Dringlichkeitsappell der Französischen Nationalversammlung zu hormonellen Störchemikalien (Endokrine Disruptoren, EDCs)

Der Europa-Auschuss der französischen Nationalversammlung (Commission des Affaires Européennes, vorgetragen durch den Abgeordneten Jean-Louis Roumengas), hat bei der Überarbeitung des Maßnahmenkatalogs zu endokrinen Disruptoren (EDCs) mit einem Report Kritik an den Verzögerungstaktiken der französischen Regierung und der Europäischen Kommission geübt. Endokrine Disruptoren stehen im Verdacht, die Entstehung von Brustkrebs zu begünstigen.

WECF ECDs

Die Ergebnisse des Berichts wurden am 26. Februar 2014 vor der Nationalversammlung präsentiert. Die französischen Umweltorganisationen Générations Futures (GF) und Réseau Environnement Santé (RES) begrüßten das Papier.

Die wichtigsten Punkte des Dringlichkeitsappells in der Zusammenfassung

  • Der Bericht betont die große Herausforderung, die hormonell aktive Stoffe für das Gesundheitssystem darstellen; dies bezieht sich vor allem auf die Kostenlawine durch unnötige Gesundheitsprobleme und Kosten für die Gesundheitssysteme, die durch Nichtstun erwartet wird.
  • Die Europäische Union wird aufgefordert, schnellstmöglich eine neue, umfassende Strategie zu veröffentlichen, damit die Umsetzung von Schutzmaßnahmen in Gang kommt.
  • In dem Bericht werden die Wirkmechanismen von EDCs beschrieben – und damit auch neue wissenschaftliche und regulatorische Kriterien, die in Zukunft zu berücksichtigen sind.
  • Von großer Wichtigkeit sei die Festsetzung einer Definition für EDCs, die auf den Kriterien für „gefährliche Stoffe“ beruht und nicht auf dem Konzept der Wirksamkeit (potency), wie von der Industrie vorgeschlagen.
  • Es wird eine Sonderklassifizierung für endokrine Disruptoren vorgeschlagen, die sowohl Chemikalien mit nachweislich vorhandener hormoneller Wirkung erfasst als auch solche mit bislang nur vermuteter Wirkung.
  • Die Notwendigkeit verstärkter Forschungsaktivitäten wird betont.
  • Es wird argumentiert, dass ein am Vorsorgeprinzip ausgerichtetes Vorgehen zu EDCs Innovationen in Wissenschaft und Industrie nicht behindern, sondern eher stimulieren würde, zum Vorteil der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa.
  • Die Einrichtung eines Programms für Biomonitoring bei Menschen und Ökosystemen wird gefordert.
  • Die französische Regierung wird aufgefordert, eine nationale Strategie zum Umgang mit EDCs zu erarbeiten, die klare Vorgaben macht.

Unterstützung auf europäischer Ebene

Die Health and Environment Alliance (HEAL) schließt sich dem Lob für den Bericht an und hofft, dass damit Druck auf die EU ausgeübt wird, die neue EU-Strategie für endokrine Disruptoren so schnell wie möglich vorzulegen. Genon K. Jensen, geschäftsführende Direktorin von HEAL, wird zitiert mit: „Um unnötige Gesundheitsprobleme und Kosten für die Gesundheitssysteme zu vermeiden, brauchen wir schnelle Fortschritte in den Entscheidungsprozessen über endokrine Disruptoren, damit die tägliche Belastung der Menschen mit Chemikalien, die Ursache für chronische Krankheiten sein können, verringert wird.“

Quellenangabe

Projekt Chemikaliengesundheit Europa der Health and Environment Alliance, HEAL.
Das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), dem Umweltbundesamt (UBA) sowie von der Europäischen Union gefördert. Die hier wiedergegebenen Meinungen geben nicht die offiziellen Positionen der EU-Institutionen und anderer Förderer wieder, sondern sie entsprechen der Meinung von HEAL. Wiedergabe an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung.

Download

Zum Bericht: Rapport d’information réposé par la Commission des Affaires Européennes sur la stratégie européenne en matière de perturbateurs endocriniens (PDF, Webseite der Französischen Nationalversammlung)

Weiterlesen

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Brustkrebs und Umwelteinflüsse

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