Wenn falsche Hoffnungen geweckt werden: Verantwortung im Umgang mit Medien

Die selbst mehrfach von Krebs betroffene Gesundheitswissenschaftlerin und Aktivistin Sharon Batt aus Kanada problematisiert in dem Videobeitrag „Brustkrebsforschung wird manchmal missverstanden“ vom 30.09.2012 (erschienen bei CBC news 1) u.a. die Medienberichterstattung zu Brustkrebs und Krebs und verweist  dabei nicht zuletzt auf ihre eigene Situation als Patientin, als sie selbst in Medien nach Hinweisen aus der Wissenschaft suchte, die hilfreich beim Überleben sein könnten. Sie selbst schnitt sich damals Artikel aus Zeitschriften aus, war fasziniert davon, las sie wieder und wieder.

Anlass für den Beitrag war eine aktuelle Berichterstattung in der New York Times, die auf ihrer Titelseite davon berichtete, dass vier Typen von Brustkrebs entdeckt worden seien. Doch die Nachricht war gar nicht neu. Sharon Batt verwies unter anderem darauf, dass Worte wie „Durchbruch“ und „Heilung“ in einer Weise verwendet werden, wie es sich eigentlich verbietet. Als Wissenschaftlerin untersuchte sie auch Zusammenhänge des Medizinmarketings, die sich in Medien wiederfinden. Die Nachrichten haben regelmäßig keinerlei Relevanz für die aktuelle Behandlung von Patientinnen.

Berichterstattungen aus der Forschung können missverstanden werden, besonders wenn erste Erfolgsmeldungen über Versuche in Laboren oder aus der Genforschung euphorisch und missverständlich in Medien berichtet werden.

Verantwortung der Wissenschaft im Umgang mit Medienberichterstattung

Batt verweist darauf.  dass Schlagzeilen in Medien bezüglich möglicher Auswirkungen für Patientinnen in die Irre führen  können. Es dauere viele Jahre, mitunter Jahrzehnte, bis aus Ergebnisse aus der Forschung tatsächlich Therapien werden können, was Wissenschaftler sehr genau wissen.

Was Patientinnen wirklich brauchen

Patientinnen bräuchten jedoch, so  Medizinsoziologin Sharon Batt, besonders wenn es um die kostbare endliche verbleibende Lebenszeit geht, seien realistische (evidenzbasierte) Informationen zu Behandlungsoptionen und zum Selbstschutz, die Angehörige und finanzielle Möglichkeiten einschließen.

Mehr zum Thema

Sharon Batt (Zusammenfassung bei uns)
Webseite von Sharon Batt

 

 

 

References

  1. 1. Breast cancer research sometimes misunderstood: Implications of cures just around the corner unrealistic, cancer suvivor und researcher say CBCnews, Sep 30, 2012 http://www.cbc.ca/news/health/breast-cancer-research-sometimes-misunderstood-1.1234468

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