Vermeidung von Brustkrebs durch Senkung der Chemikalienbelastung: Die neue Studie des Silent Spring Institute

Die Zeitschrift Environmental Health Perspectives hat am 12. Mai 2014 eine neue Studie zu Chemikalien veröffentlicht, die im Verdacht stehen, Brustkrebs zu verursachen. Die in der Studie gelisteten 102 Chemikalien wurden im Tierversuch von Ruthann A. Rudel et al. (2007) vom Silent Spring Institute als Karzinogene für Brustkrebs identifiziert. Kriterien für die Aufnahme in die Liste waren u.a. die Wahrscheinlichkeit, dass die allgemeine Bevölkerung diesen Chemikalien ausgesetzt ist, z.B. weil sie in großen Mengen produziert werden, weil jährlich mehr als 5.000 Frauen beruflich mit ihnen in Kontakt kommen, weil sie in Nahrung, Luft oder Konsumgütern vorkommen oder von Friedman et al. (2009) als gefährdendes Medikament identifiziert wurden. Screenshot 2014-05-21 20.20.33 (1) Das Silent Spring Institute testete die Wirkung verschiedener Chemikalien und kam zu dem Schluss, dass viele Chemikalien des täglichen Gebrauchs, die im Tierversuch Brustkrebs auslösen, damit zumindest potentiell bei Frauen ebenfalls Brustkrebs auslösen können. Im Rahmen der Untersuchung, die von der Avon Foundation for Women finanziert wurde, sind die potenziell Brustkrebs auslösenden Stoffe ebenso beschrieben, wie auch die Nachweismethoden, mit denen sich diese Stoffe in Blut und/oder Urin von Frauen nachweisen lassen. Die Studie befasste sich mit verschiedenen Chemikalien, z.B. Komponenten von Autoabgasen, Benzin, Schadstoffen in der Luft, Chemikalien in Lebensmitteln, Trinkwasser, Konsumgütern und Baustoffen. Die Hoffnung läge jetzt auf weiteren Studien, die das Vorkommen dieser Chemikalien im weiblichen Körper untersuchen („Biomonitoring“). Es wurden Prioritäten für dieses Biomonitoring gesetzt, mit denen die Belastung besser bewertet werden kann. Gruppen, die ein besonderes Risiko haben, sind ebenfalls identifiziert worden. Wir werden uns mit der Chemikalienliste intensiver auseinandersetzen und weitere Informationen demnächst hier bereitstellen. Dass die Studie bei Environmental Health Perspectives – einer Zeitschrift des staatlichen Gesundheitsdienstes der USA (National Institute of Environmental Health Sciences), veröffentlicht wurde, unterstreicht die Relevanz.

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New Exposure Biomarkers as Tools For Breast Cancer Epidemiology, Biomonitoring, and Prevention: A Systematic Approach Based on Animal Evidence von Ruthann A. Rudel et al. (pdf) Chemikalienliste
Brustkrebs und Umwelteinflüsse (Gemeinsame Broschüre von AKF e.V. und WECF e.V.)

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