Andrea Hahne zu Genpatenten im GID: „Moralisch unterste Schublade“

Im Gen-ethischen Informationsdienst GID ist ein interessantes Interview mit Andrea Hahne vom „BRCA-Netzwerk“ erschienen, das Uta Wagenmann geführt hat und auf das wir hier gern verweisen:

„Über die Patentansprüche des US-Unternehmens Myriad Genetics auf die beiden so genannten Brustkrebs-Gene BRCA 1 und 2 wird seit Mitte der 1990er Jahre gerichtlich gestritten. In Europa war der Protest der frühen 2000er Jahre, der von einer beispiellos breiten Koalition aus WissenschaftlerInnen, Fachgesellschaften, Patientinnen-Organisationen, Greenpeace, Ärztekammern und dem Europäischen Parlament getragen wurde, zum Teil erfolgreich. Beendet ist die Auseinandersetzung hierzulande aber noch lange nicht. …
„Warum sind Sie gegen Patente auf die so genannten Brustkrebs-Gene BRCA 1 und BRCA 2?

Weil es bei der Patentierung von Genen nicht um eine Erfindung geht, sondern um biochemische Prozesse. Gerade bei den Genen BRCA 1 und BRCA 2 sehe ich große Probleme, und zwar auf verschiedenen Ebenen. Wer Patentrechte hat, bestimmt ja nicht nur den Preis eines Tests, sondern auch, wer dafür eine Lizenz bekommt. …“

Zum Interview Uta Wagenmann/Andrea Hahne: Moralisch unterste Schublade

Auch der Artikel Spielball Betroffenheit von Uta Wagenmann und Christoph Then, erschienen im gleichen Heft, der sich mit PatientInnenorganisationen im Zusammenhang mit der EU-Biopatent-Richtlinie befasst, ist lesenswert.

Mehr zur Patentierung von „Brustkrebsgenen“

Myriads BRCA-Patente

Die Befreiung der Brustkrebsgene: Keine Profite auf Leben und Tod
Die Befreiung der Brustkrebsgene (2): Patentanspruch auf BRCA-Gene abgewiesen
Die Befreiung der Brustkrebsgene (3): CBS-Berichterstattung zum “Patent-Urteil”

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