Risiko Hormonspirale: Erhöhtes Brustkrebsrisiko unter Mirena

Bildnachweis: Sarah Mirk,
Mirena IUD, Lizenz: Attribution-NonCommercial 2.0 Generic (CC BY-NC 2.0)

Das Brustkrebsrisiko wird durch das Tragen einer Hormonspirale zur Empfängnisverhütung erhöht. Darauf verweist die Webseite „Risiko Hormonspirale“ unter Bezugnahme auf eine Kohorten-Studie aus Finnland (2016).1

Levonorgestrel

Mit der Hormonspirale wird Levonorgestrel, ein synthetisches Gestagen (Progesteron) der zweiten Generation, welches auch für andere hormonelle Empfängnisverhütungsmittel („Pille“) verwendet  wird, in die Gebärmutter eingebracht.

Zahlen aus der Studie

  • 1.032.767 „Frauenjahre“ wurden beobachtet bei insgesamt
  • 93.843 Benutzerinnen, die sich eine Hormonspirale (LNG-IUS = Levonorgestrel-releasing intrauterine system) hatten einsetzen lassen.
  • Die Anwenderinnen der Hormonspirale hatten im Vergleich zu Frauen, die keine Hormonspirale genutzt haben, ein erhöhtes Risiko, an duktalem Brustkrebs zu erkranken (standardisiertes Inzidenzverhältnis (SIR) 1,20, 95% Konfidenzintervall (CI) 1,14-1,25]  sowie ein erhöhtes Risiko für lobulären Brustkrebs (SIR 1,33, 95% CI 1,20-1,46).
  • Das Risiko für Frauen, die mindestens zwei Mal eine Hormonspirale getragen haben, war nochmals weiter erhöht (SIR 1,73, 95% CI 1,37-2,15, = das Erkrankungsrisiko kann sich damit also bereits mehr als verdoppeln).

Brustkrebsrisiko erhöht

Die AutorInnen der Studie kommen zu dem Schluss, dass die Verabreichung von Levonorgestrel über die Gebärmutter nicht nur zu einem erhöhten Risiko für lobulären Brustkrebs führt, sondern auch – im Gegensatz zu früheren Annahmen – das Risiko für duktalen Brustkrebs erhöht. Risiken im Zusammenhang mit hormonellen Verhütungsmitteln tragen Frauen mit ihrem Körper. Sie werden Frauen jedoch nicht hinreichend kommuniziert und auch relativiert, sie sind kein großes Thema, während positive Wirkungen versprochen werden.2,3 Brustkrebs als Nebenwirkung für Empfängnisverhütung ist ein hoher Preis. Informierte Entscheidung ist hier das Mindeste, was Frauen erwarten sollten. Auch gut zu wissen: Wissenschaftlich abgesicherte Entscheidungshilfen unabhängiger Informationsanbieter, die die Daten angemessen aufbereiten, gibt es wie so häufig auch zu diesem Thema nicht. 

Weiterlesen

Webseite Risiko Hormonspirale (Patientinnen-Initiative „Risiko Hormonspirale“)
mit vielen weiteren Infos zu Risiken der Hormonspirale, Petition und Infos in verschiedenen Sprachen

Cancer Risk in Women Using the Levonorgestrel-Releasing Intrauterine System in Finland, Soini, T. et al, Obstet Gynecol. 2014 Aug;124(2 Pt 1):292-9. doi: 10.1097/AOG.0000000000000356 (Auch hier war der Gebrauch der Hormonspirale mit erhöhtem Brustkrebsrisiko assoziiert.)

References

  1. Levonorgestrel-releasing intrauterine system and the risk of breast cancer: A nationwide cohort study, Acta Oncol. 2016;55(2):188-92. doi: 10.3109/0284186X.2015.1062538. Epub 2015 Aug 4
  2. z.B. Schmerzfrei durch Levonorgestrel-IUP, Gyndepesche 1/2002
  3. Bimla Schwarz, E. LNG-IUS and Breast Cancer Risk, reviewing Soini T et al. Acta Oncol 2015 Aug 4

Benutzungshinweis

Die dieser Webseite zugrunde liegenden Inhalte beleuchten Einzelaspekte aus der Perspektive von betroffenen Frauen und Frauengesundheitsbewegung. Die hier bereitgestellten Informationen sind kein Ersatz für ärztliche Beratung und Behandlung. Im Einzelfall sind Diagnose und Therapieempfehlungen immer Sache der behandelnden ÄrztInnen. Weiterlesen: Haftungsausschluss / Disclaimer

Werbung?

Diese Webseite ist werbefrei.

Akkreditierung

Diese Website ist bei der Health On the Net Foundation akkreditiert.
Wir berücksichtigen HONcode Standards. Zur Überprüfung klicken Sie bitte auf das HON-Logo. Diese Website ist seit 2007 bei der Health On the Net Foundation akkreditiert. Wir berücksichtigen HONcode-Standards. Zur Überprüfung klicken Sie bitte auf das HON-Logo.

LibraryThing

Wir …

... sind eine kleine unabhängige Gemeinschaft von Frauen, die sich im Kontext Brustkrebs engagieren. Wir wollen die bestmögliche Behandlung für alle, die von dieser schweren Erkrankung betroffen sind. Wir wollen aber auch, dass die Forschung über die Ursachen von Brustkrebs und über die Möglichkeiten der Primärprävention endlich grundlegend verbessert werden.

Wir sind ein kreatives, privat finanziertes Low-Budget-Projekt, das grundsätzlich jegliche Finanzierung im Interessenkonflikt ablehnt und insbesondere keine Pharmagelder annimmt. Lesen Sie dazu unsere Leitlinie, entsprechend der Richtlinie zur Einwerbung von Drittmitteln von Breast Cancer Action.

Spenden …

Breast Cancer Action Germany - die kritische Annäherung rund um das Thema Brustgesundheit und Brustkrebs im Kontext von Medizin, Krankheitsvermeidung, Umwelt, Gesellschaft und Politik mit dem Schwerpunkt Selbstschutz / Verbraucherinnenschutz.

Wir lehnen uns u.a. an die Arbeit von Breast Cancer Action mit Sitz in San Francisco an. Diese Arbeit hilft uns sehr. Ohne die wichtige Arbeit der engagierten Frauen von Breast Cancer Action (www.bcaction.org) nachzunutzen, hätten wir von Frauenseite in Deutschland keine wirklich neutralen Berichte zu vielen wichtigen und komplizierten Themenbereichen bei Brustkrebs. Die Arbeit von Breast Cancer Action ist wertvoll und nicht kostenlos zu leisten.
Es ist möglich, direkt an Breast Cancer Action in den USA zu spenden. Die Spenden werden in der Breast Cancer Action-Zeitschrift „Source“ veröffentlicht, wenn nichts anderes angekreuzt wird. Es ist auch möglich, für namentlich genannte Patientinnen oder zum Gedächtnis von Frauen mit Brustkrebs, die nicht mehr leben, zu spenden. Eine Spende ist einfach z.B. über Kreditkarte möglich: Breast Cancer Action unterstützen.