European Women’s Health Network (EWHNET)

European Women’s Health Network (EWHNET) gehören 46 transnationale  und 26 nationale Organisationen  an (Stand Mai 2010) der EU an. EWHNET ist ein Multiplikatorinnen-Netzwerk, in dem Frauengesundheitsprojekte, Frauengesundheitsinstitute, Koordinatorinnen anderer Netzwerke, Wissenschaftlerinnen und Frauen aus der praktischen Gesundheitsarbeit aus verschiedenen Bereichen zusammengeschlossen sind.  In einer Reihe von Publikationen sind Informationen aus Frauengesundheitsorganisationen – u.a. – zum Thema Brustkrebs enthalten.

Förderung

EWHNET wurde von der Europäischen Union im vierten Aktionsprogramm zur Chancengleichheit von Männern und Frauen von 1997 bis 2001 gefördert. Seitdem wird die Vernetzung mit Hilfe eines E-Mail-Verteilers realisiert. Es sind 46 Personen aus 12 Ländern Europas in der internationalen E-Mail-Liste. Daneben sind 27 nationale EWHNET-Partnerinnen aus Deutschland vernetzt. EWHNET organisiert im Abstand von mehreren Jahren europäische Tagungen zu Frauengesundheitsthemen. 2009 wurde im Anschluss an eine EWHNET-Tagung 2008 ein Buchprojekt auf den Weg gebracht. [Quellenangabe: LVG, Jahresbericht 2009, S. 8]

Nach Auslaufen der EU-Förderung Mitte 2001 wird das EWHNET von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. koordiniert, meist durch E-Mail-Kontakt.
Die erste internationale Konferenz zum Thema Gender and Health (Women’s Health Counts) im September 2002 in Wien wurde in Kooperation und mit deutlicher inhaltlicher Unterstützung durch das EWHNET geplant und durchgeführt. Sowohl drei nationale als auch ein transnationales Treffen konnten kostenneutral durchgeführt werden.

Schwerpunktthemen in 2002 waren eine Zusammenarbeit im Bereich Essstörungen (Gesundheitsförderung, Prävention, Beratung) und eine Intensivierung der Kooperation mit dem European Institute of Women’s Health. Deren Leiterin war an dem transnationalen Treffen, das im September am Rande eines Kongresses in Wien stattfand, beteiligt. Das durch EWHNET angestoßene EU-finanzierte Projekt zum Geschlechter-Bias ethischer Kommittees in der Medizin läuft erfolgreich.  Einen weiteren Schwerpunkt der Zusammenarbeit auf Europaebene stellte die Mitwirkung der Landesvereinigung im Rahmen des Netzwerkes Regions for Health in Europe dar.

Über das Netzwerk profitiert die Landesvereinigung für Gesundheit von Erfahrungen in dem Bereich der Gesundheitsförderung und der verbesserten Gesundheitsversorgung aus weiteren 26 Mitgliedsregionen – [profitieren sollten eigentlich aber Frauen bundesweit].

Durch die Mitarbeit im Steering Comitee des WHO Modellprojektes ist zudem ein intensiver Informationsaustausch mit der WHO in Kopenhagen und ein Einfluss auf die Weiterentwicklung der Netzwerkstrukturen auf europäischer Ebene gesichert. So fand beispielsweise im Mai 2001 ein Treffen des Steering Comitee in Brüssel mit Vertretern der EU-Kommission und Vertretern der Regionen in Europa statt. Eine verbesserte Zusammenarbeit mit diesen Einrichtungen wurde bei dem Treffen vereinbart.  Weitere Arbeitskontakte auf europäischer Ebene existieren in den Arbeitsbereichen gesundheitsfördernde Hochschulen, gesundheitsfördernde Schulen, Arbeit und Gesundheit sowie Armut und Gesundheit. … [Quellenangabe: LVG, Jahresbericht 2002, S. 11]

Das EWHNET hat zwar keine EU-Förderung mehr, die Struktur bleibt aber bestehen und trägt sich selbst. In 2002 haben drei nationale Treffen stattgefunden. Im Rahmen des internationalen Kongresses „Gender and Health“ in Wien fand ein transnationales Treffen statt.  Im Juni 2002 hat EWHNET das Symposium Health Promotion and Prevention of Eating Disorders in Kassel durchgeführt, gefördert von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Dr. Greta Noordenbos aus den Niederlanden gab zu Beginn einen Überblick über die bisherigen Präventionsstrategien im Bereich Essstörungen. Versuche, über die Identifizierung von Risikofaktoren Essstörungen vorherzusagen und durch sogenannte Screenings schon früh auf gefährdete Personen aufmerksam zu werden, sind bisher als gescheitert anzusehen. Ein weiterer Ansatz setzt darauf, durch gezielte Informationen Mädchen vor Essstörungen zu bewahren. Dabei werden Charakteristika und Konsequenzen von Essstörungen sowie Informationen über Behandlungsmöglichkeiten vermittelt. Auch diese Strategie ist, wie Untersuchungen zeigen, nicht erfolgreich. Es entsteht die Paradoxie, dass durch diese Aufklärungsarbeit die Problematik zum Teil noch verschlimmert wird.  Dr. Susie Orbach, Psychotherapeutin und Aktivistin aus Großbritannien, berichtete von der immensen Wirkung, die das Fernsehen bzgl. der Beeinflussung des Körperbildes hat. Erst 1995 wurde auf den Fidschi-Inseln das Fernsehen eingeführt. Zu diesem Zeitpunkt waren Essstörungen dort unbekannt. 1998 litten schon 15 % aller Mädchen unter Bulimie. Zudem berichtete sie über eine ganze Reihe von strukturellen Maßnahmen, die den Zeitgeist verändern sollen: neben einem Gütesiegel für Kleidung, das nur nicht anorektische Models erlaubt ist besonders die Arbeit mit Designstudierenden zukunftsweisend. Wenn die DesignerInnen von morgen sich des Problems annehmen, dann besteht eine Chance, dass verschieden Körpermaße glamourisiert werden, nicht nur die ganz dünne Körperform.  An dem Symposium waren Referentinnen aus fünf Ländern beteiligt.  Die EWHNET-Posterausstellung wurde in Stockholm vom 2.-5.6. während der Konferenz „Women, Work and Health“ sowie in Wien vom 16.-18.9. während der Konferenz „Gender and Health“ präsentiert. Zudem wurde sie in Osnabrück auf einer Veranstaltung der Universität gezeigt. [Quellenangabe: LVG, Jahresbericht 2002, S. 31]

Webseite

http://www.gesundheit-nds.de/ewhnet/start.htm

Veröffentlichungen

Die Arbeitssprache der Organisation ist englisch. Es gibt jedoch auch einige deutschsprachige Veröffentlichungen:
Netzwerk Frauengesundheit: Situation, Konzepte, Herangehensweisen und Organisationen in der Frauengesundheitsbewegung, Länderbericht Bundesrepublik Deutschland, September 2000
Netzwerk Frauengesundheit: Situation, Konzepte, Herangehensweisen und Organisationen in der Frauengesundheitsbewegung, Länderbericht Österreich, September 1998
Netzwerk Frauengesundheit: Situation, Konzepte, Herangehensweisen und Organisationen in der Frauengesundheitsbewegung, Länderbericht Großbritannien, September 1998
Kommunale Strategien der Frauengesundheit, Juni 1999

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