Brustkrebs – Dein Leben in Deiner Hand: Eine Rezension

von Elisbeth Rieping

Zur Zeit vergriffen - Jane Plant: Dein Leben in deiner Hand

Zur Zeit vergriffen – Jane Plant: Dein Leben in deiner Hand

Neulich fragte ich, ob jemand wüsste, was aus Jane Plant geworden wäre. Ich war überrascht zu hören, dass sie noch lebt und mittlerweile sogar eine eigene Internetseite hat.

Früher bin ich gelegentlich gefragt worden, was ich von ihrer Diät hielte, und hatte mich dahingehend immer bedeckt gehalten. Dass man mit einer Diät dem Krebstod entgehen kann, schien mir eine Hoffnung, die ich niemandem rauben wollte, da die konventionelle Behandlung von metastatischem Brustkrebs so wenig Erfolge aufweist. Aber ich hielt es im Grunde genommen für unmöglich.

Nachdem ich also erfuhr, dass Jane Plant noch lebt, war deshalb meine erste Vermutung, dass sie gar keinen Krebs, sondern einen gutartigen Tumor gehabt hatte.

Denn von vielen Menschen wird der Begriff Tumor mit dem Begriff Krebs gleichgesetzt und das ist mitnichten so. Es gibt Tumore die bösartig sind, bei denen es sich also um Krebsgeschwülste handelt, die Metastasen bilden und in andere Gewebe einwachsen und es gibt harmlose Tumore, gerade auch in der Brust junger Frauen.

Nach der Analyse von Jane Plant’s Krankengeschichte musste ich aber, wie die Ärzte bei denen sie in Behandlung war, davon ausgehen, dass sie 1992 nach langjähriger konventioneller Behandlung, Operation Bestrahlung und mehreren Chemotherapien an einem metastastierenden Brustkrebs mit einer großen Metastase in der linken Schlüsselbeingrube litt, bei der man nicht mehr von einer längeren Lebenserwartung ausgehen kann. Ihre Ersterkrankung war 1987 festgestellt worden und sie hatte sich allen üblichen Behandlungen außer der Anti-Hormon Behandlung unterzogen.

Jane Plant ist von Beruf Geochemikerin. Sie hatte an der Analyse von Krankheiten gearbeitet, die in verschiedenen Gegenden der Erde in verschiedener Häufigkeit vorkommen und wusste, ohne dass sie bis dahin Schlüsse daraus gezogen hatte, dass Brustkrebs in Ländern ohne Milchwirtschaft kaum vorkommt.

Da sie sich keinen Ausweg mehr wusste, suchte sie ihr Heil in einer milchfreien Diät. Darunter bildete sich tatsächlich der Tumor in ihrer Schlüsselbeingrube zurück und sie ist immer noch, also 14 Jahre nach der Metastasierung, am Leben.

Obwohl ich auch immer angenommen hatte, dass ein möglicher Brustkrebsvirus durch die Flaschenmilch auf Säuglinge übertragen wird, die dann später Brust- oder Prostatakrebs bekommen, und es sich bei Brust- und Prostatakrebs um einen späten Milchschaden handelt, hätte ich nie gedacht, dass man durch eine milchfreie Diät an diesem Schicksal später noch etwas ändern kann. Schließlich nützt es einem Lungenkrebskranken auch nichts mehr, wenn er zu Rauchen aufhört.

Aber der Erfolg von Jane Plant und die Lektüre eines weiteren Buchs, nämlich Maria Rollingers ‚Milch besser nicht‘, hat mich zum Nachdenken gebracht.

Jane Plant vermutete, dass die Hormone und Wachstumsfaktoren in der Milch, die das Wachstum von Kälbern bewirken sollen, auch Brustkrebszellen zum Wachstum anregen. Das ist es vielleicht aber nicht der einzige Grund für den Erfolg ihrer milchfreien Diät. Wie Maria Rollinger beschreibt, haben auch noch einige andere Veränderungen der Milchproduktion stattgefunden, die sich sehr ungünstig auf das Wachstum von Brust- und Prostatakrebszellen auswirken könnten, insbesondere das Melken von schwangeren Kühen.

Deshalb würde ich empfehlen, beide Bücher zu lesen und sich dann zu überlegen, ob man Jane Plant’s Diät anwenden möchte.

Dabei sollte man bedenken, dass Brustkrebs nicht gleich Brustkrebs ist. Es gibt erbliche und epidemische Formen und viele weitere Untergruppen. Vielleicht hatte Jane Plant Glück, dass ihre Brustkrebszellen durch einen Mangel an Milchhormonen zugrunde gingen. Das muss nicht bei jeder Frau so sein. Aber gerade wenn man Metastasen hat, kann man, ohne sich in Gefahr zu bringen, versuchen, ob man von dieser Diät profitiert.

Und so kann man in dem Buch einen  LICHTBLICK in der immer noch düsteren Situation von Frauen mit metastasierendem Brustkrebs sehen, der weder Leib noch Brieftasche in Gefahr bringt und dessen Chancen man in Betracht ziehen kann.

Elisabeth Rieping 2050 - 2009

Elisabeth Rieping 1950 – 2009

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Wer war Elisabeth Rieping?

Viele weitere Arbeiten von Elisabeth Rieping werden dauerhaft archiviert bei bei Scribd.

Jane Plant’s Buch in Bibliotheken

Homepage Jane Plant: www.janeplant.com

2 Kommentare
  1. Dass der Verzehr von Milch bei Krebserkrankungen und insbesondere bei Brustkrebs nicht unproblematisch ist, haben ja schon einige (Jane Plant, Andrea Sixt, Maria Rollinger, Chinastudy …) beschrieben.
    Aber es gibt jetzt aktuellere und vor allem auch genauere Überlegungen zu der unvorteilhaften Wirkweise von Milch, welche ich mal hier kurz in eigenen Worten, hoffentlich verständlich, darlegen möchte: fast alle von Euch kennen mit Sicherheit den Tumormarker CA 15-3, bei einigen wird er auch (leider) erhöht sein.

    Dieser Tumormarker ist ein Protein namens MUC1 und verhindert eigentlich, dass der mütterliche Organismus den Embryo angreift. Es unterdrückt also die Immunabwehr der Mutter, damit das Baby heranwachsen kann. Dieses MUC1 oder CA 15-3 wird unter dem Einfluss von Schwangerschaftshormon, dem Progesteron, gebildet. Nun sagen bestimmt alle: „Ich bin aber nicht schwanger!“ – natürlich richtig – und hier kommt die Milch ins Spiel:

    Diese wird heutzutage aus dem Gemelk sehr vieler Kühe gemischt und diese sind durchschnittlich zu 42% schwanger (trächtig sagt man bei Tieren normalerweise). Das heißt, die Milch und ihre Produkte enthalten Schwangerschaftshormone, die übrigens nicht durch Bearbeitung, Sterilisieren oder im Verdauungstrakt abgebaut werden. Ähnlich (verheerende) Wirkungen auf das Immunsystem hat übrigens auch Kortison, welches man/frau genauso tunlichst meiden sollte.

  2. […] Jane: Dein Leben in Deiner Hand. ISBN 3-44215297-6 (erschienen 2004, vergriffen (Rezension Elisabeth […]

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