Brustkrebs in Deutschland, Europa und weltweit: Zahlen & Daten (Epidemiologie)

 Hinweis:
Sich eventuell „widersprechende“ Zahlen in der nachfolgenden Zusammenfassung der aktuellsten und wichtigsten Zahlen liegen an den unterschiedlichen Quellen, Erfassungsmethoden, Schätzungen und ggf. einer unzureichenden Krebsregistrierung. Bitte ggf. die Quellen prüfen. Diese Information ist bereits länger nicht aktualisiert. Eine Aktualisierung ist geplant. Aktuelle Zahlen für Deutschland können bei destatis und GEKID abgerufen werden. Vor dem Hintergrund der Etablierung des Mammographie-Screenings in Deutschland sind die Erkrankungsraten in Deutschland in der letzten Zeit erheblich angestiegen. Die Brustkrebssterblichkeit ist dennoch relativ unverändert. Wir geben diese Zahlen hier wieder, weil sie im Kontext gesundheitspolitischer Schritte eine Rolle spielen.

Zahlen und Daten zu Brustkrebs

Deutschland

2011

Mit 140.335 vollstationären Behandlungsfällen durch die Diagnose Brustkrebs (“bösartige Neubildung der Brustdrüse (Mamma)” bei Frauen liegt Brustkrebs aktuell auf “Platz 3″ (nur Geburten mit 237.842 und Herzinsuffizien mit 194.396 vollstationären Behandlungsfällen verursachen Frauen momentan diesbezüglich mehr gesundheitliche Probleme. (Quelle: destatis, Abruf  08/2012)

Im Jahr 2010 lag dieser Wert bei 140.337 und ist damit nahezu konstant geblieben. Da die Neuerkrankungen ansteigen, sind wahrscheinlich weniger Frauen mit fortgeschrittener Erkrankung vollstationär behandelt worden.

2010

Im Jahr 2010 sind in Deutschland 17.466 Frauen an den Folgen von Brustkrebs gestorben, entsprechend 3,9% aller weiblichen Verstorbenen. 140.337 „vollstationäre Behandlungsfälle“ (stationäre Krankenhausbehandlung) betrafen im Jahr 2010 Brustkrebs. Quelle: Pressemeldung destatis v. 03.02.2012, s. auch  Todesursachen in Deutschland – Fachserie 12 Reihe 4 – 2010  (PDF / 531 kB)

 

2008

Brustkrebs ist sowohl in Deutschland als auch in Europa die häufigste Krebsneuerkrankung bei Frauen. 27,8 Prozent aller Krebserkrankungen bei Frauen entfallen auf Brustkrebs. 57.000 Frauen erkranken in Deutschland jährlich an Brustkrebs. 17.500 Frauen sterben pro Jahr an den Folgen einer Brustkrebserkrankung.
Das mittlere Erkrankungsalter an Brustkrebs liegt bei 63 Jahren. Andere Krebserkrankungen treten durchschnittlich erst sechs Jahre später auf. Während die Zahl an Neuerkrankungen bei Brustkrebs seit 1980 weiter ansteigt, nimmt die Sterblichkeit seit Mitte der 1990-er Jahre leicht ab.
Quelle:  BMG, BMU, Kooperationsgemeinschaft Mammographie

Im Jahr 2008 gab es bevölkerungsbezogen 16,71 Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer minimalen Senkung. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

Zusammenfassung aus dem Berliner Basisbericht 2008 zu Brustkrebs in der Hauptstadt (mit retrospektiven Daten).

2007

Mortalität: Nach Angaben von Destatis, Statistisches Bundesamt Deutschland, starben im Jahr 2007 insgesamt 16.780 Frauen an den Folgen von Brustkrebs.  Quelle: Statistisches Jahrbuch 2009.
Vollstationäre Behandlungsfälle: Die vollstationären Behandlungsfälle sind im Vergleich zum Jahr 2005 um rund 6.000 gesunken auf 147.222.

Im Jahr 2007 gab es bevölkerungsbezogen 16,70 Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer minimalen Senkung. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

2006

Häufigkeit: In Deutschland erkranken jährlich über 55.100 Frauen an Brustkrebs, davon etwa 23.200 im Alter unter 60 Jahren. Brustkrebs stellt die häufi gste Krebserkrankung bei Frauen dar. Diese Erkrankung ist für 26,8 % aller Krebsneuerkrankungsfälle bei Frauen und für deutlich mehr als ein Drittel (40 %) der Neuerkrankungen bei Frauen unter 60 Jahren verantwortlich. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwas über 62 Jahren, knapp 7 Jahre unter dem mittleren Erkrankungsalter bei Krebs insgesamt.
Mortalität: Im Jahr 2006 sind 17.268 Frauen an Brustkrebs gestorben. Quelle: Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes vom 21.09.2007.
Trends: Die Brustkrebsinzidenz steigt in Deutschland seit 1970 stetig an, während die Mortalität seit Mitte der 1990er Jahre leicht sinkt. Brustkrebs ist in den bevölkerungsbezogenen Krebsregistern mittlerweile eine der am besten erfassten Lokalisationen. Damit bietet die Datengrundlage eine gute Basis für die Berechnung der deutschlandweiten Inzidenz.
Prognose:
Die relative 5-Jahres-Überlebensrate für Brustkrebspatientinnen beträgt, alle Stadien betrachtet, 79 Prozent.
Die Zunahme von Brustkrebserkrankungen seit 2002, die sich in den Schätzungen des Robert-Koch-Instituts spiegeln, führt die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister “ im Wesentlichen auf … den zunehmenden Einsatz der Mammographie zur frühzeitigeren Diagnose von Brustkrebs“ zurück. Quelle:  Krebs in Deutschland: Häufigkeiten und Trends, 5. überarbeitete, aktualisierte Ausgabe, Saarbrücken, 2006
Direkte Krankheitskosten: Die direkten Krankheitskosten sind im Vergleich zum Jahr 2004 um über 300 Mio € angestiegen und werden auf 1.882 Milliarden € beziffert.  Quelle: Statistisches Jahrbuch 2009

Im Jahr 2007 gab es bevölkerungsbezogen 17,52 Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer minimalen Senkung. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

2005

Vollstationäre Behandlungsfälle: Im Jahr 2005 war Brustkrebs mit 153.000 Behandlungsfällen der zweithäufigste Behandlungsanlass – nach Herzmuskelschwäche mit 165.000 Fällen – in der stationären Krankenhausbehandlung von Frauen in Deutschland).
Quelle: Pressemeldung des statistischen Bundesamtes vom 05. März 2007

Mortalität: Im Jahr 2005 verzeichnete das statistische Bundesamt 17.455 Sterbefälle bei Frauen mit Brustkrebs. Quelle: Pressemeldung des statistischen Bundesamtes vom 15. September 2006. Exakt die gleiche Zahl ist in der Publikation „Todesursachen in Deutschland“ des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2005 verzeichnet. [„Ungenauigkeiten können sich durch die Angaben der Ärzte und durch die subjektive Auswertung der Todesursachen in den Statistischen Landesämtern ergeben. Wie groß diese Ungenauigkeiten sind, konnte bis jetzt noch nicht quantifiziert werden.“]

Zusammenfassung aus dem Berliner Basisbericht 2005 zu Brustkrebs in der Hauptstadt (mit retrospektiven Daten).

Im Jahr 2007 gab es bevölkerungsbezogen 17,96 Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer minimalen Senkung. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

2004

Häufigkeit: Im Jahr 2004 erkrankten insgesamt 57.230 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Absolut gesehen war der Zuwachs bei den Fallzahlen um etwa 2.000 Erkrankungen am höchsten, jedoch verläuft der Anstieg von 2002 bis zum Jahr 2004 im Vergleich zu den Schätzungen der Vorjahre nicht mehr ganz so steil.
Quelle: Krebs in Deutschland 2003 – 2004, Häufigkeiten und Trends; eine gemeinsame Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V., 6. überarbeitete Auflage, 2008.

Vollstationäre Behandlungsfälle: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war Brustkrebs bei Frauen im Jahr 2004 der häufigste Grund für eine stationäre Behandlung. Insgesamt mussten Frauen sich im Jahr 2004 159.000 Mal vollstationär mit der Diagnose Brustkrebs im Krankenhaus behandeln lassen. Vergleichsweise wurden im Jahr 1994 noch 190.000 Krankenhausbehandlungen vollstationär durchgeführt. Sowohl 1994 als auch 2004 war dies nach der Entbindung der jeweils häufigste Grund für eine stationäre Behandlung bei Frauen. Quelle: Pressemitteilungen des Statistischen Bundesamtes im September 1996 und im April 2006. Brustkrebs ist die gefährlichste Krebsart für Frauen, im Jahr 2004 starben 17.590 Frauen daran.
Quelle: Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes vom 02. März 2006

Mortalität: 2004 sind in Deutschland nach Angabe des Statistischen Bundesamtes 17 592 Frauen (und 176 Männer) an den Folgen von Brustkrebs, der auch in diesem Jahr häufigsten krebsbedingten Todesursache, verstorben. 15 184 Todesfälle entfielen dabei auf die „alten“ und 2 584 auf die „neuen“ Bundesländer.
Quelle:  Todesursachenstatistik, Statistisches Bundesamt

Das Statistische Jahrbuch 2006 veröffentlicht ebenfalls Zahlen aus dem Jahr 2004.
Vollstationäre Behandlungsfälle: Hier lesen wir: 160.016 Patientinnen und Patienten wurden mit der Diagnose „Neubildungen der Brustdrüse“ aus vollstationärer Behandlung entlassen. 2 PatientInnen waren unter 15 Jahren, 20.426 waren 15 bis 45 Jahre alt, 77.347 waren zwischen 45 und 65 Jahren, 58.578 zwischen 65 und 85 und 3.662 über 85 Jahre alt. Insgesamt waren dies 1.042 Männer und 158.974 Frauen, die im Jahr 2004 vollstationär mit Brustkrebs in Krankenhäusern in Deutschland behandelt wurden.
Mortalität: Bei den Sterbefällen unter Frauen waren 1 Patientin zwischen 5 und 15, es gab 4 Patientinnen zwischen 15 und 25, insgesamt 864 Frauen starben im Alter zwischen 25 und 45 Jahren, 5.226 der an Brustkrebs verstorbenen Frauen waren zwischen 45 und 65 Jahren alt. Bei Frauen im Alter zwischen 45 und 65 Jahren ist damit Brustkrebs auch in Deutschland die häufigste Todesursache im Jahr 2004. (Geringfügig weniger jüngere sowie vorallem ältere Frauen sterben jedoch häufiger an Krankheiten des Kreislaufssystem.) 4.380 Frauen starben im Jahr 2004 im Alter von 65 und 75 an Brustkrebs, die meisten Todesfälle betrafen jedoch die Frauen über 75 (mit 7.117 Fällen). Auch diese Zahlen werfen Fragen im Zusammenhang mit den Möglichkeiten der Brustkrebsfrüherkennung auf. Eine besondere Auswertung der Statistik nach „Screening-Alter“ und „Screening-Teilnahme“ könnte hier zukünftig Daten liefern. Doch wer wird uns diese Statistik in Deutschland liefern können?
Direkte Krankheitskosten: Interessant ist auch der Blick auf die direkten Krankheitskosten bei Frauen mit Brustkrebs. Im Vergleich zwischen den Jahren 2002 und 2004 kam es hier zu einem leichten Anstieg der Kosten von rund 1,694 Milliarden Euro im Jahr 2002 auf 1,745 Milliarden Euro im Jahr 2004. [Das Statistische Jahrbuch 2009 gibt allerdings 1.565 Milliarden € für 2004 an.] Brustkrebs ist eine Erkrankung mit hohen Folgekosten. Jedoch verursachen viele andere Erkrankungen weit mehr Kosten. So schlagen etwa „psychische Verhaltensstörungen“, „Kreislauferkrankungen“ und „Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und Bindegewebes“ mit mehr als acht mal soviel an Krankheitskosten zu Buche. Im Jahr 2002 entstanden 223,6 Mrd. Euro direkte Krankheitskosten für Männer und Frauen, rund 129 Mrd. Euro wurden dabei von den Frauen gebraucht. Im Jahr 2004 stiegen die direkten Krankheitskosten der Männer auf über 93,7 Milliarden, für Frauen auf 131,2 Milliarden Euro an. Etwas mehr als 1% (s.o.) entfallen damit auf direkte Krankheitskosten bei Brustkrebs.
Quelle: Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2006

Im Jahr 2007 gab es bevölkerungsbezogen 18,40 Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer minimalen Senkung. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

2003

Mortalität: Zwei von 100 Frauen sterben an Brustkrebs. Im Jahr 2003 waren es 17.173 Frauen, die in Deutschland an Brustkrebs gestorben sind.
Quelle: Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes vom 22. März 2005.

Schwerbehinderung: Mit Stand 31.12.2003 haben sich in Deutschland 174.798 Frauen als Schwerbehinderte mit den Folgen des Verlustes einer oder beider Brüste bei den Versorgungsämtern registrieren lassen, um eine Anerkennung als Schwerbehinderte zu erhalten.
Quelle: Destatis 2005

Häufigkeit: Brustkrebs bei Frauen macht 28 % aller aufgetretenen Krebserkrankungen aus.
Quelle: Krebs in Deutschland 2003 – 2004, Häufigkeiten und Trends; eine gemeinsame Veröffentlichung des Robert Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V., 6. überarbeitete Auflage, 2008.

Im Jahr 2007 gab es bevölkerungsbezogen 18,39 Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer minimalen Senkung. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

2002

Mortalität und Inzidenz: Im Jahr 2002 erkrankten 55.689 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Im gleichen Zeitraum starben 17.994 Frauen an den Folgen von Brustkrebs. Quelle: International Agency on Research on Cancer, GLOBOCAN, Stand 2002. Nach der Gesundheitsberichterstattung des Bundes starben im Jahr 2002 in Deutschland 17.780 Frauen an den Folgen von Brustkrebs, s. dazu auch Pressemeldung des Statistischen Bundesamtes vom 27.01.2004.

2001

Mortalität: Im Jahr 2001 starben nach Angabe des Statistischen Bundesamtes in Deutschland 17.504 Frauen an den Folgen von Brustkrebs. Quelle  Gesundheitsberichterstattung des Bundes

2000

Mortalität: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind im Jahr 2000 insgesamt 17.814 Frauen an Brustkrebs gestorben. Quelle  Gesundheitsberichterstattung des Bundes

In den Jahren 2000 – 2002  gab es bevölkerungsbezogen 19,86 (2000) 19,26 (2001) bzw. 19.30 (2002) Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

1999

Aufgrund von Brustkrebs erfolgten 200.099 stationäre Behandlungen im Jahr 1999, 12,5% mehr als noch 1993.
Quelle: 10 Jahre bundeseinheitliche Krankenhausstatistik

Die Erkrankungsraten bei Brustkrebs sind seit den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts weltweit kontinuierlich stark angestiegen. In den USA stieg die Erkrankungsrate um jährlich 1% (Daut et al 1996; Greenberg 1997). Diese Zahlen lassen sich nicht allein durch die steigende Lebenserwartung oder die frühe oder bessere Aufdeckung der Krebserkrankungen erklären, sondern stellen einen realen Anstieg dar. Ebenso wie die Erkrankungsraten nahmen in den hochentwickelten Ländern auch die Sterbefälle zunächst kontinuierlich zu und sind in den Ländern wie USA und Deutschland seit den 70/80er Jahren eher gleich bleibend. Bei der Sterblichkeit ist seit den 70er Jahren keine Steigerung mehr erkennbar. Die Wirksamkeit von Früherkennungsprogrammen steht außer Frage. Häufigste Krebs bedingte Todesursache bei Frauen in Deutschland ist Brustkrebs mit einem Anteil von 3,9% an der Gesamtsterblichkeit. Bei Frauen unter 65 Jahren (sog. „Frühsterblichkeit“) ist es mit 12,1% häufigste Todesursache von Frauen. Brustkrebs gehört in der Lebensmitte zu den häufigsten Krebstodesursachen bei Frauen. Das Sterbealter bei Frauen mit Brustkrebs liegt durchschnittlich bei 65,4 Jahren und liegt damit insbesondere beim Brustkrebs niedrig (im Vgl. zu Herz- und Kreislauferkrankungen liegt sie z.B. bei Arteriosklerose bei 85,2 und bei Herzinsuffizienz bei 83,5 Jahren).
Quelle: Bericht zur gesundheitlichen Situation von Frauen in Deutschland. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin, 1999.

1995

1995 starben in Deutschland 18.674 Frauen an Brustkrebs. Mit einem Anteil an der Gesamtsterblichkeit von 3,9% ist der Brustkrebs seit Jahren die häufigste Krebstodesursache bei Frauen. Die standardisierte Mortalitätsrate ist in den letzten fünfzehn Jahren leicht gestiegen und lag 1995 bei 34,0 Gestorbenen je 100.000 Frauen (siehe Abb. 5.5.1). Der starke Anstieg im Osten nach der Wiedervereinigung ist teilweise Folge der veränderten Dokumentation.
Die Brustkrebsmortalität steigt mit dem Alter deutlich an; im Osten liegen die Werte durchweg niedriger als im Westen

Brustkrebs macht 26,4% aller Krebserkrankungen und 17.9% aller Krebssterbefälle bei Frauen in Deutschland aus.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland 1999

In den Jahren 1998  – 1999  gab es bevölkerungsbezogen 20,35 (1998) bzw. 19.93  (1999) Sterbefälle an Brustkrebs (ICD C 50) je 100.000 EinwohnerInnen in Deutschland. Quelle: Gesundheitsberichterstattung des Bundes

Europa

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Europa. Es wird geschätzt, dass es jedes Jahr 350.000 Neuerkrankungen gibt, während 130.000 Frauen an den Folgen von Brustkrebs sterben. Brustkrebs ist damit verantwortlich für 26.5% aller Krebserkrankungen und für 17.5% aller Krebs bedingten Todesfälle bei Frauen. Die höchsten Inzidenzraten gibt es in den Niederlanden, Dänemark, Frankreich, Belgien und Schweden. Die niedrigsten Erkrankungsraten wurden in Mazedonien, Litauen, Weißrussland, Lettland und Estland beobachtet. In den 1950er bis 1960er Jahren wurde eine ansteigender Trend der Brustkrebssterblichkeit in Europa beobachtet. In einigen westeuropäischen Ländern fiel die Sterblichkeit in den 1970er bis 1980er Jahren etwas, während es insbesondere in einigen osteuropäischen Ländern zu einem weiteren Ansteigen der Brustkrebssterblichkeit kam. Es gibt große regionale Unterschiede in Bezug auf die Überlebensraten bei Brustkrebs in verschiedenen europäischen Ländern. Zwischen 1985 und 1989 haben in Schweden 81% der erkrankten Frauen Brustkrebs überlebt, während es in der Slowakei und in Polen nur 58% der Frauen waren. Es gibt außerdem große Unterschiede hinsichtlich der Therapieformen. Während in bei 65% der Patientinnen in England und bei 57% der Patientinnen in Frankreich eine konservative Chirurgie durchgeführt wurde, war dies in Estland nur bei 8% und in Spanien nur bei 13% der Frauen der Fall.
Quelle: ENCR Cancer Fact Sheets, Vol. 2, Dec. 2002

Die Erkrankungsraten für Deutschland liegen im europäischen Vergleich im Mittelfeld. In Belgien, Frankreich und Dänemark ist die Erkrankungswahrscheinlichkeit höher, in den baltischen Ländern Estland, Lettland und Litauen sowie den südeuropäischen Ländern wie Spanien, Griechenland und Portugal teilweise deutlich niedriger.
Quelle: Krebs in Deutschland, Herausgeber: Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. in Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut. 5. überarbeitete, aktualisierte Ausgabe, Saarbrücken, 2006

32.000 Frauen in Europa müssten nicht an Brustkrebs sterben, wenn Brustkrebs-Früherkennung flächendeckend in der Qualität der EU-Standards umgesetzt würde.
Quelle: European Guidelines on quality assurance in mammography screening. 4. Ed., Stand 2005

Mortalität: Brustkrebs ist für mehr als 4% der Todesfälle unter der weiblichen europäischen Bevölkerung verantwortlich und betrifft auch junge Frauen im Alter zwischen 45 und 64 Jahren (mehr als 12% der Todesfälle in dieser Altersgruppe).
Quelle: Mortalität in der EU, Statistik kurz gefasst, 2, 2004, ISSN 1024-4379, © Europäische Gemeinschaft

Die Mortalitätsrate in den europäischen Ländern schwankt nach den Angaben der WHO um über 50%, die Mastektomierate (Rate der Brustamputationen im Frühstadium der Erkrankung) schwankt sogar um bis zu 60%.
Quelle: WHO und „Surgical approaches to Early Breast Cancer“, J. Jassem et al. (March 2004): „Surgical Approaches to Early Breast Cancer“, International Collaborative Cancer Group (ICCG), Imperial College, London.

In der Europäischen Union erkrankt jede neunte Frau an Brustkrebs, jährlich sind dies 275.000 Frauen in der EU. Rund 79.000 Frauen sterben in der Europäischen Union jährlich an Brustkrebs. In der Europäischen Union ist Brustkrebs die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 35 und 55 Jahren.
Quelle: Europäisches Parlament, Bericht über Brustkrebs in der Europäischen Union, (2002/2279(INI)), Ausschuss für die Rechte der Frau und Chancengleichheit, Berichterstatterin: Karin Jöns, Stand 2002

Die Chancen, Brustkrebs zu überleben, sind in Europa nicht immer gleich gut. Nach den Zahlen der Eurocare II-Studie liegen Frauen in Deutschland auf Platz 7 in Europa, hinter Österreich, Dänemark, England, Estland, Finnland und Frankreich.
Quelle: Survival of adult cancer patients in Europe diagnosed from 1978 – 1989: The Eurocare II Study, European Journal of Cancer, Vol. 34, No 14.

„In Deutschland liegt auf der Basis der Daten der EUROCARE-2-Studie von 1999 die relative 5-Jahres-Überlebensrate von 71,7% nach wie vor unter dem europäischen Durchschnitt von 74,3%. …Deutschland ist besser platziert als in den Vorjahren. Aber die sogenannten Vorzeigeländer Schweden (80,6%), Frankreich (80,3%) und Finnland (78,4%) stehen mit ihrer 5-Jahres-Überlebensrate doch beachtlich vor Deutschland. Selbst im Vereinigten Königreich konnten durch Screening und den Aufbau von qualitätsgesicherten Brustzentren die Todesfälle kontinuierlich innerhalb von 10 Jahren von 1992 bis 2001 um 15% gesenkt werden, während im gleichen Zeitraum die Neuerkrankungen um 19% stiegen. Für Deutschland weist die gleiche Quelle nur Daten bis 1999 aus. Von 1992 bis 1999 ist die Zahl der Todesfälle bei uns um 4% zurückgegangen, im Vereinigten Königreich um 14,5%. Um auch letzte Zweifel an dieser Entwicklung auszuräumen und dem Argument entgegenzutreten, dass absolute Zahlen die Bevölkerungsentwicklung nicht berücksichtigten, sei auf die Entwicklung der Sterblichkeitsrate ASR(W) bei Brustkrebs von Deutschland und dem Vereinigten Königreich von 1973-1999 hingewiesen. In Deutschland stieg die Rate um 10% (18,9 in 1973 zu 19,7 in 1999), während sie im Vereinigten Königreich um 12% sank (27,6 in 1973 zu 22,0 in 1999).“
Quelle: Europa Donna, Karin Jöns

Großbritannien, Stand 2007

Die Brustkrebssterblichkeit in Großbritannien ist im Jahr 2007 auf 11.990 Todesfälle gesunken und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1971. Das besagen die Daten von „Cancer Research UK„. Man geht davon aus, dass sowohl das nationale Screening-Programm sowie bessere therapeutische Möglichkeiten und Qualitätsstandards bei der Behandlung für die nun vorgelegten Zahlen sind. In Großbritannien erkranken bei einer Bevölkerung von etwa 60.5 Millionen Menschen rund 45.500 Frauen jedes Jahr neu an Brustkrebs (im Vergleich: Deutschland mit 82.3 Millionen Menschen und ca. 55.000 Neuerkrankungen bei einer Sterblichkeit von ca. 18.000 Frauen). Auch in Großbritannien ist Brustkrebs die häufigste häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Die Neuerkrankungen sind in den vergangenen 25 Jahren in Großbritannien um 50% angestiegen.

Großbritannien seit 1989

Im Jahr 1989 starben in Großbritannien 15.625 Frauen an Brustkrebs. Seitdem ist die Sterblichkeit um 200 bis 400 Fälle in jährlich gesunken – bis zum Jahr 2004. Im Jahr 2005 gab es wieder einen leichten Anstieg, 2006 und 2007 ist die Sterblichkeit jedoch wieder etwas gesunken.
Quelle: BBC News, Breast cancer deaths record low v. 22. April 2009

USA, Stand 2014

In den USA lebten mit Stand 1. Januar 2010 rund 2.929.041 Frauen, die eine Brustkrebsdiagnose erhalten haben. (SEER 2013) Die Erkrankungsraten in den USA sind zwischen 1999 und 2005 zurückgegangen und seitdem relativ stabil. (SEER 2012)

Die erwartete Brustkrebssterblichkeit für das Jahr 2014 liegt bei 40.000 Frauen, die an den Folgen ihrer Erkrankung sterben. (ACIS 2014) Die Brustkrebssterblichkeit hat nach diesen Daten zwischen 1990 und 2010 um rd. 1,9% jährlich abgenommen. (ACIS 2013-2014, mögliche Verzerrungen durch Überdiagnose sollten hier mitgedacht 1werden.)

Für das Jahr 2014 wird erwartet, dass 232.670 Frauen neu mit einer Brustkrebsdiagnose (invasiver Brustkrebs) konfrontiert werden. Die Vorstufen („in situ“) liegen bei geschätzt 62.570 Fällen, davon rd. 51.933 Fälle mit DCIS (sog. „duktales Carcinoma in situ“). (ACIS 2014) Ob hier überhaupt der Begriff Carcinoma/Karzinom für Krebs verwendet werden sollte, ist wissenschaftlich umstritten. Vor 1980, also vor dem Start dem breiten Einsatz von Screening-Aktivitäten mittels Mammographie in den USA, waren „in situ“-Diagnosen selten.  (Bleyer u. Welch 2012)

Das Lebenszeitrisiko von Frauen in den USA hat sich von 1975 mit einem Risiko von 9,09% auf rund 12,5% erhöht. (Seigel 2013)

Bei jüngeren Frauen im Alter von unter 50 Jahren ist ein Anstieg der Brustkrebsmortalität zu verzeichnen. Dieser Anstieg wird mit 3,1% jährlich für den Zeitraum 1990 bis 2010 angegeben. (ACIS 2013/2014)

Quelle: National Breast Cancer Coalition NBCC, Breast Cancer Facts and Figures (Abruf 11/2014)

Weltweit

Weltweit erkrankten im Jahr 2002 insgesamt 1.151.298 Frauen an Brustkrebs. 410.712 Frauen starben im Jahr 2002 an Brustkrebs.
Quelle: International Agency on Research on Cancer, GLOBOCAN, Stand 2002

Die WHO gibt in ihrem Datenblatt „Fact sheet N°297“ vom Februar 2006 allerdings an, dass über eine halbe Million Frauen (502. 000 deaths/year) jedes Jahr weltweit an den Folgen von Brustkrebs sterben.
Quelle: WHO:  http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs297/en/

Brustkrebs nach Erkrankungshäufigkeit und Ländern weltweit: Eine Übersicht von Nation Master (Australien): Es ist sehr spannend, diese Statistik genau zu betrachten. Sie zeigt, dass in Schweden z.B. die Erkrankungshäufigkeit an Brustkrebs niedriger ist als in Deutschland, obwohl das Land Frauen seit 1986 Mammographie-Screening zur Verfügung stellt. Schweden hat in Europa nach den Daten der Eurocare-Studien auch die besten Überlebensraten. Dieses könnte sehr wohl ein Hinweis auf die gute diagnostische Qualität – gemäß der Vorgaben der Europäischen Leitlinien – unter bestmöglicher Vermeidung von Überdiagnostik sein. (Inzidenz Deutschland: 23.5 und Schweden 18,5 per 100.000 Frauen).

In den USA werden im Jahr 2005 insgesamt 211.240 Frauen neu an Brustkrebs erkranken.
Quelle: Forum with Michael Krasny im Interview mit Barbara Brennervon Breast Cancer Action.

In den USA werden im Jahr 2007 nach den Angaben der American Cancer Society voraussichtlich 178.480 neue Fälle von invasivem Brustkrebs diagnostiziert werden. Mit den Änderungen im Verordnungsverhalten der Hormonersatztherapie sind auch die Neuerkrankungsraten in den USA spürbar gesunken. Trotzdem wird prognostiziert, dass rund 40.460 Frauen im Jahr 2007 an Brustkrebs sterben werden.

Allerdings steigt insbesondere die Entdeckung von Brustkrebsvorstufen (z.B. DCIS) weiterhin an. Man rechnet mit 62.030 neuen Behandlungsfällen allein für 2007 in den Vereinigten Staaten.
Quelle: NWHRC

Seit dem zweiten Weltkrieg nimmt die Zahl der Brustkrebs-Neuerkrankungen bei Frauen weltweit zu. Vergleichszahlen aus den USA: In den 40er Jahren erkrankte in Amerika ca. jede 44. Frau an Brustkrebs, heute ist es bereits jede 7. Frau.

Weiterlesen

Das urbane Leben der Frauen: Warum das Brustkrebsrisiko weltweit weiter steigt

Erkrankungsraten und Brustkrebssterblichkeit in Deutschland
GEKID-Atlas

National Cancer Institute (U.S.): Surveillance, Epidemilogy and End Results (SEER)
SEER Fact Sheeds zu Brustkrebs

Relative Überlebensraten, 5-Jahresüberleben, Überleben nach Stadium u.v.a.

 

Video Breast Cancer Statistic von Hans Rosling: Breast Cancer Statistics bei gapminder.org, Creative Commons 2.0. Hans Rosling erklärt die Zahlen der International Agency for Research on Cancer (IARC) am Beispiel Schwedens. 1958 betrug das pro Kopf-Einkommen in Schweden 11.000 US $. Durchschnittlich 45 von 100.000 Frauen erkrankten in diesem Jahr an Brustkrebs. Hans Rosling stellt fest, dass durch den veränderten Lebensstil (z.B. weniger Sport, andere Stillgewohnheiten bzw. Ernährung) die Brustkrebsrate in den kommenden Jahren angestiegen sei. Betrachtet man die Sterblichkeit, so wird verhältnismäßig ein Absinken festgestellt. Im Jahr 2002 erkrankten 88 von 100.000 Frauen in Schweden, während 15 Frauen sterben. Leider wird die Sterblichkeit in Klarschrift für das Jahr 1958 nicht eingeblendet. Hans Rosling führt weiter aus, dass „in Schweden die meisten Frauen geheilt werden“, während in Pakistan bzw. Nigeria die Sterblichkeit weiterhin hoch sei. Hier müsse deswegen dafür gesorgt werden, dass die Behandlung der Erkrankung bezahlbar würde. Der „geringere Lebensstandard“, der sich durch das geringere Einkommen ausdrückt, habe die Schwedinnen offensichtlich vor der Krankheit geschützt. Die Erkrankungsraten waren nur halb so hoch. Die Erklärungen erscheinen einleuchtend, doch ganz so einfach ist es nicht. Der Einfluss des Mammographie-Screenings in Schweden, Umweltbelastungen, die Frauen mit ihrem Körper tragen und Hormonaufnahme durch Kontrazeptiva, Umweltöstrogene bzw. „Hormonersatztherapie“ fallen in seiner Diskussion unter den Tisch. Die Finanzierbarkeit der Brustkrebstherapie ist außerdem weltweit und auch in westlichen Ländern inzwischen eine wichtige Frage.

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