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	<title>infoblog! &#187; kongressbericht</title>
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	<description>relevante berichte zum thema brustkrebs</description>
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		<title>SABCS II &#8211; &#8220;Oncofertilität&#8221; &#8211; Junge Frauen und Brustkrebs &#8211; Ältere Frauen und Brustkrebs</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 18:29:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFAuch 2011 ist Breast Cancer Action (BCA) in San Antonio dabei, um direkt vor Ort Eindrücke vom weltweit wichtigsten Brustkrebskongress einzusammeln. Als Organisation, die sich nicht von der Pharmaindustrie sponsern lässt, versucht &#8220;unsere große Schwester&#8221; wie in jedem Jahr, Schlüsseldaten ausfindig  und Frauen zugänglich zu machen. Hauptaufgabe sei es dabei, Fragen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/sabcs-ii-oncofertilitat-junge-frauen-aeltere-frauen-und-brustkrebs/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p>Auch 2011 ist Breast Cancer Action (BCA) in San Antonio dabei, um direkt vor Ort Eindrücke vom weltweit wichtigsten Brustkrebskongress einzusammeln. Als Organisation, die sich nicht von der Pharmaindustrie sponsern lässt, versucht &#8220;unsere große Schwester&#8221; wie in jedem Jahr, Schlüsseldaten ausfindig  und Frauen zugänglich zu machen. Hauptaufgabe sei es dabei, Fragen, die Patientinnen haben, aufzuwerfen und Ressourcen zu entwickeln, die es Frauen ermöglichen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, schreibt Karuna Jaggar von Breast Cancer Action, an deren Bericht vom 1. Tag in San Antonio wir uns hier anlehnen.</p>
<p><a href="http://bcaction.org/2011/12/07/san-antonio-breast-cancer-symposium-2011-day-1/" target="_blank"><img class="aligncenter size-full wp-image-4853" title="Breast Cancer Action " src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2011/12/Zwischenablage011.jpg" alt="zur Originalberichterstattung bei Breast Cancer Action" width="490" height="191" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Karuna Jaggar und Caitlin Carmody berichten u.a. aus dem Block &#8220;Challenges in the Care of Special Populations with Breast Cancer&#8221; (Herausforderungen bei der Versorgung besonderer Gruppen mit Brustkrebs) mit den Ärztinnen <a title="zur Webseite von Teresa Woodruff" href="http://www.woodrufflab.org/about-dr-teresa-woodruff" target="_blank">Teresa K. Woodruff</a>, PhD an der Northwestern University in Chicago, <a title="zu einem Video mit Ann Partridge - in engl. Sprache" href="http://www.dana-farber.org/Health-Library/Ann-Partridge,-MD,-MPH.aspx" target="_blank">Ann H. Partridge</a>, MPH vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston, und <a title="zur Webseite von Arti Hurria bei City of Hope" href="http://www.cityofhope.org/directory/people/hurria-arti/Pages/default.aspx" target="_blank">Arti Hurria</a>, MD aus Duarte in Kalifornien, die an einer Krebsklinik mit dem Namen &#8220;City of Hope&#8221; (Stadt der Hoffnung) arbeitet.</p>
<h3>&#8220;Onkofertilität&#8221; &#8211; Fruchtbarkeit nach Brustkrebs</h3>
<p>Oncofertilität – so heißt ein neues Schlagwort, bei dem es sich um Schwangerschaft und Krebserkrankung dreht. Krebs und Fertilität (Fruchtbarkeit) sind miteinander verknüpft, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem besonders schnellen Wachstum von Zellen. Das Thema ist insbesondere für junge Frauen mit Krebs bedeutsam: Viele Krebstherapien haben negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit von Krebspatientinnen.</p>
<p>Nach den von Teresa Woodruf vorgestellten Daten sind 10% der Krebspatienten unter 45, also in ihren &#8220;fruchtbaren Jahren&#8221;, und 11% der Brustkrebspatientinnen sind unter 40, was bei einigen zu Schwierigkeiten bei der ersten geplanten Schwangerschaft führe. 57% der sehr jungen Frauen mit Krebs machten sich Sorgen über ihre eigenen Möglichkeiten, Kinder zu bekommen. Unfruchtbarkeit durch eine früh im Leben durchgemachte Krebstherapie sei mit einer Verdoppelung der Rate an Depression und einem Anstieg von Angst im Zusammenhang mit der Partnersuche verknüpft. Dieses betreffe Frauen und Männer gleichermaßen.</p>
<h3>&#8220;Optionen&#8221; für Frauen</h3>
<ul>
<li>Eizellgewinnung &#8211; durch hormonelle Stimulation (sehr heikel bei hormonabhängigen Krebserkrankungen) und Befruchtung von einem Spender</li>
<li>Eizellbanken – mit einer 5%igen Wahrscheinlichkeit, dass aus einem einmal eingefrorenen Ei tatsächlich ein Kind werden kann</li>
<li>Adoption</li>
<li>Leihmutterschaft (in den USA, mit all den sehr problematischen Folgen, in Deutschland ist Leihmutterschaft nicht erlaubt)</li>
<li>Natürliche Schwangerschaft, manche Frauen, die eine Krebstherapie durchlaufen haben, werden zum gewünschten Zeitpunkt oder einfach so auf natürlichem Wege schwanger.  Auch dabei gibt es kritische Aspekte, die es zu berücksichtigen gilt.</li>
<li>Cryokonservierung der Eierstöcke nach chirurgischer Entfernung und Bewahrung der “schalfenden” Follikel, in der Hoffnung, dass es in der Zukunft gelingt, diese einmal “in vitro” – also im Reagenzglas zu reifen Eizellen heranzuzüchten. Weltweit sei es bisher 14 mal gelungen, die auf diesem Wege bewahrten Eierstöcke zurück zu implantieren und eine Schwangerschaft zu erreichen. Es gibt Bedenken, mit dem zurück übertragenen Gewebe auch Krebszellen zu übertragen werden [Stichwort: Eierstockmetastasen, sie kommen bei Brustkrebs nun mal vor].</li>
</ul>
<p>Fest steht, dass es sich um ein relevantes Frauengesundheitsthema für junge Frauen, die von Brustkrebs betroffen sind, handelt. Erste Leitlinien in den USA sind entwickelt worden, und es gibt beispielsweise an der Northwestern University, von der die Referentin Teresa Woodruff kommt, ein Konsortium, das sich auf das Thema spezialisiert und eine entpsrechende Webseite für Frauen unter <a href="http://www.myoncofertility.org" target="_blank">www.myoncofertility.org</a> betreibt.</p>
<h3>Ein Kind um jeden Preis?</h3>
<p>Die Sorge, die bei der sehr nah an Möglichkeiten in Tierversuchen und der medizinischen Machbarkeit geführten Diskussion bleibt &#8211; und die bei der Breast Cancer Action-Berichterstattung auch anklingt –, sind weitere gesundheitliche Schäden, die junge Frauen mit Krebs davontragen könnten, und all die komplizierten Fragen, die mit Mutterschaft und einer potentiell tödlich verlaufenden Krankheiten generell zusammenhängen. In Deutschland gibt es ähnliche Projekte, die, wie in der Reproduktionsmedizin üblich, jedoch industrienah aufgestellt und industriell finanziert sind.</p>
<h3>Therapie junger Frauen mit Brustkrebs</h3>
<p>Für sprachliche Verwirrung sorgte die junge Referentin offensichtlich gleich mit einem Faux pas, als sie ihren Beitrag mit dem Hinweis eröffnete, dass es Unterschiede im „Host“ &#8211; wir kennen dieses Wort aus der Computersprache, im Deutschen würde man im medizinischen Zusammenhang vielleicht auch von „Wirt“ sprechen – bei den Krebserkrankungen junger Frauen gäbe. Es stellte sich demnach die Frage, ob mit den „Hosts“ Frauen gemeint seien, immerhin würde im Zusammenhang mit Schwangerschaft bei Frauen der Begriff „Host“ nicht verwendet, was als besondere sprachliche Diskriminierung gegenüber der an Krebs erkrankten Frauen aufgefasst werden könnte.</p>
<p>Weithin bekannt sei, dass jüngere Frauen generell an fortgeschritteneren, aggressiveren Tumoren mit höherem Grading erkrankten. So wurde wieder einmal die Frage nach dem „prognostischen Faktor“ aufgeworfen: Ist Brustkrebs in jungen Jahren ein prognostischer Faktor? Solche „prognostischen Faktoren“, die heute anerkannt werden, sind z.B. Ausdehnung des Tumors oder Grading. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt müsse die Antwort auf die Frage allerdings noch zukünftigen Forschungsarbeiten vorbehalten bleiben.</p>
<h3>Einige Daten zu jüngeren Frauen und Brustkrebs</h3>
<ul>
<li>Nach diesem Vortrag erkrankten in den USA jedes Jahr mehr als 12.000 Frauen unter 40 an Brustkrebs.</li>
<li>Hinzu kämen in den USA rd. 2.000 Frauen mit DCIS und jeweils sehr viel mehr weltweit.</li>
<li>Die HERA-Studie konnte bei den Frauen, die das Medikament Herceptin erhalten haben, keinen Unterschied hinsichtlich prognostischer oder vorhersagender (prediktiver) Faktoren im Zusammenhang mit dem Alter nachweisen.</li>
<li>Tamoxifen wirkt in den unterschiedlichen Altersgruppen gleich gut – und es gibt einige Hinweise („Evidenz“), dass das Medikament ebenso effektiv wie eine Chemotherapie wirkt bzw. bei fortgeschrittener Erkrankung vorteilhaft ist.</li>
<li>Junge Frauen müssen länger mit den Nebenwirkungen klar kommen als ältere Frauen. Hervorgehoben wurden insbesondere die Auswirkungen der vorverlegten Menopause, zu deren Effekten zu zählen sind:</li>
<ul>
<li>Unfruchtbarkeit</li>
<li>Osteoporose</li>
<li>Auswirkungen auf die kognitive Leistungsfähigkeit</li>
<li>kardiovaskuläre Effekte</li>
<li>Gewichtszunahme.</li>
</ul>
</ul>
<p>Jüngere Frauen litten außerdem häufiger unter psychosozialen Notlagen.</p>
<h3>Therapie von Brustkrebs bei älteren Frauen</h3>
<p>Hierzu gab es einen Beitrag von Dr. Arti Hurria (Geriatrie- wie auch Brustkrebsspezialistin). Sie verwies einmal mehr darauf, dass zunehmendes Lebensalter einer der Hauptrisikofaktoren für Brustkrebs sei und dass nicht nur das Vorkommen, sondern auch die Sterblichkeit (Inzidenz und Mortalität) mit dem Alter anstiegen. Für den Zeitraum der kommenden 30 Jahre erwartet Hurria eine Verdoppelung der Erkrankungszahlen in der Generation 65+:  Die „Babyboomer“-Generation sei im Altern begriffen. Größere Fortschritte habe man bei der Senkung der Brustkrebssterblichkeit bei jüngeren Frauen im Alter zwischen 29 und 40 Jahren gemacht. [Wir haben dazu keine Daten.] Unabhängig vom Krankheitsstadium würden ältere Frauen weniger Behandlungsmöglichkeiten bei Chirurgie, Chemotherapie und Hormontherapie angeboten. Dies habe damit zu tun, dass es für ältere Patientinnen auch weniger Daten gäbe, auf die Behandlungsentscheidungen gegründet werden könnten („keine Evidenz“).</p>
<p><strong>&#8230; Entfernung der Lymphknoten</strong></p>
<p>Etwas Evidenz („some evidence“) gibt es jetzt, dass bei der chirurgischen Therapie der älteren Patientin auf die Entfernung der Achsellymphknoten verzichtet werden könne.</p>
<p><strong>&#8230; Strahlentherapie</strong></p>
<p>Auch erhöhe die Strahlentherapie nicht das Gesamtüberleben bzw. es sei hier kein Einfluss auf eine mögliche Metastasierung erkennbar. Allerdings lasse eine Studie mit einer Nachbeobachtungszeit von 12 Jahren eine leicht erhöhte Rate von Lokalrezidiven erkennen, wenn keine Strahlentherapie durchgeführt werde.</p>
<p><strong>&#8230; Antihormonelle Therapie</strong></p>
<p>Nebenwirkungen der antihormonellen Therapien, besonders durch Aromatasehemmer, wie Knochenschmerzen und ein Anstieg der Rate von Knochenbrüchen seien problematisch.</p>
<p><strong>&#8230; Chemotherapie</strong></p>
<p>Im Zusammenhang mit der Chemotherapie ginge es auch bei älteren Patientinnen um das Abwägen von Risiken und Vorteilen, wobei die Überlebensverlängerung hier die Schlüsselfrage bilde. Die Lebenserwartung einer 80-Jährigen variiere von 13 Jahren für das obere Viertel bis zu 4,6 Jahren für das untere Viertel und einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 8,6 Jahren für die mittleren 50%. 20% der älteren Patientinnen müssten sich wegen durch die Chemotherapie hervorgerufener Toxizitäten stationär behandeln lassen, was die Notwendigkeit erkennen lasse, dass man hier Identifizierungskriterien für diese besonders gefährdeten Patientinnen benötige.</p>
<p><strong>&#8230; &#8220;Gemeinsame Entscheidungsfindung&#8221;</strong><br />
Zusammengefasst sei die Datenlage bisher unzureichend, und Hurria plädierte für gemeinsame Entscheidungsfindung und verstärkte Beteiligung von älteren Patientinnen in klinischen Studien, damit mehr Daten verfügbar sind. [Mit anderen Worten: Wer heroisch ist und sich den tendenziell überwiegend recht eskalierenden heutigen Chemoregimen im hohen Alter unterwerfen mag, ist in der Forschung gefragt.]</p>
<h3>Originaltext bei Breast Cancer Action</h3>
<p><a href="http://bcaction.org/2011/12/07/san-antonio-breast-cancer-symposium-2011-day-1/" target="_blank"> San Antonio Breast Cancer Symposium 2011: Day 1</a> zusammengestellt von Karuna Jaggar. Die hier vorliegende Version ist eine Zusammenfassung, keine Übersetzung, prüfen Sie ggf. das engl. Original.</p>
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		<title>Prävention, Aromatasehemmer und mehr vom Rande (SABCS V, 2009 &#8211; letzter Teil)</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/praevention-aromatasehemmer-2009/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 Jan 2010 20:59:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFDruckversion &#124; pdf &#62;&#62; Teil I &#8211; V hier von Gudrun Kemper Wer die bisher für das Jahr 2009 hier hinterlegten Berichte sehr genau verfolgt hat, hat vielleicht bemerkt, dass noch zwei fehlen. Hier sind sie. BIG Board Der Teil „Suche nach einer maßgeschneiderten Therapie“ (The Search for Tailored Treatment) von Jane [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/praevention-aromatasehemmer-2009/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p>Druckversion | pdf &gt;&gt; <a href="http://www.bcaction.de/pdf/infoblog/2009_SABCS.pdf" target="_blank">Teil I &#8211; V hier</a></p>
<p><em>von Gudrun Kemper</em></p>
<p><span style="color: #60748a;">Wer die bisher für das Jahr 2009 hier hinterlegten Berichte sehr genau verfolgt hat, hat vielleicht bemerkt, dass noch zwei fehlen. Hier sind sie.<br />
</span></p>
<h3>BIG Board</h3>
<p>Der Teil „Suche nach einer maßgeschneiderten Therapie“ (<a href="http://bcaction.org/index.php?page=the-search-for-tailored-treatment" target="_blank">The Search for Tailored Treatment</a>) von Jane Zones befasst sich vorwiegend mit der „McGuire-Lecture“ und dem Beitrag der europäischen &#8211; genauer gesagt belgischen &#8211; Ärztin und Medizinprofessorin <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Martine_Piccart" target="_blank">Martine Piccart</a> und beschreibt u.a., dass Piccart für 16 unterschiedliche globale Pharmakonzerne arbeitet, wie sie selbst in der Offenlegung ihrer Interessenkonflikte entsprechend angibt, genauer s. Vortragsfolien. Martine Piccart bekleidet bei den onkologischen Organisationen außerdem eine Reihe weiterer Funktionen. In ihrer Präsentation, die auf der Kongress-Webseite angeschaut werden kann, stellt Piccart sich selbst, umgeben vom Zirkel der ForscherInnen/MitarbeiterInnen aus den „BIG-Gruppen“, die sie selbst ins Leben gerufen hat, sozusagen im Herz bzw. als Kopf des „BIG Board“ dar. In ihrer stark personalisierten Präsentation (Titel „International Breast Cancer Research: Launching an Expedition to the Moon” &#8211; Die internationale Brustkrebsforschung: Aufbruch einer Expedition zum Mond) habe sie zu massiven Investitionen in neueste Entwicklungen aufgerufen, und es werden viele Fotografien unterschiedlicher WissenschaftlerInnen gezeigt, die fast nahtlos zur eigenen Familie überfließen und auch Martine Piccart als kleines Kind zeigen. Bei den <a href="http://www.aacr.org/home/public--media/media-resource-center/multimedia/ctrc-aacr-2009-sabcs-teleconferences-and-podcasts.aspx" target="_blank">AACR-Interviews</a> (s. Episode 17) ist Martine Piccart ebenfalls mit einem Video-Interview zu sehen. Sie spricht dort u.a. von der Brustkrebserkrankung ihrer Mutter und erklärt, dass ihrer Auffassung nach die in der letzten Dekade aufgebaute enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie (an der sie im europäischen Rahmen intensiv mitgewirkt hat bzw. eine Spitzenposition einnimmt) die Interessen der Patienten am besten schütze. Wer Interesse hat, sich eingehender damit zu befassen, kann die von Piccart dargelegte Vision bzw. Realität einer grenzenlosen &#8211; oder eher entgrenzten? &#8211; Zusammenarbeit von Wissenschaft und Pharmaindustrie auf der <a href="http://sabcs09.m2usa.com/sabcsdsv.html" target="_blank">Kongresswebseite</a> in der McGuire-Lecture nachlesen, direktes Verlinken der Beiträge ist, wie bereits beschrieben, technisch nicht möglich.<br />
<a name="valberal"></a></p>
<h3>Prävention</h3>
<p>Weiter mit Barbara Brenner vom 12. Dezember. Sie berichtet nochmals vom Einleitungsvortrag zur Ursachenforschung und Prävention von Valerie Beral. Beral habe die schützenden Effekte des Kinderkriegens und Stillens und, bis zu einem gewissen Grad, auch die Risiken durch Hormonersatztherapie, Übergewicht und Alkoholkonsum hervorgehoben. Nichts Neues also, wie auch Barbara Brenner unterstreicht.</p>
<ul>
<li>Valerie  Beral habe weiter berichtet über die unterschiedlichen Erkrankungsrisiken      von Frauen in weniger entwickelten bis hin zu den stark industrialisierten      Ländern. In letzteren ist die Brustkrebshäufigkeit bekanntlich stärker      ausgeprägt, s. dazu auch „<a href="http://www.bcaction.de/wordpress/das-urbane-leben-warum-das-brustkrebsrisiko-weltweit-weiter-steigt/" target="_self">Das      urbane Leben …</a>“  über eine NEJM-Berichterstattung      vom Januar 2008.</li>
<li>Valerie      Beral habe in ihrem aktuellen Beitrag die Ursachen &#8211; wie bereits zu Anfang      des 20. Jahrhunderts &#8211; hauptsächlich an den reproduktiven Unterschieden      festgemacht, als noch die natürlich nicht bewiesene Auffassung      vorherrschte, Brustkrebs stünde im Zusammenhang damit, dass die Brust      nicht „für ihre natürlichen Zwecke“ im Zusammenhang mit dem Gebären und      Stillen gebraucht würde.</li>
<li>Sie      verwies auch darauf, dass Brustkrebs – unabhängig von der Auffassung, dass      er Jahre brauche, um sich zu entwickeln – durch die Einnahme von Hormonen      zur Empfängnisverhütung (die „Pille“) bzw. als Hormonersatztherapie mit      und ohne Progesterone (synth. hergestellt Gestagene) vorübergehend häufiger auftrete, ein Risiko, welches nach dem Absetzen der Medikamente      schnell wieder abfalle.</li>
<li>Ernährung,      nicht aber Diät, spiele eine Rolle. Eine 20%ige Reduktion der      Brustkrebsinzidenz wäre zu erreichen, wenn Frauen nicht übergewichtig      wären, keinen Alkohol zu sich nähmen und auf die Hormontherapie      verzichteten. Diese Berechnung entspricht in den USA 40.000 Fällen, für      Deutschland wären es hypothetisch rund 10.000 Frauen weniger, die an Brustkrebs erkranken.</li>
</ul>
<h3>Pech gehabt</h3>
<p>Die anderen betroffenen Frauen hätten eben einfach „Pech“, wenn sie trotzdem erkrankten. Wissenschaftliche Fakten, die auch hinter diesem „Pech“ bekanntlich stehen, wurden nicht thematisiert.</p>
<ul>
<li>So      ging Valerie Beral nicht auf den Widerspruch ein, dass Frauen in      Entwicklungsländern in den Städten sehr viel schneller an Brustkrebs      erkrankten, als dass sie ihre reproduktiven Gewohnheiten veränderten.</li>
<li>Auch      den Anstieg der Brustkrebsinzidenz durch den Einsatz von      Mammographie-Screening bzw.</li>
<li>den      stärkeren Gebrauch von Röntgenstrahlen in industrialisierten Ländern ließ      Valerie Beral unter den Tisch fallen, ebenso wie auch</li>
<li>die      vermehrte Aufnahme von hormonwirksamen Substanzen (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Endokrine_Disruptoren" target="_blank">endokrine      Disruptoren</a>)
<ul>
<li> über die Nahrung in entwickelten       Ländern, bzw.</li>
<li>über       die Aufnahme solcher Stoffe durch die Haut im Zusammenhang mit       Körperpflegeprodukten. Barbara Brenner weist hier auf einen Leserinnenbrief       von Adrienne Olson, erschienen Journal of Clinical Oncology im August       2009, hin: <a href="http://jco.ascopubs.org/cgi/content/full/27/26/e103" target="_blank">Breast       Cancer Patients Unknowingly Dosing Themselves With Estrogen by Using       Topical Moisturizers</a> (Brustkrebspatientinnen verabreichen sich durch       den Gebrauch von Feuchtigkeitscremes unwissentlich Östrogene selbst).</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p>Im Zusammenhang mit Brustkrebs wenig weiterführende Gedanken von Dr. Valerie Beral hätten, so Brenner, zum Ende ihrer Präsentation in einer Gratulation an Amerika für die Wahl von Barack Obama zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gemündet. Vielleicht kommt auf dem Deutschen Senologie-Kongress ja auch einmal jemand auf die Idee, uns zu Dr. Angela Merkel zu gratulieren.</p>
<h3>Exemestan (Aromasin) Update: Trommeln für Aromatasehemmer geht weiter</h3>
<p>Eine prospektive, randomisierte Phase III-Studie (Abstract 11, SABCS 2009) habe 5 Jahre Exemestan verglichen mit Tamoxifen gefolgt von Exemestan für den Zeitraum von insgesamt 5 Jahren bei postmenopausalen, Hormonrezeptor positiven Patientinnen. Bei einer Nachbeobachtungszeit von median 5,5 Jahren hätten sich keine Unterschiede im krankheitsfreien Überleben (DSF), im Gesamtüberleben (OS) bzw. in der Zeit bis zum Rezidiv (TTP) gezeigt. Switch bei den Nebenwirkungen: Unter Exemestan haben sich mehr Osteoporose und mehr Bluthochdruck, dafür aber weniger Nebenwirkungen auf die Gebärmutter als unter Tamoxifen gezeigt.</p>
<p>In einer anderen Studie (Abstract 12, SABCS 2009) wiederum wurde gezeigt, dass unter Exemestan das „Brustkrebs freie Überleben“ – welches leider nicht identisch ist mit einem tatsächlich längeren Überleben – um 4% gesteigert werden konnte (acht Jahre Nachbeobachtungszeit). Eine eingetretene Metastasierung unter Exemestan betrifft aus bisher nicht bekannten Gründen eher die Knochen.</p>
<p>In Abstract 14 wird außerdem der Frage nachgegangen, ob stärkere Nebenwirkungen unter Aromatasehemmern auch bessere Überlebensdaten mit sich bringen. Vared Stearms, die Referentin dieses Vortrags, kam zur Antwort: Nein.</p>
<p>Außerdem berichtet Barbara Brenner noch über die unter Abstract 15 verzeichnete Studie, die von Meredith Reagan erklärt wurde. Sie wäre auf das sogenannte selektive „cross-over“ zu sprechen gekommen, welches in der BIG 1-98 Studie praktiziert wurde (zu BIG, 1996 begründet und bis heute unter dem Vorsitz von Martine Piccart, s. auch oben Bericht zu Piccart). In der BIG 1-98 Studie wurde Femara mit Tamoxifen verglichen. Meredith Reagan habe erklärt, dass die Möglichkeit, von dem Studienarm mit der Standardtherapie in den Testarm für die neue Substanz wechseln zu können, die Randomisation ebenso wie die Möglicheit, Schlussfolgerungen aus der Studie zu ziehen,  zerstöre. Wie sie trotzdem dann noch zu einem statistisch signifikanten Vorteil für Letrozol nach 5 Jahren kommt, bleibt der Autorin dieses Textes leider nicht wirklich nachvollziehbar. Vielleicht passiert ja irgendwann das Wunder und wir finden die relativen Zahlen der Studienteilnehmerinnen der BIG 1-98 mit allen Armen, Optionen, Switchen, Ergebnissen und Interessenkonflikten transparent und nachvollziehbar dargestellt.</p>
<h3>Am Rande …</h3>
<p>berichtet Barbara Brenner vom 10. Dezember schließlich über die Aufregungen zu den neuen Screening-Empfehlungen der U.S. Preventive Task Force (USPSTF), s. auch „<a href="../mammo-leitlinien-us/" target="_blank">Kein Brustkrebs-Screening zwischen 40 und 50</a>“. Einige der amerikanischen Abgeordneten seien so aufgebracht deswegen, dass sie eine Überprüfung der Task Force durch den Congress anstrengen wollten.</p>
<p>Weitere „Neuigkeit“ sei, dass Nancy Brinker – nach dem Rausschmiss von Hala Moddelmog, die den Job im Jahr 2006 übernommen hatte – die Leitung von Komen wieder selbst übernähme.</p>
<p>Außerdem berichtet Barbara Brenner, was ihr Herz erwärmte, nämlich wie einer der Gründerväter des San Antonio Breast Cancer Symposiums, Dr. Charles Coltman, über die frühen Zeiten des SABCS, als noch Rose Kushner den Kongress besuchte, ins Schwärmen geraten sei. Kushner habe Veränderungen in der Behandlungsstrategie der Ärzte gefordert und bei der Tagung in der vordersten Reihe gesessen, um Fragen an die Moderation zu richten. Dieser Geist sei weitgehend verschwunden, es bleibe aber immer die Hoffnung, dass es wieder werden könnte.</p>
<h3>Weiterlesen</h3>
<p>Mehr zu Rose Kushner: <a href="../../bcbooks/auf-den-spuren-von-rose-kushner-brustkrebs-lobby-industrie-therapie/" target="_blank">Eine alte Geschichte: Auf den Spuren der Brustkrebsaktivistin Rose Kushner</a></p>
<p>Barbara Brenner im <a href="http://bcaction.org/index.php?page=prevention-aromastase-inhibitors-and-heard-in-the-halls" target="_blank">Original</a></p>
<p><a href="http://www.bcaction.de/wordpress/brustkrebs-schnittrand-bisphosphonat-alkoholkonsum-sabcs-2009/">Brustkrebs: Vom Schnittrand zum Bisphosphonat und zum Alkoholkonsum (SABCS 2009, IV)</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/das-san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2008-ein-anderer-kongressbericht/" target="_blank">San Antonio Breast Cancer Symposium 2008</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/die-anzahl-der-gescheiterten-durchbrueche/" target="_blank">San Antonio Breast Cancer Symposium 2007</a></p>
<p>Die englischen <a href="http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage" target="_blank">Breast Cancer Action-Berichte bis zum Jahr 1999</a></p>
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		<title>Brustkrebs: Vom Schnittrand zum Bisphosphonat und zum Alkoholkonsum (SABCS 2009, IV)</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 22:41:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFDruckversion &#124; pdf &#62;&#62; Teil I &#8211; V hier Über die Berichte von Jane Zones vom Breast Cancer Action-Vorstand, San Antonio Breast Cancer Symposium 2009, Donnerstag 10.12.2009 zusammengestellt von Gudrun Kemper Brustkrebs-Chirurgie: Entwicklung einer neuen Technologie zur Vermeidung von Nachoperationen Frauen aus fünf verschiedenen Brustkrebs-Organisationen  &#8211; Breast Cancer Action, Share (New York), [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/brustkrebs-schnittrand-bisphosphonat-alkoholkonsum-sabcs-2009/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p>Druckversion | pdf &gt;&gt; <a href="../../pdf/infoblog/2009_SABCS.pdf" target="_blank">Teil I &#8211; V hier</a></p>
<p><em>Über die Berichte von Jane Zones vom Breast Cancer Action-Vorstand, San Antonio Breast Cancer Symposium 2009, Donnerstag 10.12.2009 zusammengestellt von Gudrun Kemper</em></p>
<h3>Brustkrebs-Chirurgie: Entwicklung einer neuen Technologie zur Vermeidung von Nachoperationen</h3>
<div class="wp-caption alignright" style="width: 227px"><img title="Jane Zones " src="http://www.bcaction.org/uploads/images/Photos/4janezones-attendee-talk.jpg" alt="Jane Zones (re.) vom Breast  Cancer Action Vorstand" width="217" height="137" /><p class="wp-caption-text">Jane Zones (re.) vom Breast Cancer Action-Vorstand, Abbildung Breast Cancer Action, San Francisco</p></div>
<p>Frauen aus fünf verschiedenen Brustkrebs-Organisationen  &#8211; Breast Cancer Action, Share (New York), Sisters Network und Breast Cancer Support Network (die Organisation hieß früher Y-Me) nahmen am ersten Kongresstag an einer Einführungsveranstaltung von <a href="http://www.dunemedical.com/">Dune Medical Devices</a> teil, bei der es darum ging, Krebs in Gewebe, das bei einer Brust erhaltenden Operation (Lumpektomie) entfernt worden ist, an den Schnitträndern nachzuweisen. Nach Schätzungen sind es bis zu 30% der Lumpektomien, bei denen in der Pathologie später noch Krebszellen nah an bzw. in den Schnitträndern gefunden werden und eine Nachoperation erforderlich machten. „MarginProbe“ von Dune ist ein Hilfsmittel, das ChirurgInnen nutzen können, um während der Operation die Schnittränder auf Krebszellen hin zu untersuchen und so das Risiko für Nachoperationen zu senken. Bei diesem Verfahren wird das bereits entfernte Gewebe mit einem elektromagnetischen Verfahren, bei dem Radiofrequenzsignale ausgesendet werden, von allen Seiten überprüft, indem die Signale von krebsfreiem und kanzerösem Gewebe verglichen werden.</p>
<p>Das Verfahren wurde experimentell bereits bei einer Gruppe von 300 Patientinnen aus Israel, die randomisiert wurden, eingesetzt, mit dem Ergebnis, dass die Nachoperationsrate um mehr als die Hälfte gesenkt werden konnte (auf 5,6% im Vergleich zu der Gruppe, bei der das neue Verfahren nicht eingesetzt wurde, wo die Nachoperationsrate bei 12,7% lag). Das „kosmetische Ergebnis“ sei in beiden Gruppen gleich gewesen. Auch die amerikanische Studie sei fast abgeschlossen und eine FDA-Zulassung solle beantragt werden, was sich jedoch noch länger hinziehen könne.</p>
<p>Zwei Tage später, am Samstag, gab es zu diesem Themenkomplex noch den Vortrag „Minimizing Local Control &#8211; Was ist bewiesen und was nicht?“ von <a href="http://www.mskcc.org/prg/prg/bios/1051.cfm">Dr. Monica Marrow aus dem Memorial Sloan-Kettering Cancer Center</a>. Die Folien sind auf der Kongresswebseite online, lassen sich aber nicht direkt verlinken und sind etwas mühsam zu recherchieren. Marrow habe betont, dass es wenig Evidenz für die Erfordernis von mehr als einem Millimeter Abstand zum gesunden Brustgewebe gäbe, und die Bedeutung des Tests so wieder in Frage gestellt, da es für das Überleben der Patientinnen keinen Unterschied mache. Jane Zones schreibt dazu, dass, wenn Dr. Monica Marrow Recht habe, „Dune“ mit seinem Test möglicherweise auf dem falschen Dampfer sei.</p>
<h3>Bisphosphonate und Brustkrebsentstehung (Women’s Health Initiative)</h3>
<p><a href="http://dgsom.healthsciences.ucla.edu/institution/personnel?personnel_id=47294">Rowan Chlebowski</a> von der UCLA (Universität von Kalifornien, Los Angeles) trug Analysen aus Studien der <a href="http://www.nhlbi.nih.gov/whi/">Women’s Health Initiative</a> (WHI) vor, die gezeigt hätten, dass die Einnahme von Bisphosphonaten das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, gesenkt habe. Bei dieser WHI-Studie war früher beispielsweise bereits anhand von mehreren 10.000 Frauen das erhöhte Risiko durch die Hormonersatztherapie herausgefunden worden. 2.216 der insgesamt über 150.000 Studienteilnehmerinnen hatten Bisphosphonate in Tablettenform eingenommen, meistens Fosamax. Das Risiko sei statistisch signifikant gesenkt worden, relative Zahlen nennt der Bericht von Jane Zones allerdings nicht, man vermute jedoch einen Brustkrebs hemmenden Effekt durch die Tabletteneinnahme.</p>
<p>Brustkrebsprävention ist keine Tablette, entsprechend haben die WissenschaftlerInnen auch Frauen nicht aufgefordert, Bisphosphonate zur Brustkrebsreduktion einzunehmen. In einer weiteren israelischen Studie habe sich derselbe Effekt bei einer anderen Untersuchung gezeigt, aber auch hier werden weder relative Zahlen noch Dauer der Einnahme bzw. Nebenwirkungen &#8211; zumindest nicht in Janes Bericht &#8211; benannt. Jane Zones weist in ihrem Bericht weiter darauf hin, dass bekannt ist, dass eine höhere Östrogenexposition während des Lebens mit einem höheren Brustkrebsrisiko verknüpft sei, trotz einer besseren Knochendichte, und auch darauf, dass Bisphosphonate Osteonekrosen des Kiefers (ein Absterben des Kieferknochens, „bone death“) auslösen können, s.dazu auch Informationen des <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/zoledronat-ohne-metastasen-arznei-telegramm-rat-frauen-ab/">arznei-telegramms bei uns im infoblog!</a>. Und wieder der Hinweis: Auch dieser Referent (Rowan Chlebowski) sei Berater für fünf verschiedene Pharmakonzerne, nicht aber für Merck (den Fosamax-Hersteller), wie Jane Zones hinzufügt.</p>
<h3>Alkoholkonsum und Brustkrebsüberleben</h3>
<p>Es gibt bereits „ein bisschen Evidenz“ („a bit of evidence“), dass Alkoholkonsum das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöht, jedoch gäbe es bisher wenig Forschung zu den Auswirkungen von Alkoholkonsum bei Frauen, die bereits an Brustkrebs erkrankt seien.</p>
<p>In einer Befragung wurden Patientinnen zu ihren Trinkgewohnheiten und ihrem Gesundheitszustand befragt. Es stellte sich heraus, dass diejenigen Frauen, die mehr als 6 Gramm Alkohol täglich zu sich nehmen, bereits ein um 30% erhöhtes Risiko für ein Brustkrebsrezidiv haben.</p>
<p>Alkoholgehalt verschiedener Getränke:</p>
<ul>
<li>0,33 Liter Bier: 13 Gramm Alkohol</li>
<li>0,2 Liter Wein: 16 Gramm Alkohol</li>
<li>0,1 Liter Sherry: 16 Gramm Alkohol</li>
<li>0,02 Liter Likör: 5 Gramm Alkohol</li>
<li>0,02 Liter Whiskey: 7 Gramm Alkohol</li>
</ul>
<p>Mit anderen Worten: Bereits ein halbes Glas Wein pro Tag führt zu einer erheblichen Erhöhung des Rezidivrisikos für Frauen mit Brustkrebs. Bei noch höherem Alkoholkonsum steigt das Risiko, an der Brustkrebserkrankung zu versterben, nochmals deutlich an. In der Gruppe der befragten Frauen gab rund die Hälfte an, keinen Alkohol zu trinken, und bei denjenigen, die Alkohol konsumierten, ordnete sich wiederum die Hälfte der Frauen derjenigen Gruppe zu, die mehr tranken. Bei denjenigen Patientinnen, die weniger als 6 Gramm Alkohol zu sich nahmen, ließ sich keine Risikosteigerung nachweisen. Bei den übrigen Patientinnen stieg das Rückfallrisiko mit der Dosis. Am stärksten waren postmenopausale Frauen  Hormonrezeptor negative Frauen betroffen. Das Ergebnis erstaunt insofern, da es die Theorie gibt, dass Alkohol das Brustkrebsrisiko deswegen steigert, weil er in der Leber in Östrogene umgewandelt wird. Das würde eigentlich eher ein Problem für Östrogenrezeptor positive Frauen vermuten lassen. Die Empfehlung der Wissenschaftler war jedoch eindeutig: Frauen mit Brustkrebs sollten ihren Alkoholkonsum einschränken. Wir können also selbst etwas tun: Alkohol vermeiden.</p>
<h3>Weiterlesen:</h3>
<p>Jane Zones im <a href="http://bcaction.org/index.php?page=improving-margin-control-bisphosphonates-alcohol-and-breast-cancer">Original</a></p>
<p><a href="http://www.bcaction.de/wordpress/tamoxifen-avastin-und-mehr-sabcs-2009-iii/">Tamoxifen, Avastin und mehr (SABCS 2009, III)</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/das-san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2008-ein-anderer-kongressbericht/">San Antonio Breast Cancer Symposium 2008</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/die-anzahl-der-gescheiterten-durchbrueche/" target="_blank">San Antonio Breast Cancer Symposium 2007</a></p>
<p>Die englischen <a href="http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage" target="_blank">Breast Cancer Action-Berichte bis zum Jahr 1999</a></p>
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		<item>
		<title>Tamoxifen, Avastin und mehr (SABCS 2009, III)</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/tamoxifen-avastin-und-mehr-sabcs-2009-iii/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 17:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFDruckversion &#124; pdf &#62;&#62; Teil I &#8211; V hier Über Barbara Brenners Bericht vom San Antonio Breast Cancer Symposium zum Freitag, 11.12.2009 (zusammengefasst von Gudrun Kemper) Einleitend hält Barbara Brenner fest, dass sie die Beiträge zu den molekularen Grundlagen überspringt, sie wären nur interessant für Ärzte und die Medikamentenentwicklung, aber bedeutungslos für [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/tamoxifen-avastin-und-mehr-sabcs-2009-iii/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p>Druckversion | pdf &gt;&gt; <a href="../../pdf/infoblog/2009_SABCS.pdf" target="_blank">Teil I &#8211; V hier</a></p>
<p><em>Über Barbara Brenners Bericht vom San Antonio Breast Cancer Symposium zum Freitag, 11.12.2009 (zusammengefasst von Gudrun Kemper)</em></p>
<p>Einleitend hält Barbara Brenner fest, dass sie die Beiträge zu den molekularen Grundlagen überspringt, sie wären nur interessant für Ärzte und die Medikamentenentwicklung, aber bedeutungslos für Patientinnen. Außerdem entschied sie sich vor dem Hintergrund der Zulassungskriterien der Arzneimittelbehörde FDA, nur Vorträge zu Phase-III-Studien zu besuchen.</p>
<h3>Tamoxifen</h3>
<p>So saß sie in einer Präsentation zu Tamoxifen, dem Medikament, das seit über 30 Jahren bei Brustkrebs eingesetzt wird. Eigentlich müsste man hierüber alles wissen, aber dem sei nicht so, erklärt sie. Bei der Untersuchung ging es um Langzeitresultate bei Frauen, die eine Brustkrebsvorstufe &#8211; sog. „DCIS“ (Ductales Carcinoma in situ) &#8211; hatten, was chirurgisch entfernt worden war. Die Präsentation von Jack Cuzick ist im <a href="http://www.abstracts2view.com/sabcs09/view.php?nu=SABCS09L_775" target="_blank">Abstract 34</a> zusammengefasst. Verglichen wurden Patientinnen, die zusätzlich zur Operation</p>
<ul>
<li>nur eine Strahlentherapie,</li>
<li>nur Tamoxifen</li>
<li>oder beides</li>
</ul>
<p>erhalten hatten. Die Strahlentherapie konnte Rezidive in der betroffenen Brust um 60% reduzieren, Tamoxifen zeigte bei der Langzeitbeobachtung eine Reduktion von Rezidiven, meistens in der anderen, nicht betroffenen Brust. Cuzick habe mehrfach betont, dass die lange Bachbeobachtungszeit beim DCIS sehr wichtig sei, da das Risiko, an einem DCIS zu versterben, sehr gering sei. Der Effekt von Tamoxifen sei bei geringgradig und mittelgradig veränderten Zellen besser gewesen als bei den hochgradig veränderten („high grade“ DCIS) und die fortlaufende Untersuchung solle zeigen, welche Patientinnen den größten Vorteil von den Therapien haben könnten. In Bezug auf das Überleben gab es in den drei Studienarmen keine Unterschiede. Allerdings habe diese Untersuchung einen Schwachpunkt. Eine nennenswerte Gruppe von Patientinnen hatte nach der Therapie keine tumorfreien Schnittränder, was die Untersuchungsergebnisse möglicherweise durcheinander bringt, da eben tumorfreie Schnittränder für die Patientin bedeuten könnten, dass sie weniger Therapien braucht. Zur Übertherapie dieser Erkrankung, die auch in Deutschland und gerade im Zusammenhang mit dem Mammographie-Screening diskutiert wird, hat Jack Cuzick festgestellt, dass es unglücklicherweise Überbehandlung beim DCIS gibt.</p>
<h3>Avastin</h3>
<p>Barbara Brenner schreibt, wie bereits aus anderen Berichten zu Avastin (Bevacizumab) hier bekannt: Es konnten keine Überlebenszeitvorteile durch das Medikament nachgewiesen werden (AVADO-Studie, <a href="http://www.abstracts2view.com/sabcs09/view.php?nu=SABCS09L_893" target="_blank">Abstract 41</a>, und RIBBON 2-Studie, <a href="http://www.abstracts2view.com/sabcs09/view.php?nu=SABCS09L_1184" target="_blank">Abstract 42</a>), in der letzten der beiden Studien gab es jedoch mehr Nebenwirkungen unter Avastin. Im <a href="http://www.abstracts2view.com/sabcs09/view.php?nu=SABCS09L_694" target="_blank">Abstract 43</a> &#8211; bzw. dem entsprechenden Vortrag auf dem Kongress &#8211; ging es außerdem um die Gabe von Avastin vor einer Operation („neoadjuvant“ oder auch „präoperativ“ genannt). Die Daten legen nahe, dass es nach der Gabe von Avastin problematisch sein kann, Eigengewebe oder Implantate nach der OP für plastische Operationen einzusetzen. Komplikationen wie Wundkomplikationen und Wundheilungsstörungen, die die Explantation der Implantate notwendig machten, zeigten sich bei 43% der Patientinnen, genauere Daten s. Abstract 43.</p>
<p>Die hier genannten Studien wurden von Pharmafirmen finanziert, was auch bei anderen Studien zu peniblen Rückfragen führte. So musste sich einer der Vortragenden öffentlich schelten lassen, da er die Finanzierung einer Studie zu Sunitinib durch Pfizer nicht genannt hatte.</p>
<h3>Am Rande …</h3>
<p>… berichtete Barbara Brenner weiter:</p>
<ul>
<li>Die gesetzlichen Krankenkassen in Italien würden Medikamentenkosten nicht mehr      übernehmen, wenn nicht wenigstens belegt sei, dass sie das Leben der      Patientinnen um mindestens drei Monate verlängern könnten.</li>
<li>Das National Comprehensive Cancer Network (NCCN) überprüfe die Preise für neue Krebsmedikamente.</li>
<li>In Japan und Indien seien die Chirurgen zugleich auch die Onkologen, allein onkologisch tätige Ärzte gäbe es nicht.</li>
<li>Die Susan G. Komen for the Cure Foundation gab in diesem Jahr keines ihrer üblichen alljährlichen Dinner zur Verleihung ihrer Wissenschaftspreise. Es gab lediglich einen Empfang. Breast Cancer Action war nicht eingeladen.</li>
<li>Die Leitung der Komen-Stiftung glaubt nicht, dass es die Überbehandlung von Brustkrebs gibt.</li>
</ul>
<h3><strong>Weiterlesen</strong></h3>
<p>Barbara Brenner im <a href="http://bcaction.org/index.php?page=tamoxifen-avastin-herceptin-tykerb-and-heard-in-the-halls" target="_blank">Original</a></p>
<p><a href="http://www.bcaction.de/wordpress/brustkrebs-herceptin-tyker-sabcs-2009/">Brustkrebs, Herceptin, Tykerb, Treffen mit Genentech und Berichte vom Rande … (SABCS 2009, II)</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/das-san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2008-ein-anderer-kongressbericht/">San Antonio Breast Cancer Symposium 2008</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/die-anzahl-der-gescheiterten-durchbrueche/" target="_blank">San Antonio Breast Cancer Symposium 2007</a></p>
<p>Die englischen <a href="http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage" target="_blank">Breast Cancer Action-Berichte bis zum Jahr 1999</a></p>
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		<item>
		<title>Brustkrebs, Herceptin, Tykerb, Treffen mit Genentech und Berichte vom Rande &#8230; (SABCS 2009, II)</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/brustkrebs-herceptin-tyker-sabcs-2009/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 13:20:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/brustkrebs-herceptin-tyker-sabcs-2009/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p>Druckversion | pdf &gt;&gt; <a href="../../pdf/infoblog/2009_SABCS.pdf" target="_blank">Teil I &#8211; V hier</a></p>
<p><em>Über Barbara Brenners Bericht vom San Antonio Breast Cancer Symposium zum Samstag, 12.12.2009 (zusammengefasst von Gudrun Kemper)</em></p>
<h3>Am Rande und vorweg</h3>
<p>Was Barbara Brenner berichtet, klingt irgendwie ein wenig wie bereits in den vergangenen Jahren: So wenig, wie die Sprache der Medizin sich verändert hat (auch hier kennen wir diese Sprache, die z.B. Probandinnen rekrutiert, versorgt etc.), so wenig gibt es auch im Jahr 2009 bahnbrechende Neuigkeiten zu Brustkrebs, auch nicht auf dem bedeutendsten Kongress zu Brustkrebs weltweit, dem San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS, <a href="http://www.sabcs.org/" target="_blank">http://www.sabcs.org/</a>).</p>
<p>Google bringt für den Begriff SABCS rund eine halbe Million Treffer, für SABCS 2009 sind es bereits knapp 40.000. Findet sich dort mehr Heilsameres als bei der <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/ebcc-6-brustkrebs-pravention-im-programm-vergessen/" target="_blank">EBCC 6</a>, der europäischen kleineren Variante dieser Veranstaltung, die im April 2008 in Berlin stattgefunden hat? Wir gehen &#8211; wie bereits in den Vorjahren &#8211; dankbar mit den unabhängigen, engagierten Spezialistinnen von <a href="http://www.bcaction.org/" target="_blank">Breast Cancer Action</a> auf die Suche in den Zusammenfassungen, die Breast Cancer Action dazu anbietet, s. <a href="http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage" target="_blank">http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage</a></p>
<p>Es sollte eigentlich stets selbstverständlich sein, dass die Abstracts so hochrangiger Kongresse bei den vorgestellten Studienergebnissen immer die internationalen Standardnummern der klinischen Studien angeben. Leider enthalten die Abstracts des SABCS 2009 diese Nummern (ISRCTN) wieder nicht, obwohl sie ein Zuordnen und Nachverfolgen der Ergebnisse der Studien, an denen sich Frauen mit Brustkrebs beteiligen, auch längerfristig erleichtern würden. Ob hier bei allem Aufwand für diese Art von Kongressen etwa an der falschen Stelle gespart wird? Oder werden Verbesserungen bei der längerfristigen Beobachtung von Forschungsergebnissen etwa absichtlich erschwert? Bemängeln muss man übrigens auch, dass die Kongressergebnisse des SABCS nur für sehr wenige Jahre rückwärts noch auf der Webseite der Veranstaltung zu recherchieren sind. Dies erhöht die Intransparenz oder lässt darauf schließen, dass die Inhalte in gewisser Weise „Verbrauchsmaterial“ sind.</p>
<h3>&#8220;Glaub den Nachrichten nicht &#8230;&#8221; (Herceptin und Tykerb)</h3>
<p>Unter der Überschrift „Herceptin und Tykerb für metastasierten Brustkrebs – Glaub den Nachrichten nicht“ (Don’t believe the News Reports) gibt es Infos über eine Analyse zum Überleben der Patientinnen unter diesen Medikamenten, s. dazu Abstract 61 vom SABCS 2009: <a href="http://www.abstracts2view.com/sabcs09/view.php?nu=SABCS09L_2086" target="_blank">Updated Survival Analysis of a Randomized Study of Lapatinib Alone or in Combination with Trastuzumab in Women with HER2-Positive Metastatic Breast Cancer Progressing on Trastuzumab Therapy</a>.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="237" height="144" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="align" value="right" /><param value="http://www.youtube.com/v/6QaPHf1sdZI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/6QaPHf1sdZI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="237" height="144" src="http://www.youtube.com/v/6QaPHf1sdZI&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" align="right"></embed></object> Die Pressemeldung zu dieser Präsentation („Neue Medikamentenkombination verbessert Brustkrebsüberleben“) versprach mehr, als sie halten konnte. Die Referentin Kim Blackwell (wer die englische Sprache gut versteht, kann sie auch als Video aktuell vom SABCS 2009 auf der Webseite der amerikanischen Krebsforschungsvereinigung AACR bei youtube genau zu diesem Vortrag ansehen und anhören) habe eine lange Liste von finanziellen Interessenkonflikten offengelegt. Die Studie verglich „intensiv vorbehandelte“ Patientinnen, die Tykerb (Lapatinib) oder eine Kombination mit diesem Stoff plus Herceptin erhalten haben. Frauen, die nur Lapatinib erhalten hatten, durften bei einem Fortschreiten der Krankheit in den Arm der Studie überwechseln, die beide Medikamente erhielten, was 52% der Patientinnen auch gemacht haben. Die Studie hat einen „statistisch signifikanten Vorteil für die kombinierte Therapie“ gezeigt, entsprechend 26% = Überlebensvorteil 4,5 Monate durchschnittlich. Weitere Faktoren wie z.B. Art der Metastasierung, Gesundheitszustand der Patientin etc. haben diese Überlebenszeit ebenfalls beeinflusst. Nach Blackwell schmilzt der immer noch „signifikante Vorteil“ jedoch noch weiter zusammen, wenn man diese Faktoren genauer justiert, wenn also die Patientinnengruppen noch ähnlicher sind, während die Nebenwirkungen bei Kombination der Medikamente zunehmen. Die Referentin habe am Ende ihrer Präsentation darauf verwiesen, dass die ALTTO Studie die Kombination von Tykerb und Herceptin in einem früheren Erkrankungsstadium untersucht. Außerdem habe sie von neuen Maßeinheiten für die Wirksamkeit der Therapien berichtet, die sogenannte „clinical benefit rate“, die sie als eine Kombination von komplettem Ansprechen, teilweisem Ansprechen und stabilem Krankheitszustand beschrieb. Diese neuen Endwerte ordnet Barbara Brenner in den Kontext der Medikamentenzulassung bei der FDA ein, die zurzeit sogenannte Surrogatmarker – Ersatzmaßeinheiten &#8211; für den klinischen Vorteil akzeptiert.</p>
<p>Die Grenzen zwischen subjektiven und objektiven Vorteilen von Medikamenten können bei diesem Vorgehen leicht verschwimmen. Es dürfte klar sein, dass Frauen mit Brustkrebs, die sich einer Therapie unterziehen, tatsächlich länger leben wollen, anstatt lediglich ein „Ansprechen“, „beschränktes Ansprechen“ bzw. eine Phase der „stabilen Erkrankung“ durch nebenwirkungsreiche Therapien zu erfahren, die schlussendlich das Überleben eben nicht verlängern.</p>
<p>Kathleen Prichard aus Kanada hat ebenfalls eine Präsentation zu Tykerb vorgetragen. Nach ihrem Beitrag habe Tykerb den Patientinnen nichts gebracht, während die fortgesetzte Gabe von Tamoxifen hilfreich sei. Kim Blackwell habe das als richtige Aussage bestätigt und Barbara Brenner kommentiert, dass das, was in der Presse als aufregender Durchbruch beschrieben werde, alles andere sei als das, während sich die Kosten für Tykerb in den USA auf über 40.000 US-Dollar pro Patientin beliefen. Könnte es sein, dass derartig hohe Kosten für wenig effektive Medikamente etwas damit zu tun haben, dass der Zugang zu medizinischen Leistungen für viele Menschen in den USA, die nicht in der Lage sind, die Kosten für teure private Versicherungspolicen aufzubringen, nach wie vor so prekär ist? Die Gefahr besteht übrigens auch bei uns, denn es hat Gründe, wenn wichtige medizinische Leistungen wie das Gespräch mit unseren ÄrztInnen immer mehr aus der Reichweite verschwinden.</p>
<h3>Genentech-Treffen</h3>
<p>Mehr über Genentech s.a. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Genentech">Wikipedia</a>.</p>
<p>Beim Treffen mit Genentech (die Firma ist seit März 2009 wieder vollständig im Besitz von Roche) habe sich Sandra Horning als neue Chefin für den Bereich der klinischen Forschung und Entwicklung im Bereich Hämatologie / Onkologie vorgestellt, berichtet Barbara Brenner. Sie habe erzählt, dass sie selbst Brustkrebs-Überlebende sei.</p>
<p>Der Leiter der Diagnostika-Gruppe Robert Schueren habe von der Suche des Unternehmens nach Biomarkern berichtet.</p>
<p>Julie Hambleton, die beim Produkt Avastin mitarbeite, habe von den Aktivitäten der Firma bei der amerikanischen Zulassungsbehörde FDA berichtet, bei denen es um die Ausweitung des Gebrauchs von Avastin bei Brustkrebs gehe. Sie habe erwähnt, dass es keine Studien gäbe, die Überlebensvorteile beim metastasierten Brustkrebs unter Avastin zeigen konnten, und verwies auf das „progressionsfreie Überleben“ und dass es keine Beeinträchtigungen beim Überleben gäbe (!!) („no detriment to survival“, detriment = dt. Nachteil, Beeinträchtigung, Schaden, Schadenserwartungswert). Außerdem habe Hambleton darauf hingewiesen, dass die rigoroseren Studien zu diesem Medikament weniger in Bezug auf das „progressionsfreie Überleben“ gebracht habe als in der Studie, die in den USA zur beschleunigten Zulassung geführt hat, was man bedauerlicherweise in anderen Worten vielleicht zusammenfassen könnte mit „mehr Avastin bringt noch weniger“. Wir verweisen auch auf unsere <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/avastin-berichterstattung/">Berichterstattung zu Avastin</a> vom 7. Juni 2008. Julie Hambleton habe überdies insistiert, dass alle bei Genentech Medikamente wollten, die das Überleben tatsächlich verlängerten und die Überlebensqualität verbesserten, doch man halte an der Zulassung von Medikamenten auch auf Basis des sogenannten „progressionsfreien Überlebens“ (= keine Änderung der Überlebenszeit) fest, da man die Auffassung vertrete, dass Patientinnen die Wahl haben sollten.</p>
<p>Mit anderen Worten: Mit oder ohne Medikamente, in Sachen Überleben läuft es auf das Gleiche hinaus, wenn da nicht noch die Kosten für die Medikamente wären.</p>
<h3>Am Rande  …</h3>
<p>Dennis Slamon habe bei einer Präsentation angemerkt, dass die Liste der Offenlegung der finanziellen Verbindungen der Forscher, die an einer Studie gearbeitet haben, so lang wäre, dass sie bereits die gesamte Zeit, die für die Präsentation verfügbar wäre, verbrauche. Er habe aber nicht gesagt, dass es praktisch unmöglich ist, ÄrztInnen und ForscherInnen zu finden, die keine finanziellen Interessenkonflikte hätten.<br />
Eine einsame Ausnahme sei aber <a href="http://www.stanford.edu/group/sjeffreylab/">Stefanie Jeffrey</a>, eine Chirurgin und Wissenschaftlerin an der Stanford Universität, die grundsätzlich keine Finanzierung vor dem Hintergrund von geschäftlichen Interessenkonflikten akzeptiere. Der Geburtstagstorte auf ihrer Webseite sieht man irgendwie an, dass sie an Genexpressionsprofilen forscht.</p>
<p>Außerdem habe Komen nun den kleinen Zeh in die Frage der Verursachung von Brustkrebs durch Umweltverschmutzung gesteckt. In diesem Zusammenhang sei eine Spende an das <a href="../../bcbooks/interessenkonflikte-in-der-medizinischen-forschung-ausbildung-und-praxis/">Institute of Medicine (IOM)</a>, um einen Bericht zur Evidenz zu erstellen. Zuvor hatte Komen das Silent Spring Institute (s. Literatur zu Brustkrebs und Umwelt, Literaturhinweis unten zu Rachel Carsons Buch <a href="../../03info/praevention_literatur.htm">„Der stumme Frühling“, Silent Spring</a>) gefördert, das die Ergebnisse seiner Arbeit in der Zeitschrift „<a href="http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/fulltext/114261513/PDFSTART">Cancer</a>“ [pdf zum Volltext] bereits 2007 veröffentlicht hat.</p>
<h3><strong>Weiterlesen</strong></h3>
<p>Barbara Brenner im <a href="http://bcaction.org/index.php?page=herceptin-tykerb-meeting-with-genentech-and-heard-in-the-halls" target="_blank">Original</a></p>
<p><a href="http://www.bcaction.de/wordpress/san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2009/" target="_blank">San Antonio, wir kommen: Die Kälte, die Mammographie und die Kosten (SABCS 2009, I)</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/das-san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2008-ein-anderer-kongressbericht/" target="_blank">San Antonio Breast Cancer Symposium 2008</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/die-anzahl-der-gescheiterten-durchbrueche/" target="_blank">San Antonio Breast Cancer Symposium 2007</a></p>
<p>Die englischen <a href="http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage" target="_blank">Breast Cancer Action-Berichte bis zum Jahr 1999</a></p>
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		<item>
		<title>San Antonio, wir kommen: Die Kälte, die Mammographie und die Kosten (SABCS 2009, I)</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 16:56:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[forschung]]></category>
		<category><![CDATA[kongressbericht]]></category>
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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFDruckversion &#124; pdf &#62;&#62; Teil I &#8211; V hier feat. Breast Cancer Action Die Geschäftsführerin von Breast Cancer Action, Barbara Brenner, und Vorstandsmitglied Jane Zones sind in diesem Jahr auf dem 32. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2009 vor Ort und berichten für Breast Cancer Action. So nutzen wir auch in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2009/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p>Druckversion | pdf &gt;&gt; <a href="../../pdf/infoblog/2009_SABCS.pdf" target="_blank">Teil I &#8211; V hier</a></p>
<div id="attachment_2834" class="wp-caption aligncenter" style="width: 488px"><a href="http://bcaction.org/index.php?page=san-antonio-here-we-come-cold-mammography-and-cost" target="_blank"><img class="size-full wp-image-2834" title="Clipboard01" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/12/Clipboard012.jpg" alt="Clipboard01" width="478" height="154" /></a><p class="wp-caption-text">Abbildung: Screenshot Breast Cancer Action, www.bcaction.org</p></div>
<p style="text-align: center;">
<p><em>feat. <a href="http://www.bcaction.org" target="_blank">Breast Cancer Action</a></em></p>
<p><strong><span style="color: #60748a;">Die Geschäftsführerin von Breast Cancer Action, Barbara Brenner, und Vorstandsmitglied Jane Zones sind in diesem Jahr auf dem 32. San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2009 vor Ort und berichten für Breast Cancer Action.</span></strong></p>
<p><span style="color: #60748a;"><strong>So nutzen wir auch in diesem Jahr mangels eigener Ressourcen um ein weiteres Mal die Arbeit von Breast Cancer Action und importieren Informationen für uns.</strong></span><strong> </strong></p>
<p>Der erste Beitrag von Barbara Brenners Ankunft heißt: „San Antonio, wir kommen: Die Kälte, die Mammographie und die Kosten“. Das Wetter ist ungewöhnlich kalt für San Antonio, schreibt sie, aber die Mammographie sorgt vor dem Hintergrund der neuen amerikanischen Screening-Empfehlungen (wie <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/mammo-leitlinien-us/" target="_self">berichtet</a>) für „heiße Diskussionen“. Barbara Brenner ist gerade aus Indien zurückgekehrt, wo Brustkrebs in gewisser Weise zu den vergleichsweise kleinsten Problemen gehöre, vor denen dieses Land gerade steht, aber die Screening-Leitlinien-Diskussion hat sogar die indischen Medien erreicht.</p>
<p>Neben der ungewöhnlichen Kälte seien in diesem Jahr auch ungewöhnlich wenig Besucher vor Ort beim SABCS, während die Diskussionen zu Meinungsverschiedenheiten beim Screening ungewöhnlich offen wären. Barbara Brenner schreibt, dass sie hofft, dass rationale Diskussionen helfen, aus dem Mammographie-Schlamassel wieder herauszukommen, auch wenn sie das alles nicht so spannend findet, dass sie den Atem anhält. Das vollständige Programm (<a href="http://sabcs.org/Documents/SABCSProgram09Final.pdf">Download kostenlos</a>) liegt diesmal nicht in der „Kongresstasche“ und kostet in der gedruckten Version US $ 50, das ist neu. Patientinnenvertreterinnen („Anwälte der Patientinnen“, in der deutschen Sprache gibt so ein schönes Wort nicht) sind &#8220;zuzahlungsbefreit&#8221;. Wir warten gespannt auf weitere Neuigkeiten.</p>
<p>Barbara Brenners und Jane Zones&#8217; Berichte werden täglich veröffentlicht, und mit kleiner Verzögerung werden wir das tun, was Barbara empfiehlt: Die Breast Cancer Action-Berichte mit Interesse lesen – oder kürzer gesagt: Enjoy!</p>
<h3>Weiterlesen:</h3>
<p>Barbara Brenner im <a href="http://bcaction.org/index.php?page=san-antonio-here-we-come-cold-mammography-and-cost" target="_self">Original</a></p>
<p>Zur aktuellen amerikanischen <strong>Mammographie-Debatte</strong>:<br />
- <a title="Permalink zur Screening-Diskussion" href="http://www.bcaction.de/wordpress/mammo-leitlinien-us/" target="_blank">Nach amerikanischen Leitlinien: Kein Brustkrebs-Screening zwischen 40 und 50</a><br />
- <a title="Permalink zum Thema &quot;Überscreening ...&quot;" href="http://www.bcaction.de/wordpress/ueberscreening-amerikanischer-kurs-zum-screening-aendert-sich/">Überscreening? Der amerikanische Kurs bei der Mammographie wankt</a></p>
<p>Bericht vom <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/das-san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2008-ein-anderer-kongressbericht/" target="_blank">San Antonio Breast Cancer Symposium 2008</a></p>
<p>Bericht vom <a href="../die-anzahl-der-gescheiterten-durchbrueche/">San Antonio Breast Cancer Symposium 2007</a></p>
<p>Die englischen <a href="http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage" target="_blank">Breast Cancer Action-Berichte bis zum Jahr 1999</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Erdrutsch bei den Therapieempfehlungen für Brustkrebs-Vorstufen: DCIS nicht immer operieren</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/erdrutsch-bei-den-therapieempfehlungen-fuer-brustkrebs-vorstufen-dcis-nicht-immer-operieren/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Oct 2009 20:50:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[DCIS & brustkrebsvorstufen]]></category>
		<category><![CDATA[diagnose]]></category>
		<category><![CDATA[kongressbericht]]></category>
		<category><![CDATA[leitlinien]]></category>
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		<category><![CDATA[Mammographie]]></category>

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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFKonferenzberichte für uns gelesen von Beate Schmidt Die Experten waren sich einig, berichtete das Deutsche Ärzteblatt auf seiner Website am 28.09.2009: &#8220;Ein duktales Carcinoma-in-situ ( DCIS) der Brust muss nicht immer operiert werden. Unklar blieb jedoch, wann eine Operation sinnvoll ist und wie ausgedehnt sie sein sollte.&#8221; Dies ist das Ergebnis einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/erdrutsch-bei-den-therapieempfehlungen-fuer-brustkrebs-vorstufen-dcis-nicht-immer-operieren/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p align="left"><em>Konferenzberichte für uns gelesen von Beate Schmidt</em></p>
<p><div id="attachment_2655" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/10/dcis_rechtoben_invasive_oben_inks.jpg"><img src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/10/dcis_rechtoben_invasive_oben_inks.jpg" alt="DCIS; Abb. Brad Wong mit freundlicher Genehmigung" title="DCIS" width="200" height="185" class="size-full wp-image-2655" /></a><p class="wp-caption-text">DCIS</p>
<p>Abb. Brad Wong<br />
mit freundlicher Genehmigung</p></div><br />
Die Experten waren sich einig, berichtete das <em>Deutsche Ärzteblatt</em> auf seiner Website am 28.09.2009: &#8220;<strong>Ein duktales Carcinoma-in-situ (<a href="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/02/wikipedia1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-547" title="Hier geht es zu Wikipedia" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/02/wikipedia1.jpg" alt="Hier geht es zu Wikipedia" width="11" height="11" /></a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Duktales_Karzinom_in_situ">DCIS</a>) der Brust muss nicht immer operiert werden.</strong> Unklar blieb jedoch, wann eine Operation sinnvoll ist und wie ausgedehnt sie sein sollte.&#8221; Dies ist das Ergebnis einer Expertentagung des US-amerikanischen National Institute of Health vom 22.-24. September 2009 in Bethesda, Maryland, die damit eine der zentralen Kontroversen im Zusammenhang mit der Brustkrebs-Früherkennung mittels Mammographie-Screening aufgegriffen hat.<br />
<em></em><br />
Lt. Konsensusbericht zur Tagung liegt der Anteil von DCIS, einer Veränderung, die auch als &#8220;Vorstufe&#8221; von Brustkrebs bewertet wird, bei den positiven Mammographiebefunden inzwischen bei einem Viertel. In den USA lassen sich offenbar &#8220;die allermeisten Frauen &#8230; operieren, obwohl sich nur in 30 bis 50 Prozent der Fälle aus der Präkanzerose DCIS ein invasives Mammakarzinom entwickelt&#8221;, so das <em>Ärzteblatt</em> weiter.</p>
<p><em></em></p>
<p align="left">Die Therapie sei fast immer erfolgreich, das 10-Jahres-Überleben nach Mastektomie oder Brust erhaltender Operation plus Strahlentherapie und / oder Tamoxifen, so die Pressemeldung des NIH ergänzend, liege bei fast 100%. In der Gruppe der Frauen mit Brust erhaltender Operation und Strahlentherapie komme es, so der vom <em>Ärzteblatt</em> zitierte Konsensusbericht, &#8220;jedoch bei 12 Prozent der Patientinnen zu einem Lokalrezidiv, das in der Hälfte der Fälle dann ein invasives Karzinom ist, was durch eine frühzeitige Mastektomie hätte verhindert werden können.&#8221; Der Forschergruppe von der Universität in Gainesville / Florida sei jedoch &#8220;klar, dass eine bei allen Frauen durchgeführte Mastektomie eine Übertherapie wäre, verbunden mit lebenslangen körperlichen und emotionalen Folgen für die betroffenen Frauen.&#8221; In der Pressemeldung des NIH wird zudem festgestellt, dass es derzeit nur relativ wenig verlässliche vergleichende Daten zur Wirksamkeit der diagnostischen und therapeutischen Optionen bei DCIS gäbe &#8211; wenig Daten also, die bisher zur Grundlage für weitreichende therapeutische Maßnahmen mit einschneidenden Folgen für die betroffenen Frauen gemacht wurden.</p>
<p><em></em></p>
<p align="left">Da die meisten DCIS ohnehin eine gute Prognose hätten, sei selbst eine Brust erhaltende Therapie ohne Bestrahlung bei einigen Frauen nicht notwendig, sondern <strong>eine regelmäßige Kontrolle der betroffenen Frauen könnte eine Alternative zur sofortigen Operation sein</strong>. &#8220;Wann eine abwartende Haltung sicher ist, vermochten die Experten jedoch nicht zu sagen. Angesichts des häufigen DCIS-Befundes seien nun weitere Studien notwendig&#8221;, so das <em>Ärzteblatt</em> weiter. Diese Studien, so die Pressemeldung des NIH, sollten detaillierte klinische, pathologische, Bild gebende und molekulare Daten sammeln.</p>
<p><em></em></p>
<p align="left">Die 14 von NIH und US-Regierung unabhängigen Experten aus den Gebieten Onkologie, Radiologie, allgemeine und rekonstruktive Chirurgie, Pathologie, Radioonkologie, Innere Medizin, Epidemiologie, Biostatistik, Krankenpflege, Geburtshilfe und Gynäkologie, Vorsorgemedizin und Bevölkerungsgesundheit sowie Sozialarbeit betonten außerdem, so ist es der Pressemeldung des NIH zu entnehmen, die <strong>Wichtigkeit des Patientinnenwunsches</strong> und empfahlen eine Verbesserung der Kommunikation zwischen Patientinnen und Medizinern, was auch die <strong>Weiterentwicklung von Entscheidungshilfen</strong> beinhaltet. Solche Hilfsmittel würden Fehlinformationen vermindern und das Verständnis einer DCIS-Diagnose sowie der Risiken und Vorteile der verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten verbessern. Jede einzelne Frau mit DCIS sollte Zugang zu bestmöglicher Information und Unterstützung haben, damit sie die Entscheidungen treffen kann, die ihre individuellen und einzigartigen Lebensumstände, Perspektiven und Präferenzen widerspiegeln.<strong></strong></p>
<p><em></em><br />
<em></em></p>
<h3><strong>Quellen / Weiterlesen:</strong></h3>
<p align="left">Beitrag im <a href="http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/38284/Brustkrebs_Duktales_Carcinoma-in-situ_nicht_immer_operieren.htm">Deutschen Ärzteblatt vom 28.09.2009</a><a href="http://consensus.nih.gov/2009/dcis.htm"></a></p>
<p><a href="http://consensus.nih.gov/2009/dcis.htm">Konsensusbericht</a> des NIH State-of-the-Science Conference: Diagnosis and Management of Ductal Carcinoma In Situ (DCIS) (in englischer Sprache)<a href="http://www.eurekalert.org/pub_releases/2009-09/nioh-rnt092409.php"></a><br />
<em></em><br />
<a href="http://www.eurekalert.org/pub_releases/2009-09/nioh-rnt092409.php">Pressemitteilung</a> des National Institute of Health, USA, vom 24.09.2009 mit vielen weiterführenden Links (in englischer Sprache)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Primärtumor-OP verbesserte das Überleben trotz Metastasierung</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/primaertumor-op-bei-metastase/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Sep 2009 13:37:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[chirurgie]]></category>
		<category><![CDATA[kongressbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Metastasierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFDerzeit findet in Berlin der gemeinsame Kongress der European CanCer Organisation ECCO und der European Society for Medical Oncology ESMO statt. Beate Schmidt fasst das Abstract eines Beitrags für Frauen mit Krankheitsstadium IV (Brustkrebs mit Fernmetastasen) für uns zusammen. Für einen kleinen Teil der Frauen mit Brustkrebs kommt zur Erstdiagnose sofort die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/primaertumor-op-bei-metastase/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p><span style="color: #60748a;">Derzeit findet in Berlin der gemeinsame Kongress der European CanCer Organisation ECCO und der European Society for Medical Oncology ESMO statt. Beate Schmidt fasst das Abstract eines Beitrags für Frauen mit Krankheitsstadium IV (Brustkrebs mit Fernmetastasen) für uns zusammen.</span></p>
<p>Für einen kleinen Teil der Frauen mit Brustkrebs kommt zur Erstdiagnose sofort die Diagnose Metastasierung hinzu. Die derzeit in Berlin vorgestellten Ergebnisse aus den Niederlanden zeigen, dass es dort zwischen 3 und 10% der Frauen mit Brustkrebs sind, die zusätzlich zur Erstdiagnose erfahren, dass ihre Krankheit bereits das &#8220;Stadium IV, Fernmetastasen&#8221; erreicht hat. Stadium IV bedeutet normalerweise, dass die Krankheit nicht mehr heilbar ist. Deswegen wird sie meist nur palliativ behandelt. </p>
<p>Die operative Entfernung des Primärtumors aus der Brust bei Frauen, die schon zum Zeitpunkt der Erstdiagnose Fernmetastasen entwickelt hatten, könnte dennoch lebensverlängernd wirken. So wurde auf dem eingangs genannten Kongress das Ergebnis einer retrospektiven Studie vorgestellt, die auch Komorbidität (also das Vorkommen weiterer diagnostisch zu unterscheidender Krankheiten) sowie andere &#8211; jedoch augenscheinlich nicht vollständig genannte &#8211; Variable berücksichtigte. Danach hatten von den 15.769 Frauen, die in den Jahren 1993 &#8211; 2004 in den Niederlanden mit Brustkrebs diagnostiziert wurden, 728 Frauen = knapp 5% bereits bei der Erstdiagnose Fernmetastasen. Bei 40% von diesen Frauen wurde der Primärtumor operativ entfernt. Das Deutsche Ärzteblatt ergänzt die Angaben des Abstracts mit der Information, dass diese Resektion zum Teil zur Symptomkontrolle und zum Teil auf Wunsch der Frauen erfolgte. &#8211; Mit anderen Worten: Die operative Entfernung des Primärtumors bei Frauen, die bereits bei Erstdiagnose Fernmetastasen entwickelt hatten, ist <strong>nicht</strong> Therapiestandard.</p>
<p>Im Rahmen der Studie wurden die Daten der Frauen mit bzw. ohne Primärtumor-OP analysiert, wobei die Frauen nach Alter, Tumorklassifikation, Anzahl der Metastasen und Komorbidität in Untergruppen eingeteilt wurden. Um den von anderen Faktoren unabhängigen Einfluss der Primärtumor-OP untersuchen zu können, wurde eine multivariable Analyse durchgeführt. Der Krankheitsverlauf der Patientinnen wurde bis zum 01.07.2006 nachbeobachtet. Zusätzlich wurden die Krankenakten von einem Teil der Patientinnen analysiert. Dabei wurden die jeweilige OP-Methode und die Resektionsränder ebenso betrachtet wie die Frage, ob Achsellymphknoten entfernt wurden oder nicht.</p>
<p><strong>Ergebnisse:</strong> Die mittlere Überlebenszeit betrug bei Frauen, deren Primärtumor operativ entfernt wurde, 31 Monate, bei Frauen ohne Primärtumor-OP 14 Monate &#8211; immerhin ein Unterschied von fast eineinhalb Jahren.<br />
Das Fünfjahresüberleben betrug 24,5% gegenüber 13,1% bei Patientinnen ohne OP, was fast einer Verdoppelung entspricht.</p>
<p>Das Abstract schlussfolgert, dass die Entfernung des Primärtumors bei Frauen mit Fernmetastasen zum Zeitpunkt der Erstdiagnose das Sterblichkeitsrisiko um 40% reduziert. <strong>Dieser Zusammenhang sei unabhängig von Alter, Komorbidität und anderen Variablen.</strong> Um eine biologische Erklärung für diese Verbesserung des Gesamtüberlebens zu finden, sei es nun erforderlich, die Auswirkungen der Operationsart und den Einfluss der Größe des tumorzellfreien Resektionsrandes zu untersuchen.<br />
Das Deutsche Ärzteblatt zitiert zudem die Leiterin der Studie mit den Worten: &#8220;Vielleicht ist durch den Eingriff die Zahl der zirkulierenden Tumorzellen reduziert worden, vielleicht ist aber auch das Immunsystem reaktiviert worden.&#8221; Jetzt sei eine kontrollierte, prospektive Studie geplant, um das Ergebnis zu überprüfen.</p>
<h3>Quellen:</h3>
<p>Joint ECCO 15 &#8211; 34<span style="font-size: 8px;"><sup>th</sup></span> ESMO Multidisciplinary Congress, Berlin, 20.-24. September 2009,<br />
Abstract O-5005: Surgical resection of the primary tumor is associated with improved survival in patients with distant metastatic breast cancer at diagnosis; zitiert aus: European Journal of Cancer Supplements, Vol 7 No 2, September 2009, Page 261<br />
<a href='http://ex2.excerptamedica.com/CIW-09ecco/index.cfm?fuseaction=CIS2002&amp;hoofdnav=Abstracts&amp;content=abs.details&amp;what=AUTHOR&amp;searchtext=Ruiterkamp&amp;topicselected=*&amp;selection=ABSTRACT&amp;qryStartRowDetail=1' >Abstract im Original lesen</a></p>
<p>Deutsches Ärzteblatt vom 22.09.2009: Entfernung des Primärtumors bei metastasiertem Mamma-Karzinom verbessert die Überlebensrate<br />
<a href='http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/38198/Entfernung_des_Primaertumors_bei_metastasiertem_Mamma-Karzinom_verbessert_die_Ueberlebensrate.htm' >Artikel im Original lesen</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Dr. Monica Morrow auf dem SABCS 2008: Kein Vorteil für MRT</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/dr-monica-morrow-auf-dem-sabcs-2008-kein-vorteil-fur-mrt/</link>
		<comments>http://www.bcaction.de/infoblog/dr-monica-morrow-auf-dem-sabcs-2008-kein-vorteil-fur-mrt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Jan 2009 19:59:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[kongressbericht]]></category>
		<category><![CDATA[MRT der brust]]></category>
		<category><![CDATA[BCA]]></category>
		<category><![CDATA[Mamma-MRT]]></category>
		<category><![CDATA[SABCS]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bcaction.de/wordpress/?p=615</guid>
		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFBericht von Breast Cancer Action San Francisco übersetzt und zusammengefasst von Beate Schmidt Dr. Monica Morrow, Leiterin der Chirurgie im Brustzentrum des Memorial Sloan-Kettering Cancer Centers, hielt auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium zum Thema MRT (Magnetresonanztomographie) der Brust einen „smarten“ Vortrag, wie die Medizinsoziologin und Spezialistin für Frauengesundheitsfragen Jane Zones [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/dr-monica-morrow-auf-dem-sabcs-2008-kein-vorteil-fur-mrt/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><p><em>Bericht von Breast Cancer Action San Francisco übersetzt und zusammengefasst von Beate Schmidt</em></p>
<p>Dr. Monica Morrow, Leiterin der Chirurgie im Brustzentrum des Memorial Sloan-Kettering Cancer Centers, hielt auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium zum Thema MRT (Magnetresonanztomographie) der Brust einen „smarten“ Vortrag, wie die Medizinsoziologin und Spezialistin für Frauengesundheitsfragen Jane Zones von Breast Cancer Action berichtet. Dr. Morrow beschäftigte sich u.a. mit der Anwendung klinischer Studienergebnisse in der Praxis und legte besonderes Augenmerk auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis.</p>
<p>Der potentielle Vorteil der MRT liegt lt. Morrow in der Verfeinerung der Entscheidungen in der Brustkrebstherapie mit Blick auf Brusterhaltung, um das Ausmaß des Tumors zu bestimmen, contralaterale Tumoren zu erkennen und das Rezidivrisiko zu minimieren. Eine Meta-Analyse ergab, dass die MRT 16% zusätzliche Krankheits-Diagnosen erbrachte (von denen ein Drittel falsch-positiv war), was gleichzeitig zu einem Anstieg des Anteils von Mastektomien oder großflächiger Exzisionen statt Brust erhaltender Therapie führte.</p>
<p>Studien ergaben, dass der Anteil von Mastektomien bei Frauen, die eine MRT erhielten, doppelt so hoch war wie bei denen, die andere bildgebende Verfahren genutzt hatten. Darüber hinaus werden Frauen, die eine MRT erhalten, im Schnitt drei Wochen später operiert. Diagnosebezogene MRT-Studien wurden erst im Nachhinein durchgeführt und sind nicht randomisiert. Frauen, die sich einer MRT unterzogen, waren durchschnittlich sechs Jahre jünger und für diese Diagnose ausgewählt, weil sie wahrscheinlicher profitierten, was wiederum zu günstigeren Ergebnissen der MRT-Studien führte. Dennoch wurde kein Vorteil für dieses Bildgebungsverfahren festgestellt, so berichtet Jane Zones über die von Dr. Morrow in ihrem Vortrag vorgestellten Ergebnisse.</p>
<p>Dr. Morrow fasste zusammen, dass die MRT mehr Krebs findet, diese Diagnosen jedoch keine klinische Relevanz haben. MRT führt zu einer höheren Anzahl unnötiger Mastektomien. Weder kurzfristige OP-Ergebnisse noch langfristige lokale Kontrollen oder contralaterale Krebsfälle wurden durch die MRT verbessert. Daher empfiehlt sie, die MRT nur für Frauen mit</p>
<ul>
<li> nachgewiesener BRCA1- oder BRCA2-Mutation,</li>
<li>befallenen Achsellymphknoten,</li>
<li>bzw. bei Frauen mit einer Empfehlung für eine neoadjuvante Therapie</li>
<li>und für den Fall, dass durch Mammographie, Ultraschall und physische Untersuchung keine eindeutige Diagnose gestellt werden kann.</li>
</ul>
<p>Dr. Monica Morrow beendete ihren Vortrag mit dem Satz, dass für den routinemäßigen Einsatz der MRT bei Krebspatientinnen klinische Vorteile gebraucht würden. Derzeit existierten diese jedoch nicht. Auf ihrer letzten Vortragsfolie zeigte sie Konzepte im Zusammenhang mit Brustkrebs, die intuitiv einleuchtend erschienen, sich jedoch als falsch herausstellten:</p>
<ul>
<li>Hochdosis-Chemo und Knochenmarkstransplantation sind der konventionellen Chemo überlegen,</li>
<li>endokrine Therapie ist der Chemotherapie unterlegen und bringt keinen Überlebensvorteil,</li>
<li>die Behandlung von Brustkrebs mit weniger als Mastektomie ist gefährlich,</li>
<li>die lokale Therapie beeinflusst das Überleben nicht.</li>
</ul>
<p>Sie fügte dieser Liste einleuchtender, aber falscher Konzepte hinzu: MRT findet Brustkrebs, der auf eine andere Art und Weise nicht gefunden werden kann. Dieses muss aber nützlich sein.</p>
<p>Dem Vortrag von Dr. Morrow folgte die Vorstellung der prospektiven MRT-Studie namens COMICE, die vom British National Health Service randomisiert mit 1.623 Frauen in zwei Gruppen durchgeführt wird: eine Gruppe erhielt MRT vor einer brusterhaltenden Therapie, die andere Gruppe erhielt keine MRT. Primärer Endpunkt war die Anzahl der Nachoperationen (nachfolgende weitere Exzisionen oder Mastektomien). Es gab hinsichtlich der Nachoperationsraten keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Studiengruppen, was Dr. Morrows Sichtweise bekräftigt.</p>
<p><strong>Links &amp; Quellen:</strong></p>
<p>Hier den <a href="http://bcaction.org/index.php?page=third-day-in-san-antonio-2">Bericht von Jane Zones im Original nachlesen</a>.</p>
<p><a href="http://www.mskcc.org/mskcc/html/85250.cfm">Dr. Monica Morrow &#8211; Leiterin des Brustzentrums im Memorial Sloan-Kettering Cancer Center</a></p>
<p><a href="http://www.mskcc.org/prg/prg/bios/1051.cfm">Monica Morrow über Monica Morrow (Kurzbiografie)</a></p>
<p><strong>Weiterlesen:</strong></p>
<p>Informationen zur MRT auf unserer <a title="... hier gibt es weitere Beiträge zur MRT auf unserer Website" href="http://www.bcaction.de/03info/mrt.htm">Webseite</a> und in unserem <a title="... hier gibt es weitere Beiträge zur MRT in unserem infoblog!" href="http://www.bcaction.de/wordpress/?cat=103">Blog</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das San Antonio Breast Cancer Symposium (SABCS) 2008: Ein anderer Kongressbericht</title>
		<link>http://www.bcaction.de/infoblog/das-san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2008-ein-anderer-kongressbericht/</link>
		<comments>http://www.bcaction.de/infoblog/das-san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2008-ein-anderer-kongressbericht/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 04 Jan 2009 15:13:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[kongressbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Barbara Brenner]]></category>
		<category><![CDATA[BCA]]></category>
		<category><![CDATA[SABCS]]></category>
		<category><![CDATA[Susan Love]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFAlle Jahre wieder … Die Kongress-Lektüre zum Jahreswechsel: Barbara Brenner, Allison Young und Jane Zones (Breast Cancer Action, San Francisco) waren da. Natürlich hat Dr. Susan Love auch das 31. Breast Cancer Symposium (SABCS) vom 10. bis 14. Dezember 2008 in San Antonio besucht. Die Berichte von Breast Cancer Action haben Beate [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/das-san-antonio-breast-cancer-symposium-sabcs-2008-ein-anderer-kongressbericht/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #60748a;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #60748a;">Druck | Download PDF</span></a></div><div id="attachment_410" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2007/12/henry-gonzales-convention-center.jpg"><img class="size-full wp-image-410" title="henry-gonzales-convention-center" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2007/12/henry-gonzales-convention-center.jpg" alt="Henry Gonzales Convention Center" width="200" height="142" /></a><p class="wp-caption-text">Henry Gonzales Convention Center</p></div>
<p><strong><span style="color: #60748a;">Alle Jahre wieder … Die Kongress-Lektüre zum Jahreswechsel: Barbara Brenner,  Allison Young und Jane Zones (Breast Cancer Action, San Francisco) waren da. Natürlich hat Dr. Susan Love auch das 31. Breast Cancer Symposium (SABCS) vom 10. bis 14. Dezember 2008 in San Antonio besucht.<br />
</span></strong><br />
<em><span style="color: #60748a;">Die Berichte von Breast Cancer Action haben Beate Schmidt &amp; Gudrun Kemper gesichtet und eine &#8220;Kurzversion&#8221; zusammengestellt, um einen Ausblick auf Gedanken und Aktivitäten, die auch Wissenschaft und Forschung beschäftigen, zu ermöglichen. <br />
<a href="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/03/pdf1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-470" title="pdf" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/03/pdf1.jpg" alt="pdf" width="16" height="17" /></a> </span></em><a title="Artikeldownload als pdf/Druckversion" href="http://www.bcaction.de/pdf/00blog/sana_bericht2008.pdf" target="_self"><span style="color: #60748a;">Download als pdf/Druckversion</span></a><em><span style="color: #60748a;"><br />
</span></em></p>
<h2><strong>Prävention I: Hormone vermeiden</strong></h2>
<p><strong> </strong>Zum Abstract 64/SABCS 2008 (<strong>Breast cancer after stopping estrogen plus progestin in postmenopausal women in the women’s health initiative (WHI)</strong>, Chlebowski RT) berichtet Barbara Brenner, dass Dr. Chlebowski Daten aus der WHI-Studie zu Frauen vorgestellt hat, die eine Kombination aus Östrogen und Progestin (künstliches Progesteron) erhalten hatten. Diese Hormontherapie führte zum <strong>Anstieg von Brustkrebserkrankungen</strong>, unabhängig von der Screening-Teilnahme. Auf Rückfragen betonte Chlebowski, dass es nicht möglich sei, eine „sichere“ Zeitspanne für diese Medikamentensubstitution zu definieren. Im Beitrag zum Abstract 65/SABCS 2008 (<strong>Hormone therapy use before diagnosis and breast cancer survival in the California Teachers Study</strong>, Marshall SF) wurde ferner nachgewiesen, dass es bei Frauen, die vor ihrer Brustkrebsdiagnose eine Hormontherapie erhalten hatten, zu einem <strong>statistisch signifikanten Anstieg der Brustkrebssterblichkeit um 5%</strong> kam.<br />
<strong><br />
</strong></p>
<h2><strong> Prävention II: Kosmetika</strong></h2>
<p>Die Pharmakologin Dr. Adrienne Olson legte eine Präsentation zum <strong>unwissentlichen Verbrauch von östrogenhaltigen Kosmetika</strong> vor. Östrogene werden durch die Haut noch schneller vom Körper absorbiert als bei oraler Einnahme. Insbesondere Frauen mit Östrogenrezeptor positivem Brustkrebs müssen Östrogene vermeiden, wenn sie nicht eine Erhöhung des Rezidivrisikos riskieren wollen. Die Untersuchung von 16 gebräuchlichen Feuchtigkeitscremes, die sämtlich Östrogene als Inhaltsstoffe nicht angegeben hatten, ergab, dass sechs der Cremes <strong>Östrogene in zum Teil beträchtlichem Maße</strong> enthielten. Da Frauen gar nicht die Chance haben, diese Inhaltsstoffe &#8211; bzw. diese mögliche systemische Zufuhr &#8211; festzustellen, wurden die Interessenvertreterinnen aufgefordert, hier mit der FDA zusammenzuarbeiten, um die Produkte, die Östrogene oder Designer-Östrogene enthalten, zu identifizieren.<br />
<strong><br />
</strong></p>
<h2><strong> Prävention III: Hormonbelastung in der Milch und DDT</strong></h2>
<p>Außer der Brustkrebspatientin, Biologin und Ärztin Elisabeth Rieping interessiert sich in Deutschland bisher niemand für die Zusammenhänge zwischen <strong>Progesterongehalt in der Milch trächtiger Kühe und Brustkrebs-Inzidenz</strong>, aber auch diese Frage wird in den Berichten von Breast Cancer Action wieder kurz gestreift. Im vergangenen Jahr hatte Dr. Bill Goodson auf dem Kongress Daten zum Milchkonsum vorgelegt. Sorge verursachten dem Breast Cancer Action Team aber auch die Planungen der Gates-Stiftung, zum Stopp der Malaria in Afrika wieder DDT einzusetzen, was in den USA – Dank der Arbeit von Rachel Carson – wegen der toxischen Wirkungen bereits seit den 1960er Jahren verboten ist. Rachel Carson, aber auch die Mutter von Bill Gates, starben an Brustkrebs.</p>
<h2><strong>Prävention IV: Medikamentöse Prävention</strong></h2>
<p><strong>Lasofoxifene</strong> ist ein Mittel gegen Osteoporose, das das Brustkrebsrisiko um 85% senken kann. Dieses ist jedoch lediglich eine statistische Größe, über die man genau so streiten kann wie über den Ansatz einer medikamentösen Verhinderung von Brustkrebs (Weiterlesen: bei uns im <a href="http://www.bcaction.de/wordpress/?p=286">Blog</a> zum Abbruch der STELLAR-Studie bzw. auf der Website im Abschnitt <a href="http://www.bcaction.de/03info/praevention.htm">Prävention</a>). In der auf dem SABCS vorgestellten Studie erkrankten 15 Frauen aus der Lasofoxifene- und 21 Frauen aus der Placebogruppe &#8211; ein denkbar geringer Unterschied bei 8.500 Teilnehmerinnen, insbesondere wenn man z.B. <strong>das erhöhte Thromboserisiko</strong> für all diejenigen mit in Betracht zieht, die das Medikament einnehmen. &#8211; Das Medikament Lasofoxifen ist von der FDA in den USA bisher nicht zugelassen worden. Barbara Brenner verweist außerdem darauf, dass die meisten Forscher, die an dieser Studie beteiligt sind, auf irgendeine Weise auf der Gehaltsliste des Herstellers stehen.</p>
<h2><strong>Prävention V: AVON &amp; Love</strong></h2>
<p>Auf einer Veranstaltung der Alamo-Foundation traf Barbara Brenner die bei uns durch ihr „Brustbuch“ und ihr „Hormonbuch“ bekannte Brustkrebs-Expertin Dr. Susan Love. Love sucht momentan weltweit eine „Frauenarmee“ (<strong>Army of Women</strong>, <a href="http://www.armyofwomen.org/">http://www.armyofwomen.org/</a>), um sie als Teilnehmerinnen für eine Studie zu den Ursachen von Brustkrebs zu motivieren, was von der AVON-Foundation unterstützt wird. Über 260.000 Frauen weltweit haben sich bisher gemeldet (aktuelle Zahlen zeigt die Webseite), geplant sind <strong>eine Million Teilnehmerinnen</strong>. Durch diese große Anzahl soll es gelingen, in Untergruppen (z.B. Schwestern, Isländerinnen, junge Frauen mit Brustkrebs, ältere Frauen mit Brustkrebs, Frauen mit genetischen Veränderungen usw.) eine genügend große Teilnehmerinnenzahl zu erreichen, um Antworten auf spezifische Fragestellungen (etwa sortiert nach Stillzeiten, Ausbildungsstand etc. etc.) zu finden. Auch hier will Susan Love wieder ihrer Schlüsselfrage nachgehen, nämlich zu <strong>lernen, wo die Krankheit beginnt</strong>, um sie später einmal bereits „vor dem Ausbruch“ zu stoppen. Breast Cancer Action diskutierte die im Zusammenhang mit Krebs übliche „militärische“ Sprache, die uns mit Begriffen wie rekrutieren, eskalieren etc. bestens bekannt ist. Doch die Entscheidung ist sowieso längst gefallen und Susan Love genießt mit ihrem seit Jahrzehnten neutral ausgerichteten unglaublichen Engagement und ihrer phänomenalen Fachkompetenz das uneingeschränkte Vertrauen von Frauen wie wohl niemand sonst weltweit. Sie wird es also sicherlich schaffen, eine Million Frauen zu finden, nicht zuletzt mit Unterstützung des Internets.<br />
<strong><br />
</strong></p>
<h2><strong> Bildgebende Verfahren zur Früherkennung und Diagnostik</strong></h2>
<p>Dr. Wendie Berg hielt am 13. Dezember 2008 einen Vortrag zum Ultraschall der Brust (engl.: Breast Ultra Sound), bei dem sie u.a. Ultraschall als „Screening-Intervention“ diskutierte. Diese Untersuchung erscheint Vielen besonders wertvoll, da sie nicht mit so negativen Eigenschaften wie etwa dem Einsatz ionisierender Strahlung bei der Mammographie belastet ist. Berg ist Radiologin, wie Barbara Brenner festhält, und auch sie betont, dass die <strong>Mammographie der „Gold-Standard“</strong> ist. Sie wendet ihre Aufmerksamkeit Frauen zu, die möglicherweise nicht im gleichen Maße wie andere von der Mammographie profitieren können (z.B. Frauen mit strahlendichtem (festem) Brustdrüsengewebe und Frauen, die in eine Hochrisikogruppe fallen). Zum Einsatz der MRT (Magnetresonanztomographie / Kernspin) verweist Berg auf die ACS-Leitlinie (s. dazu auch <a href="http://www.bcaction.de/03info/mrt.htm#ACSLeitlinie">http://www.bcaction.de/03info/mrt.htm#ACSLeitlinie</a>). Für Frauen, die sowohl Mammographie wie auch MRT erhalten, ist ein zusätzlicher Brustultraschall nicht erforderlich, so Berg. <strong>Für Frauen mit mittlerem Risiko sah die Wissenschaftlerin „ungenügende Evidenz“ für und auch gegen die MRT.</strong> Die Untersuchung sei teuer und fände in dieser Situation auch wenig Akzeptanz („not well tolerated“) bei Frauen. Für diese Gruppe findet die Referentin dagegen positive Aspekte beim Brustultraschall (preiswerte Untersuchung, keine Strahlenbelastung, gute Akzeptanz bei Frauen). Brenner verweist auf die Ergebnisse einer weiterhin laufenden Studie zum <strong>Brustultraschall (ACCEIN 666)</strong>, die im Mai 2008 erstmals im Journal of the American Medical Association (JAMA) publiziert wurde: Kleine Tumore könnten ohne Lymphknotenbefall gefunden werden, jedoch für den Preis von <strong>hohen Raten falsch-positiver Befunde und damit vielen unnötigen Biopsien</strong>. Nach wie vor kann Ultraschall bei kleinen Auffälligkeiten im Befund nicht gut nachweisen, ob es sich um solide Strukturen oder Flüssigkeiten handelt, jedoch wird an Lösungsansätzen gearbeitet. Für <strong>Hochrisikofrauen</strong>, die MRT nicht akzeptieren können, sei der Brustultraschall ein Weg, wenn man mit hohen Raten falsch-positiver Befunde leben könne. Fragen der Erfahrungen mit dieser Untersuchung („technologist training“) sowie hinsichtlich der Kostenübernahme wurden diskutiert. Ultraschall sei eine Ergänzung zur Abklärung von mammographischen Befunden, <strong>jedoch kein Ersatz für die Mammographie</strong>, so erklärt auch diese Referentin &#8211; Stand 2008.</p>
<h2><strong>Krankheitsbild I: Zirkulierende / Disseminierte Tumorzellen</strong></h2>
<p>Im Blut nachgewiesene zirkulierende Tumorzellen wurden im Zusammenhang mit einer Metastasierung bzw. möglichem Fortschreiten bei Brustkrebs von Dr. Klaus Pantel diskutiert. Mit dem Nachweis von zirkulierenden Tumorzellen erhofft man sich Aussagen zur Wahrscheinlichkeit einer Metastasierung sowie zu möglichen Therapiezielen, der Notwendigkeit von Therapien und einem Monitoring von Therapieerfolgen. Jedoch sind sowohl die Verfahren mit Proben aus dem Knochenmark wie auch Blutproben <strong>bisher unsicher</strong>, wie Dr. Stefanie Jeffrey aus dem wissenschaftlichen Beirat von Breast Cancer Action meint. Dr. Max Wicha, der mitunter „Gott der Stammzellen“ genannt wird, verwies auf dem Kongress bei den zur Zeit angewandten Verfahren der Zellsuche auf <strong>falsch-negative Ergebnisse</strong>. Die Ergebnisse zeigten allerdings, dass die Überlebenschancen mit einer steigenden Anzahl zirkulierender Zellen sinken. Es ließ sich nachweisen, dass die Zahl zirkulierender Tumorzellen durch die adjuvanten Therapien sänke. Allerdings konnte wiederum nicht bewiesen werden, dass diese Veränderung die Überlebenschancen beeinflusse. Fragen zu den sogenannten „schlafenden“ Tumorzellen, die bei Brustkrebs u.a. für die späten Rezidive verantwortlich sein könnten, sind bis heute ebenfalls nicht zu beantworten, etwa: Welche Rolle spielt das Immunsystem? Haben alle Patientinnen schlafende Tumorzellen? Welche Rolle spielt Stress? etc. Die Folien von Pantel, der offenbar u.a. mit dem Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf zusammenarbeitet, liegen unter: <a title="Externer Link zum Originalartikel" href="http://sabcs08.m2usa.com/data/SABCS08_PL2_01.pdf" target="_self">http://sabcs08.m2usa.com/data/SABCS08_PL2_01.pdf</a>.</p>
<h2><strong>Krankheitsbild II: Mehr zum Verständnis der Metastasierung</strong></h2>
<p>Barbara Brenner hat den für 15 Minuten im Programm verankerten Vortrag von Dr. Joan Massagué zur Metastasierung (Deconstructing Metastasis) angehört. Seiner Beobachtung nach müssten Brustkrebszellen an den üblichen Metastasierungsorten von Brustkrebs in Knochen, Leber oder Gehirn entsprechend der unterschiedlichen Art der Organe über verschiedene Fähigkeiten verfügen, um in diese Gewebe einzudringen und sie zu besiedeln. Der Wissenschaftler betonte, dass es im Gegensatz zu Darm- oder Lungenkrebs bei Brustkrebs oft viele Jahre dauert, manchmal sogar sehr viel länger, bis eine Metastasierung manifest wird. Demzufolge haben Brustkrebszellen diese Fähigkeit möglicherweise anfänglich noch nicht und müssen sie in der Mikroumgebung, in die sie eingebettet sind, erst entwickeln. Für die Onkologie sei eine Metastasierung zwei oder drei Jahre nach der Erstdiagnose bei Brustkrebs früh, während diese Zeitspanne für die Biologie im Allgemeinen jedoch eine lange Zeit sei. Barbara Brenner stellt die spannende Frage, wie die Mikroumgebung sein muss, um diese Veränderungen zu bewirken, doch der Vortrag bot hierzu keine Erklärungen. Im Blickwinkel der Forschung liegen zur Zeit Fragestellungen zum Verständnis der molekularen Struktur von Krebszellen und ihren Spuren in Gensignaturen, die bestimmte Arten der Metastasierung &#8211; etwa in Lunge oder Gehirn – vorhersagen können. Die Hoffnungen richten sich insbesondere darauf, <strong>eines Tages nur diejenigen Patientinnen zu therapieren, die diese Therapie auch brauchen</strong>.</p>
<p>Dr. Larry Norton hielt in der „McGuire Lecture“ einen Vortrag, der etablierte Vorstellungen von Brustkrebs auf den Kopf stellt. Er kommt zu dem Ergebnis, dass <strong>die Metastasierung bei Brustkrebs ein Problem der „Selbst-Aussaat“ (Self-Seeding)</strong> ist, dem mit den bisherigen Therapieformen und Ansätzen der genaueren Klassifizierung von Tumoren z.B. über Genexpressionsprofile nur in vergleichsweise bescheidenem Maße beizukommen sei. Die Präsentation zu dem sehr interessanten Vortrag ist online verfügbar unter:  <a href="http://sabcs08.m2usa.com/previewer.html">http://sabcs08.m2usa.com/previewer.html</a>.</p>
<p>Dr. Patricia Steeg ist eine Molekularbiologin, die die „Women’s Cancers Section“ am NCI, der nationalen Krebsforschungseinrichtung der USA, leitet. Sie forscht seit rund 20 Jahren an den Mechanismen der Metastasierung und wurde 2008 auf diesem Kongress mit dem „Brinker Award“ der Komen Foundation ausgezeichnet. Sie hielt einen Vortrag über „Molekulare Erkenntnisse bei der Metastasierung von Brustkrebs“ und widmete sich dabei u.a. den sogenannten <strong>Suppressor-Genen</strong>. Sie selbst hat das erste derartige Gen entdeckt, über 25 solcher Gene kennt man inzwischen. Von den Suppressor-Genen erhofft man sich zukünftig sowohl Informationen über die jeweils individuell vorliegende Tumorerkrankung als auch neue therapeutische Ansätze.</p>
<h2><strong>Therapie I: Antihormontherapien</strong></h2>
<p>Fünf verschiedene Präsentationen zu Aromatasehemmern wurden vorgestellt. Die Ergebnisse sind für Barbara Brenner von Breast Cancer Action „allenfalls verwirrend“. Problematisch sei die Praxis der „<strong>Entblindung</strong>“ und des „<strong>Cross-Over</strong>“, die bei heutigen Studien häufig anzutreffen seien und zu einer <strong>Verzerrung bzw. einer Unmöglichmachung von validen Studienergebnissen</strong> führten. Als weiteres Problem wurden hier sogenannte „Open-Label“-Studien benannt, bei denen sowohl Arzt als auch Patientin wissen, welche Medikationen verabreicht werden. Nach kurzem Zeitablauf werden Therapieempfehlungen teils auch dann ausgesprochen, wenn keine „statistisch signifikanten“ Daten, sondern lediglich „Trends“ vorlägen. Barbara Brenner schlägt jedenfalls vor, die Patientinnen – und Teilnehmerinnen der Studien – in dem Wissen um die Notwendigkeit brauchbarer Ergebnisse zu fragen, ob sie nicht für brauchbare Studienergebnisse von solchen Praktiken wie Entblindung und Cross-Over lieber absehen möchten.</p>
<h2><strong>Therapie II: Die Diskussion um Anthrazykline</strong></h2>
<p>Die Diskussion darüber, ob Dr. Dennis Slamon mit seiner Aussage, dass die TopoIIa-Überexpression die Möglichkeit des Ansprechens auf Anthrazykline (eine der auch in Deutschland am häufigsten eingesetzten Chemotherapien bei Brustkrebs mit sehr toxischen Nebenwirkungen) anzeigt, wurde viel diskutiert. Der Vortrag „Chromosome 17 polysomy (CH17) as a predictor of anthracycline response: emerging evidence from the UK NEAT adjuvant breast cancer trial (Abstract 45, <a href="http://www.abstracts2view.com/sabcs/view.php?nu=SABCS08L_1444">http://www.abstracts2view.com/sabcs/view.php?nu=SABCS08L_1444</a>) kommt zu dem Schluss, dass eine Chromosom 17 Polysomie  <a href="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/03/wikipedia.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-619" title="wikipedia" src="http://www.bcaction.de/infoblog/wp-content/uploads/2009/03/wikipedia.jpg" alt="wikipedia" width="11" height="11" /></a> <a title="Externer Link zur Erklärung bei Wikipedia" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Polysomie" target="_self">http://de.wikipedia.org/wiki/Polysomie </a> (CH17) das Ansprechen am ehesten vorhersagen kann, während TopoIIa- sowie Her2-Überexpressionen Ersatz dafür wären. Diese Diskussion wird bei uns in Deutschland bisher praktisch nicht verfolgt.<strong> Obwohl es Grund zu der Annahme gibt, dass viele Patientinnen, die Anthrazykline erhalten, keinen Vorteil sondern möglicherweise sogar Nachteile von der Therapie haben (Risiken schwerster Nebenwirkungen) und Alternativen in der Therapie bestehen, steht eine Reaktion der Fachgesellschaften bzw. des IQWIG bei uns noch aus</strong>. In der Leitlinie sind Anthrazykline ohne Einschränkungen weiterhin vorgegeben, obwohl diese Zusammenhänge nicht sehr neu sind.</p>
<p>Breast Cancer Action betont jedenfalls die Bedenken, die hinsichtlich des Einsatzes von Anthrazyklinen bestehen, insbesondere angesichts der wahrscheinlich sehr geringen Anzahl von Patientinnen, die einen Vorteil durch die Therapie haben könnten. Breast Cancer Action hat sich deswegen bereits mehrfach mit dem Thema auseinandergesetzt und verweist auf die eigene Webseiten-Suche, was wir bei Interesse auch unseren Leserinnen für unsere Webseite empfehlen. Geben Sie dazu das Suchwort „Anthrazykline“ bei <a href="http://www.bcaction.de">www.bcaction.de</a> ein. Während sich Dr. Slamon gegen Anthrazykline ausspricht, verteidigt ein anderer Wissenschaftler, Dr. Mark Levine, die Chemotherapie mit Anthrazyklinen.</p>
<p>Ein Satellitensymposium wurde von Fran Visco, der Vorsitzenden der National Breast Cancer Coalition NBCC, geleitet. Die NBCC hatte bereits <strong>vor rund zwei Jahren</strong> Fachwelt und Patientinnenvertreterinnen eindringlich aufgerufen, den Einsatz der Anthrazykline kritisch zu überprüfen, s. dazu auch unsere <strong>Pressemeldung von 2007:</strong> <a href="http://www.openpr.de/news/156713/Neubewertung-dringend-gefordert-NBCC-fordert-Pruefung-von-anthrazyklinhaltigen-Chemotherapien.html">Neubewertung dringend gefordert: NBCC fordert Prüfung von anthrazyklinhaltigen Chemotherapien.html</a>.</p>
<p>Fran Visco fragte, welcher Evidenzgrad denn erreicht sein müsste, um einen Behandlungsstandard zurückzunehmen. Diese Frage hatte auch Barbara Brenner in der BCAction-Zeitschrift „The Source“ vom März 2008 gestellt. Warum geht es so schnell, eine aggressive Therapie zum Standard zu machen, und warum ist es so schwer, diese Therapie aus dem Repertoire wieder zu entfernen, wenn man sieht, dass sie nicht funktioniert? Dies ist eine bittere Frage zu einem Medikament, das auch den Namen „der rote Tod“ trägt und von dem wir immer wussten, dass wir wahrscheinlich wenig Nutzen von ihm haben. In der Festschrift „50 Jahre Krebsregistrierung: Das Gemeinsame Krebsregister der Länder Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen 1953 – 2003“ lesen wir beispielsweise: „So wurde im Rahmen einer Fall-Kontroll-Studie das <strong>Risiko einer Leukämieerkrankung</strong> nach einer vorausgegangenen Brust- bzw. Ovarialkrebserkrankung untersucht. Es zeigte sich, dass die Patientinnen, deren primäre Krebserkrankung <strong>mit einer Chemotherapie</strong> behandelt wurde, gegenüber den übrigen Patientinnen ein <strong>deutlich erhöhtes Leukämierisiko</strong> trugen.“ PDF der Festschrift: <a title="Externer Link zum Originalartikel" href="http://www.berlin.de/imperia/md/content/gkr/publikationen/weitere/festschrift.pdf " target="_self"><br />
http://www.berlin.de/imperia/md/content/gkr/publikationen/weitere/festschrift.pdf </a></p>
<p>In <strong>„The Source“</strong> beschreibt Brenner, wo Ursachen für die Schwierigkeiten beim Umdenken in den USA liegen. Wahrscheinlich läge es daran, dass US-Ärzte, ebenso wie viele Patientinnen übrigens auch, annähmen, dass ein aggressiveres Vorgehen bei Krebs mehr Menschenleben retten könne als ein weniger aggressives. Man will Patientinnen nichts vorenthalten und bei eventuellen Klagen vor Gericht auch nicht Gefahr laufen, im Falle des Fortschreitens der Krankheit wegen Unterlassung verklagt zu werden. Weitere Barrieren sind die immensen Investitionen, die man bereits in diese Therapien gesteckt hat. Man berechne diese einmal lediglich für den weltweiten Einsatz von Anthrazyklinen bei Brustkrebs in den vergangenen 30 Jahren &#8211; eine Utopie! Die Umstellung von Leitlinien und sämtliche damit verbundenen Verwaltungsarbeiten kommen noch hinzu. Das alles, so schreibt Barbara Brenner, mache es sehr schwer, das schwerfällige Schiff in andere Bahnen zu lenken. Fran Visco führte jedenfalls weiterhin aus, dass die richtige Zielrichtung der Therapien die Effektivität, Lebensqualität, finanzielle Lasten und Toxizität berücksichtigen müssten. Noch stehen auch Antworten zu der  Frage nach der besten Testmöglichkeit des TopoIIa-Gens aus, die sich zudem mit Diskussionen zu den bestmöglichen Testverfahren für Her2-neu überschneiden. Die medizinische Praxis sollte jedoch dahingehend geändert werden, dass nur diejenigen Patientinnen toxische Therapien erhalten, die auch davon profitieren könnten. <strong>Im Falle der Anthrazykline würde dies bedeuten, dass nur noch rund 8% der Brustkrebspatientinnen, die eine Her2-neu- plus TopoIIa-Überexpression an den Tumorzellen aufweisen, für diese Therapien überhaupt in Frage kommen.</strong><br />
<strong><br />
</strong></p>
<h2><strong> Therapie III: Herceptin</strong></h2>
<p>Bei lokal fortgeschrittenem Brustkrebs konnte eine Studie zeigen, dass nach drei Jahren das Überleben ohne Krankheitsrezidiv (EFS) bei Gabe von Herceptin verbessert war. Hinsichtlich des Gesamtüberlebens gab es allerdings keine signifikanten Unterschiede, berichtet Barbara Brenner zum Abstract 31 (<strong>Trastuzumab after adjuvant chemotherapy in HER-2 positive breast cancer &#8211; update on efficacy and safety results of the HERA trial</strong>, Goldhirsch A). Andere Forschungsarbeiten im Zusammenhang mit Her2, Testverfahren und neuen Medikamentenkombinationen sind derzeit noch in experimentellem Stadium.</p>
<h2><strong>Therapie IV: Neue Medikamente</strong></h2>
<p>Eine neue Abkürzung für eine Medikamentengruppe sorgte für Aufmerksamkeit: „STI“ steht für „Signal Transduction Inhibitor&#8221; (übersetzt etwa: Signalweitergabe-Hemmer). Aussagen zur Überwindung von Resistenzen anderer Brustkrebsmedikamente mit dieser neuen Medikamentengruppe wurden kontrovers thematisiert, denn vorliegende Forschungsergebnisse sind nicht so exakt, dass sie auf die einzelne Patientin direkt übertragbar wären. Zur Sprache kamen: Unnötige Nebenwirkungen, unklare Ergebnisse und die höheren Kosten für das Gesundheitssystem. Auch hier geht es bisher also um den eher experimentellen Bereich.</p>
<h2><strong>Therapie V: Zugang zu Fortschritten in der Brustkrebstherapie</strong></h2>
<p>In einer Diskussion mit Brustkrebs-Experten wird Barbara Brenner berichtet, dass es eine Menge Fortschritte in der Brustkrebs-Therapie gäbe. Auf ihre Rückfrage, wer die Möglichkeit hätte, von diesen neuen Therapien zu profitieren, heißt es jedoch sogleich: „Ja, das ist eine andere Frage …“. Brenner bemängelt an erster Stelle, dass der Gedanke des Zugangs zu den neuen Therapien vernachlässigt wird: „It seems to me that as long as we think about medical advances as divorced from the issue of their affordability, we won’t be able to make real progress in cancer.” (übersetzt: Es scheint mir, dass wir, solange wir medizinische Fortschritte losgelöst von der Frage der Erschwinglichkeit sehen, zu echten Fortschritten in der Krebstherapie nicht fähig sind.) Alle betroffenen Frauen bräuchten schließlich Zugang zur bestmöglichen Therapie, nicht nur jene, die sich diese leisten können &#8211; eine in den USA relevante Frage, die auch bei uns zunehmend an Bedeutung gewinnt, der steile Anstieg der Medikamentenpreise Probleme und Fragen aufwirft. Außerdem leben viele Frauen mit Brustkrebs nicht in den westlichen Industrienationen und haben einen noch viel schlechteren Zugang zu Therapien und teuren neuen Medikamenten als Frauen in Deutschland oder den USA.<br />
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<h2><strong> Am Rande I: Begrüßungsdinner der Alamo-Foundation</strong></h2>
<p>Die Alamo Foundation ist vor Ort in San Antonio, Texas, aktiv. Beim Begrüßungsdinner hatten die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich vorzustellen und mitzuteilen, für welche Organisation sie am SABCS teilnehmen. Barbara Brenner war überrascht, dass so viele Frauen sich in so vielen unterschiedlichen Organisationen engagieren. Allerdings, so stellt Brenner fest, widmen sich nur Wenige der Interessenvertretung. Die einzige Person, die bei dem Dinner unerbetenen Beifall bekam, so Brenner weiter, war der einzige männliche Arzt im Raum, Dr. Peter Radvin, der sich für das Alamo-Programm engagiert. Alle Anderen engagierten sich im Bereich Brustkrebs, doch allein Spezialisten seien das Maß der Dinge, resümiert Barbara Brenner weiter, auch hinsichtlich der AIDS-Bewegung einen Vergleich ziehend. Sie zitiert dazu einen AIDS-Aktivisten: Aktivisten wären verängstigt und wütend, doch heute habe niemand mehr Angst, was den Medikamenten zu verdanken sei. Sind AIDS-Medikamente eigentlich erfolgreicher als Medikamente gegen Brustkrebs? Barbara Brenner hält jedenfalls fest, dass bei dem Begrüßungsessen auch ein Repräsentant von Novartis, dem Hersteller des Medikaments Femara und Sponsor der Alamo Brustkrebs-Stiftung, anwesend war. Eine Patientin bedankte sich für das Medikament, was Brenner zu der Frage: „Aktivismus?“ veranlasst. Thema in San Antonio war u.a., dass die KOMEN-Foundation, die auch in Deutschland aktiv ist, in Dallas 39 Mitarbeiterinnen entlassen hat. Die Krise verschont offenbar auch amerikanische Brustkrebs-Organisationen nicht.<br />
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<h2><strong> Am Rande II: Mittagessen mit Big Pharma – Novartis</strong></h2>
<p>Die Unterhaltung zur Mittagszeit am 13. Dezember bot der Konzern Novartis mit seiner Werbung für das Medikament Zometa. Im Programm hieß die Veranstaltung: „Metastasierter Brustkrebs – Warum sind meine Knochen wichtig?“ Die Schauspielerin Marcia Strassman (Jg. 1948), die hier Einigen vielleicht durch Filme wie „Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft“ bekannt ist, erhielt bereits bei ihrer Erstdiagnose der Brustkrebserkrankung auch die Diagnose einer Knochenmetastasierung. In ihrem Facebook-Account teilt sie als Novartis-Partnerin mit, dass sie alle 28 Tage eine Infusion mit Zometa erhält und wirbt damit für das Medikament in den USA. „Marcia Strassman nimmt die aktive Rolle einer Patientinnenvertreterin ein“ lesen wir in ihrem Facebook-Account, der direkt zur Produkt-Information von Novartis verlinkt. Die Schauspielerin wurde mit Brustkrebs diagnostiziert, nachdem sie selbst „einen Hügel“ in ihrer Brust fand, und das, obwohl sie regelmäßig zur Mammographie gegangen war. Die letzte Mammographie wurde sieben Monate vor der Diagnose erstellt. Die Schauspielerin hatte bereits früher für Krebs-Charities Geld gesammelt und u.a. deswegen Zugang zu den besten Ärzten, schreibt Barbara Brenner. Ein Knochenszintigramm zeigte unglücklicherweise Metastasen und sie erhielt fortan Arimidex und Zometa. Allerdings entwickelte sie unter Arimidex eine allergische Reaktion und wechselte zu dem Medikament Femara. Marcia Strassman ist sehr dankbar für diese Medikamente, die beide von Novartis hergestellt werden und ihr beide wenig Nebenwirkungen verursachen, wie sie auf dem SABCS die ZuhörerInnen wissen lässt. Brenner hält jedoch fest, dass sie eine gute Krankenversicherung hat, die ihre Therapien bezahlt &#8211; was nicht allen Brustkrebspatientinnen in den USA möglich ist, da sie entweder gar keine Krankenversicherung oder nur unzureichenden Versicherungsschutz haben.</p>
<p>Weiterhin sprechen die Ärzte Dr. Adam Brufsky und Dr. Hope Rugo zu Zometa. Brenner merkt an, dass nicht bekannt sei, was Novartis als Honorar für die Arbeit der beiden Ärzte für den Konzern zahle. Brufsky sagt für die kommenden Jahre große Fortschritte in der Brustkrebstherapie und das Überleben der meisten Patientinnen voraus. Die Patientinnenvertreterinnen im Raum fordert er auf, Geld für die Forschung zu sammeln. Rugo spricht schließlich sehr ausführlich über die „real world of Zometa“, während sie nachfolgend ausführlich darlegt, wie selten die Kiefernekrose als Nebenwirkung sei.</p>
<p>Anschließend konnten bei dieser Veranstaltung Fragen gestellt und auch schriftlich eingereicht werden. Barbara Brenner nutzt die Gelegenheit für eine Nachfrage an den Konzern, der einerseits Medikamente wie z.B. Aromatasehemmer gegen Brustkrebs herstellt, andererseits aber auch das Herbizid Atrazin, das bekannt dafür ist, dass es die Aromatase wiederum stimuliert. Eine Antwort wird jedoch zumindest von Brenner nicht übermittelt. Die Patientinnenvertreterin Roberta Gelb, die mit verschiedenen Organisationen arbeitet, fragt Brufsky, warum eigentlich niemand den Patientinnen die Empfehlung gäbe, ihr Leben zu leben und die Brustkrebstherapie ihren Onkologen zu überlassen, eine Frage, die dieser jedoch sehr defensiv beantwortet.</p>
<p>Im Gespräch nach der Veranstaltung stellt Barbara Brenner fest, dass viele von der Veranstaltung enttäuscht waren, denn es wäre klare Information und nicht der zuckersüße Einheitsbrei eines Pharmakonzerns erwünscht gewesen. Allison Young drückt es noch etwas deutlicher aus. Sie hat den Eindruck gewonnen, dass Novartis die Situation der Patientinnen nicht verstünde: Frauen mit Brustkrebs, die an einer wissenschaftlichen Konferenz teilnähmen, wollen fundierte Informationen, während lediglich variierende Grade eines rosafarbenen Lifestyles geboten wurden. Sie regt sich auch über die Schauspielerin auf, die die Bequemlichkeit ihrer 28-Tage-Infusionen lobt, während sie das Land bereist und andere Frauen in den Staaten keinen hinreichenden Versicherungsschutz hätten. Man könne auch nicht so tun, als würde man mit besserem Zähneputzen die Kieferosteonekrosen als Nebenwirkung eines Bisphosphonats beheben können, während genaue Informationen dazu fehlten. Auch die „interdisziplinäre Zusammenarbeit“ der Ärzte, die in den USA Frauen mit Brustkrebs behandeln, ist offensichtlich nicht ganz nahtlos zu haben. „Ich kann meinen Chirurgen nicht bewegen, mit meinem Onkologen zu sprechen, und Sie wollen mir sagen, dass mein Onkologe mit meinem Zahnarzt reden sollte?“, fragt eine Patientin. Das kommt uns doch auch irgendwie bekannt vor. Am Ende der Konferenz erhält Allison dann noch den Anruf einer Patientin. Sie hat Probleme mit einer Kiefernekrose. (An der Berliner Charité wird zur Kiefernekrose ein Zentralregister geführt, weitere Info: <a href="http://www.charite.de/zmk/Kiefernekrose_Patinfo_Einverstaendnis_Zentralregister_Berlin.pdf">http://www.charite.de/zmk/Kiefernekrose_Patinfo_Einverstaendnis_Zentralregister_Berlin.pdf</a>)<br />
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<h2><strong> Am Rande III: Advocacy Lunch bei Genentech</strong></h2>
<p>Nicht nur Novartis, auch Genentech (eine Firma, die mehrheitlich im Besitz des Pharmakonzerns ROCHE ist) hatte sich etwas Spezielles für Interessenvertreterinnen auf dem SABCS 2008 einfallen lassen: Ein „Advocacy Lunch“, also die Einladung von Patientinnenvertreterinnen zum Mittagessen. Barbara Brenner outet es als Firmenwerbung, Jane Zones aus dem Breast Cancer Action-Team nennt es Public Relations. Zentral bei diesem Treffen ist eine Präsentation von Firmenmitarbeitern, die die Produktpalette, die Genentech entwickelt, ins rechte Licht rückt.</p>
<p>Genentech hat außerdem anlässlich des 10. Geburtstages der Zulassung von Herceptin ein Video gedreht, das die Rolle der Patientinnenvertreterinnen bei Entwicklung und Zulassung des Medikaments hervorhebt, und zwar als Weg, um sich auf diese Weise bei den Patientinnenvertreterinnen zu bedanken, wie Barbara Brenner schreibt. Jane Zones vom Breast Cancer Action-Team beschreibt die Ironie der Geschichte, dass es nämlich vor rund 12 Jahren ausgerechnet Frauen von Breast Cancer Action waren, die für starken Druck hinsichtlich der schnellen Zulassung von Herceptin sorgten. Nachdem eine der Frauen sich an die Tore von Genentech gekettet hatte, änderte sich die Situation schnell. Margi Stuart, damals BCA-Vorstandsmitglied, war eine der ersten, die nach dieser Aktion Herceptin erhielten. Sie konnte mit dieser Therapie eine Verlängerung der Überlebenszeit erreichen und erlebte so noch, wie ihre jüngste Tochter die Schulausbildung abschloss. Margi Stuart starb 1997. Von diesen Aktivistinnen wurde in dem Video natürlich niemand gezeigt. Und obwohl BCA und Genentech damals in enger Verbindung standen – der Verzicht auf finanzielle Mittel aus der Pharmaindustrie wurde erst 1998 verabschiedet –, hat Genentech für das aktuelle Video niemanden von Breast Cancer Action interviewt. Das Firmenvideo berichtete u.a. auch über Avastin. Breast Cancer Action hatte, wie auch die NBCC, gegen eine Zulassung dieses Medikamentes in der Brustkrebstherapie opponiert. Es überrasche nicht, dass solche Meinungen keinen Eingang fänden, sondern hauptsächlich Meinungen von Menschen, die langjährig für die Firma gearbeitet haben, gezeigt wurden, und diese berichten natürlich nur Positives. Unter den im Video Interviewten sagte beispielsweise jemand, dass sich die Zusammenarbeit mit der Brustkrebsbewegung von der Konfrontation hin zur Kooperation entwickelt habe, so dass nun eine Partnerschaft mit der Industrie bestünde. „Das stimmt, aber das ist das Problem. Engagement ist nicht Partnerschaft. Wir müssen in der Lage sein, diese Firmen zu pushen, und das können wir nicht als Partner“, kommentiert Barbara Brenner. Gewerkschaften sind schließlich auch keine „Partner“ von Konzernen. Interessenvertretung braucht Unabhängigkeit.</p>
<p>Der Glanz der „hochpreisigen PR“ (Allison Young) fiel in sich zusammen, als bei der nachfolgenden Firmen-Präsentation versucht wurde, den Frauen weiszumachen, wie bedeutend progressionsfreies Überleben (Time To Progression TTP) als Parameter bei den Ergebnissen klinischer Studien sei. Da sagte eine Patientinnenvertreterin nach der anderen, dass die Gesamtüberlebenszeit (Overall Survival, OS) für sie als Parameter relevanter sei. Es sollte vermittelt werden, dass die Zeit bis zur Krankheitsprogression TTP im Vergleich zu einer Verbesserung der Gesamtüberlebenszeit als Endpunkt bei klinischen Studien im Setting bei metastasiertem Brustkrebs zu bevorzugen sei. Aus Firmensicht ist dieser Standpunkt nachvollziehbar, aus Patientinnensicht sind Aussagen zu verbleibenden Überlebenszeiten allemal interessanter.</p>
<p><strong>Hinweise &amp; Quellen:</strong></p>
<p><em><span style="color: #60748a;">Wir bedanken uns ausdrücklich bei </span></em><span style="color: #60748a;"><a href="http://www.bcaction.org">Breast Cancer Action</a></span><span style="color: #60748a;"> <em>für ihre Begleitung der Kongresse sowie für die neutrale und kritische Berichterstattung und die Möglichkeiten, ihre Arbeit zu nutzen!</em></span></p>
<p>Es gibt insgesamt acht Berichte von Breast Cancer Action, die unter<br />
<a href="http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage">http://bcaction.org/index.php?page=conference-coverage</a><br />
vollständig nachzulesen sind.</p>
<p>Sämtliche von SABCS veröffentlichte Vorträge können hier eingesehen werden:<br />
<a href="http://sabcs08.m2usa.com/previewer.html">http://sabcs08.m2usa.com/previewer.html</a></p>
<p>Bericht vom vergangenen Jahr (Dezember 2007) bei uns in deutscher Sprache lesen …<br />
<a href="http://www.bcaction.de/Blog/pdf/sana_bericht2007.pdf">http://www.bcaction.de/Blog/pdf/sana_bericht2007.pdf</a></p>
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