Nicht Sterbehilfe soll zum Normalfall werden, sondern der Zugang zu moderner Palliativmedizin (Zur Position der Bundesärztekammer, D 2010)

„Die Legalisierung des ärztlich begleiteten Suizids kann leicht dazu führen, dass sich Menschen um ärztliche Hilfe beim Suizid bemühen, die sich als Belastung für Familie und Gesellschaft fühlen.“

62% der Ärzte haben im Jahr 2009 in einer repräsentativen Umfrage zugegeben, dass sie eine Legalisierung des „ärztlich begleiteten Suizids“ ablehnen, unter den niedergelassenen Ärzten waren dies 60%, bei den befragten Krankenhausärzten 65%.  Erschreckend sind Zahlen, die aus der Befragung in der Bevölkerung vorgelegt wurden, 58% der Befragten sprächen sich für aktive Sterbehilfe aus. Dies lehnen jedoch 78% der ÄrztInnen in dieser Umfrage ab. ÄrztInnen aus der Palliativmedizin nehmen allerdings eine kritischere Haltung ein. Nur 3% sprachen sich hier für die aktive Sterbehilfe aus.

Der aktuelle Stand der Palliativmedizin in Deutschland ist problematisch und nicht abgesichert, wie wir in verschiedenen Frauenprojekten zu Brustkrebs in der Begleitung von schwerst erkrankten Patientinnen sehen konnten.  Auch die soziale Problematik spitzt sich häufig dramatisch zu, ohne dass begleitende Hilfen diese Frauen wirksam absicherten. Im Verschiebebahnhof verschiedener Versicherungen und Leistungsträger sind Situationen auch von größter sozialer Not in schwierigsten Lebenssituationen für sozial Schwächere vorprogrammiert.

79% der ÄrztInnen möchten den Ausbau der Palliativmedizin und 73% der ÄrztInnen geben an, dass die Kapazitäten in der Palliativmedizin unzureichend sind.

In einer Pressemeldung der Bundesärztekammer vom heutigen 17. Juli 2010 sagt Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer „Nicht Sterbehilfe soll zum Normalfall werden, sondern der Zugang zu einer modernen palliativmedizinischen Behandlung, die todkranken Menschen ein möglichst schmerz- und beschwerdefreies Leben ermöglicht. Ärztliche Aufgabe ist und bleibt es, Sterbenden beizustehen“ zu der von der BÄK in Auftrag gegebenen Befragung, bei der sich rund 80 Prozent aller Ärztinnen und Ärzte gegen eine Legalisierung der aktiven Sterbehilfe ausgesprochen haben.

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Pressemeldung der BÄK: Ärzte-Umfrage: Nicht Sterbehilfe soll zum Normalfall werden, sondern der Zugang zu moderner Palliativmedizin (im Presseportal ots v. 17.07.2010)

Präsentation der Befragungsergebnisse Übersicht als pdf zum Download

Information: >> Patientenverfügung - Hilfreiche oder gefahrvolle Vorsorge

Patientenverfügungen: Hilfreiche oder gefahrvolle Vorsorge? Patientenverfügungen sollen selbstbestimmtes Sterben ermöglichen. Können die Papiere halten, was ihre Befürworter versprechen? Was bedeutet ihre vom Bundestag beschlossene, gesetzliche Verbindlichkeit für Kranke, Ärzte, Pflegende, unsere Gesellschaft? Antworten, Denkanstöße, Tipps von BioSkop und Omega e.V. >>> Hilfreiche oder gefahrvolle Vorsorge?

Webseite Ehrenamtliche Sterbebegleitung:  Omega e.V.

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