symposium zum Freitag, 11.12.2009 (zusammengefasst von Gudrun Kemper) Einleitend hält Barbara Brenner fest, dass sie die Beiträge zu den molekularen Grundlagen überspringt, sie wären nur interessant für Ärzte und die Medikamentenentwicklung, aber bedeutungslos für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/tamoxifen-avastin-und-mehr-sabcs-2009-iii/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p>Druckversion | pdf &gt;&gt; <a href="../../pdf/infoblog/2009_SABCS.pdf" target="_blank">Teil I &#8211; V hier</a></p>
<p><em>Über Barbara Brenners Bericht vom San Antonio Breast Cancer Symposium zum Freitag, 11.12.2009 (zusammengefasst von Gudrun Kemper)</em></p>
<p>Einleitend hält Barbara Brenner fest, dass sie die Beiträge zu den molekularen Grundlagen überspringt, sie wären nur interessant für Ärzte und die Medikamentenentwicklung, aber bedeutungslos für Patientinnen. Außerdem entschied sie sich vor dem Hintergrund der Zulassungskriterien der Arzneimittelbehörde FDA, nur Vorträge zu Phase-III-Studien zu besuchen.</p>
<h3>Tamoxifen</h3>
<p>So saß sie in einer Präsentation zu Tamoxifen, dem Medikament, das seit über 30 Jahren bei Brustkrebs eingesetzt wird. Eigentlich müsste man hierüber alles wissen, aber dem sei nicht so, erklärt sie. Bei der Untersuchung ging es um Langzeitresultate bei Frauen, die eine Brustkrebsvorstufe &#8211; sog. „DCIS“ (Ductales Carcinoma in situ) &#8211; hatten, was chirurgisch entfernt worden war. Die Präsentation von Jack Cuzick ist im <a href="http://www.abstracts2view.com/sabcs09/view.php?nu=SABCS09L_775" target="_blank">Abstract 34</a> zusammengefasst. Verglichen wurden Patientinnen, die zusätzlich zur Operation</p>
<ul>
<li>nur eine Strahlentherapie,</li>
<li>nur Tamoxifen</li>
<li>oder beides</li>
</ul>
<p>erhalten hatten. Die Strahlentherapie konnte Rezidive in der betroffenen Brust um 60% reduzieren, Tamoxifen zeigte bei der Langzeitbeobachtung eine Reduktion von Rezidiven, meistens in der anderen, nicht betroffenen Brust. Cuzick habe mehrfach betont, dass die lange Bachbeobachtungszeit beim DCIS sehr wichtig sei, da das Risiko, an einem DCIS zu versterben, sehr gering sei. Der Effekt von Tamoxifen sei bei geringgradig und mittelgradig veränderten Zellen besser gewesen als bei den hochgradig veränderten („high grade“ DCIS) und die fortlaufende Untersuchung solle zeigen, welche Patientinnen den größten Vorteil von den Therapien haben könnten. In Bezug auf das Überleben gab es in den drei Studienarmen keine Unterschiede. Allerdings habe diese Untersuchung einen Schwachpunkt. Eine nennenswerte Gruppe von Patientinnen hatte nach der Therapie keine tumorfreien Schnittränder, was die Untersuchungsergebnisse möglicherweise durcheinander bringt, da eben tumorfreie Schnittränder für die Patientin bedeuten könnten, dass sie weniger Therapien braucht. Zur Übertherapie dieser Erkrankung, die auch in Deutschland und gerade im Zusammenhang mit dem Mammographie-Screening diskutiert wird, hat Jack Cuzick festgestellt, dass es unglücklicherweise Überbehandlung beim DCIS gibt.</p>
<h3>Avastin</h3>
<p>Barbara Brenner schreibt, wie bereits aus anderen Berichten zu Avastin (Bevacizumab) hier bekannt: Es konnten keine Überlebenszeitvorteile durch das Medikament nachgewiesen werden (AVADO-Studie, <a href="http://www.abstracts2view.com/sabcs09/view.php?nu=SABCS09L_893" target="_blank">Abstract 41</a>, und RIBBON 2-Studie, <a href="http://www.abstracts2view.com/sabcs09/view.php?nu=SABCS09L_1184" target="_blank">Abstract 42</a>), in der letzten der beiden Studien gab es jedoch mehr Nebenwirkungen unter Avastin. Im <a href="http://www.abstracts2view.com/sabcs09/view.php?nu=SABCS09L_694" target="_blank">Abstract 43</a> &#8211; bzw. dem entsprechenden Vortrag auf dem Kongress &#8211; ging es außerdem um die Gabe von Avastin vor einer Operation („neoadjuvant“ oder auch „präoperativ“ genannt). Die Daten legen nahe, dass es nach der Gabe von Avastin problematisch sein kann, Eigengewebe oder Implantate nach der OP für plastische Operationen einzusetzen. Komplikationen wie Wundkomplikationen und Wundheilungsstörungen, die die Explantation der Implantate notwendig machten, zeigten sich bei 43% der Patientinnen, genauere Daten s. Abstract 43.</p>
<p>Die hier genannten Studien wurden von Pharmafirmen finanziert, was auch bei anderen Studien zu peniblen Rückfragen führte. So musste sich einer der Vortragenden öffentlich schelten lassen, da er die Finanzierung einer Studie zu Sunitinib durch Pfizer nicht genannt hatte.</p>
<h3>Am Rande …</h3>
<p>… berichtete Barbara Brenner weiter:</p>
<ul>
<li>Die gesetzlichen Krankenkassen in Italien würden Medikamentenkosten nicht mehr      übernehmen, wenn nicht wenigstens belegt sei, dass sie das Leben der      Patientinnen um mindestens drei Monate verlängern könnten.</li>
<li>Das National Comprehensive Cancer Network (NCCN) überprüfe die Preise für neue Krebsmedikamente.</li>
<li>In Japan und Indien seien die Chirurgen zugleich auch die Onkologen, allein onkologisch tätige Ärzte gäbe es nicht.</li>
<li>Die Susan G. Komen for the Cure Foundation gab in diesem Jahr keines ihrer üblichen alljährlichen Dinner zur Verleihung ihrer Wissenschaftspreise. Es gab lediglich einen Empfang. Breast Cancer Action war nicht eingeladen.</li>
<li>Die Leitung der Komen-Stiftung glaubt nicht, dass es die Überbehandlung von Brustkrebs gibt.</li>
</ul>
<h3><strong>Weiterlesen</strong></h3>
<p>Barbara Brenner im <a href="http://bcaction.org/index.php?page=tamoxifen-avastin-herceptin-tykerb-and-heard-in-the-halls" target="_blank">Original</a></p>
<p><a href="http://www.bcaction.de/wordpress/brustkrebs-herceptin-tyker-sabcs-2009/">Brustkrebs, Herceptin, Tykerb, Treffen mit Genentech und Berichte vom Rande … (SABCS 2009, II)</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/das-san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2008-ein-anderer-kongressbericht/">San Antonio Breast Cancer Symposium 2008</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/die-anzahl-der-gescheiterten-durchbrueche/" target="_blank">San Antonio Breast Cancer Symposium 2007</a></p>
<p>Die englischen <a href="http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage" target="_blank">Breast Cancer Action-Berichte bis zum Jahr 1999</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Brustkrebs, Herceptin, Tykerb, Treffen mit Genentech und Berichte vom Rande &#8230; (SABCS 2009, II)</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/brustkrebs-herceptin-tyker-sabcs-2009/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 13:20:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[antihormontherapien]]></category>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFDruckversion &#124; pdf &#62;&#62; Teil I &#8211; V hier Über Barbara Brenners Bericht vom San Antonio Breast Cancer Symposium zum Samstag, 12.12.2009 (zusammengefasst von Gudrun Kemper) Am Rande und vorweg Was Barbara Brenner berichtet, klingt irgendwie ein wenig wie bereits in den vergangenen Jahren: So wenig, wie die Sprache der Medizin sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/brustkrebs-herceptin-tyker-sabcs-2009/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p>Druckversion | pdf &gt;&gt; <a href="../../pdf/infoblog/2009_SABCS.pdf" target="_blank">Teil I &#8211; V hier</a></p>
<p><em>Über Barbara Brenners Bericht vom San Antonio Breast Cancer Symposium zum Samstag, 12.12.2009 (zusammengefasst von Gudrun Kemper)</em></p>
<h3>Am Rande und vorweg</h3>
<p>Was Barbara Brenner berichtet, klingt irgendwie ein wenig wie bereits in den vergangenen Jahren: So wenig, wie die Sprache der Medizin sich verändert hat (auch hier kennen wir diese Sprache, die z.B. Probandinnen rekrutiert, versorgt etc.), so wenig gibt es auch im Jahr 2009 bahnbrechende Neuigkeiten zu Brustkrebs, auch nicht auf dem bedeutendsten Kongress zu Brustkrebs weltweit, dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS, <a href="http://www.sabcs.org/" target="_blank">http://www.sabcs.org/</a>).</p>
<p>Google bringt für den Begriff SABCS rund eine halbe Million Treffer, für SABCS 2009 sind es bereits knapp 40.000. Findet sich dort mehr Heilsameres als bei der <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/ebcc-6-brustkrebs-pravention-im-programm-vergessen/" target="_blank">EBCC 6</a>, der europäischen kleineren Variante dieser Veranstaltung, die im April 2008 in Berlin stattgefunden hat? Wir gehen &#8211; wie bereits in den Vorjahren &#8211; dankbar mit den unabhängigen, engagierten Spezialistinnen von <a href="http://www.bcaction.org/" target="_blank">Breast Cancer Action</a> auf die Suche in den Zusammenfassungen, die Breast Cancer Action dazu anbietet, s. <a href="http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage" target="_blank">http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage</a></p>
<p>Es sollte eigentlich stets selbstverständlich sein, dass die Abstracts so hochrangiger Kongresse bei den vorgestellten Studienergebnissen immer die internationalen Standardnummern der klinischen Studien angeben. Leider enthalten die Abstracts des SABCS 2009 diese Nummern (ISRCTN) wieder nicht, obwohl sie ein Zuordnen und Nachverfolgen der Ergebnisse der Studien, an denen sich Frauen mit Brustkrebs beteiligen, auch längerfristig erleichtern würden. Ob hier bei allem Aufwand für diese Art von Kongressen etwa an der falschen Stelle gespart wird? Oder werden Verbesserungen bei der längerfristigen Beobachtung von Forschungsergebnissen etwa absichtlich erschwert? Bemängeln muss man übrigens auch, dass die Kongressergebnisse des SABCS nur für sehr wenige Jahre rückwärts noch auf der Webseite der Veranstaltung zu recherchieren sind. Dies erhöht die Intransparenz oder lässt darauf schließen, dass die Inhalte in gewisser Weise „Verbrauchsmaterial“ sind.</p>
<h3>&#8220;Glaub den Nachrichten nicht &#8230;&#8221; (Herceptin und Tykerb)</h3>
<p>Unter der Überschrift „Herceptin und Tykerb für metastasierten Brustkrebs – Glaub den Nachrichten nicht“ (Don’t believe the News Reports) gibt es Infos über eine Analyse zum Überleben der Patientinnen unter diesen Medikamenten, s. dazu Abstract 61 vom SABCS 2009: <a href="http://www.abstracts2view.com/sabcs09/view.php?nu=SABCS09L_2086" target="_blank">Updated Survival Analysis of a Randomized Study of Lapatinib Alone or in Combination with Trastuzumab in Women with HER2-Positive Metastatic Breast Cancer Progressing on Trastuzumab Therapy</a>.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="237" height="144" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="align" value="right" /><param value="http://www.youtube.com/v/6QaPHf1sdZI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/6QaPHf1sdZI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="237" height="144" src="http://www.youtube.com/v/6QaPHf1sdZI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" align="right"></embed></object> Die Pressemeldung zu dieser Präsentation („Neue Medikamentenkombination verbessert Brustkrebsüberleben“) versprach mehr, als sie halten konnte. Die Referentin Kim Blackwell (wer die englische Sprache gut versteht, kann sie auch als Video aktuell vom SABCS 2009 auf der Webseite der amerikanischen Krebsforschungsvereinigung AACR bei youtube genau zu diesem Vortrag ansehen und anhören) habe eine lange Liste von finanziellen Interessenkonflikten offengelegt. Die Studie verglich „intensiv vorbehandelte“ Patientinnen, die Tykerb (Lapatinib) oder eine Kombination mit diesem Stoff plus Herceptin erhalten haben. Frauen, die nur Lapatinib erhalten hatten, durften bei einem Fortschreiten der Krankheit in den Arm der Studie überwechseln, die beide Medikamente erhielten, was 52% der Patientinnen auch gemacht haben. Die Studie hat einen „statistisch signifikanten Vorteil für die kombinierte Therapie“ gezeigt, entsprechend 26% = Überlebensvorteil 4,5 Monate durchschnittlich. Weitere Faktoren wie z.B. Art der Metastasierung, Gesundheitszustand der Patientin etc. haben diese Überlebenszeit ebenfalls beeinflusst. Nach Blackwell schmilzt der immer noch „signifikante Vorteil“ jedoch noch weiter zusammen, wenn man diese Faktoren genauer justiert, wenn also die Patientinnengruppen noch ähnlicher sind, während die Nebenwirkungen bei Kombination der Medikamente zunehmen. Die Referentin habe am Ende ihrer Präsentation darauf verwiesen, dass die ALTTO Studie die Kombination von Tykerb und Herceptin in einem früheren Erkrankungsstadium untersucht. Außerdem habe sie von neuen Maßeinheiten für die Wirksamkeit der Therapien berichtet, die sogenannte „clinical benefit rate“, die sie als eine Kombination von komplettem Ansprechen, teilweisem Ansprechen und stabilem Krankheitszustand beschrieb. Diese neuen Endwerte ordnet Barbara Brenner in den Kontext der Medikamentenzulassung bei der FDA ein, die zurzeit sogenannte Surrogatmarker – Ersatzmaßeinheiten &#8211; für den klinischen Vorteil akzeptiert.</p>
<p>Die Grenzen zwischen subjektiven und objektiven Vorteilen von Medikamenten können bei diesem Vorgehen leicht verschwimmen. Es dürfte klar sein, dass Frauen mit Brustkrebs, die sich einer Therapie unterziehen, tatsächlich länger leben wollen, anstatt lediglich ein „Ansprechen“, „beschränktes Ansprechen“ bzw. eine Phase der „stabilen Erkrankung“ durch nebenwirkungsreiche Therapien zu erfahren, die schlussendlich das Überleben eben nicht verlängern.</p>
<p>Kathleen Prichard aus Kanada hat ebenfalls eine Präsentation zu Tykerb vorgetragen. Nach ihrem Beitrag habe Tykerb den Patientinnen nichts gebracht, während die fortgesetzte Gabe von Tamoxifen hilfreich sei. Kim Blackwell habe das als richtige Aussage bestätigt und Barbara Brenner kommentiert, dass das, was in der Presse als aufregender Durchbruch beschrieben werde, alles andere sei als das, während sich die Kosten für Tykerb in den USA auf über 40.000 US-Dollar pro Patientin beliefen. Könnte es sein, dass derartig hohe Kosten für wenig effektive Medikamente etwas damit zu tun haben, dass der Zugang zu medizinischen Leistungen für viele Menschen in den USA, die nicht in der Lage sind, die Kosten für teure private Versicherungspolicen aufzubringen, nach wie vor so prekär ist? Die Gefahr besteht übrigens auch bei uns, denn es hat Gründe, wenn wichtige medizinische Leistungen wie das Gespräch mit unseren ÄrztInnen immer mehr aus der Reichweite verschwinden.</p>
<h3>Genentech-Treffen</h3>
<p>Mehr über Genentech s.a. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Genentech">Wikipedia</a>.</p>
<p>Beim Treffen mit Genentech (die Firma ist seit März 2009 wieder vollständig im Besitz von Roche) habe sich Sandra Horning als neue Chefin für den Bereich der klinischen Forschung und Entwicklung im Bereich Hämatologie / Onkologie vorgestellt, berichtet Barbara Brenner. Sie habe erzählt, dass sie selbst Brustkrebs-Überlebende sei.</p>
<p>Der Leiter der Diagnostika-Gruppe Robert Schueren habe von der Suche des Unternehmens nach Biomarkern berichtet.</p>
<p>Julie Hambleton, die beim Produkt Avastin mitarbeite, habe von den Aktivitäten der Firma bei der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA berichtet, bei denen es um die Ausweitung des Gebrauchs von Avastin bei Brustkrebs gehe. Sie habe erwähnt, dass es keine Studien gäbe, die Überlebensvorteile beim metastasierten Brustkrebs unter Avastin zeigen konnten, und verwies auf das „progressionsfreie Überleben“ und dass es keine Beeinträchtigungen beim Überleben gäbe (!!) („no detriment to survival“, detriment = dt. Nachteil, Beeinträchtigung, Schaden, Schadenserwartungswert). Außerdem habe Hambleton darauf hingewiesen, dass die rigoroseren Studien zu diesem Medikament weniger in Bezug auf das „progressionsfreie Überleben“ gebracht habe als in der Studie, die in den USA zur beschleunigten Zulassung geführt hat, was man bedauerlicherweise in anderen Worten vielleicht zusammenfassen könnte mit „mehr Avastin bringt noch weniger“. Wir verweisen auch auf unsere <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/avastin-berichterstattung/">Berichterstattung zu Avastin</a> vom 7. Juni 2008. Julie Hambleton habe überdies insistiert, dass alle bei Genentech Medikamente wollten, die das Überleben tatsächlich verlängerten und die Überlebensqualität verbesserten, doch man halte an der Zulassung von Medikamenten auch auf Basis des sogenannten „progressionsfreien Überlebens“ (= keine Änderung der Überlebenszeit) fest, da man die Auffassung vertrete, dass Patientinnen die Wahl haben sollten.</p>
<p>Mit anderen Worten: Mit oder ohne Medikamente, in Sachen Überleben läuft es auf das Gleiche hinaus, wenn da nicht noch die Kosten für die Medikamente wären.</p>
<h3>Am Rande  …</h3>
<p>Dennis Slamon habe bei einer Präsentation angemerkt, dass die Liste der Offenlegung der finanziellen Verbindungen der Forscher, die an einer Studie gearbeitet haben, so lang wäre, dass sie bereits die gesamte Zeit, die für die Präsentation verfügbar wäre, verbrauche. Er habe aber nicht gesagt, dass es praktisch unmöglich ist, ÄrztInnen und ForscherInnen zu finden, die keine finanziellen Interessenkonflikte hätten.<br />
Eine einsame Ausnahme sei aber <a href="http://www.stanford.edu/group/sjeffreylab/">Stefanie Jeffrey</a>, eine Chirurgin und Wissenschaftlerin an der Stanford Universität, die grundsätzlich keine Finanzierung vor dem Hintergrund von geschäftlichen Interessenkonflikten akzeptiere. Der Geburtstagstorte auf ihrer Webseite sieht man irgendwie an, dass sie an Genexpressionsprofilen forscht.</p>
<p>Außerdem habe Komen nun den kleinen Zeh in die Frage der Verursachung von Brustkrebs durch Umweltverschmutzung gesteckt. In diesem Zusammenhang sei eine Spende an das <a href="../../bcbooks/interessenkonflikte-in-der-medizinischen-forschung-ausbildung-und-praxis/">Institute of Medicine (IOM)</a>, um einen Bericht zur Evidenz zu erstellen. Zuvor hatte Komen das Silent Spring Institute (s. Literatur zu Brustkrebs und Umwelt, Literaturhinweis unten zu Rachel Carsons Buch <a href="../../03info/praevention_literatur.htm">„Der stumme Frühling“, Silent Spring</a>) gefördert, das die Ergebnisse seiner Arbeit in der Zeitschrift „<a href="http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/fulltext/114261513/PDFSTART">Cancer</a>“ [pdf zum Volltext] bereits 2007 veröffentlicht hat.</p>
<h3><strong>Weiterlesen</strong></h3>
<p>Barbara Brenner im <a href="http://bcaction.org/index.php?page=herceptin-tykerb-meeting-with-genentech-and-heard-in-the-halls" target="_blank">Original</a></p>
<p><a href="http://www.bcaction.de/wordpress/san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2009/" target="_blank">San Antonio, wir kommen: Die Kälte, die Mammographie und die Kosten (SABCS 2009, I)</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/das-san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2008-ein-anderer-kongressbericht/" target="_blank">San Antonio Breast Cancer Symposium 2008</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/die-anzahl-der-gescheiterten-durchbrueche/" target="_blank">San Antonio Breast Cancer Symposium 2007</a></p>
<p>Die englischen <a href="http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage" target="_blank">Breast Cancer Action-Berichte bis zum Jahr 1999</a></p>
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		<title>Tamoxifen weiter Mittel der Wahl: Zum aktuellen Stand des Wissens</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/tamoxifen-mittel-der-wahl-200/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Jun 2009 20:35:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFa-t 6/2009 &#8211; gelesen von Gudrun Kemper Im aktuellen Heft Nr. 6 des arznei-telegramms (a-t) findet sich diesmal neben dem Blickpunkt &#8220;Deutsches Grünes Kreuz &#8230; Feigenblatt für Pharmamarketing&#8221; eine Bestandsaufnahme zum adjuvanten Einsatz von Aromatasehemmern bei Brustkrebs, die den aktuellen Stand der Forschung zu diesen immer noch relativ neuen Medikamenten &#8211; umfassend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/tamoxifen-mittel-der-wahl-200/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p><em>a-t 6/2009 &#8211; gelesen von Gudrun Kemper</em></p>
<div id="attachment_1853" class="wp-caption alignleft" style="width: 230px"><a href="http://www.arznei-telegramm.de" target="_blank"><img class="size-full wp-image-1853" title="arznei-telegramm" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/04/arznei-telegramm2.jpg" alt="arznei-telegramm" width="220" height="77" /></a><p class="wp-caption-text">arznei-telegramm</p></div>
<p>Im aktuellen Heft Nr. 6 des arznei-telegramms (a-t) findet sich diesmal neben dem Blickpunkt &#8220;<a href="http://www.arznei-telegramm.de/zeit/zeit_a.php3" target="_blank">Deutsches Grünes Kreuz &#8230; Feigenblatt für Pharmamarketing</a>&#8221; eine Bestandsaufnahme zum <a href="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/03/wikipedia11.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-1403" title="wikipedia11" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/03/wikipedia11.jpg" alt="wikipedia11" width="11" height="11" /></a> <a title="Externer Link zur Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adjuvant" target="_blank">adjuvant</a>en Einsatz von Aromatasehemmern bei Brustkrebs,  die den aktuellen Stand der Forschung zu diesen immer noch relativ neuen Medikamenten &#8211; umfassend und mit klaren Zahlen versehen &#8211; zusammenfasst.</p>
<h3>Überlebenszeiten</h3>
<p>a-t kommt zu dem Schluss, dass die Medikamente zwar das Rezidivrisiko geringfügig senken, während sich ein Einfluss auf die Senkung der Sterblichkeit jedoch nicht valide belegen lasse. Es zeigten sich Mängel  bei den dazu durchgeführten Studien. Außerdem sei möglicherweise die Nachbeobachtungszeit nach wie vor zu kurz, um Effekte auf die Sterblichkeit überhaupt bewerten zu können. a-t weist darauf hin, dass sich der lebensverlängernde Effekt durch Tamoxifen erst nach 10 Jahren Nachbeobachtung voll zeigt. Interessant sind die genannten Zahlen, mit denen ein realistisches Bild von der Wirksamkeit des Brustkrebsmedikaments entsteht. „Die absolute Reduktion der Sterblichkeit nach fünfjähriger Einnahme von Tamoxifen gegenüber Nichtbehandlung beträgt bei Frauen mit positivem oder unbekannten Hormonrezeptorstatus nach 5 Jahren 3,5%, nach 10 Jahren 7,6% und nach 15 Jahren 7,9%. Die Rezidivrate nimmt bei diesen Frauen durch Tamoxifen nach 5 Jahren absolut um 11,4%, nach 10 Jahren um 13,6% und nach 15 Jahren um 11,8% ab“, schreibt arznei-telegramm.</p>
<h3>Qualität der Studien</h3>
<p>a-t beschreibt, dass die Studien teilweise mangelhaft durchgeführt worden sind (z.B. die ABCSG-8-Studie der Österreichischischen Studiengruppe ABCSG). Eine von Astra Zeneca durchgeführte Studie hat mehr als 25% der ursprünglich randomisierten Patientinnen in der Bewertung ausgeschlossen. a-t bewertet diese Studie deswegen mit „nicht aussagefähig“. Auch bei der ARNO 95-Studie fällt eine hohe „Verlustrate“ (20%) auf, so a-t. Die auch von anderen Patientinnen-Organisationen wie <a title="Externer Link zu Breast Cancer Action" href="http://bcaction.org/index.php?page=searchresults&amp;cx=010754878595916914806%3Afaz-w5j_poo&amp;cof=FORID%3A11&amp;q=crossover&amp;sa.x=0&amp;sa.y=0#611" target="_blank">Breast Cancer Action</a> immer wieder kritisierten frühen „Entblindungen“ mit anschließendem sogenannten „Crossover“ &#8211; einer vorzeitigen Bekanntgabe der ersten Ergebnisse und dem Angebot an die Studienteilnehmerinnen, das Medikament zu erhalten, das sich in der ersten Zeit der Beobachtung als besser gezeigt hat -  macht langfristig Bewertungen unmöglich. „Verhängnisvoll“ – meint dazu a-t. Diese Art der verhängnisvollen Forschung bringt uns Frauen mit Brustkrebs nicht weiter. Eine adäquate unabhängige Fraueninteressenvertretung ist bei diesen Studien nicht gegeben.</p>
<h3>Leitlinienempfehlungen</h3>
<p>In Deutschland haben AGO und S3-Leitlinie ihre Therapie-Empfehlungen dennoch von Tamoxifen bereits auf Aromatasehemmer umgestellt. In Kanada ist in der Leitlinie 2008 jedoch beispielsweise Tamoxifen nach wie vor „akzeptable Option“ und Aromatasehemmer „akzeptable Alternative“ – so berichtet a-t. Nach Auffassung des arznei-telegramms bleibt Tamoxifen nach wie vor &#8220;Mittel der Wahl&#8221; in der adjuvanten Brustkrebstherapie.</p>
<h3>Fragwürdig</h3>
<p>Ferner werden offene Fragen andiskutiert. So ist offen, welche Therapie Patientinnen erhalten sollen, die unter ein Aromatasehemmer ein Rezidiv erlitten haben. Die Empfehlungen des von Pharmafirmen gesponserten Vereins „mamazone e.V.“ hinsichtlich CYP-2G6-Testung, die der Verein auf der Webseite veröffentlicht, werden vom a-t als „wenig gesichert“ bewertet. Die bisher vorliegenden Daten beruhten auf zu kleinen Studien, die überwiegend retrospektiv ausgewertet worden seien und die überdies zu inkonsitenten Ergebnissen geführt hätten. Von einer routinemäßig durchgeführten Testung rät a-t dementsprechend ab. Auch der Anbieter des Tests, Roche, sponsert mamazone mit über 40.000 € jährlich:  a-t verweist hier auf den Spiegel-Artikel „Kranke Geschäfte“ von Julia Bonstein.</p>
<h3>Weiterlesen:</h3>
<p>Da das arznei-telegramm (a-t) ausschließlich durch Abos finanziert wird, ist es werbefrei und unabhängig.  a-t hat erneut einen sehr wichtigen Artikel zur Arzneimitteltherapie im Zusammenhang mit Brustkrebs veröffentlicht.<br />
Hier geht es zum a-t Originalartikel: <a title="Zum Spiegel-Artikel &quot;Kranke Geschäfte&quot;" href="http://www.bcaction.de/pdf/00blog/KrankeGeschaefte_Spiegel.pdf" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-470" title="pdf" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/03/pdf1.jpg" alt="pdf" width="16" height="17" /></a> <a title="Zu dem Originalartikel aus dem Arzneitelegramm" href="http://www.bcaction.de/Blog/pdf/2009/tam_at.pdf" target="_blank">Adjuvante Aromatasehemmer bei Brustkrebs &#8211; Aktueller Kenntnisstand</a> (pdf, Bereitstellung mit freundlicher Genehmigung des <a title="Externer Link zum arznei-telegramm" href="http://www.arznei-telegramm.de" target="_blank">arznei-telegramm</a>)</p>
<p><a title="Zum Spiegel-Artikel &quot;Kranke Geschäfte&quot;" href="http://www.bcaction.de/pdf/00blog/KrankeGeschaefte_Spiegel.pdf" target="_blank"><img class="alignnone size-full wp-image-470" title="pdf" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/03/pdf1.jpg" alt="pdf" width="16" height="17" /> Kranke Geschäfte</a> von Julia Bonstein (pdf, Bereitstellung mit freundlicher Genehmigung des Spiegel)</p>
<p>Breast Cancer Action: <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/bca-berichtet-nebenwirkungen-bei-aromatasehemmern/" target="_blank">Nebenwirkungen unter Aromatasehemmern </a></p>
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