arte: Unser tägliches Gift von Marie-Monique Robin

Eine kritische Dokumentation zu Krebs und den Ursachen ist Marie-Monique Robins Dokumentation „Unser tägliches Gift„: Die Doku läuft heute (16.07.2013)  um 20.15 wieder bei arte. Für alle, die die Doku verpassen: die DVD für € 19,95 in der arte Edition erhältlich ist.

Unser täglich Gift (Frankreich, 2010, 113 min) ARTE F Ankündigung des Films bei arte:

„Immer mehr Wissenschaftler sehen einen Zusammenhang zwischen der Zunahme von Krebserkrankungen, Immunschwächen, Diabetes sowie neurologischen Erkrankungen und der sich verändernden Ernährung der Menschen. Der Wunsch, immer mehr Lebensmittel herzustellen und sie für längere Zeit haltbar zu machen, hat dazu geführt, immer häufiger chemische Zusätze in Nahrungsmitteln zu verarbeiten. Filmemacherin Marie-Monique Robin hat recherchiert, unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert, verarbeitet und konsumiert werden. Seit 30 Jahren ist eine ständige Zunahme von Krebserkrankungen, neurodegenerativen Erkrankungen, wie Parkinson und Alzheimer, Immunschwächekrankheiten sowie Diabetes und Fortpflanzungsstörungen zu beobachten. Wie lässt sich diese beunruhigende Situation erklären, die sich vor allem in den sogenannten entwickelten Ländern feststellen lässt? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, recherchierte Filmemacherin Marie-Monique Robin zwei Jahre lang in Nordamerika, Asien und Europa. Zahlreiche wissenschaftliche Studien verdeutlichen – und das bestätigen auch die Aussagen von Vertretern der entsprechenden Zulassungsbehörden für Lebensmittel in den USA und Europa: Die Hauptursache ist in der Umwelt und in der Ernährung des Menschen zu suchen. Der Dokumentarfilm beleuchtet, unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert, verarbeitet und konsumiert werden, und zwar vom Feld bis auf den Teller, von den verwendeten Pestiziden bis hin zu Zusatzstoffen und Kunststoffen, mit denen die Lebensmittel in Berührung kommen. Am Beispiel von verschiedenen Pestiziden, vom Süßstoff Aspartam und von der in vielen Verpackungen enthaltenen Substanz Bisphenol A wird deutlich, wie mangelhaft und ungeeignet die Bewertungs- und Zulassungsverfahren für chemische Lebensmittelzusätze sind. Der Dokumentarfilm zeigt außerdem, mit welchen Mitteln die Industrie Druck ausübt und manipuliert, um weiterhin hochgiftige Produkte vermarkten zu können. Schließlich wird vor allem deutlich gemacht, wie der Mensch sein Immunsystem durch gesunde Ernährung stärken kann. Dass dies möglich ist, beweisen zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen.“

arte hat sich viel Mühen gemacht. Diverse Unterseiten berichten zu der Dokumentation:

  • Der Film
  • Popcorn-Tool (was auch immer der Name besagt, hier gibt die nachfolgenden Videoausschnitte, die online betrachtet werden können – und hoffentlich noch eine Weile verfügbar bleiben … – Click auf die Fotos!)
  • zu Pestiziden Text arte: Wie kann man wissen, ob ein Pestizid gesundheitsschädlich ist? Die Antwort darauf sollte sich im Internationalen Institut zur Krebsforschung finden lassen, von wo aus sämtliche Studien zu chemischen Produkten koordiniert werden. Doch ist dem wirklich so?
  • Aspartam Text arte: Sein richtiger Name ist E951 und man findet es in zahlreichen Nahrungsmitteln. E951, das ist Aspartam, der beliebteste Süßstoff der Welt. Ein Schlankmacher, der zahlreiche Gesundheitsrisiken aufwirft. Hier seine unfassbare Geschichte.
  • Bisphenol A Text arte: Plastik ist eine wesentlich lebendigere Materie, als Sie es sich vorstellen können. Und vielleicht auch eine gefährlichere. Der Fall des Bisphenols A, das sich unter anderem in Babyschnullern wiederfindet, sorgt derzeit international für Gesprächsstoff.
  • Indien Text arte: Der Bundesstaat Orissa in Indien weist eine Besonderheit auf: Hier gibt es um ein Hundertfaches weniger Krebsfälle und Fettleibigkeit als in den westlichen Gesellschaften. Seine Einwohner leben und ernähren sich von traditionell indischer Kost. Es ist schwer, da keinen Zusammenhang zu finden.

Außerdem gibt es ein Interview (s. auch unten) mit der Regisseurin Marie-Monique Robin, die auch die Monsanto-kritische Doku Monsanto – Mit Gift und Genen gedreht hat.

Teil 1: Wie kam es zu dieser Dokumentation?
Teil 2: Wie Marie-Monique Robin recheriert
Teil 3: Lösungsansätze von Marie-Monique Robin (leider sind diese drei vollständigen Videos nicht mehr bei arte online verfügbar, Transkription der Videos bei arte)

Nicht so gut wie in der Dokumentation selbst zeigen sämtliche Online-Materialien weniger, wo das eigentliche Problem liegt: Industrielle Interessen, kommerzielle Interessen und das „liebe Geld“ sorgen dafür, dass VerbraucherInneninteressen konsequent unberücksichtigt bleiben. Wie gehabt bei der Zulassung von Medikamenten, Tabak oder Asbest: Interessenkonflikte sorgen dafür, dass wir uns jahrzehntelang anhören: Alles ist sicher. Allen voran WHO und FDA, die heute unseres Ermessens ein echtes Glaubwürdigkeitsproblem haben. PolitikerInnen kommentieren diesen Zustand nur noch, oft nicht einmal besonders fachkompetent, und manche arbeiten einfach für ihre Geldgeber, über kurz oder lang oder nebenbei. Der „schwarze Peter“ wird an VerbraucherInnen zurückgeschoben: „bio“ einkaufen. Und was hilft es, wenn wir heute, über 20 Jahre, nachdem unsere Kinder mit niedlichen Plastikflaschen gefüttert wurden, endlich wissen: sie verursachen den Krebs und Unfruchtbarkeit? Vorsorgendes Prinzip – das wäre es. Statt dessen wird man heute einige Produkte, von denen sich nicht mehr verheimlichen lässt, dass sie tödlich wirken, vom Markt nehmen: Um sie durch neue gesundheitsgefährdende, aber profitable Produkte zu ersetzen.

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