Kleist, Sabine von

Lebensdaten

Prof. Dr. med. Dr. ès. sc. Sabine von Kleist, geboren 1933 in Berlin, Abitur 1955 an der Schillerschule in Frankfurt am Main, Medizinstudium in Chicago, ab 1956 an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main, 1962 dort medizinisches Staatsexamen. Promotion 1964 zum Dr. med., 1963 bis 1964 postgraduales Studium am Immunchemischen Labor in Villejuif, Frankreich,  ab 1964 dort wissenschaftliche Assistentin. 1977 Promotion (Dr. ès. sc. ) an der Sorbonne in Paris. 1

Entdeckung des CEA-Tumormarkers

Während ihrer Tätigkeit in Paris entdeckte Sabine von Kleist gleichzeitig mit und unabhängig von einer kanadischen Arbeitsgruppe, dass bestimmte Tumore, darunter Darmkrebs und Brustkrebs, ein Protein ins Blut abgeben, das vom normalen Gewebe nicht gebildet wird. Da dieses Protein auch von embryonalem Gewebe produziert werden kann, wurde dieser Tumormarker „Carzinoembryonales Antigen“ (CEA) genannt. 1 Zur Früherkennung kann dieser Tumormarker, der sich im Blut nachweisen lässt, anders als ursprünglich erhofft zwar nicht zum Einsatz kommen, er wird jedoch als Marker für die Verlaufsbeobachtung vor allem metastasierter Krankheit noch heute genutzt.

Lehrstuhl für Immunbiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Vor dem Hintergrund ihrer internationalen Reputation auf dem Gebiet der Tumorimmunologie wurde Sabine von Kleist 1978 auf den Lehrstuhl für Immunbiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg berufen. 1

Engagement/Charity

Seit 1979 engagierte sich Sabine von Kleist im Wissenschaftlichen Beirat der „Dr. Mildred Scheel Stiftung“ (gegründet 1976 und heute eine Tochterorganisation der Stiftung Deutsche Krebshilfe).  Ab 1984 gehörte sie auch dem erweiterten Vorstand der Deutschen Krebshilfe an. 1

Neben Gloria Freilich als erster Präsidentin war Sabine von Kleist bei der Gründung 1994 erste Vize-Präsidentin der europäischen Organisation Europa Donna. Sie wurde 1996 auch Gründungspräsidentin des Vereins Europa Donna, Nationales Forum Deutschland.

Nach Sabine von Kleist benannt ist außerdem die Frau Prof. Dr. Dr. Sabine Freifrau von Kleist-Stiftung an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg, die sich der Förderung des jungen wissenschaftlichen Nachwuchses widmet und zu diesem Zweck Stipendien und Forschungsbeihilfen sowie durch Reisekostenzuschüsse qualifizierte Studenten (Doktoranden) und Wissenschaftler zur Vorstellung eigener Resultate bei Kongressen finanziert.

Auszeichnungen

Bundesverdienstkreuz 1989

1989 wurde Sabine von Kleist mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

Paracelsus-Medaille 1993

Sabine von Kleist wurde für ihre Entdeckungen auf dem Gebiet der Tumormarker  auf dem 96. Deutschen Ärztetag 1993 in Dresden die Paracelsus-Medaille der deutschen Ärzteschaft verliehen.

Veröffentlichungen

  • Untersuchungen über die Fettsäurenzusammensetzung der Lipidfraktionen des Blutserums beim Diabetes mellitus. Frankfurt, 1965
  • Sabine von Kleist: Das karzinoembryonale Antigen (CEA), Biologische Grundlagen und klinische Anwendung, F. K. Schattauer Verlag, Stuttgart/New York, 1983

 

References

  1. 1. Die Träger der Paracelsus-Medaille der deutschen Ärzteschaft 1993 Deutsches Ärzteblatt 90, Heft 19, 14. Mai 1993 (69) A1 S. 1445 ff https://www.aerzteblatt.de/pdf/90/19/a1445.pdf

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