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	<title>ethik &#187; Patientinnenvertretung</title>
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	<description>medizinethik, medizingeschichte, normsetzungen &#38; mehr ...</description>
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		<title>Musa Mayer: Wenn klinische Studien gefährdet sind &#8230; Die Perspektive einer Patientinnenvertreterin</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2007 16:09:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[forschung]]></category>
		<category><![CDATA[Klinische Studien]]></category>
		<category><![CDATA[Medikamentenmarketing]]></category>
		<category><![CDATA[Patientinnenvertretung]]></category>
		<category><![CDATA[Studienregistrierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDFvon Musa Mayer Übersetzung des unter Creative Commons lizenzierten Artikels, erschienen bei plos: Gudrun Kemper &#38; Gudrun Lüttgen &#62;&#62; Text als pdf Wer sich für den frühen Zugang zu unzureichend getesteten Therapien engagiert, mag vielleicht glauben, dass er Patientinnen und Patienten hilft. Diese Aktivitäten können jedoch heutige PatientInnen gefährden und zukünftigen PatientInnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/ethics/musa-mayer-klinische-studien/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #197ca6;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #197ca6;">Druck | Download PDF</span></a></div><p><em>von </em><a href="http://www.advancedbc.org/content/about-musa-mayer" target="_blank"><em>Musa               Mayer</em><br />
</a><br />
Übersetzung des unter Creative Commons lizenzierten Artikels, erschienen bei plos: Gudrun Kemper &amp; Gudrun Lüttgen &gt;&gt; <a href="http://www.bcaction.de/pdf/04ethik/mayer_trials_compromised.pdf" target="_blank">Text als pdf</a></p>
<p>Wer sich für den frühen Zugang zu unzureichend getesteten          Therapien engagiert, mag vielleicht glauben, dass er Patientinnen                   und Patienten hilft. Diese Aktivitäten können jedoch                   heutige PatientInnen gefährden und zukünftigen PatientInnen                   den Zugang zu dem Wissen verbauen, das sie brauchen, um „evidenzbasierte“                   Behandlungsentscheidungen treffen zu können.</p>
<p><span>Vor 12 Jahren klagte eine meiner Freundinnen aus         der Brustkrebs-Selbsthilfegruppe vor Gericht, weil ihre Krankenversicherung         die Kosten für die Knochenmark-Transplantation verweigert hatte.         Ihre erste Transplantation war erfolglos und ihr Krebs wieder auf         dem Vormarsch. Die Versicherung lehnte die Kostenübernahme ab, weil         es sich um eine experimentelle Therapie handelte. Der Richter, selbst         ein Krebsüberlebender, war aufgrund der eingelegten Rechtsmittel         sichtbar bewegt, und meine Freundin bekam ihre Transplantation. Sechs         Monate später war sie tot – nicht wegen der fortschreitenden Brustkrebserkrankung,         sie starb an den Folgen der durch die Behandlung hervorgerufenen Schädigung         des Knochenmarks. </span> <span> Dann starb ein paar         Monate später eine zweite Freundin mit Brustkrebs nach ihrer Transplantation         und ich fing an, die Studien selbst zu lesen und mir Stück für         Stück zusammenzusetzen, was die aktuellen Studien tatsächlich         zeigten – und was sie nicht beweisen konnten. Meine Ausbildung zu klinischen         Versuchen hatte begonnen, ich habe dies bereits in dem 2003 erschienenen         Artikel „Vom Zugang zum Beweis: Der Weg zur Patientinnenvertretung“ beschrieben.<a href="http://www.bcaction.de/ethics/musa-mayer-klinische-studien/#1"> <strong>[1]</strong></a></span> <span> Es         brauchte eine ganze Weile und einige Bemühungen, um das Kräftespiel,         das sich zu diesem Zeitpunkt mit Knochenmark-Transplantationen und Brustkrebs         in Amerika abspielte, zu verstehen. Und wie einerseits die Hoffnungen         auf der Seite der Patientinnen und Onkologen und andererseits öffentlicher         Druck, herzzerreißende Medienberichte von todkranken jungen Müttern,         politische und gesetzliche Verpflichtungen von Kostenträgern, persönliche         Reputationen von Wissenschaftlern sowie die Gewinnspannen von Krankenhäusern         mit Transplantationsbetten, die es zu füllen galt, dazu führten,         eine toxische und teure Behandlung breit zu bewerben, bevor es einen         ausreichenden Nachweis gab, dass diese Behandlung wirkt und sicher ist. </span></p>
<p><strong>Der Run, sich mit unerprobten Therapien behandeln zu lassen</strong><br />
Erst in der Rückschau können wir diese Dynamik heute einschätzen und sehen, wie die unkritische Annahme dieser Therapie im Versuchsstadium die Zeitspanne um Jahre verlängerte, die es zusätzlich brauchte, um Brustkrebspatientinnen in randomisierte Studien einzubinden, die erst sehr viel später definitiv die Frage nach der Effektivität der Behandlung beantworten konnten.</p>
<p>Nach 10 Jahren hatten tatsächlich mehr als 20.000 amerikanische Frauen diese Behandlung ertragen, für die es keinen nachvollziehbaren Grund gab. Viele starben trotzdem, während andere mit ernsten und lang anhaltenden Nebenwirkungen zurückblieben.</p>
<p><img src="../../images/04_ethik/musa.jpg" alt="" width="400" height="352" /></p>
<p>Abb.: <a href="http://medicine.plosjournals.org/perlserv/?request=slideshow&amp;type=figure&amp;doi=10.1371/journal.pmed.0020358&amp;id=39000" target="_blank">Der Run, sich mit unerprobten Therapien behandeln zu lassen, kann damit enden, dass PatientInnen Schaden nehmen (Illustration: Giovanni Maki) </a></p>
<p>Natürlich sind die Frauen, die damit anfangen, sehr krank. Und die vorherrschende aktuelle Meinung der Stunde ist dann, dass zerstörende Umstände nach zerstörenden Maßnahmen verlangen. Die Verabreichung einer so hohen Chemotherapiedosis, die das Knochenmark zerstört, dann die Patientin mit den eigenen Stammzellen oder Knochenmark retten – dieser Therapie liegt eine dramatische gefühlsmäßige Anziehungskraft zugrunde. Viele Frauen, einschließlich meiner beiden bereits in der Einleitung genannten Freundinnen damals, versprachen sich davon, „den Kampf aufzunehmen”, um dafür ein längeres Leben und einen sanfteren Tod zu haben, als wenn sie sich konventionell behandeln lassen würden. „Wenn ich sterbe“, äußerten besonders junge Frauen häufig, „dann möchte ich, dass meine Kinder wissen, dass ich alles getan habe, was möglich ist“. Ein Transplantationszentrum nutzte dieses bezwingende Argument als Marketingtrick.</p>
<p>Naiv glaubte ich bis dahin, dass sich die Ärzte auf einen guten Evidenzgrad stützten, besonders weil es sich um eine so toxische und kostenintensive Therapie handelte. Sicher würden sie es sich nicht erlauben, sich von einer partiellen Evidenz oder einer verlockenden Theorie leiten zu lassen, etwa</p>
<ul>
<li> dass mehr besser ist oder</li>
<li> dass lediglich ein eindrucksvolles Ansprechen des Tumors in unkontrollierten Phase-II-Versuchen der Hochdosisregime derzeit den klinischen Erfolg versprach. Oder, noch schockierender,</li>
<li>dass es nur einen kleinen randomisierten, von vielen als fehlerhaft in Frage gestellten Versuch gab, bei dem sich später auch noch herausstellte,</li>
<li>dass gefälschte Daten den klinischen Erfolg belegen sollten, was von den Patientinnen für eine etablierte Therapie gehalten wurde.<strong><a href="http://www.bcaction.de/ethics/musa-mayer-klinische-studien/#2"> [2–5]</a></strong></li>
</ul>
<p><strong>Meine Ausbildung in der klinischen Forschung begann<br />
</strong>Wenn ich zurückschaue, kann ich jetzt meine Radikalisierung als Patientinnenvertreterin nachzeichnen. <strong>Es begann mit meinem anfänglichen Interesse, sich hinsichtlich der ordnungsgemäßen Durchführung klinischer Versuche zu engagieren, und führte zu der beunruhigenden Entdeckung, dass nämlich im Falle der Knochenmark-Transplantation bei Frauen mit Brustkrebs das Werkzeug der Wissenschaft durch den Run, sich mit unerprobten Therapien behandeln zu lassen, untergraben wurde. </strong>Die Tatsache, dass so etwas passiert, wirkte massiv desillusionierend. Ich war enttäuscht von den Onkologen. Aber noch verstörender war für mich die Rolle, die viele Patientinnenvertreterinnen dabei gespielt hatten. Sie gewährleisteten breiten Zugang zu Knochenmark-Transplantationen und sabotierten dabei effektiv den Einschluss in die randomisierten Studien, die eine aussagefähige Antwort dazu bereits Jahre früher ermöglicht hätten. Damit wäre Leben gerettet worden und viel persönliches Leiden wäre Patientinnen erspart geblieben, sowie nicht zuletzt hätten auch enorme finanzielle Ausgaben gespart werden können.</p>
<p>Vor drei Jahren rief ich diese Zusammenhänge auf der jährlichen <a href="http://www.natlbcc.org/bin/index.asp?Strid=713&amp;depid=5" target="_blank">Patientinnenvertrerterinnen-Trainings-Konferenz</a> der <a href="http://www.natlbcc.org/" target="_blank">National Breast Cancer Coalition</a> in Erinnerung. Seit die Knochenmark-Transplantationsära 1999 endete, waren sich viele der Frauen, die in jüngerer Zeit die Diagnose Brustkrebs erhalten hatten, nicht mehr bewusst, was in den 90er Jahren abgelaufen war, und <strong>das neue Mantra der „targeted therapy“</strong> („zielgerichtete Therapie&#8221;) hat inzwischen das <strong>„mehr-ist-besser-Modell“ </strong>ersetzt.</p>
<p>Das Transplantationsdebakel verstärkte auch den Beschluss und die langfristige Anbindung an <a href="../../04ethik/03_mayer_musa_clinical_trials_compromised.htm#eb">evidenzbasierte Medizin</a> und Forschungsstandards, die hinsichtlich der Bekämpfung von Brustkrebs von der National Breast Cancer Coalition (NBCC – der größten Basis- und Patientinnenvertretungsorganisation zu Brustkrebs in den Vereinigten Staaten) kommuniziert werden. Ziemlich allein unter den Brustkrebsorganisationen hatte die NBCC es abgelehnt, sich für den Zugang zu dieser noch unzureichend erprobten Therapie einzusetzen, solange der Wirksamkeitsbeleg ausstand. Ihr Positionspapier zur Knochenmark-Transplantation wurde damals von vielen als rigide und gefühllos wahrgenommen. Erst heute gewinnt der unbeirrte Einsatz für evidenzbasierte Therapien und die Notwendigkeit der Durchführung von Versuchen (randomisierten klinischen Studien) vor dem flächendeckenden Einsatz in der Behandlung das notwendige Verständnis.</p>
<p><strong> <span>Was ich über klinische Studien gelernt habe<br />
</span></strong>Tragödien können manchmal auch sehr lehrreich sein.   Als Patientinnenvertreterin erhielt ich damals eine unvergessliche Lektion,   wie klinische Versuche durch den verfrühten Einsatz einer unerprobten   Therapie schrecklich schief gehen können. Dieses außerordentlich   schmerzhafte Beispiel lehrte mich – und viele andere Patientenvertreterinnen   in Sachen Brustkrebs – eine ganze Menge über klinische Versuche, wie etwa</p>
<ul>
<li>Limitierungen von Phase II Studien,</li>
<li>die entscheidende Rolle der Randomisierung und der Kontrollgruppen,</li>
<li>Gefahren einer verzerrenden Vorauswahl (&#8220;selection bias&#8221;) und</li>
<li>Mittelwertbildung (&#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stage_migration" target="_blank">stage migration</a>&#8220;) sowie</li>
<li>Ersatzendpunkte ( &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Surrogatmarker" target="_blank">Surrogatmarker</a>&#8221; wie z.B. das &#8220;Ansprechen&#8221; eines Tumors), die jedoch versagen, wenn sie den klinischen Vorteil vorhersagen sollen.</li>
</ul>
<p>Ich habe auch gelernt, wie unglaublich wichtig es ist, die Integrität klinischer Studien &#8211; für die heutigen und zukünftigen PatientInnen &#8211; zu schützen. Es ist eine Frage von Leben und Tod.</p>
<p>Die Durchführung randomisierter klinischer Versuche war seitdem in den vergangenen Jahren oftmals in Gefahr. Was mich angespornt hat, an dieses dunkle Kapitel in unserer Geschichte zu erinnern, waren die laufenden legalen Aktivitäten einer Organisation, die als <a href="http://www.abigail-alliance.org/" target="_blank">„Abigail Alliance“ (http://abigail-alliance.org)</a> bekannt ist. Gegründet von überlebenden Familienmitgliedern von KrebspatientInnen, die keinen Zugang zu den experimentellen Therapien, die sich noch in der Entwicklung befanden, erhielten, startete die Abigail Alliance mit Unterstützung von widerständigen Bürgerinitiativen in Washington, D.C. die erste Bürgerpetition und nachfolgend eine Klage gegen die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde <a href="http://www.fda.gov/" target="_blank">Food and Drug Administration (FDA)</a>. Sie reklamierten, dass die vorhandenen Beschränkungen für experimentelle Therapien einen Rechtsverstoß gegen die bürgerlichen Rechte sterbender Patienten seien. Sie schlugen ein Regelungsverfahren für die Vermarktung von experimentellen Behandlungen nach Phase-I-Studien für Patienten, für die keine Alternativen verfügbar waren, vor und behaupteten, dass dieses in keiner Weise die Abwicklung laufender klinischer Forschungen stören würde. (Die Eingabe wurde im November 2005 dem amerikanischen Senat vorgelegt.)</p>
<p>Die Abigail Alliance-Mitglieder waren fest davon überzeugt, dass ihre Angehörigen hätten gerettet werden können, wenn sie nur den Zugang zu diesen Therapien erhalten hätten. Für sie – und auch für mich ein Jahrzehnt zuvor, bevor ich verstand, was auf dem Spiel steht – war der Erfolg dieser innovativen Therapien so nahe liegend. Der Bedarf war akut. Geliebte Menschen starben. Neue Therapien wurden entwickelt. Wie kann jemand so grausam sein, Patienten die nächste neue Behandlung, die ihr Leben retten oder verlängern könnte, zu verweigern? Randomisierte Studien wurden nicht nur als unnötig, sondern als ethisch nicht vertretbar eingestuft. Für sie war die Vorstellung eines Widerstandes schlicht eine Absurdität. Der intensive Glaube an die Wirksamkeit der Medikamente, genährt von der pharmazeutischen Industrie, hielt die Hoffnung am Leben.</p>
<p>Zuerst wirkte die Abigail Alliance-Initiative, Medikamente bereits nach den Phase-I- Versuchen zu vermarkten, so absurd, dass die meisten von uns Patientinnenvertreterinnen sie nicht wirklich ernst nahmen und auch nicht aktiv wurden. Aber die Alliance meinte es sehr ernst und war sehr zielstrebig. Mit der Veröffentlichung des lachenden Gesichts von Abigail, der verstorbenen Tochter der Gründerin, erreichte diese Gruppe beträchtliche Medienwirksamkeit z.B. mit dem Erscheinen in NBC’s Today Show, die das &#8220;Wall Street Journal&#8221; zu einem Editorial mit dem unvergesslichen Titel „FDA zu Patienten: Fallt tot um“ (FDA to patients: Drop dead)<strong><a href="http://www.bcaction.de/ethics/musa-mayer-klinische-studien/#6"> [6] </a></strong>inspiriierte.</p>
<p>Die erste Welle von Aktivismus für den frühen Zugang zu Therapien kam natürlich von den AIDS-Patientenvertretern, die zu vermehrten „beschleunigten Zulassungen“ führten bzw. der <a href="http://www.accessdata.fda.gov/scripts/cder/onctools/Accel.cfm#SubpartH" target="_blank">&#8220;Unterabteilung H-Regulierungen&#8221;</a> im Jahr 1993, die die frühe Vermarktung von Medikamenten im Falle von lebensbedrohlichen Erkrankungen, für die keine andere Behandlung existierte, zuließ (siehe <a href="http://www.accessdata.fda.gov/scripts/cder/onctools/Accel.cfm" target="_blank">http://www.accessdata.fda.gov/scripts/cder/onctools/Accel.cfm</a>). Diese Zulassungen konnten auf Surrogat-Endpunkten in unkontrollierten Versuchen beruhen, mit der Auflage, dass der klinische Erfolg endgültig in randomisierten, kontrollierten „post-Marketing“-Studien, also in Studien mit bereits im Handel befindlichen Medikamenten, erfolgen sollten. Im Laufe der Jahre wurden viele Krebsmedikamente auf diesem Weg zugelassen.</p>
<p>Mittlerweile hat sich mein eigenes Verständnis für die Probleme in Bezug auf klinische Versuche weiterentwickelt. Weil meine Arbeit Frauen mit metastasiertem Brustkrebs in den Mittelpunkt stellt, wurde ich infolge meines intensiven Interesses an der Entwicklung von Medikamenten und der klinischen Forschung eine Patientinnenvertreterin und Beraterin des FDA-Programms zur Entwicklung von Krebsmedikamenten.</p>
<p><span><strong>Die beschleunigte Zulassung von Krebsmedikamenten<br />
</strong></span>Im September 2002 gab die Onkologische Medikamentenberatungskommission,   trotz gleichzeitig vorliegender negativer Ergebnisse in großen randomisierten   Studien <a href="http://www.bcaction.de/ethics/musa-mayer-klinische-studien/#10"><strong>[10,11]</strong></a>,   die Empfehlung zur Zulassung von AstraZeneca’s Medikament Gefitinib (Iressa),   die auf auf einer 10%igen Ansprechrate bei nichtkleinzelligem Lungenkrebs im   Spätstadium beruhte. <strong><a href="http://www.bcaction.de/ethics/musa-mayer-klinische-studien/#7">[7–9]</a></strong></p>
<p>Es war eine hitzige, emotionale Konferenz mit vielen Patienten, die ansonsten nicht mehr leben würden und persönlich Zeugnis zum Nutzen des Medikaments ablegten. Offensichtlich war die Wirksamkeit des Medikaments bei dieser kleinen Minderheit von Patienten gegeben. Mehrere der anderen Konferenzteilnehmer waren jedoch, bei einem aktuell vorliegenden Nachweis von lediglich 20 Patienten, die in zwei kleinen Phase-II-Versuchen ein Tumoransprechen zeigten, aufgrund der Schaffung eines Präzedenzfalls durch das Votum zur Zulassung beunruhigt. Andere wollten gerne wissen, warum es für diese „gezielte“ Therapie kein Ziel für ein Ansprechen oder Nichtansprechen gefunden wurde, wie etwa bei Trastuzumab (Herceptin) und hormonellen Therapien bei Brustkrebs.</p>
<p>Die FDA veranstaltete ein Treffen der Onkologischen Medikamentenberatungskommission im folgenden Frühjahr. Hier überprüften wir sieben Krebsmedikamente mit acht Indikationen, für die eine beschleunigte Zulassung bewilligt, aber noch keine Zulassungsstudien durchgeführt worden waren. Um das Problem zu umgehen, das viele Medikamente aufweisen, die „beschleunigt“ zugelassen werden, nämlich erst dann Patienten in Studien aufzunehmen, wenn das Medikament bereits auf dem Markt ist, stimmte AstraZeneca zu, die Zulassungsstudie für Gefitinib im Ausland abzuschließen. Aber Gefitinib versagte endgültig und konnte in der großen Zulassungsstudie „Iressa Survival evaluation in lung cancer“ (dt. etwa „Iressa Überlebenszeitbewertung bei Lungenkrebs“) keinen Vorteil zeigen. <strong><a href="http://www.bcaction.de/ethics/musa-mayer-klinische-studien/#12">[12–15]</a></strong> <span><strong> </strong></span>Mittlerweile haben unabhängige Wissenschaftler erforscht, wie man die etwa 10% der Patienten mit Lungenkrebs, die eine Mutation des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors aufweisen, identifiziert, bei denen das Medikament hilft. <strong><a href="http://www.bcaction.de/ethics/musa-mayer-klinische-studien/#16">[16–18]</a></strong> Im November 2004 erhielt dann Genentech&#8217;s konkurrierender &#8220;Epidermal Growth Factor Receptor Inhibitor&#8221; Erlotinib (Tarceva) die volle FDA-Zulassung. Angesichts der erfolglosen Zulassungsstudie für Gefitinib wurde das Medikament von der FDA tatsächlich vom Markt genommen, jedoch mit der Einschränkung, dass Patienten, denen das Medikament tatsächlich half, ihre Behandlung fortsetzen durften. Neben vielen anderen Beispielen zeigt die Geschichte von Gefitinib bei Lungenkrebs die dringende Notwendigkeit der gleichzeitigen Entwicklung von Biomarkern, die vorhersagen können, wann es sinnvoll sein kann, die „zielgerichteten Therapien“ einzusetzen.</p>
<p>Der frühzeitige Zugang zu Therapien mit den entsprechenden Auswirkungen auf die klinische Forschung ist nur einer der vielen wichtigen Belange im Zusammenhang mit klinischen Versuchen, die berücksichtigt werden müssen. Es war mir wichtig, das hervorzuheben, weil es einen Brennpunkt kennzeichnet, der engagierte PatientInnen und die Öffentlichkeit während der Zeit meines Engagements durchweg beschäftigt hat.</p>
<p><span><strong>Der vorzeitige Abbruch von Studien<br />
</strong></span>Im Frühjahr 2005 hielt ich auf dem jährlichen Treffen   der „Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie“ über ein   verwandtes Thema —nämlich das ethische und klinische Dilemma, das   mit der frühen Schließung von klinischen Versuchen bei Brustkrebs   einhergeht —einen Vortrag, der aufgezeichnet wurde und der einschließlich   der Präsentationsfolien online verfügbar ist unter <a href="http://asco.org/ac/1,1003,_12-002511-00_18-0034-00_19-001290-00_21-001,00.asp" target="_blank">http://asco.org/ac/1,1003,_12-002511-00_18-0034-00_19-001290-00_21-001,00.asp</a>.<br />
Mit steigender Tendenz wurden in den vergangenen Jahren verschiedene Studien vorzeitig abgebrochen, namentlich die Brustkrebs Tamoxifen Präventionsstudie (P-1 Breast Cancer Tamoxifen Prevention Trial) <a href="http://www.bcaction.de/ethics/musa-mayer-klinische-studien/#19"><strong>[19]</strong></a>, die MA-17 Studie zu Letrozol (Femara) nach Tamoxifen <a href="http://www.bcaction.de/ethics/musa-mayer-klinische-studien/#20"><strong>[20]</strong></a> und vor allem die adjuvanten Herceptin-Studien <a href="http://www.bcaction.de/ethics/musa-mayer-klinische-studien/#20"><strong>[21]</strong></a>.</p>
<p>Das Fragestellung beim vorzeitigen Abbruch klinischer Studien ist identisch mit derjenigen bei der beschleunigten Zulassung experimenteller Therapien – in beiden Fällen muss die Balance zwischen der akuten Notwendigkeit von Patientinnen, heute behandelt zu werden, gegen das gewonnene Wissen, das eine <a href="../../04ethik/03_mayer_musa_clinical_trials_compromised.htm#eb">evidenzbasierte Medizin</a> für die zukünftigen Patientinnen überhaupt erst möglich macht, abgewogen werden. Patientinnen, die zukünftig Behandlungsentscheidungen treffen müssen, profitieren &#8211; nach der Veröffentlichung ausgereifter Resultate aus der klinischen Forschung &#8211; natürlich am meisten von der Beendigung gut geplanter randomisierter Studien mit aussagefähigen Endpunkten und vorliegenden Ergebnissen aus langen Nachbeobachtungszeiten. Ihren Anliegen ist selten gedient</p>
<ul>
<li>mit dem frühzeitigen Abbruch bzw.</li>
<li>mit Studiendesigns, die die Teilnehmerinnen nicht randomisieren, die</li>
<li>die Toxizitäten nicht sorgfältig untersuchen und dabei</li>
<li>nicht auf das Gesamtüberleben schauen oder es</li>
<li>vernachlässigen, durch die Nachbeobachtungen (sog. &#8220;follow-up&#8221;) alle unerwarteten Langzeitwirkungen zu erfassen.</li>
</ul>
<p><strong>Evidenzbasierte Patientinnenvertretung<br />
</strong>Es ist wichtig für uns als Patientinnenvertreterinnen, über   diese Kernpunkte in jedem verfügbaren Forum zu sprechen, und zwar sowohl   als Einzelpersonen und als Organisationen. Die Thematisierung schult auf diese   Weise sowohl die Öffentlichkeit, wie auch für die medizinische und   wissenschaftliche Fachwelt. In meinem Artikel aus dem Jahr 2003 <a href="http://www.bcaction.de/ethics/musa-mayer-klinische-studien/#1"><strong>[1]</strong></a> habe   ich die “Zugangsverfechter” definiert als diejenigen, die ihre Rolle darin   sehen, so zu argumentieren, wie die Abigail Alliance: Für frühesten   Zugang &#8211; ohne Rücksicht hinsichtlich der Auswirkungen auf die klinische   Forschung.</p>
<p><span><strong> Jede/r braucht evidenzbasierte Behandlung<br />
</strong></span>Als ich im Jahr 2003 den Artikel schrieb, wollte ich die       medizinischen Spezialisten wissen lassen, so wie ich Sie auch heute wissen       lassen möchte, dass die Sichtweise der Interessenvertreter, die nach       einem frühest möglichen Zugang und Kompromissen bei den klinischen       Studien schreien, weit enfernt von der Komplexizität des Anliegens       ist. Vielen der qualifizierten PatientenvertreterInnen ist genau wie den       medizinischen Spezialisten daran gelegen, die allerbesten <a href="../../04ethik/03_mayer_musa_clinical_trials_compromised.htm#eb">Evidenzen       [= meint beweisgestützte Ergebnisse als Grundlage]</a> für die       medizinische Behandlung aus der Forschung zu erhalten. Wir können       etwas tun. Unsere Geschichten haben die Power, die Öffentlichkeit       zu bewegen, Einfluss auf Politik und Gesetzgebung zu nehmen und damit zu       helfen, dass Patientinnen in die Studien eingeschlossen werden können,       an denen sie teilnehmen wollen. <span><strong> </strong></span></p>
<p><strong>Ich glaube, dass in evidenzbasierter Medizin qualifizierte Patientinnenvertretererinnen einen Platz und eine Stimme an jedem Tisch haben müssen, an dem klinische Versuche entwickelt und umgesetzt werden.<br />
</strong><br />
Zusammen mit Wissenschaftlern und Klinikern können wir Spezialisten helfen, die sinnvollsten Fragen zu definieren und damit sicherstellen, dass die Gestaltung und die Durchführung von Versuchen so ist, wie sie sein sollte. Und wir können dabei helfen, die Öffentlichkeit über die Notwendigkeit von gut geplanten, richtig durchgeführten klinischen Versuchen zu informieren.</p>
<p>Als Autorin verstehe ich etwas von der Kraft persönlicher Erfahrungen. Persönliche Erfahrungen vermenschlichen Politik und bieten den persönlichen Kontext, in dem politische Richtlinien und Positionen die Menschen wirklich ansprechen. Ohne unsere menschlichen Erfahrungen, die Grund und Bedeutung veranschaulichen und erläutern, sind die Positionen der medizinischen Spezialisten nicht sehr aussagefähig für die Öffentlichkeit und für die Patientinnen, die an den Studien teilnehmen sollen. Richtig vermittelt, haben Erfahrungen die Energie, Herz und Verstand zu bewegen und Menschen zu verändern. Potentiell haben Erfahrungen die Kraft, eine Öffentlichkeit zu erreichen, die noch über wenig Verständnis für Forschungszusammenhänge und den Bedarf an gut geplanten und korrekt durchgeführten klinischen Studien verfügt. Jeder wird mit Krankheiten konfrontiert. Wir alle brauchen eine evidenzbasierte Behandlung.</p>
<div>Und ich denke, wir müssen damit aufhören, zu     erlauben, dass die öffentliche Diskussion über klinische Forschung     von der Pharmaindustrie und den Massenmedien kontrolliert wird.</div>
<p>Wir müssen diese wichtigen Erfahrungen erklären und unseren Standpunkt deutlich formulieren. Meine Arbeit als eine Patientinnenvertreterin mit persönlicher Erfahrung bei der NBCC sagt mir, dass politische Positionen wichtig sind und dass wir einen Einfluss auf sie nehmen können, wenn wir bereit sind, zu unseren Prinzipien zu stehen. Organisationen, wie auch Individuen sind bekannt für die Positionen die sie einnehmen und die Werte, für die sie stehen. Konsequente, wohlbegründete evidenzbasierte Positionen nötigen Respekt ab, wenn auch nicht immer Zustimmung. Das erreicht die unerschütterliche Ablehnung, eine unangebrachte Position einzunehmen, selbst wenn diese auch populärer sein mag.</p>
<p><strong> Es ist das Kennzeichen von etwas, das schlicht mit Integrität       bezeichnet wird.<br />
</strong><br />
_______</p>
<p>Dieser Artikel wurde erstellt nach einem Gespräch, das stattfand auf dem Jahrestreffen der Gesellschaft für Klinische Studien in Portland, Oregon im Mai 2005. Die Übersetzung ins Deutsche wurde im Januar 2007 angefertigt.</p>
<h3><a id="Musa" name="Musa"></a><span>Über   Musa Mayer<strong> </strong></span></h3>
<p><strong>Interessenkonflikte:</strong> Die Autorin erklärt, dass keine       Interessenkonflikte existieren.</p>
<p>Musa Mayer engagiert sich, seitdem sie 1989 selbst an Brustkrebs &#8211; im Stadium II &#8211; erkrankt ist. Ihr besonderer Schwerpunkt: Sie gibt den Patientinnen Unterstützung, die mit der metastasierten Erkrankung leben müssen und hilft, gute Behandlungsentscheidungen zu treffen. Musa Mayer arbeitet mit der FDA, der National Breast Cancer Coalition (einem Zusammenschluss von über 100 Mitgliedsorganisationen und über 10.000 Mitgliedern), dem <a href="http://www.iom.edu/" target="_blank">Institute of Medicine</a> und anderen Organisationen zusammen. SIe hat eine eigene Website unter: <a href="http://www.advancedbc.org/" target="_blank">http://www.advancedbc.org</a></p>
<p><strong>Originalartikel:</strong> Mayer M (2005) <a href="http://medicine.plosjournals.org/archive/1549-1676/2/11/pdf/10.1371_journal.pmed.0020358-S.pdf" target="_blank">When   Clinical Trials Are Compromised: A Perspective from a Patient Advocate</a>.   PLoS Med 2(11): e358 doi:10.1371/journal.pmed.0020358, veröffentlicht   am 18. Oktober 2005. Dieser Artikel ist ebenfalls &#8211; leicht geändert &#8211;   erschienen in Cancerworld,   2006, March/April. Dieser Übersetzung liegt der Text aus PLoS zugrunde.   Copyright: © 2005 Musa Mayer.</p>
<h3><strong> </strong>Abkürzungen/Worterklärungen</h3>
<p><em>klinische Versuche<br />
</em>In den vergangenen Jahren hat sich bei uns der Begriff &#8220;klinische Studie&#8221; sehr stark durchgesetzt, während im anglo-amerikanischen Sprachraum weiterhin von &#8220;clinical trials&#8221; also klinischen Versuchen gesprochen wird. Der Begriff &#8220;Studie&#8221; kann verschleiern, dass es sich Therapien im Versuchsstadium handelt. Die Behandlung innerhalb von klinischen Versuchen wird auch bei uns zunehmend marketing-orientiert propagiert. Wie von Musa Mayer sehr gut beschrieben, sind klinische Versuche wichtig für die Weiterentwicklungen in unserer Medizin. Dennoch sollte durchaus mit dem Begriff &#8220;Versuch&#8221; deutlich gesagt werden, worum es geht. <em></em></p>
<p><em><a id="eb" name="eb"></a>evidenzbasiert<br />
</em>&#8220;Evidenzbasierte Medizin (EbM, v. engl. evidence „Beweis, Nachweis,   Hinweis“; die korrekte Übersetzung wäre &#8220;Beweisgestützte   Heilkunde&#8221; &#8211; siehe auch unter Evidenz) zielt darauf, patientenorientierten   Entscheidungen in der Medizin eine wissenschaftlichere Grundlage zu geben,   als dies oft der Fall ist.<br />
Der Begriff evidence-based medicine wurde Anfang der 1990er Jahre von Gordon Guyatt aus der Gruppe um David Sackett an der McMaster University, Hamilton, Kanada, geprägt.&#8221; (Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Evidenzbasierte_Medizin" target="_blank">Wikipedia</a>)</p>
<p><em>FDA</em><br />
Food and Drug Administration, die Amerikanische Arzneimittelzulassungbehörde, <a href="http://www.fda.gov/" target="_blank">http://www.fda.gov</a><br />
Die Aufgabe der FDA wird bei uns in Deutschland von verschiedenen Stellen wahrgenommen. Wichtig in diesem Zusammenhang sind das Bundesinstitut für Arneimitteln und Medizinprodukte (BfArM) <a href="http://www.bfarm.de/" target="_blank">http://www.bfarm.de</a>, das jedoch zukünftig voraussichtlich per Gesetz als Anstalt des öffentlichen Rechts zur &#8220;Deutsche Arzneimittel- und Medizinprodukteagentur“ (DAMA) werden soll, sowie u.U. auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQwiG) <a href="http://www.iqwig.de/" target="_blank">http://www.iqwig.de</a> und der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) <a href="http://www.g-ba.de/" target="_blank">http://www.g-ba.de</a></p>
<p><em>NBCC<br />
</em>National Breast Cancer Coalition, größter Zusammenschluss von   Brustkrebsorganisationen in den USA:  <a href="http://www.natlbcc.org/" target="_blank">http://www.natlbcc.org</a></p>
<p><em>Surrogat-Endpunkt<br />
</em>Ein Surrogat-Endpunkt im Zusammenhang mit klinischen Studien ist ein     Meßwert, der sozusagen &#8220;ersatzweise&#8221; festgelegt wird. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Surrogatmarker" target="_blank">Beispiel     aus Wikipedia:</a> &#8220;Die Messung des Blutfettwertes in einer klinischen     Studie über fettsenkende Medikamente, anstelle der Überlebensrate.     Das eigentliche Ziel von Lipidsenkern ist die Verlängerung des Lebens,     nicht nur die dazu beitragende Senkung des Lipidspiegels.&#8221;</p>
<h3>Quellenangaben</h3>
<p><strong> </strong> <a id="1" name="1"></a>1. Mayer M (2003) From access to evidence:       An advocate&#8217;s journey. J Clin Oncol 21:3881–3884. <a href="http://www.jco.org/cgi/reprint/21/20/3881" target="_blank">http://www.jco.org/cgi/reprint/21/20/3881<br />
</a><br />
<a id="2" name="2"></a>2. Bezwoda WR (1999) Randomised, controlled trial       of high dose chemotherapy (HD-CNVp) versus standard dose (CAF) chemotherapy       for high risk, surgically treated, primary breast cancer. P Am Soc Clin       Oncol 18:2.</p>
<p><a id="3" name="3"></a>3. Bezwoda WR (1999) Randomised controlled trial of     high dose chemotherapy (HD-CNVp) versus standard dose (CAF) chemotherapy     for high risk, surgically treated, primary breast cancer. Eur J Cancer 35:230.</p>
<p><a id="4" name="4"></a>4. Mayer A, Earl H (2001) Whither high- dose chemotherapy         in breast cancer? Breast Cancer Res 3:8–10. <a href="http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?artid=138669" target="_blank">http://www.pubmedcentral.nih.gov/articlerender.fcgi?artid=138669</a>.</p>
<p><a id="5" name="5"></a>5. Weiss RB, Rifkin RM, Stewart FM, Theriault             RL, Williams LA, et al. (2000) High-dose chemotherapy for high-risk             primary breast cancer: An on-site review of the Bezwoda study. Lancet             355:999–1003. <a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=10768448&amp;dopt=Abstract" target="_blank"> http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_<br />
uids=10768448&amp;dopt=Abstract</a></p>
<p><a id="6" name="6"></a>6. [Anonymous]. (2002 September 24) FDA to patients: Drop dead. Wall Street Journal: A18.</p>
<p><a id="7" name="7"></a>7. AstraZeneca International. (2002) FDA advisory committee   votes in favour of accelerated approval of AstraZeneca&#8217;s Iressa (ZD1839) for   advanced non-small cell lung cancer. London: AstraZeneca International.<br />
<a href="http://www.astrazeneca.com/pressrelease/450.aspx" target="_blank">http://www.astrazeneca.com/pressrelease/450.aspx</a></p>
<p><a id="8" name="8"></a>8. United States Food and Drug Administration Oncologic     Drugs Advisory Committee. (2002) Briefing information NDA 21-399 Iressa (gefitinib).     Rockville (Maryland): United States Food and Drug Administration Oncologic     Drugs Advisory Committee. <a href="http://www.fda.gov/ohrms/dockets/ac/02/briefing/3894b1.htm" target="_blank">http://www.fda.gov/ohrms/dockets/ac/02/briefing/3894b1.htm</a></p>
<p><a id="9" name="9"></a>9. Cohen MH, Williams GA, Sridhara R, Chen G, Pazdur       R (2003) FDA drug approval summary: Gefitinib (ZD1839) (Iressa) tablets.       Oncologist 8:303–306.<br />
<a href="http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_uids=12897327&amp;dopt=Abstract" target="_blank">http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&amp;db=PubMed&amp;list_<br />
uids=12897327&amp;dopt=Abstract<br />
</a><br />
<a id="10" name="10"></a>10. Giaccone G, Herbst RS, Manegold C, Scagliotti             G, Rosell R, et al. (2004) Gefitinib in combination with gemcitabine             and cisplatin in advanced non-small-cell lung cancer: A phase III             trial—INTACT 1. J Clin Oncol 22:777–784. <a href="http://www.jco.org/cgi/reprint/22/5/777" target="_blank">http://www.jco.org/cgi/reprint/22/5/777<br />
</a><br />
<a id="10" name="10"></a>11. Herbst RS, Giaccone G, Schiller JH,             Natale RB, Miller V (2004) Gefitinib in combination with paclitaxel             and carboplatin in advanced non-small-cell lung cancer: A phase III             trial—INTACT 2. J Clin Oncol 2004 22:785–794.  <a href="http://www.jco.org/cgi/reprint/22/5/785" target="_blank">http://www.jco.org/cgi/reprint/22/5/785</a></p>
<p><a id="12" name="12"></a>12. AstraZeneca International. (2004) Gefitinib             (Iressa) lung cancer ISEL trial shows no overall survival advantage             in a highly refractory population. London: AstraZeneca International. <a href="http://www.astrazeneca.com/pressrelease/4245.aspx" target="_blank">http://www.astrazeneca.com/pressrelease/4245.aspx</a></p>
<p><a id="13" name="13"></a>13. United States Food and Drug Administration.             (2005) Alert for healthcare professionals. Gefitinib (marketed as             Iressa). Rockville (Maryland): United States Food and Drug Administration.  <a href="http://www.fda.gov/cder/drug/InfoSheets/HCP/gefitinibHCP.pdf" target="_blank">http://www.fda.gov/cder/drug/InfoSheets/HCP/gefitinibHCP.pdf</a></p>
<p><a id="14" name="14"></a>14. United States Food and Drug Administration.             (2005) Questions and answers on Iressa (gefitinib). Rockville (Maryland):             United States Food and Drug Administration.<br />
<img src="../../images/rechtshellbau.jpg" alt="" width="9" height="8" /> <a href="http://www.fda.gov/cder/drug/infopage/iressa/iressaQ&amp;A2005.htm" target="_blank">http://www.fda.gov/cder/drug/infopage/iressa/iressaQ&amp;A2005.htm</a></p>
<p><a id="15" name="15"></a>15. Thatcher N, Chang A, Parikh P, Pemberton             K, Archer V (2005) Results of a phase III placebo-controlled study             (ISEL) of gefitinib (IRESSA) plus best supportive care (BSC) in patients             with advanced non-small-cell lung cancer (NSCLC) who had received             1 or 2 prior chemotherapy regimens [abstract]. 96th Annual Meeting             of American Association of Cancer Research; 2005 April 16–April 20;             Anaheim (California), United States of America. American Association             of Cancer Research. Abstract No. LB-6.</p>
<p><a id="16" name="16"></a>16. Lynch TJ, Bell DW, Sordella R, Gurubhagavatula             S, Okimoto RA, et al. (2004) Activating mutations in the epidermal             growth factor receptor underlying responsiveness of non-small-cell             lung cancer to gefitinib. N Engl J Med 350:2129–2139.<br />
<a href="http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/350/21/2129" target="_blank">http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/350/21/2129<br />
</a><br />
<a id="17" name="17"></a>17. Paez JG, Janne PA, Lee JC, Tracy S,             Greulich H, et al. (2004) EGFR mutations in lung cancer: Correlation             with clinical response to gefitinib therapy. Science 304:1497–1500.<br />
<a href="http://www.sciencemag.org/cgi/content/full/304/5676/1497" target="_blank">http://www.sciencemag.org/cgi/content/full/304/5676/1497<br />
</a></p>
<p><a id="18" name="18"></a>18. Pao W, Miller V, Zakowski M, Doherty             J, Politi K, et al. (2004) EGF receptor gene mutations are common             in lung cancers from “never smokers” and are associated with sensitivity             of tumors to gefitinib and erlotinib. Proc Natl Acad Sci U S A 101:13306–13311.<br />
<a href="http://www.pnas.org/cgi/reprint/101/36/13306" target="_blank">http://www.pnas.org/cgi/reprint/101/36/13306<br />
</a><br />
<a id="19" name="19"></a>19. Fisher B, Costantino JP, Wickerham DL,             Redmond CK, Kavanah M, et al. (1998) Tamoxifen for prevention of             breast cancer: Report of the National Surgical Adjuvant Breast and             Bowel Project P-1 Study. J Natl Cancer Inst 90:1371–1388. <a href="http://jnci.oxfordjournals.org/cgi/reprint/90/18/1371" target="_blank">http://jnci.oxfordjournals.org/cgi/reprint/90/18/1371</a></p>
<p><a id="20" name="20"></a>20. Goss PE, Ingle JN, Martino S, Robert             NJ, Muss HB, et al. (2003) A randomized trial of letrozole in postmenopausal             women after five years of tamoxifen therapy for early-stage breast             cancer. N Engl J Med 349:1793–1802.<a href="http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/349/19/1793" target="_blank"></p>
<p>http://content.nejm.org/cgi/content/abstract/349/19/1793</a></p>
<p><a id="21" name="21"></a>21. Burstein HJ (2005) Improving breast             cancer outcomes with targeted therapy in the adjuvant setting. 41st             American Society of Clinical Oncology Annual Meeting; 2005 13 May–17             May; Orlando, United States of America. American Society of Clinical             Oncology.<br />
<a href="http://www.medscape.com/viewarticle/506534" target="_blank">http://www.medscape.com/viewarticle/506534</a> (Registrierung             erforderlich).</p>
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		<title>Patientinnenvertretung &amp; Patientinnenbeteiligung (Partizipation)</title>
		<link>http://www.bcaction.de/ethics/patientinnenvertretung/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Dec 2006 13:37:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Breast Cancer Action Germany</dc:creator>
				<category><![CDATA[basics]]></category>
		<category><![CDATA[juristisches]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Mitbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Patientinnenbeteiligung]]></category>
		<category><![CDATA[Patientinnenvertretung]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialgesetzgebung]]></category>

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		<description><![CDATA[Druck &#124; Download PDF Die Gesundheitsminister des Europarates forderten 1996 in Warschau: „Patientenvertreter müssen als gleichberechtigte Partner ein kollektives und paritätisches Mitbestimmungsrecht im Sinne eines trilateralen Sozialpaktes erhalten.&#8221; Im Dezember 2003 trat in Deutschland die Patientenbeteiligungsverordnung, die die Mitberatungs- und Antragsrechte der PatientInnenvertretungen im Gemeinsamen Bundesausschuss regelt, in Kraft. Das Sozialgesetzbuch der Bundesrepublik Deutschland hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align:right; margin: 0px 0px 0px 0px;" ><a href="http://www.bcaction.de/ethics/patientinnenvertretung/?pfstyle=wp" style="text-decoration: none; outline: none; color: #197ca6;"><img class="printfriendly" src="http://www.bcaction.de/images/pdf.gif" /><span class="printfriendly" style="font-size:12px; margin-left:3px;  color: #197ca6;">Druck | Download PDF</span></a></div><div>
<p>Die Gesundheitsminister des Europarates forderten 1996 in Warschau: „Patientenvertreter           müssen als gleichberechtigte Partner ein kollektives und paritätisches           Mitbestimmungsrecht im Sinne eines trilateralen Sozialpaktes erhalten.&#8221; Im           Dezember 2003 trat in Deutschland die <span><span style="color: #626262;"><img src="../../images/rechtshellbau.jpg" alt="" width="9" height="9" /></span></span> <a href="http://www.g-ba.de/downloads/17-98-2222/2003-12-23-PatbeteiligungsV.pdf" target="_blank">Patientenbeteiligungsverordnung</a>,           die die Mitberatungs- und Antragsrechte der PatientInnenvertretungen           im Gemeinsamen Bundesausschuss regelt, in Kraft. Das Sozialgesetzbuch           der Bundesrepublik Deutschland hat mit dem<span><span style="color: #626262;"> </span></span><a href="http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/05/index.php?norm_ID=0514006" target="_blank">§ 140f           SGB V </a> in der Fassung vom 21. Juli 2004 die Beteiligung von Interessenvertretungen           der Patientinnen und Patienten ebenfalls gesetzlich geregelt.</p>
<p>PatientInnenorganisationen haben damit im Gesundheitswesen nicht nur neue Rechte, die gut strukturierte und legitmierte, unabhängige PatientInnenorganisationen in der Wahrnehmung von PatientInneninteressen erfordern, sondern sie sind damit in Bezug auf die Entscheidungen, die die medizinische Versorgung von PatientInnen direkt betreffen, mit in die Pflicht genommen.</p>
<p>PatientInnenvertreter haben in den Ausschüssen auf Bundes- und Landesebene kein Stimmrecht. PatientInnenvertreterInnen auf Bundesebene sind nicht transparent. Es gibt aber bihser offiziell weder eine Transparenz darüber, wer genau die <a href="http://www.g-ba.de/institution/sys/faq/55/" target="_blank">PatientInnenvertretung im G-BA</a> wahrnimmt, noch welche konkreten Interessen diese PatientenvertreterInnen einbringen. Das ist einerseits unverständlich und andererseits verbesserungsfähig. Anders sieht die Situation auf Landesebene aus. Dort werden Patientenvertreter auch in öffentlich zugänglichen Listen aufgeführt.</p>
<p>Für Verbraucherinnen und Bürgerinnen,           die dieses Gesundheitssystem über die Kassen, Medizin und Gesundheitspolitik           mit Steuern, Versicherungen und Zuzahlungen finanzieren, ist eine Weiterentwicklung           der PatientInnenbeteiligung also notwendig, um langfristig eine echte           (demokratische und transparente) „Beteiligung“im Sinne           der Verordnung zu erreichen.</p>
<p>Die direkte Beteiligung von PatientInnenvertreterinnen durch weitere strukturell   geregelte Mitbestimmungsmöglichkeiten an allen gesundheitspolitisch relevanten   Entscheidungen im Kontext von Forschung, Prävention, Früherkennung,   Diagnostik und Behandlung von Brusterkrankungen ist darüber hinaus auch   in der Politik und bei Kostenträgern und Leistungsanbietern in der stationären   und ambulanten Versorgung direkt notwendig .</p>
<p>Die direkte Beteiligung von PatientInnenvertreterinnen in Studien- und Ethikkommissionen,   die über Zielsetzung und Durchführung klinischer Studien (beispielsweise   für neue Krebsmedikamente, Operationstechniken und Therapieverfahren)   entscheiden, ist ebenfalls sehr defizitär in Deutschland.</p>
<p>Die Interessenvertretung von Frauen mit Brustkrebs wäre auch direkt bei   Versorgungsämtern im Zusammenhang mit der Schwerbehinderung, bei Krankenkassen   im Zusammenhang mit der Leistungsgewährung und bei Leistungsanbietern   der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung im Zusammenhang   mit „bedarfsgerechten“medizinischen Leistungen erforderlich.</p>
<p>Ebenso ist es notwendig und sinnvoll, Industriekonzerne und Hersteller, die   z.B. Hilfsmittel, Medizingeräte oder Medikamente für Frauen mit Brustkrebs   entwickeln und vermarkten, über die genauen Interessen von Patientinnen   umfassend zu informieren. Besonderes Augenmerk und schwierige Aufgabe im Interesse   von Patientinnen wird hier zum Beispiel der Verbraucherinnenschutz für   eine transparente und nachvollziehbare Preisgestaltung sein, um übermäßige   Profitinteressen an lebensbedrohlich an Brustkrebs erkrankten Frauen durch überhöhte   Medikamentenpreise zu bekämpfen.</p>
<p>Für die Umsetzung dieser wichtigen Forderungen im Zusammenhang mit einer   umfassenden Interessenvertretung und Mitbestimmung im Gesundheitswesen bräuchten   Frauen mit Brustkrebs eine starke und legitimierte, unabhängige und qualifizierte   Patientinnenvertretung.</p>
<p>(Überarbeitung folgt, Stand 2007)</p></div>
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