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Rebecca über Rebecca

Malen als Weg der Krankheitsverarbeitung. Die verschiedenen Wege der Krankheitsbewältigung werden auch unter dem Begriff “Coping” zusammengefasst. Auf dieser Seite werden Bilder von Rebecca M. Ortega gezeigt. Die in Berlin lebende Künstlerin wurde auf den Philippinen geboren. Mit kräftigen Farben setzt sie in ihren Bildern das Thema Brust und Brustverlust sowie existentielle Inhalte des Lebens in Acryl und Granitfarbe oder Tempera um. Sie arbeitet dabei mit Inhalten ihrer Seele, denn sie will vieles loswerden und sucht nach Wegen, diese Inhalte damit von sich zu rücken, sie bildlich darzustellen, sich gleichzeitig anzunähern und zu entfernen. Rebecca Ortegas intensives Ausdrucksvermögen ist stark und spricht uns sehr an. Wir möchten an dieser Stelle Rebecca Ortega für die Möglichkeit, ihre Bilder einzusetzen, danken.

vita

Rebecca M. Ortega wurde 1954 auf den Philippinen geboren. Rebecca Ortega lebte von 1980 bis 1995 in Hamburg. Sie hat eine Verwaltungsausbildung und arbeitete in verschiedenen Verwaltungsbereichen. Rebecca Ortega hat einen 21jährigen Sohn und lebt Sie lebt seit 1995 in Berlin.

rebecca über rebecca
Spiegelbilder meiner Seele oder Was mich auf den Weg brachte …
Die Mammographie im März 2002 war der Anfang. Ich wurde drei Mal operiert und zum Schluss sogar amputiert. Danach war ich sehr verzweifelt. Depressiv, sogar suizidgefährdet landete ich schließlich in der Psychiatrie. Dort war ich drei Wochen in stationärer Behandlung, es folgte eine Rehabilitation. Ich habe etliche Therapien mitgemacht, um mich wieder etwas aufzuheitern. In der Maltherapie habe ich meine Fähigkeit zum Malen entdeckt. „Lebende Farbe“hieß mein erstes Bild.
Bis heute bin ich manchmal noch immer erstaunt, dass ich malen kann. Ich habe viele Ideen und meine Gefühle, Gedanken und meine seelische Last werden durch Farbe und Papier umgewandelt. Also verbrachte ich viel Zeit mit dem Malen. Von vielen Seiten kam Lob und ich malte weiter.

Erfolge

  • Meine Brustbilder wurden in der Praxis meiner Onkologin ein Jahr lang (2003) ausgestellt.
  • Meine zweite Ausstellung war gemeinsam mit einer Gruppe von unbekannten Künstlern in der Koppel in Berlin Prenzlauer Berg.
  • Im August 2005 wurde eines der Bilder von “Komm Rum e.V.” aus 120 Bewerbungen ausgewählt und ausgestellt.
  • Eine Ausstellung, bei der 37 Einzelarbeiten gezeigt wurden, folgte wieder bei “Komm Rum e.V.” im Juni & Juli 2006.

Ausstellung: Farbe und Formen

Bei KommRum e.V. 2007
Pressemeldung …
Juni – Juli 2007

Wandlungen

Ich malte immer neue Bilder und mit den Bildern änderte sich auch mein Leben. Im Jahr 2005 setzte ich einen Schlussstrich unter meine Ehe und lebe heute allein. Ich möchte endlich glücklich und gesund sein. Die Ehe hat mir viele Wunden und Schmerz in meiner Seele hinterlassen. Malen ist auch der Versuch, meine Seele zu befreien. Ich werde wahrscheinlich noch sehr viele Bilder malen müssen bis vieles heilen kann.

Die Betrachter meiner Bilder dürfen in diesem Sinne den Blick auf einen Teil meiner Seelenarbeit werfen und an Schmerz, Wunsch, Traum und Heilung teilhaben.

Zur Virtuellen Ausstellung:  “Gedanken im Kreis”

Zum Teil II: “Metamorphoses – Wandlungen”

Rebeccas Teil II (Wandlungen) entstand im Februar und März 2007 während ihrer psychosomatischen Rehabilitation.

Kontakt über Email: beckii51@yahoo.com

Rubrik 2007

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Gedanken im Kreis | Rebecca M. Ortega (Virtuelle Ausstellung 2007)

Gedanken im Kreis – Brustkrebs – Spuren (Teil I)

Hinweis: Zum Vergrößern der Abbildungen nach dem Start auf die vier kleinen Pfeile in der unteren rechten Ecke clicken! Die Ausstellung läuft allein weiter.

Teil II: Metamorphoses

Mehr:

… über Rebecca M.Ortega

Externe Links:
Dinge, die uns zerstören werden:
Politik ohne Prinzipien
Industrie ohne Integrität
Vereinigung ohne Gewissen
Wissenschaft ohne Humanität
Medizin ohne Logik >> Matuschka

Tamoxifen & Kunst?
Link zu Susie Freeman: >> cradle to grave [von der wiege bis zur bahre]

Rubrik 2007

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Ein anderes Rezept: Fundraising und Ethik in Frauengesundheitsorganisationen

Fachtagung: „Korrupt oder korrekt“ | Theodor-Springmann-Stiftung
Berlin, Rathaus Schöneberg, 27. April 2007

Vortrag nachlesen: Textmitschrift hier …

Vortrag / pdf
Vortrag / PowerPoint

Weiterführende Info:
Online-Broschüre: Ein anderes Rezept von Anne Rochon-Ford

Rubrik 2007

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Fragenkatalog: Umfrage zur Finanzierung und “Pharmasponsoring” von Patientenorganisationen

Ergebnisse können zu Forschungszwecken oder von anderen Selbsthilfen bei uns abgerufen werden, wenn Interesse besteht und solange die Veröffentlichung – ressourcenbedingt – noch nicht vorliegt.

Aktuelle Umfrage zum Thema
PatientInnenorganisationen sind gemeinnützig tätig und vertreten wichtige Anliegen für uns alle, doch ihre Finanzierung der Arbeit ist nicht einfach. In den letzten Jahren immer wieder im Gerede … “Pharmasponsoring” bei PatientInnenorganisationen. Wir wollen mehr darüber wissen und Ihre Meinung kennenlernen.

Bitte nehmen Sie sich einige Minuten Zeit. Wenn Sie uns Ihre sachliche, konkrete Meinung dazu übermitteln möchten, können Sie uns zusätzlich auch eine Email schicken an: redaktion@bcaction.de schicken.

Die Umfrage ist ein kostenloser Service von www.abstimmen.de.

Bitte klicken bei jeder Frage auf eine Aussage, die für Sie zutreffend ist. Bei Frage 4 entscheiden Sie sich bitte für die für Sie wichtigste Aussage!

Pharmasponsoring – Ja oder Nein?


Ergänzende Angaben

2. Bevor ich mich von einer PatientInnenorganisation beraten lasse, informiere ich mich über deren Finanzierung, um zu sehen, wer hinter der Organisation steht.
Ja, das finde ich wichtig.
Nein, das ist für mich nicht wichtig.
Darüber habe ich noch nicht nachgedacht.
Auswertung

Ergänzende Angaben zum Umfang:

Angaben zur Person

Sachliche Infos zum Thema:

Online-Broschüre zum Thema: “Ein anderes Rezept: Fundraising und Ethik in Frauengesundheitsorganisationen” – versehen mit einem Vorwort von Prof. Dr. Margit Mayer! Die Übersetzung aus dem kanadischen Englisch ist Teil 1 der “Reihe Alternativen”.

Leitlinie: Übersetzung der Drittmittelrichtlinie von BCAction:
Policy on Corporate Contributions (Verbindliche Richtlinie zur Beschaffung von Mitteln durch unterstützende Organisationen) von Breast Cancer Action (BCA), San Francisco, USA. (Aktualisierte – zurzeit gültige – Version vom April 2000.)

Übertragbar auch auf unsere Arbeit und zum Weiterlesen zu empfehlen: Stebel, U.:
Interessenkonflikte in der klinischen Forschung von U. Strebel, Schweizerische Ärztezeitung, 2002; 83: Nr. 34

Ergänzung Stand 2009: Publikation “Interessenkonflikte in medizinischer Forschung, Ausbildung und Praxis” bei uns im medienblog!

Rubrik 2007

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Umfrage zum Pharmasponsoring und zur Finanzierung der Selbsthilfe

PatientInnenorganisationen sind gemeinnützig tätig bzw. engagieren sich gesellschaftlich vor dem Hintergrund einer Gemeinwohlbindung. Sie vertreten wichtige Anliegen für uns alle, doch die Finanzierung ihrer Arbeit ist nicht einfach. In den letzten Jahren immer wieder im Gerede … “Pharmasponsoring” bei PatientInnenorganisationen. Wir wollten mehr darüber wissen und Ihre Meinung kennenlernen. Deswegen haben wir vom im Jahr 2007 ein Jahr lang eine Online-Umfrage geschaltet und um sachliche, konkrete Meinungen dazu gebeten.

Die Auswertung unserer Umfrage stellen wir demnächst hier vor (steht weiter aus, bei Interesse Ergebnisse bei uns abfragen!). Das Thema ist nach wie vor von großer Relevanz bzw. die Relevanz hat eher noch zugenommen. Dies hat der gesamten “Selbsthilfe” erheblichen Schaden zugefügt, bzw. das Vertrauen in Selbsthilfe teilweise erheblich gemindert.

Weiterlesen:

Zum Fragenkatalog der Umfrage

Pressemeldung zur Umfrage
Reihe Alternativen 1:  Ein anderes Rezept: Anne Rochon Fords Broschüre (pdf, 404 KB)

Rubrik 2007

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Archiv 2007

Umfrage zum Pharmasponsoring in Selbsthilfe und Patientenorganisationen … Fragenkatalog der Umfrage …

April 2007: Ein anderes Rezept: Fundraising und Ethik in Frauengesundheitsorganisationen: Vortrag zur Fachtagung der Theodor-Springmann-Stiftung Stichworte: Pharmasponsoring, DTCA, Selbsthilfe

Virtuelle Ausstellung: Gedanken im Kreis (Rebecca M. Ortega)

Mehr über … Rebecca Ortega | Vita | Plakat

Rubrik 2007

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Brust 2000: Gesundheitspolitische Ein- und Aussichten

s. http://www.bcaction.de/bcbooks/brust-2000-gesundheitspolitische-ein-und-aussichten/

Rubrik 1999, 2000

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Zentrifuge des Lebens | Rebecca Ortega | Gedanken im Kreis

Zentrifuge des Lebens | Rebecca Ortega | Gedanken im Kreis

Zentrifuge des Lebens | Rebecca Ortega | Gedanken im Kreis

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Rubrik 2003


No family history: Ein Film von Sabrina McCormick

Video lädt … bitte wenige Sekunden Geduld. Videoausschnitte aus Sabrina McCormicks Film “No family history”

Ist Prävention unmöglich?
Oder fehlt es nur an größeren Anstrengungen bei der Ursachenforschung, um Brustkrebs wirklich effektiv verhindern zu können?

” No family history”, der Film der Soziologin Prof. Dr. Sabrina McCormick, die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Umwelt erforscht, ist eine Dokumentation, die am 9. Dezember 2006 an der Harvard University (Cambridge, MA, USA) erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde und für die weitere Unterstützung gesucht wird. Die Dokumenation fand in den USA insbesondere deswegen viel Aufmerksamkeit, da der einseitige Blick von Politik, Medizin, Gesellschaft und Medien auf eine “Heilung” der Erkrankung als mehr oder weniger einzigem Ansatz aufgehoben und einmal nicht das Thema ist, sondern weil Ursachen und Möglichkeiten der Vermeidung von Brustkrebs thematisch aufgenommen werden. Weil man Arbeiten zur Ursachenforschung, insbesondere zum Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Umwelt, bei uns vergebens sucht, sind hier Ausschnitte aus dem Film in englischer Sprache – versehen mit einigen kleinen Übersetzungshilfen zum Verständnis:

Während die Neuerkrankungsraten bei Brustkrebs weltweit beständig weiter ansteigen, wird die ernsthafte Frage nach den Ursachen weiter vernachlässigt. Frauen mit Brustkrebs könnten sich auf den Standpunkt stellen, dass sie selbst von dieser Frage nach den Ursachen gar nicht betroffen sind, denn sie haben die Erkrankung bereits. Viele von ihnen sind jedoch besorgt um ihre Töchter und Enkelinnen und möchten, dass wenigstens ihnen die Krankheit mit ihren massiven Folgen zukünftig erspart bleibt. 1964 wurde bei einer von 20 Frauen in den USA Brustkrebs diagnostiziert, im Jahr 2006 ist bereits jede 8. Frau betroffen. “Ich sehe, dass mehr und mehr junge Frauen an Brustkrebs erkranken. Und immer mehr junge Frauen sterben an Brustkrebs.” Über 40.000 Frauen sterben in den USA  jährlich an den Folgen von Brustkrebs, Tendenz steigend …
“Brustkrebs ist eines der größten gesundheitlichen Probleme von Frauen. Das ist nicht einfach zu verändern, und auch die Therapien sind nicht einfach und schnell.” …
Karen berichtet über ihren Lebensstil und ihre Brustkrebserkrankung, sie denkt, dass die Umweltbedingungen eine der Ursachen bei ihrer eigenen Erkrankung ist, während ihre Tochter das Wort “Mastektomie” übt.

Mehr als 140 Chemikalien sind bereits identifiziert worden, die eine Rolle bei der Verursachung von Brustkrebs spielen. Sie sind z.B. in Kosmetika wie Handcremes, Deodorants, Nagellacken, Haarspray aber auch im Trinkwasser enthalten. Barbara Brenner von Breast Cancer Action (SF) berichtet über die Versprechungen in Bezug auf die Heilung von Brustkrebs und die Gelder, die mit diesem Versprechen gesammelt werden, weil jede/r eine Frau kennt, die erkrankt ist.
Aber niemand spricht über Vermeidung und das, was die Erkrankung verursacht. Alle befassen sich mit der Therapie der Erkrankung, aber niemand fragt, warum die Erkrankungsraten seit den 1940er Jahren so stark ansteigen, in den USA durchschnittlich um 1% pro Jahr. Erkrankte Frauen sprechen es aus: “Es ist etwas in unserer Umwelt, was Brustkrebs auslöst … ”

Auch bei uns werden zur Zeit Kampagnen bei genetisch bedingtem Brustkrebs stärker und der Druck auf die Frauen nimmt zu. Man geht aber zur Zeit davon aus, dass nur rund 5% der Brustkrebserkrankungen auf genetisch bedingte Ursachen zurückgehen könnten und auch wer Genveränderungen hat, muss nicht zwangsläufig erkranken, auch wenn das Risiko tatsächlich erhöht ist. Auch bei genetischen Dispositionen muss zumindest nicht zwangsläufig Medikalisierung die Antwort sein.

“No family history”, der Film der Soziologin Prof. Dr. Sabrina McCormick, die Zusammenhänge zwischen Gesundheit und Umwelt erforscht, schaut auf Kontaminationen und synergistische Effekte in der Luft, die wir atmen, der Nahrung, die wir zu uns nehmen, auf das Wasser, das wir trinken und die Produkte, die wir benutzen, in der Körperpflege, in Haus und Garten.

“No family history” von Sabrina McCormick ist inzwischen als Buch erschienen. Eine Rezension mit weiteren Inhalten ist bei uns in Vorbereitung.

Weitere Infos:

Rubrik 2006

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Stand der PatientInnenbeteiligung im Gesundheitswesen: Kriterien, Wünsche und Grenzen

Nachtrag 2008: Welche Selbsthilfe ist heute noch unabhängig? Aktueller Lesetipp: hier kommt ein pdf! Neutralität und Unabhängigkeit sichergestellt? Bioskop hat im September 2007 die Leitsätze der BAGH auf den Prüfstand gestellt (Ein Artikel von Klaus-Peter Görlitzer)

In den vergangenen Jahren hat sich in unserem Gesundheitssystem viel bewegt. Die Bundesregierung hat die Patientenbeauftragte etabliert und auf Landesebene sind ebenfalls die Ämter von PatientInnenbeauftragte eingerichtet worden.

Als Beobachterin, die sich aktiv in  Frauengesundheitsorganisationen engagiert, hat sich mir bei allen positiven Entwicklungen dennoch durchaus öfter die Frage gestellt, wo ernstzunehmende Ansätze sind oder ob PatientInnenbeteiligung nicht manchmal auch ein Alibi ist. Die WHO formulierte bereits 1994 den kollektiven Vertretungsanspruch der Patientinnen und Patienten auf allen Ebenen des Gesundheitssystems. Der Europarat forderte im Jahr 1996 seine Mitgliedsländer auf, die rechtlichen und politischen Voraussetzungen für eine BürgerInnenbeteiligung im Gesundheitswesen zu schaffen. In Deutschland haben wir seit dem Jahr 2004 das GKV-Modernisierungsgesetz (GMG). Mit diesem Gesetz und dem Inkrafttreten der PatientInnenbeteiligungsverordnung ist damit juristisch gesehen auf der gesundheitspolitischen Ebene ein Quantensprung gelungen. Damit sich eine wirksame PatientInnenbeteiligung, die auch als solche wahrgenommen wird, daraus entwickeln kann, muss sich jedoch noch einiges mehr bewegen. Grundsätzlich sind die Bemühungen um die gesundheitspolitische Beteiligung von Patientinnen und Patienten im Gesundheitssystem ein Weg, um bei zunehmenden Problemen dennoch eine Versorgungsgerechtigkeit zu entwickeln.

Durch die neuen Möglichkeiten der Partizipation von Patientinnen und Patienten sind die Anforderungen an PatientInnenvertretungen gestiegen. Damit müssen Kriterien für Qualität in der PatientInnenvertretung entwickelt werden, die ein Fundament für eine wirksame Arbeit bilden. Nachfolgend einige Überlegungen dazu, wie solche Kriterien aussehen müssten:

1. Die Legitimation

  • PatientenvertreterInnen müssen zukünftig – nicht anders als in der Politik auch – von Patientinnen und Patienten gewählt oder über die Delegation von Patientenverbänden entsandt werden, damit sichergestellt ist, dass sie Interessen von Patientinnen und Patienten legitimiert vertreten.
  • PatientenvertreterInnen müssen Patienteninteressen bündeln. Das heißt, sie müssen für eine bestimmte definierbare Gruppe von Patientinnen und Patienten arbeiten, die repräsentativ für die kollektive Gruppe der PatientInnen steht, die sie vertreten.
  • Nur starke PatientInnenorganisationen bzw. eine Vereinigung von Selbsthilfeverbänden behinderter und chronisch kranker Menschen, wie sie die BAG Selbsthilfe bildet, kann die PatientInnenseite kollektiv und glaubwürdig repräsentieren. (Nachsatz 2009: Wenn sich solche starken Verbände dann aber zunehmend mit der Industrie verbünden, sieht es wieder mau aus in der unabhängigen Interessenvertretung für Patientinnen und Patienten.)

2. Die Information
Der Information kommt eine Schlüsselstellung zu. Der momentane Stand (in Deutschland) ist unzureichend. Beim Zugang zu qualitätsgesicherter Information fehlen die Strukturen für PatientInnen bei gleichzeitigem Überangebot an Informationen.
Ein nationales Gesundheitsportal existiert bei uns noch nicht. Dies behindert Patientinnen und Patienten und erschwert die Arbeitsbedingungen in der wirksamen PatientInnenvertretung, für die der Zugang zur Information essentiell ist. Das am DIMDI begonnene Projekt für ein unabhängiges Gesundheitsportal ist abgebrochen worden. Dafür wird das IQWiG im Februar 2006 mit dem neuen Angebot www.gesundheitsinformation.de online gehen. Ob dieses Angebot den vielschichtigen Anforderungen von PatientInnenseite gerecht werden kann, bleibt abzuwarten.
PatientInnenleitlinien in Deutschland sind ebenfalls für viele Indikationen Fehlanzeige. Patientinnen und Patienten müssen sich auch unabhängig von der ärztlichen Beratung informieren, etwas nachschlagen können. Die Möglichkeiten in unserer Informationsgesellschaft dafür sind heute immer noch schlecht. Der Zugang zur Fachinformation muss für PatientInnen und PatientInnenvertreter gleichermaßen dringlich und umfassend verbessert werden. Dazu gehört ein Zugang zu relevanten Informationen aus den Fachgesellschaften ebenso wie die verbesserte Einbindung in den Informationsfluss der Gesundheitspolitik, bei Leistungsträgern, etc.
Folgende Aspekte müssen PatientenvertreterInnen zusätzlich beachten:
- Für MigrantInnen und bildungsferne Menschen müssen Benachteiligungen in der Informationsversorgung besser ausgeglichen werden.
- Das Informationsangebot muss geschlechtsspezifische Aspekte berücksichtigen.

3. Die Kompetenz
PatientInnen- und Erfahrungswissen müssen für eine wirksame PatientInnenvertretung erheblich ausgebaut werden, denn PatientInnenvertreter brauchen breite Kenntnisse im Gesundheitswesen. Bereits bestehende Möglichkeiten der Qualifikation und Fortbildung für PatientInnen und PatientInnenorganisationen, die von den maßgeblichen Organisationen der PatientInnenbeteiligung, wie die LAGH diese zum Beispiel auf der Berliner Landesebene durchführt, angeboten werden, müssen ergänzt und weiterentwickelt werden. Hier sehe ich auch ein Arbeitsfeld für die Beraterorganisationen der Selbsthilfen wie z.B. die Verbraucherzentralen, von deren Kompetenzen PatientInnenorganisationen profitieren können.

4. Die rechtlichen Grundlagen

Zwar werden PatientenvertreterInnen in die entscheidungsrelevanten Gremien auf gesundheitspolitischer Ebene nun mit Anhörungs- und Antragsrechten im Sinne einer Beratungsbeteiligung eingebunden. Eine Beteiligung an Entscheidungen durch ein Stimmrecht ist bisher jedoch nicht gegeben. Nicht zu vergessen: Eine wesentliche Grundlage für die Verbesserung von PatientInnenrechten muss außerdem mit der Etablierung eines PatientInnenschutzgesetzes, wie es in anderen europäischen Ländern bereits existiert, erst noch erfolgen.

5. Die Transparenz
Transparenz und Offenlegung von Finanzierung, Legitimation, Kompetenz und Effizienz sind auch in der PatientInnenvertretung unverzichtbar. Kriterien in Hinsicht auf die Finanzierung, wie sie die BAG Selbsthilfe in ihren Leitsätzen zur Zusammenarbeit mit der Industrie aufgestellt hat, sind ein Hilfsmittel und Leitlinie zugleich –- vorausgesetzt, sie werden eingehalten. Weitere Qualitätskriterien für die PatientInnenvertretung in Sachen Legitimation, Kompetenz und Effizienz werden entwickelt werden müssen. Die Transparenz muss von allen, die im Gesundheitswesen seriös arbeiten, besser entwickelt und stringent durchgehalten werden.

6. Die Finanzierung
Mit der „Selbsthilfeförderung“ nach § 20 Abs. 4 SGB V durch die gesetzlichen Krankenkassen ist eine Möglichkeit der Finanzierung geschaffen worden. Diese Teillösung hat allerdings nicht zu unabhängigen, starken PatientInnenorganisationen geführt und ausreichende Ressourcen für eine unabhängige Infrastruktur in der PatientInnenbeteiligung sind auf diesem Wege nicht zu erreichen. Da in vielen PatientInnenorganisationen Prävention an zentraler Stelle auf der Agenda steht, wäre zu diskutieren, ob im Präventionsgesetz eine weitere Ebene der PatientInnenbeteiligung – und zugleich auch Säule der Finanzierung dieses Teilbereichs – etabliert werden kann.
Weitere „Säulen“ in der Finanzierung werden benötigt.

7. Die Ressourcen
Viele der benannten sachkundigen Personen nehmen das Mandat im Gemeinsamen Bundesausschuss ehrenamtlich in ihrer Freizeit wahr. Die persönliche Krankheitsbewältigung hat hier keinen Platz – vielmehr kommen zusätzliche erhebliche Belastungen unter schwierigen Arbeitsbedingungen hinzu. Die Grenzen der Belastbarkeit sind vielfach überschritten. Hier auch ein Blick auf geschlechtsspezifische Aspekte: Ca. 80 Prozent der ehrenamtlichen Leistungen in der Selbsthilfe werden von Frauen erbracht. Vergleichsweise habe ich die Referentinnen und Referenten vom Hauptstadtkongress 2005 – Motto „Wer im Gesundheitswesen Rang und Namen hat“ – berechnet: 528 Referenten, davon 105 Frauen, diese waren häufig Politikerinnen. Der Frauenanteil lag insgesamt bei 19,86 Prozent. Auch hier gibt es in den Strukturen unseres Gesundheitssystems im Sinne einer Gleichstellung viel Handlungsbedarf.

Fazit: Die Gesundheitsversorgung in unserer Gesellschaft hat einen extrem hohen Stellenwert und ist ein wichtiger Gradmesser der Qualität unserer Gesellschaft. Ohne umfassende intellektuelle, bürgerschaftliche und auch finanzielle Investitionen und Vernetzungen von allen Beteiligten im Gesundheitswesen mit den Patientinnen und PatientInnen wird es nicht möglich sein, zukünftig eine gute Gesundheitsversorgung für alle zukünftig sicherzustellen. Es müssen Konzepte, bessere Rahmenbedingungen, Strukturen und ein Klima entwickelt werden, das Patientinnen und PatientInnen in allen genannten Kriterien deutlich stärkt,

- damit PatientInnenbeteiligung hält, was der Begriff verspricht: nämlich Patientinnen und Patienten zu beteiligen,
- damit PatientInnenbeteiligung nicht Schlagwort bleibt, das lediglich für eine kleine neue Sparte von Profis im Gesundheitswesen steht, die fürsorglich nur neue paternalistische Strukturen für Patientinnen und Patienten aufbaut und
- damit PatientInnenbeteiligung einen breiten Raum einnehmen kann, der für ein menschengerechtes zukünftiges Gesundheitssystem notwendig sein wird.

Die Anforderungen und Hürden für eine PatientInnenbeteiligung im Gesundheitswesen sind hoch. Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen sind kein Alibi, auch wenn man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass sie mitunter als solche benutzt werden. Die Partizipation von Patientinnen und Patienten in einem demokratischen Gesundheitssystem ist unverzichtbar, aber die Infrastruktur für eine wirksame PatientInnenvertretung ist verbesserungsfähig. Patientinnen und Patienten werden noch viel bewegen müssen.
Vortrag in Kurzform vorgestellt dem Forum PatientenKommunikation: 1. Kongress 2006 im Symposium I: Patientenbeteiligung als Alibi: Patienteninitiativen und Selbsthilfegruppen zwischen Krankheitsbewältigung und politischer Beteiligung für das Netzwerk Frauengesundheit Berlin in einer Podiumsdiskussion mit Andrea Fischer (Bundesgesundheitsministerin a.D.), Dr. Rainer Hess (Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, G-BA), Ulf Fink (Ulf Fink, Senator a.D., seit 2002 Büro für Gesundheit und Prävention Berlin) und Christoph Nachtigäller (Bundesgeschäftsführer BAG Selbsthilfe).
(Text: Gudrun Kemper, Stand 2006)

Rubrik 2006

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